Neue Eisen: Überblick über den Release-Freitag
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24.04.2026, 9:41

Neue Eisen: Überblick über den Release-Freitag

Hier findet ihr eine Auswahl unserer Rezensionen zu den neuesten Album-Veröffentlichungen vom 24. April 2026. Diese Woche unter anderem mit SEPULTURA, AT THE GATES, TERROR, ATREYU, GUS G. und SIX FEET UNDER.

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Sepultura - The Cloud Of Unknowing

SEPULTURA - The Cloud Of Unknowing (Thrash Metal/Progressive)
Ein Paradoxon: SEPULTURA sind gerade dabei, ihre Karriere zu beenden, legen mit „The Cloud Of Unknowing“ aber noch eine EP vor, die den Studio-Einstand des 2024 dazugestoßenen Schlagzeugers Greyson Nekrutman darstellt. (8,5)

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At The Gates - "The Ghost Of A Future Dead"

AT THE GATES - The Ghost Of A Future Dead (Death Metal)
Viel mehr Tragik kann die Entstehungsgeschichte eines Albums kaum umwehen: Die Entscheidung, trotz der Krebsdiagnose von Sänger Tomas „Tompa“ Lindberg an den Plänen zur Aufnahme eines neuen Albums festzuhalten, das Vorziehen der Gesangsaufnahmen und deren Fertigstellung genau am Tag vor der ersten großen OP und schließlich der Albumtitel, der von „The Dissonant Void“ zu „The Ghost Of A Future Dead“ geändert wird - das ist schon als Außenstehender schwer zu verkraften. (9,0)

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TERROR - Still Suffer (Hardcore)
Ob „Still Suffer“ das bisher abwechslungsreichste Album im Kanon des Hardcore-Flagschiffs ist, mögen Die-hard-Fans des Quintetts final beurteilen. (8,0)

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ATREYU - The End Is Not The End (Metalcore/Hardcore)
Frage an die Musikerpolizei: Darf ich als „Fanboy“ das neue Album meiner Lieblinge ATREYU besprechen? Antwort: natürlich, solange ich dabei ein Mindestmaß an Objektivität an den Tag lege. Außerdem sind Anhänger häufig auch die größten Kritiker einer Band, wobei ich im Falle des Fünfers aus Orange County und ihres zehnten Opus „The End Is Not The End“ nichts zu meckern habe. (9,0)

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Six Feet Under - "Next To Die"

SIX FEET UNDER - Next To Die (Death Metal)
„Next To Die“ markiert das dritte SIX FEET UNDER-Album, das Chris Barnes in Zusammenarbeit mit Jack Owen (ex-Cannibal-Corpse) produziert hat, und darf sich als das stärkste dieser Trilogie bezeichnen. (7,0)

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GUS G. - Steel Burner (Hardrock/Heavy Metal)
Bevor GUS G. in Kürze mit Firewind wieder am Start ist, legt der Grieche sein fünftes Soloalbum vor, auf dem er neben der Gitarre und den Keyboards auch die allermeisten Bass-Spuren eingespielt hat. Dafür hat der bestens vernetzte Saitenhexer erneut zahlreiche Gäste eingeladen. (7,5)

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ELEGANT WEAPONS - Evolution (Hardrock/Classic Rock)
Der Titel nimmt es im Grunde bereits vorweg: Das Allstar-Kumpel-Kollektiv ELEGANT WEAPONS um Gitarrist Richie Faulkner (Judas Priest), Sänger Ronnie Romero (ex-Rainbow), Schlagzeuger Christopher Williams (Accept) und Bassist Dave Rimmer (Uriah Heep) erreicht auf „Evolution“ die nächste, ähem, Evolutionsstufe. (8,0)

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Einar Solberg - "Vox Occulta"

EINAR SOLBERG - Vox Occulta (Progressive/Psychedelic)
Wenn Leprous-Frontmann EINAR SOLBERG zur Beschreibung seines zweiten Soloalbums das abgenutzte Adjektiv „cineastisch“ benutzt, passt das ausnahmsweise. (8,0)

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POWERRAGE - Beast (Heavy Metal/Speed Metal)
Alle Achtung, da will es im zarten Alter von 70 Jahren aber jemand noch mal richtig wissen. John Ricci, ehemaliger Gitarrist der kanadischen Speed-Metal-Legende Exciter, wagt gemeinsam mit dem früher ebenfalls für drei Alben bei Exciter angestellten Frontmann Jacques Bélanger, Basser Todd Pilon (ex-Witchkiller) und Drummer Lucas Dery den Neustart und legt unter dem POWERRAGE-Banner sein Debütalbum vor. (8,0)

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(R+) JOHN CORABI - New Day (Classic Rock/Rock'n'Roll)
JOHN CORABIs Karriere ist von zahlreichen starken Diskografie-Einträgen geprägt; von den Anfängen als Frontmann von The Scream über die Jahre mit Mötley Crüe, dem Eric Singer Project und Union bis hin zu seinem Engagement als langfristigster und bekanntester Sänger von The Dead Daisies. (8,5)

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(R+) NECROTTED - We Are The Gods That Tear Ourselves Apart (Deathcore)
NECROTTED sind im Schwabenland beheimatet, bei ihnen gibt es aber keine Spätzle oder Maultaschen, sondern nur aufs Maul. (7,5)

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(R+) LYNX - Trinity Of Suns (Hardrock/Melodic Metal)
Gitarrist und Sänger Marvin Kiefer hatte das Mikro schon vor Jahren an Amy Zine abgetreten, jetzt ist er ganz raus, weil Blizzen offenbar seine ganze Aufmerksamkeit verlangen. LYNX hingegen bleiben in der Spur. (7,5)

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(R+) WHIRLWIND - 1640 (Heavy Metal)
WHIRLWIND beantworten auf ihrem zweiten Album die Frage, ob man „Teutonenstahl“ authentisch rüberbringen kann, ohne im (heutzutage gar nicht mehr so) dreckigen Ruhrpott, verregneten Hamburg oder bergischen Solingen verwurzelt zu sein: jawoll, absolut! (8,5)

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(R+) THE ORDER - Empires (Heavy Metal)
THE ORDER wurden vor mehr als 20 Jahren von ehemaligen Gurd-Musikern gegründet und haben bislang sechs Alben veröffentlicht, wobei das letzte, „Supreme Hypocrisy“, 2020 kurz nach dem Beginn der Pandemie erschien. (8,0)

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(R+) THE AMITY AFFLICTION - House Of Cards (Modern Metal/Metalcore)
Nach der gemeinsamen Tour mit ihren australischen Landsmännern Parkway Drive im vergangenen Herbst stecken THE AMITY AFFLICTION offenbar immer noch voller Tatendrang und schießen direkt ihre neunte Studioplatte hinterher. (7,5)

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(R+) CREYE - IV: Aftermath (Melodic Rock)
Album Nummer vier der Schweden um Gitarrist und Mastermind Andreas Gullstrand, der die Band 2015 ins Leben gerufen hat, um seine Vision von zeitgemäß produziertem Achziger-Jahre-Melodic-Rock in die Tat umzusetzen. (8,0)

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(R+) MATTEO MANCUSO - Route 96 (Progressive)
Über mangelnde Vorschusslorbeeren für sein Debüt „The Journey“ (2023) durfte sich MATTEO MANCUSO nun wahrlich nicht beklagen: Größen wie Al Di Meola, Steve Vai (der hier im eleganten Opener ´Solar Wind´ als Gast in Erscheinung tritt), Joe Bonamassa oder Tosin Abasi waren von Beginn an voll des Lobes für den inzwischen 29-jährigen Saitenhexer aus Sizilien. (8,0)

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(R+) ARCHAIC OATH - Determined To Death And Beyond (Black Metal)
ARCHAIC OATH aus Belgien liefern mit „Determined To Death And Beyond“ ein Debüt ab, das sich tief in der Ästhetik des melodischen Black Metal der Neunziger verankert. Kalte Harmonien, rasende Drums und eine dichte, düstere Atmosphäre bilden das Fundament. (7,0)

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Demon Spell - "Blessed Be The Dark"

(R+) DEMON SPELL - Blessed Be The Dark (Heavy Metal)
Krankte die 2024er Auftakt-EP „Evil Nights“ noch am grottigen Sound, hat man heuer das passende Klangkostüm angelegt, um seinem King-Diamond/Mercyful-Fate-Worshipping den passenden Rahmen zu geben. (7,5)

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(R+) ADMIRAL SIR CLOUDESLEY SHOVELL - The Trouble With The Shovell (Doom/Hardrock)
Wenn Mugge nach monatealtem Frittierfett klingt oder nach Motorschmiere (oder gar nach beidem), bin ich interessiert. ADMIRAL SIR CLOUDESLEY SHOVELL sind sozusagen Fish & Chips & fünf Pints in Bandgestalt. (7,0)

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(R+) ANGER MGMT. - Anger Is Eternal (Alternative)
Für Frontmann Nik Petronjievic ist die Enttabuisierung psychischer Probleme eine Herzensangelegenheit, und seine Band erweist sich auch auf ihrem zweiten Album als lautstarkes Medium zum Transport einer Message, die Betroffene quasi zur Flucht nach vorne aufruft. (7,5)

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(R+) GENERATION RADIO - Take 2 (Melodic Rock)
Ob GENERATION RADIO jetzt ein seelenloses Allstar-Projekt oder ein relevantes AOR-Country-Ensemble mit namhaften Musikern sind, soll jeder selbst entscheiden. Fakt ist, dass die Truppe um Ex-Chicago-Sänger Jason Scheff und Bandgründer und Sänger Jay DeMarcus von der Country-Truppe Rascal Flatts eine absolut professionelle Herangehensweise an den Tag legt. (7,5)

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(R+) XORSIST - Aberrations (Death Metal)
Die Stockholmer XORSIST vermengen ihren anständigen, wenn auch nicht übermäßig inspirierten Todes-Metal aus dem Entombed/Dismember-Baukasten mit einer ordentlichen Schippe finster-sinistrer bis melancholischer Harmonien der Dissection-Schule, was die Angelegenheit gleich deutlich verführerischer macht. (7,0)

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(R+) KAASIN - The Underworld (Classic Rock/Hardrock)
Das KAASIN-Debüt „Fired Up“ konnte mit einem starken Mix aus Blues- und Hardrock begeistern und wurde von den Lesern des norwegischen Musikmagazins „Rockman“ zum Album des Jahres 2021 gekürt. (7,0)

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(R+) TABERNIS - Seasons Of The Dark Hive (Folk)
Das maskierte Duo TABERNIS setzt auf Reduktion: Dudelsäcke für die altertümlichen Melodien, Davul-Trommel für die teilweise überraschend modern klingenden Grooves (´Lupanar Avum´), dezent eingesetzte Streicher und Effekte (Bienensummen, ominöses Dräuen, verzerrt gesprochenes Wort).

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(R+) ALIEN - Live At Sweden Rock Festival (Hardrock)
Am 4. Juni 2025 spielten die schwedischen Melodic-Rocker ALIEN beim Sweden Rock Festival in Sölvesborg, und der Platz vor der Bühne war bei strahlendem Sonnenschein mehr als ordentlich gefüllt.

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(R+) MISSION IN BLACK - Divinity Of Lies (Death Metal/Thrash Metal)
Ob der Ereignisse rund um Arch Enemy habe ich mir um die Jahreswende fast die Augen ausgeweint. Der Abgang ihrer herrlichen Chanteuse Alissa White-Gluz und der sich schmerzlich daraus ergebende Fakt, dass da nun mindestens jemand vom Format einer Nena nachfolgen musste… Jetzt mal im Ernst: (6,5)

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(R+) DAEMONIUM REGNI - Daemonium Regni (Black Metal)
Die Musik von DAEMONIUM REGNI setzt stark auf sakralen Gesang, der zunächst eine dichte, fast ehrfürchtige Atmosphäre erzeugt und sich wohltuend vom üblichen Genre-Einerlei abhebt. (6,5)

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(R+) HOLY WARS - Shadow Work/Light Work (Alternative/Industrial)
Irgendwo zwischen Kittie und Evanescence steuern HOLY WARS mit ihrem zweiten Longplayer „Shadow Work/Light Work“ durch ein musikalisches Universum aus Alternative, Nu Metal und Industrial mit dezenten Retro-Referenzen zu den frühen 2000er Jahren. (6,5)

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(R+) ELLI BERLIN - Elli Berlin (Alternative/Modern Metal)
ELLI BERLIN ist die Sängerin der NDH/Nu-Metal-Combo Null Positiv und zeigt sich hier erstmals auf Solo-Pfaden. Das selbstbetitelte Ergebnis klingt vielseitiger als ihre frühere Band. (6,5)

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(R+) DUST IN MIND - HCNO (Modern Metal)
Für einen kurzen Moment dachte ich wirklich, dass hier Jonathan Davis als Special Guest am Mikro stehen könnte. DUST IN MIND-Frontmann Damien Dausch klingt dem charismatischen Korn-Sänger stellenweise extrem ähnlich, sodass man sich verwundert die Ohren reibt. (6,0)

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(R+) BRUTHER - Kaleidoscope (Classic Rock/Progressive)
Das österreichische Quintett traut Sängerin Irina Radovic viel zu. Ihre gebirgsbachklare Stimme trägt die Songs von BRUTHER, die Band verlegt sich zumeist auf geschmackvolle Begleitung. (6,0)

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(R+) HELL BOULEVARD - Made In Hell (Gothic/Industrial)
Hier passt auf den ersten Blick wenig zusammen: Das Plattencover von „Made In Hell“ erinnert in Farbgebung und Bildkomposition frappierend an den Die-Ärzte-Klassiker „Die Bestie in Menschengestalt“ aus dem Jahr 1993. (6,0)

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(R+) HOKKA - Via Miseria IV (Alternative/Modern Metal)
HOKKA stehen für die Art von gitarrenunterlegter Popmusik, die man als Fan der harten Klänge - wenn überhaupt - nur mit der Kneifzange anfassen sollte. (4,5)

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(R+) TONS - Stoned Villains (Doom/Stoner/Sludge)
Musikalisch liegen TONS zwischen Black Sabbath, den frühen Fleetwood Mac und Fu Manchu. Rein soundmäßig ist das stellenweise richtig cool. Aber was nützt das, wenn die heruntergestimmten Gitarren auf der Suche nach prägnanten Hooks oder erkennbaren Refrains ziellos durch den Sumpf kriechen? (3,5)

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