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REVIEW 6.0 24.07.2019

(Album, RH 387, 2019)

VOLBEAT - Rewind, Replay, Rebound

Michael Poulsen gebührt großer Respekt dafür, dass er es mit den ersten vier VOLBEAT-Alben geschafft hat, seine Truppe von einem Underground-Phänomen zu einem Arena-Act heranwachsen zu lassen, ohne dabei große musikalische Kompromisse einzugehen. Seit die Band mit ihrem ersten Radio-Hit ´Fallen´ das Blut des Mainstreams geleckt hat, wird der Weichspüler auf den Alben allerdings beständig überdosiert. „Rewind, Replay, Rebound“ markiert nun den (bis dato) traurigen Höhepunkt dieser Entwicklung. Die stilistischen Schlenker, die bei einigen Songs zum Einsatz kommen (´Die To Live´, ´Sorry Sack Of Bones´), können nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Fokus auf süßlichen Radio-Nummern liegt, deren Mainstream-Anbiederung und Kitsch nicht zuletzt durch den Einsatz des Harlem Gospel Choir und der Sängerin Mia Maja kaum zu übertreffen ist. Man könnte es vielleicht noch verkraften, dass die Dänen ihren „Rock´n´Roll meets Metal“-Markenkern mit Ausnahme von ´Pelvis On Fire´ und ´The Everlasting´ komplett über Bord geworfen haben, wenn die neuen Songs wenigstens was taugen würden. Eine Band wie Nickelback mag in der Szene verschrien sein, aber was die Kanadier anpacken, hat Hand und Fuß und bleibt im Ohr. Im Vergleich dazu schlafen einem beim hölzern arrangierten „Rewind...“-Material regelmäßig die Füße ein, weil weder in der Gitarrenarbeit noch bei den Gesangsmelodien originelle Akzente gesetzt werden und alles wie am Reißbrett entworfen wirkt. Vielleicht hat Michael ja irgendwann ein Einsehen, dass ihm die härtere Gangart einfach mehr liegt und es Quatsch ist, die thrashigen Songs, die während des Songwritings entstanden sind, der Öffentlichkeit vorzuenthalten.

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REVIEW 2.0 24.07.2019

(Album, RH 387, 2019)

SABATON - The Great War

PLUS-MINUS Braucht es an dieser Stelle wirklich noch mal eine Diskussion über die „Geschmacksicherheit“ der SABATON´schen Lyrics im Kontext der Happy-Singalong-Melodien der Band? Vermutlich nicht, denn spätestens seit ´The Final Solution´, einem Song über die Grauen von Auschwitz, den die Schweden im Jahr 2010 auf ihrem Album „Coat Of Arms“ veröffentlicht haben, sind die Fronten in dieser Sache ohnehin verhärtet. Die Band nimmt im Interview in dieser Ausgabe ausführlich Stellung zum Thema, und auch wenn ich persönlich (wie gute Teile unserer Redaktion) finde, dass auf „The Great War“ die Grenzen des guten Geschmacks in Sachen Hurra-Patriotismus (z.B. ´Devil Dogs´, aber auch ´Seven Pillars Of Wisdom´ oder ´Red Baron´) mehr als nur einmal überschritten werden, kann man diesen Vorwurf zweifelsfrei auch zig anderen Bands machen - die aber halt weniger groß und deshalb zwangsläufig auch weniger präsent sind. Bleiben wir also bei der Musik, und da machen sich in der Tat inzwischen erste Abnutzungserscheinungen bemerkbar. Damit wir uns nicht falsch verstehen: SABATON agieren auf „The Great War“, ihrem neunten Studioalbum, routiniert nach ihrem bisherigen Erfolgsrezept, setzen auf eingängige Melodien und Refrains, die man nach dem ersten Hören bereits problemlos mitsingen kann. Einige Tracks brechen das gewohnte Schema sogar auf und überzeugen mit anspruchsvolleren Arrangements (´Great War´), frischen Sound-Elementen (´The Attack Of The Dead Men´) und Mut zu Neuem (´In Flanders Fields´), das Gros wirkt aber, man kann es nicht anders sagen, ein Stück weit uninspiriert. Hardcore-Fans wird das freilich nicht stören, und SABATON-Hatern ist die Mucke ja eh egal. Dennoch: Unterm Strich waren „The Art Of War“ und „Carolus Rex“ deutlich stärker. Jens Peters 7 Ja, diese und andere Diskussionen braucht es unbedingt, Jens. Etwa darüber, inwieweit man jeden Dreck mit der Phrase „der Erfolg gibt ihnen Recht“ rechtfertigen darf. Diese „Künstler“ hier waren, sind und bleiben sowohl unter musikalischen (belanglos) als auch ethischen (pietätlos) Gesichtspunkten Dreck, doch dass anscheinend kein Kraut gegen sie gewachsen ist, macht zumindest den geschichtsbewussten und empfindsamen Musikfreund, der diese Zeilen schreibt, nicht im Geringsten gleichgültig. Ich könnte beim Hören der Band und ihrer Texte am Stück kotzen, weil sie „meine“ Musik trivialisiert und ihren Erfolg einer „Musikantenstadl“-kompatiblen Verniedlichung menschlicher Tragödien verdankt, was im Übrigen keinen Deut besser ist als ein Black-Metaller, der beispielsweise rassische Überlegenheitsfantasien intellektualisiert. Sagt nein zu SABATON! Andreas Schiffmann 2

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