Review

Reviews 7.5

APOCALYPTICA

Shadowmaker

Ausgabe: RH 336

Harmageddon/Rough Trade (68:28)
Nach zwei Ausflügen ins halbwegs ernste Fach (Wagner-Show, Tour mit Avanti-Orchester) nehmen APOCALYPTICA erneut den US-Markt ins Visier. Mit Freddy Perez hat man sich diesmal ein relativ unbeschriebenes Blatt als Sänger an Bord geholt, denn an Scars On Broadway, einen kurzzeitigen „Saitensprung" des System-Of-A-Down-Gitarristen Daron Malakian, dürfte sich kaum noch jemand erinnern. Dafür wird Perez die Welttournee der Finnen bestreiten, und man darf gespannt sein, ob der Cello-Metal weitere Territorien erobert oder seinen Zenit bereits erreicht hat. „Shadowmaker" lässt jedenfalls keine endgültigen Rückschlüsse zu. Insbesondere der lange Titeltrack mit seinem abwechslungsreichen Instrumental-Part gehört zu den besten Kompositionen, die Eicca Toppinen und seine Crew bisher auf Disc gebrannt haben. Der Opener ´Cold Blood´ hat Blockbuster-Qualitäten, ´Slow Burn´ einen starken Refrain, und eine Ballade wie ´Hole In My Soul´ würden Metallica sicher gerne noch mal schreiben. Wobei die manchmal arg offenkundigen Einflüsse der bekanntesten Metalband der Welt, die stellenweise immer wieder aus dem Nichts auftauchen, mittlerweile nur noch nerven. Derartige Querverweise sollten Top-Musiker besser vermeiden. Schade auch, dass die Songwriting-Qualität ab Album-Mitte abnimmt. Trotz Top-Produktion mit Live-Schlagzeug können APOCALYPTICA die Spannung auf Dauer nicht aufrechterhalten, die Performance von Perez ist zwar sehr angenehm, aber auch unauffällig „professionell". Eine positive Ausnahme ist das mit Beeps und Beats angefeuerte Instrumental ´Riot Lights´, das die Hallen auf der nächsten Tour garantiert zum Kochen bringen wird.

Autor:
Holger Stratmann
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