Hier findet ihr eine Auswahl unserer Rezensionen zu den neuesten Album-Veröffentlichungen vom 27. März 2026. Diese Woche unter anderem mit BLACK LABEL SOCIETY, MYRATH, HELLRIPPER, WINTERFYLLETH, KERRIGAN und LION'S SHARE.

BLACK LABEL SOCIETY - Engines Of Demolition (Doom/Stoner/Hardrock)
Sprechen wir zu Beginn direkt über den Elefanten im Raum: Nachdem der Name Zakk Wylde auf ewig untrennbar mit dem verstorbenen Fürst der Finsternis verbunden sein wird, ist ´Ozzy´s Song´, der die neue BLACK LABEL SOCIETY-Platte beschließt, mehr als nur eine logische Konsequenz. (8,0)
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MYRATH - Wilderness Of Mirrors (Progressive/Folk Metal)
Nach sechs Studioalben sind MYRATH kein wirklicher Newcomer mehr. Klar, in ihren Heimatländern Tunesien und Frankreich sind die World-Music-Prog-Metaller ausgesprochen populär, aber im Rest Europas und der Welt besteht nach wie vor erheblicher Nachholbedarf. (8,0)
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HELLRIPPER - Coronach (Black Metal/Speed Metal)
Es ist bemerkenswert, was der immer noch junge Solokünstler James McBain mit seinem Projekt HELLRIPPER erreicht. Dass er klassischen Black/Speed Metal zeitgemäß und eingängig interpretiert, hat er bereits auf seinen frühen Werken unter Beweis gestellt. (8,0)
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WINTERFYLLETH - The Unyielding Season (Black Metal)
Ehrlich gesagt fand ich WINTERFYLLETH bisher überbewertet. Die Songs wirkten auf mich künstlich in die Länge gezogen und arm an Dynamik, die naturverliebten, historisch und literarisch gefärbten Lyrics kitschig - doch auf „The Unyielding Season“ ergibt die im Grunde unveränderte Mischung plötzlich Sinn für mich. (8,0)
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KERRIGAN - Wayfarer (Heavy Metal)
Auf Freiburg ist Verlass. KERRIGAN nehmen mit „Wayfarer“ souverän die nächste Entwicklungsstufe, veredeln den starken Erstling und hauchen ihrem klassischen Achtziger-Sound eine Seele ein, die tief in der Melancholie der Gegenwart wurzelt. (8,5)
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LION'S SHARE - Inferno (Heavy Metal)
Stolze 17 albumlose Jahre haben LION´S SHARE ins Land ziehen lassen; dementsprechend hoch sind vermutlich die Fan-Erwartungen an „Inferno“. Kein Problem, schließlich hatten Gitarrist/Produzent Lars Chriss und Sänger Nils Patrik Johansson alle Zeit der Welt, um an ihren Songs zu feilen. (8,0)
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(R+) ZERRE - Rotting On A Golden Throne (Thrash Metal/Hardcore)
Na, diese Zerrung holt man sich doch gerne! Nachdem die Würzburger bereits mit ihrem Comeback-Album „Scorched Souls“ und heftigen Liveshows (u.a. als Vorband von Left To Die) eine beachtliche Fanbasis hinter (bzw. vor) sich versammeln konnten, verpassen sie ihrem Thrash nun einen Crossover-Rahmen. (8,5)
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(R+) LANSDOWNE - Wish You Well (Alternative)
Der „Beipackzettel“ zum Album hat Recht: 20 Jahre sind gemessen an der Halbwertszeit vieler anderer Bands eine Ewigkeit. Warum LANSDOWNE aus Massachusetts mit „Wish You Well“ trotzdem erst ihren dritten Longplayer veröffentlichen - okay, die Combo hat auch noch vier EPs auf der Uhr -, erschließt sich mir nicht. (9,0)
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(R+) POWER PALADIN - Beyond The Reach Of Enchantment (Power Metal)
„So mag ich meinen Power Metal“, schwärmt Kollege Bauer bis über beide Ohren grinsend, als wir uns die neue POWER PALADIN-Platte „Beyond The Reach Of Enchantment“ in die Gehörgänge schrauben. Und Recht hat er, der Simon! (8,5)
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(R+) TULUS - Morbid Desires (Black Metal)
Beim Überlegen, ob irgendwelche Vertreter aus der Ursuppe des norwegischen Black Metal in jüngerer Zeit ihr bestes Album veröffentlicht haben, fällt mir niemand ein, aber TULUS sind mit „Morbid Desires“ im 35. Jahr ihres Bestehens nahe dran. (8,5)
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(R+) THE CASUALTIES - Detonate (Hardcore/Punk)
Während der Großteil der Bevölkerung dem Verlust von grundsätzlichen Menschenrechten und bürgerlichen Freiheiten mit achselzuckendem Doomscrolling oder ´nem Netflix-Abo begegnet, packt die Amis THE CASUALTIES mal wieder die nackte Wut. (8,5)
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(R+) MIDNATT - Skräckfylld Förtjusning (Heavy Metal)
Nachdem sie 2024 auf der kultigen „Swedish Metal“-Split mit Overture deutlich auf sich hinweisen konnten, legen MIDNATT nun endlich ihr erstes Album vor. Und welch einen Quantensprung hat das Quartett mit „Skräckfylld Förtjusning“ hingelegt! (9,0)
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(R+) AGGRESSIVE PERFECTOR - Come Creeping Fiends (Heavy Metal/Progressive)
Satte sieben Jahre sind zwischen dem Debüt „Havoc At The Midnight Hour“ und dem Nachfolger verstrichen, was aber auch der Tatsache geschuldet ist, dass die Bandmitglieder ebenfalls in der in Manchester beheimateten Black-Metal-Combo Wode am Start sind. (8,0)
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(R+) DEFACING GOD - Darkness Is My Crown (Death Metal/Black Metal)
DEFACING GOD aus Aalborg wandeln versiert auf den Spuren von Cradle, Dimmu und Carach Angren, ohne sich im bloßen Epigonentum zu verlieren. Ihr symphonischer Black Metal, der auch in den melodischen Death Metal und den theatralischen Pomp von Septicflesh hinüberpendelt, entführt einen mit moll-orchestralem Gewaber. (8,5)
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(R+) ROBBEN FORD - Two Shades Of Blue (Classic Rock)
Mit dem Titel „Two Shades Of Blue“ suggeriert ROBBEN FORD, was den Hörer erwartet, denn der US-Amerikaner hat sein Album kurzerhand klar gegliedert: In der ersten Hälfte dominieren leichtfüßige, ausbalancierte Songs zwischen Blues, Funk und Rock. (8,5)
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(R+) IRON SAVIOR - Awesome Anthems Of The Galaxy (Melodic Metal)
Dass IRON SAVIOR Mastermind Piet Sielck gerne covert, ist bekannt. Bisher hat der Hanseat meistens Songs von Heavy-Metal-Bands ausgesucht, aber auch Nummern von Seal und den Eurythmics wurden bearbeitet.
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(R+) MIDRYASI'S KULT - Italian Dark Sound (Doom/Stoner/Sludge)
Bei MIDRYASI´S KULT stehen Veteranen der italienischen Doom- und Black-Metal-Szene mit Bands wie DoomSword, Midryasi und Fiurach in der Vita am Blutaltar. Theatralik und ein okkultes Flair in Death-SS- und Mercyful-Fate-Tradition, Siebziger-Orgel-Sounds und doomig-rockige Riffs mit vintagehafter Patina verbinden sich bei ihnen zu einem stark auf Eingängigkeit getrimmten, aber nichtsdestotrotz überzeugenden Ganzen. (8,0)
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(R+) SUZI QUATRO - Freedom (Classic Rock)
Die Liste der Hits von SUZI QUATRO ist lang. Die 75-Jährige wurde indes nicht dafür geboren, sich auf alten Lorbeeren auszuruhen, sondern veröffentlicht auch immer wieder neue Studioalben. Damit liegt sie auf einer Wellenlänge mit ihrem Weggefährten Alice Cooper. (7,5)
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(R+) DARK HEART - Evolution (Melodic Metal/Hardrock)
In den Achtzigern galten DARK HEART noch als Band im Fahrwasser der NWOBHM, doch ihr Debüt erhielt wenig Aufmerksamkeit, was nicht zuletzt an der schwachen Produktion lag, die den damals als Gitarrist und mittlerweile als Sänger fungierenden Bandchef Alan Clark noch heute stört. (7,5)
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(R+) GRAIN OF PAIN - Behind Us All (Alternative/Doom)
Timo Solonen betrieb einst das Doom/Death-Soloprojekt Infirmum, das bald zu einer Band in Feuerwehrkapellengröße anwuchs, der er mittlerweile nicht mehr angehört. Umso erfreulicher, dass der Finne noch GRAIN OF PAIN in petto hat. (7,5)
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(R+) ONLY HUMAN - Planned Obsolescence (Modern Metal/Progressive)
Als „Existential Prog Metal“ bezeichnen ONLY HUMAN die Musik ihres Debütalbums. Seine eigene Existenz hinterfragt man nach dem Hörgenuss von „Planned Obsolescence“ zwar nicht unbedingt, einen guten Eindruck hinterlassen die Kopenhagener aber trotzdem. (7,0)
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(R+) THREAT SIGNAL - Revelations (Modern Metal/Thrash Metal)
Die Rückkehr und der massive Erfolg von Linkin Park scheint viele Bands der damaligen Ära zu beflügeln. Darunter auch THREAT SIGNAL, die Zeit ihres Bestehens im Schatten anderer namhafter Bands segelten. (7,0)
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(R+) SAMURAI PIZZA CATS - Press Start (Alternative/Hardcore)
Was dem Vampir sein Knoblauch, ist der traditionell metallisch eingestellten Seele Stoff wie SAMURAI PIZZA CATS, die nicht eine Sekunde versuchen, zu verbergen, dass es hier um Pop und nichts als Pop geht, wenn auch in einer High-Energy-Variante mit Metalcore-Gitarren und gelegentlichen Growls. (7,0)
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(R+) TIMELESS RAGE - My Kingdom Come (Symphonic Metal)
Seit 2007 existieren die Schwaben-Metaller TIMELESS RAGE nun schon, doch ihr Debütalbum „Untold“ erschien erst vor knapp vier Jahren. Damals noch am Mikro: Frank Breuninger, der sich inzwischen jedoch wieder ausschließlich seiner Hauptband Dark Sky widmet. (7,0)
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(R+) CHEZ KANE - Reckless (Melodic Rock)
Sängerin CHEZ KANE überzeugt auch auf ihrem dritten Soloalbum mit einer stimmigen Mischung aus herrlichen Achtziger-Rock-Melodien und ihrer starken Stimme, mit der sie oft an Gudrun Laos erinnert. (7,0)
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(R+) NEVERLAND TRAIN - Alive In Hell (Melodic Hardrock)
Eigentlich kennt man Jens Farber als Gitarristen von Dawn Of Destiny. NEVERLAND TRAIN sind seine aktuelle Nebenbaustelle, auf der er auf den Spuren des legendären Songwriters/Produzenten Jim Steinman (u.a. Meat Loaf, Bonnie Tyler) wandelt. (7,0)
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(R+) DAN LUCAS - Age Is Just A Number (Melodic Hard Rock)
Ein bewegtes Leben hat der als Lutz Salzwedel in der DDR geborene Musiker DAN LUCAS hinter sich - aber auch noch vor sich. Schließlich dürfte „Age Is Just A Number“ nicht nur sein Albumtitel, sondern auch sein Lebensmotto sein. (6,5)
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(R+) CARNIVORE A.D. - Transmutation (Death Metal/Thrash Metal)
Ich stelle es mir schwierig vor, das Erbe einer Band anzutreten, die sich vor mehr als drei Dekaden aufgelöst hat und in der die betreffenden Musiker nie selbst aktiv waren. Aber deswegen nennen sich Bassist und Sänger Baron Misuraca (Sheer Terror, Darkside NYC), Gitarrist Chuck Lenihan (Crumbsuckers) und Joe Cangelosi (u.a. Whiplash) ja auch CARNIVORE A.D. und nicht Carnivore. (6,0)
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(R+) SONS OF ETERNITY - Human Beast (Heavy Metal)
Das 2023 erschienene Debütalbum „End Of Silence“ honorierte Alex Michels mit 7,5 Punkten und empfahl die aus Würzburg stammende Band „all jenen, die ihren Power Metal gleichermaßen rau und heftig wie melodisch mögen“. (6,5)
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(R+) MOODRING - Death Fetish (Alternative/Modern Metal)
Als Referenz zum Korn-Smasher ´A.D.I.D.A.S.´ haben MOODRING bereits 2022 auf ihrem Debütalbum „Stargazer“ mit dem Song ´N.I.K.E.´ klargemacht, in welchem musikalischen Fahrwasser sie sich bewegen. (6,5)
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(R+) MONSTERNAUT - Approaching Doom (Doom/Stoner/Sludge)
Das finnische Powertrio hat fast acht Jahre für sein drittes Album gebraucht, dafür lassen sie ihren Stoner Rock ein Stückchen mehr ins Metal-Fach lappen. Sie klingen immer noch so ruppig und krude, als hätten sie nicht in einem Analog-Studio aufgenommen, sondern gleich in ihrer siffigen Garage. (6,0)
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(R+) WHITE SKIES - Shouting At The Hurricane (Melodic Metal)
Die Musiker von WHITE SKIES waren schon in der späten NWOBHM-Phase bei verschiedenen Bands involviert, wobei Sänger Mick White seinerzeit kurz für Paul Samson sang. (6,0)
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(R+) LILI REFRAIN - Nagalite (Folk/Gothic)
Keine Ahnung, was LILI REFRAIN im Rock Hard verloren hat (anscheinend trat die in Rom ansässige Künstlerin immerhin mal im Vorprogramm von The Cult auf, sagt unsere Webseite), denn ihr fünftes Studioalbum „Nagalite“ ist nur etwas für sehr aufgeschlossene Leser. (6,0)
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(R+) GODSTICKS - Void (Progressive/Psychedelic)
Für eine Band, die seit 2008 im Progressive-Sektor musikalische Grenzen zu verschieben versucht, klingt das walisische Quartett GODSTICKS auf seiner siebten abendfüllenden Talentprobe erstaunlich angestrengt. (5,5)