Review

Reviews 9.0

ALICE IN CHAINS

Dirt

Ausgabe: RH 66

Stratmann hat's ja bereits in seiner Story gesagt: Man täte ALICE IN CHAINS unrecht, würde man sie leichtfertig in den Seattle-Hype-Topf werfen, denn sie klingen erstens überhaupt nicht wie Soundgarden, Mudhoney, Pearl Jam oder Nirvana und haben zweitens auch nie Wert darauf gelegt, ihre Herkunft in irgendeiner Weise zu vermarkten. Aber wenn der Begriff "Seattle" schon fallen muß, dann sei hier wenigstens bemerkt, daß ALICE IN CHAINS die meiner Ansicht nach beste Band der Stadt sind. Im Vergleich zum überragenden '90er Debüt "Facelift", das seinerzeit leider etwas unterging, präsentieren sich Layne Staley & Co. auf "Dirt" noch etwas melancholischer und düsterer, was sich vom Opener 'Them Bones' bis zum abschließenden Ohrwurm 'Would' (als Clip u.a. ja auch auf dem Rock Hard-Video 4 zu sehen) mehr oder weniger am gesamten Album festmachen läßt. Den charakteristischen ALICE IN CHAINS-Sound bestimmen nach wie vor in erster Linie Jerrys fette, teilweise Sabbath-artige Gitarre, die rhythmus- wie solo-technisch gleichermaßen überzeugt, und Laynes ausdrucksstarke, etwas weinerliche Stimme, die die meist depressiven Lyrics perfekt umsetzt. In den USA dürften ALICE IN CHAINS mit links Gold und mehr für "Dirt" einsacken - und in Europa sollte dieser wirklich außergewöhnlichen Band zumindest der Sprung aus dem Szene-Keller gelingen. Als kleine Starthilfe gibt's von mir neun dicke Punkte.

Autor:
Götz Kühnemund

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