Neue Eisen: Überblick über den Release-Freitag
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30.01.2026, 9:00

Neue Eisen: Überblick über den Release-Freitag

Hier findet ihr eine Auswahl unserer Rezensionen zu den neuesten Album-Veröffentlichungen vom 30. Januar 2026. Diese Woche unter anderem mit HÄLLAS, THE HIRSCH EFFEKT, URNE, MØL, CONSEQUENCE OF ENERGY und HEAVYSAURUS.

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HÄLLAS - Panorama (Hardrock/Progressive)
Fuck He-Man, es lebe der mächtige HÄLLAS! Der perlgeweißte Blondprotz aus dem Hause Mattel und der bandnamensgebende Weltraumritter der Neo-Prog-Hardrocker leben ja in artverwandten Schwerter-Sci-Fi-Abenteuerwelten. Eigentlich. Aber wer sich mal die zynischen, plastiktrashigen Testosteronfantasien des US-Konzerns in Form der „Masters…“-Zeichentrickserie anschaut und dazu als Soundtrack HÄLLAS laufen lässt, der begreift erst so richtig, wie hell und herzenswarm der kreative Stern der übersympathischen Schweden strahlt. (9,0)

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THE HIRSCH EFFEKT - Der Brauch (Alternative/Progressive)
Dass THE HIRSCH EFFEKT-Gitarrist/Sänger Nils Wittrock auf „Der Brauch“ unter anderem sein Hadern mit dem Musikmachen in einer Nischenband thematisiert, könnte auch schnell in für den Hörer unzugängliches Navel-Gazing ausarten. (8,5)

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Urne - "Setting Fire To The Sky"

URNE - Setting Fire To The Sky (Progressive/Doom/Stoner)
Es gibt bei den Briten von URNE nichts abzulehnen, vieles zu würdigen, manches zu mögen - aber noch zu wenig inbrünstig zu lieben. Das Trio aus London will mit seinem dritten Album den Himmel in Flammen setzen, und diese titelgebende Losung versinnbildlicht die planetare Gefühlsgewalt, mit der die Band ihr Werk verrichtet. (7,5)

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MØL - Dreamcrush (Alternative/Hardcore)
Die Dänen von MØL beeindrucken auf „Dreamcrush“ mit ausladendem Sound, schönen Melodien und einer meditativen Atmosphäre. Die Kritikpunkte, die Kollege Hackländer in seinem Review zum Vorgängeralbum „Diorama“ angebracht hat, konnte die Band allerdings nicht vollends aus dem Weg räumen. (7,0)

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CONSEQUENCE OF ENERGY - We Are One (Alternative/Classic Rock)
Der mit Elementen aus Weltmusik, Stoner- und Classic Rock aufgepeppte Grunge des Quintetts lebt und atmet durch die Garagenflair verströmende Produktion von Garth Richardson (Rage Against The Machine, Red Hot Chili Peppers), auch wenn die großen Begeisterungsstürme ausbleiben. (7,5)

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Heavysaurus - "Metal"

HEAVYSAURUS - Metal (Heavy Metal)
Mit „Metal“ legen HEAVYSAURUS ihr bislang härtestes Album vor - und bleiben ihrer Mission treu: Heavy Music für die nächste Generation. In den Sonic Pump Studios in Finnland unter der Regie von Nino Laurenne von Session-Musikern eingespielt und später von Michael Voss (u.a. Michael Schenker) gesanglich eingedeutscht, klingt das Album organisch und keineswegs so pappig wie bei anderen Gimmick-Bands. (7,0)

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COURSE OF FATE - Behind The Eclipse (Progressive/Melodic Metal)
Die Fürsten der Finsternis sind zurück: COURSE OF FATE liefern mit ihrem Langspieler „Behind The Eclipse“ genau den richtigen Soundtrack zur kalten, dunklen Jahreszeit. (8,0)

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THERION - Con Orquesta (Heavy Metal/Progressive)
17 Jahre dauerte es, bis THERION 2024 nach ihren denkwürdigen Shows in Rumänien (2006) und Ungarn (2007) wieder mit einem kompletten Orchester live auftraten. Frei nach dem Motto „Klotzen statt Kleckern“ machten es Bandkopf Christofer Johnsson (g.) und seine Symphonic-Metal-Bande auch gleich richtig.

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(R+) DEFACED - Icon (Death Metal)
Nach gut zehn Jahren Albumpause meldet sich das Schweizer Todesblei-Outfit DEFACED personell stark umgekrempelt mit einer qualitätsvollen Platte zurück. Die bietet vor allem souveränen, präzise knüppelnden Monsterbizeps-Death-Metal von modernerer Anmutung mit Tendenzen zur Grindcore-Aggression. (8,0)

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(R+) LORD ELEPHANT - Ultra Soul (Doom/Stoner/Sludge)
LORD ELEPHANT kommen aus Florenz, nicht Birmingham, aber die DNS ist unverkennbar: Trittsicher wandeln die Italiener auf dem schmalen Grat zwischen hypnotischem Groove und eruptiver Wucht. (9,0)

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(R+) STABBING - Eon Of Obscenity (Death Metal)
STABBING aus Houston haben sich in kurzer Zeit als kraftvolle Stimme im Brutal Death Metal etabliert. Seit seiner Gründung 2021 bringt das Quartett rohe Energie mit technischer Präzision zusammen und schafft dabei Songs, die sowohl extrem als auch in gewisser Weise catchy sind. (+8,0 / -3,5)

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(R+) FILI BIBIANO'S FORTRESS - Death Is Your Master (Heavy Metal)
Von der Besetzung des famosen, im Spätherbst ´21 erschienenen FORTRESS-Debütalbums „Don´t Spare The Wicked“ ist fünf Jahre später nur noch Bandgründer, Gitarrist, Bassist und Keyboarder Fili Bibiano verblieben, der der neuen Besetzung dann auch gleich seinen Namensstenpel aufgedrückt hat. (8,0)

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(R+) FRANCIS ROSSI - The Accidental (Classic Rock)
Die Grenzen zu seiner Hauptband hat FRANCIS ROSSI nun endgültig eingerissen. Nachdem der Status-Quo-Häuptling unter eigenem Namen eher eine Spur softer agierte und eine Demo-Sammlung veröffentlichte, könnte „The Accidental“ genauso gut mit dem Logo der britischen Rocklegende herauskommen. (7,5)

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(R+) LONE WANDERER - Exequiae (Death Metal/Doom Metal)
Der Kern von LONE WANDERER spielt auch bei den Classic-Metallern Kerrigan, die mit ihrem 2023er Debüt „Bloodmoon“ einen Underground-Überraschungserfolg gelandet haben. (8,0)

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(R+) JOYCE MANOR - I Used To Go To This Bar (Alternative/Punk)
Wie meinte mein Großvater so schön: „Berge schaut man sich von unten, Kirchen von außen und Wirtshäuser von innen an.“ Auch JOYCE MANOR aus Torrance im Großraum Los Angeles scheinen mal eine Stammkneipe gehabt zu haben, wie der Titel ihres achten Studioalbums nahelegt. (8,0)

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(R+) DIRTY SOUND MAGNET - Me And My Shadow (Classic Rock/Progressive)
Die drei Schweizer sind alles, aber mit Sicherheit keine leichte Kost. „Me And My Shadow“ reiht sich mit seinem kruden Mix aus Seventies-Experimentalität und Sixties-Garage mühelos in die Liste der ebenso verspielt klingenden Vorgängeralben ein und fordert dem Hörer einiges ab. (7,0)

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Wicked Leather - Season Of The Witch

(R+) WICKED LEATHER - Season Of The Witch (Heavy Metal)
Dem Titel dieses Debütalbums angemessen klingt Frontfrau Yamila Martins auf „Season Of The Witch“ wie eine fiese Hexe; bisweilen ein wenig schief, durch die Bank ziemlich nasal, man könnte auch sagen: echt gewöhnungsbedürftig. (7,5)

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(R+) RAVE IN FIRE - Square One (Heavy Metal)
Ob der Bandname RAVE IN FIRE besonders originell ist, sollen andere beurteilen. Fakt ist jedoch, dass das Quartett um Frontfrau Sele mit seinem zweiten Album eindrucksvoll klarmacht, dass es sich an der Spitze der spanischen Metal-Szene etablieren will. (7,5)

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(R+) HÉR - Monochrome (Folk/Progressive)
Man verdreht die Augen und will gleich abschalten, wenn man die ersten Minuten von „Monochrome“ - kehliger Bariton zu Geige und Getrommel - über sich ergehen lässt, weil man denkt, das Label hätte das nächste Nordic/Ritual-Folk-Projekt unter Vertrag genommen. (7,0)

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(R+) OUR MIRAGE - Fractured Minds (Metalcore/Modern Metal)
Echt nicht übel, wie diese vier Metalcore-NRWler heftige Breakdown-Parts mit Festival-tauglichen Mitsing-Refrains kombinieren und ihre Songs zwischen zuckrigem Klargesang, wütendem Shouting und Rap-Passagen zugänglich gestalten. (7,0)

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(R+) SWEATMASTER - More! (Rotzrock/Rock'n'Roll)
Mit „More!“ meldet sich die finnische Garage-Rock-Institution SWEATMASTER nach langer Studioabstinenz zurück. Das fünfte Album ist klar als Comeback positioniert: 14 kompakte Songs, reduziert auf das Wesentliche, straight produziert und auf Live-Tauglichkeit ausgelegt. (7,0)

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(R+) OBSCURITY - Ascheregen (Death Metal/Black Metal)
Der zehnte Langspieler der NRWler OBSCURITY ist eine Platte, deren zuweilen etwas altbackene - oder sagen wir: althergebrachte, bewährte - Melodik oftmals formidabel ins Ohr geht, weniger gut allerdings, wie nicht selten im deutschen Pagan-Segment, die hemdsärmelige Lyrik. (6,5)

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(R+) PLANTOID - Flare (Alternative/Progressive)
„Vorreiter der britischen Progrock-Szene“ - guter Witz, ihr Promo-Text-Schreiber, aber leider realitätsfern. PLANTOID spielen auch auf ihrem zweiten Album verschrobenen Indie/Math Rock im Fahrwasser von Tera Melos oder ihren Landsleuten Black Midi. (6,0)

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Jagged City - There Are More Of Us Always

(R+) JAGGED CITY - There Are More Of Us, Always (Alternative/Progressive)
JAGGED CITY sind ein Studioprojekt von Jake Woodruff der Bostoner Hardcore-Band Defeater und Carlos Torres, Ex-Tourmitglied der Postrock-Größe Explosions In The Sky. „There Are More Of Us, Always“ trägt genretypisch einen assoziationsanregenden Titel. (6,0)

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(R+) ROTH - Alles endet (Gothic/Modern Metal)
Unbeirrt schieben sich Kolonnen von Menschen durch die kotigen Straßen, die bis hinunter zu den Knöcheln Rammstein-Merch zur Schau tragen (die frühen Platten waren zugegeben eine gute Sache), und nach wie vor gibt es auch jene, die sich mit dem weltbekannten, groovy Fliesenleger-Gitarrensound an obige Klientel heranwanzen. (5,0)

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