Review

Reviews 8.0

ANATHEMA

Weather Systems

Ausgabe: RH 300

KScope/Edel (55:50)

Die lange Pause zwischen „A Natural Disaster“ (2003) und dem letzten Album „We´re Here Because We´re Here“ (2010) hat ANATHEMA nicht geschadet, im Gegenteil: Die Band konnte sich anscheinend komplett neu platzieren und gilt vor allem in ihrer Heimat England als ziemlich heißes Ding, das genreübergreifend Erfolge einfährt. Man sollte dementsprechend auch nicht mehr die Metal-Keule schwingen, wenn man über die Cavanagh-Brüder und ihre Sidekicks spricht, denn ANATHEMA haben den Absprung - übrigens im Gegensatz zu ihren damals „großen“ Brüdern Paradise Lost, die wohl Ähnliches vorhatten - geschmackvoll und ohne jede Arroganz geschafft, ihre Mischung aus Alternative Rock, Prog und „Post“-Sounds klingt heutzutage völlig natürlich. Was manchmal überrascht, ist der zumindest für Stiff-upper-lip-Genossen recht „kitschige“ Zugang zur eigenen Musik, der Mut zu großem Pathos, dieses (angenehm) „Nicht-Intellektuelle“. Wer mit oft fetten Streicher-Arrangements, vielen glasklaren Gastvocals von Sängerin Lee Douglas und einer Unmenge „schöner“ Melodien klarkommt, den erwarten 56 Minuten prima austarierte Erwachsenenunterhaltung, die auf dem Niveau des Vorgängers liegt (vielleicht sogar ein kleines bisschen drüber) und die Gitarrist Danny Cavanagh tatsächlich völlig unironisch als „Musik, die den Hörer tief bewegen soll“ bezeichnet.

Autor:
Boris Kaiser
AMAZON EMPFEHLUNG

Melde dich für unseren Newsletter an und verpasse nie mehr die wichtigsten Infos

Diese Seite verwendet Cookies. Erfahrt in unserer Datenschutzerklärung mehr darüber, wie wir Cookies einsetzen und wie Ihr Eure Einstellungen ändern und Cookies deaktivieren könnt. Darüber hinaus verwenden wir Cookies Dritter für die Einbindung audiovisueller Inhalte durch Youtube, Spotify und Soundcloud. Dem könnt ihr hier zustimmen oder dies ablehnen. Datenschutzerklärung ansehen.