Review

Reviews 8.0

AMORPHIS

Far From The Sun

Ausgabe: RH 193

(43:53)

Reisende soll man nicht aufhalten. Bei AMORPHIS würde das auch keinen Sinn machen. Dafür geht die ehemalige Death-Metal-Formation um Gitarrero Esa Holopainen einfach zu konsequent ihren Weg. Statt - wie so viele andere Acts - es Fans, Medien und der Plattenfirma gleichermaßen Recht machen zu wollen, also sich mehr oder weniger selber zu kopieren, versucht man sich mit jedem Album ein Stück weit neu zu erfinden. Getreu dem Biermannschen Prinzip "Nur wer sich ändert, bleibt sich treu", an dem sich auch eine Band wie Paradise Lost orientiert. Dabei sind AMORPHIS in der glücklichen Lage, dass ihr sechster Streich nach langen Jahren beim amerikanischen Krachlabel Relapse vom finanzkräftigen Branchenriesen Virgin veröffentlicht wird, während sich neuerdings HIM-Manager Seppo Vesterinen um die geschäftlichen Belange der Band kümmert. Flankierend dazu haben die Finnen mit "Far From The Sun" ihren ohnehin schon facettenreichen, melancholischen Sound in der Schnittmenge zwischen relaxtem Metal, sphärisch-spacigem Classic Rock und heimischer Folklore weiter perfektioniert, auch wenn man damit wie schon auf dem stilistisch ähnlich gelagerten Vorgänger "Am Universum" zwischen allen Stühlen sitzt.

Deshalb braucht es auch diesmal seine Zeit, bis sich die zehn überaus ansprechend arrangierten und inszenierten Kompositionen als wahrer Ohrenschmaus erweisen. Allen voran der wunderbare Opener ´Day Of Your Beliefs´, das abwechslungsreiche ´Planetary Misfortune´, das mit orientalischen Klängen gespickte ´Higher Ground´ und die flotte, verhältnismäßig harte Nummer ´Killing Goodness´. Nummern, mit denen AMORPHIS unterstreichen, dass die Reise noch lange nicht zu Ende ist. Warum auch? Schließlich ist der Weg das Ziel.

Autor:
Buffo Schnädelbach
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