Review

Reviews 8.5

ASHBURY

Eye Of The Stygian Witches

Ausgabe: RH 377

High Roller/Soulfood (54:07)
Meistens hat man ja Angst, wenn alte Helden meinen, auf einmal ein neues Album aufnehmen zu müssen, viel zu oft kratzen Releases dieser Art letzten Endes am Legendenstatus und machen mehr kaputt, als dass sie irgendeinen Zweck erfüllen, und auch im Falle ASHBURY war der Nachfolger des „Endless Skies“-Geschenks (von 1983!), „Something Funny Going On“ von 2010, mit seinem Pop-Rock zumindest nicht der Rede wert. Die Konzerte der letzten Jahre, bevorzugt auf diversen Oli-Weinsheimer-Festivals inklusive Keep It True, sowie das viel zu selten erwähnte 2013er Tape „Out Of The Blue“ (okay, die Auflage betrug 100 Stück...) ließen von den beiden Brüdern aus Arizona und ihrer Hintermannschaft aber noch mal ein kleines bisschen (Studio-)Magie erwarten, eine weitere unnachahmliche Mischung aus Classic Rock, frühem Hardrock, Southern-Einflüssen, Prog und Singer-Songwriter, wie man sie in dieser Qualität sonst höchstens noch bei (den härteren) Winterhawk, Legend (US) oder der Henry Paul Band, wenn diese ins Epische driftet, zu finden in der Lage ist.
Und ja, „Eye Of The Stygian Witches“ klingt nun tatsächlich durch und durch so, wie man ASHBURY hören möchte, es ist kein zweites „Endless Skies“, natürlich nicht, aber es offeriert in über 54 Minuten jede Menge melancholische Meisterwerke, denen noch nicht mal der (zudem nicht gerade an der Grenze des Möglichen programmierte) Drumcomputer besonders viel anhaben kann (auch wenn hier mit echtem Schlagzeug wahrscheinlich eine Neun stünde); die neu verwendeten Kassetten-Tracks ´End Of All Time´, ´Out Of The Blue´ und ´Searchin´´ gehören dazu, zudem das sehr ruhige ´Summer Fades Away´, der Longtrack-Meisterbrief ´Waited So Long´ und der formidable, hochkonzentrierte Doppelabschluss aus dem verflixt eingängigen ´Amber Glass´ sowie dem Titelsong. ´Good Guitar´ wirkte dagegen schon in der Live-Situation eher charmant als zwingend, und das Instrumental ´Celtic Cross´ plätschert halt dahin, aber hey: Ein bisschen Schwund ist eben immer...
Echt schön, wieder von euch zu hören, ASHBURY - die Gänsehaut bleibt!

Autor:
Boris Kaiser
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