Hier findet ihr eine Auswahl unserer Rezensionen zu den neuesten Album-Veröffentlichungen vom 23. Januar 2026. Diese Woche unter anderem mit MEGADETH, TEXTURES, THE BUTCHER SISTERS, THE DAMNED, CRYSTAL LAKE und ALKALOID.

MEGADETH - Megadeth (Speed Metal/Thrash Metal)
Nachdem mich die letzten MEGADETH-Alben nicht mehr so richtig abgeholt haben, hatte ich keine allzu großen Erwartungen an dieses finale Werk - und bin umso positiver überrascht, wie gut es geworden ist. Das fängt schon damit an, dass Dave Mustaine nicht mehr wie zuletzt kraftlos und mit tieferer Klangfarbe monoton vor sich hinmurmelt, sondern seine markant-schrille Stimme zurückhat und wieder deutlich mehr Ausdruck in den Gesang legt. (9,0)
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TEXTURES - Genotype (Progressive/Hardcore)
Von 2001 bis 2017 waren TEXTURES mit ihrer oft brutalen und rhythmisch vertrackten Musik in erster Linie ein Liebhaberthema und bis zu einem gewissen Grad auch vorbildhaft für einige Tech/Djent-Bands - nach ihrer Reunion haben die Niederländer nun hingegen das Potenzial, ein eher allgemeines (Prog-)Metal-Publikum anzusprechen. (8,5)
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THE BUTCHER SISTERS - Das schwarze Album (Alternative/Metalcore)
TBS sind absolute Meister darin, in ihren Texten Inhalte aktiv zu vermeiden und dabei zwischen pubertärer Albernheit und hintergründigem Dadaismus zu pendeln. Musikalisch gibt es eine partykompatible und geradezu unverschämt eingängige Mischung aus derben Metalcore-Attacken, wortspielerischem Deutsch-Rap und elektronischer Tanzmusik aus dem Blümchen/Scooter-Regal. (+9,0 / -0
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THE DAMNED - Not Like Everybody Else (Punk)
Offenbarung oder Offenbarungseid - über die letzten Studioalben von THE DAMNED kann man geteilter Meinung sein. „Not Like Everybody Else“ macht dagegen einfach Spaß. Schon seit den frühen Tagen haben die Punks der Britischen Inseln immer wieder Stücke von anderen Interpreten nachgespielt, und das mitunter ziemlich erfolgreich. Insofern ist das vorliegende Coveralbum eine logische Konsequenz.
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(R+) CRYSTAL LAKE - The Weight Of Sound (Metalcore)
Ihre Herkunft hört man CRYSTAL LAKE nicht an: Obwohl die Band aus Japan stammt, tönt ihr Metalcore auf „The Weight Of Sound“ so generisch wie die meisten Genre-Veröffentlichungen. Das Quintett fühlt sich im Aggro-Modus am wohlsten. (6,0)
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ALKALOID - Bach Out Of Bounds (Progressive/Death Metal)
Auf „Bach Out Of Bounds“ wimmelt es von Premieren: Davon abgesehen, dass ALKALOID mit diesem bei drei besonderen Shows mitgeschnittenen Livealbum als erste extreme Metal-Band in die Geschichte eingehen, die Werke von Johann Sebastian Bach adaptiert.
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(R+) DEATH DEALER - Reign Of Steel (Heavy Metal)
DEATH DEALER spielen flotten Power Metal der amerikanischen Schule, ohne Keyboards, dafür mit dicken Eiern. Stoff, der Freunden von Nevermore, Cage, Metal Church & Co. gut reinlaufen dürfte.
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(R+) KARLOFF - Revered By Death (Black Metal/Punk/Hardcore)
Keine Ahnung, warum man ausgerechnet mir das Review zu „Revered By Death“ zugeschustert hat, Schwarzwurzeln haben wir in der Redaktion ja nun zur Genüge, aber vermutlich wollte Herr Kaiser, der Herrscher des Soundchecks, einfach nur einem mit Venom musikalisch sozialisierten Kollegen einen Gefallen tun. (8,0)
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(R+) RITUAL ARCANA - Ritual Arcana (Doom/Stoner/Sludge)
RITUAL ARCANA präsentieren mit ihrem selbstbetitelten Debüt ein schweres, bewusst entschleunigtes Album, das Doom Metal und Hardrock mit ritualhafter Konsequenz zusammenführt. (7,0)
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(R+) BARBARIAN - Reek Of God (Speed Metal/Thrash Metal)
Fasst man die Essenz von BARBARIAN in einem Wort zusammen, müsste es „Unkonventionalität“ heißen. Das coole Sprach-Intro ´Warning´ ist zwar stark von Ice-T inspiriert, danach bewegen sich die drei Italiener aber konsequent an der Trennlinie von Thrash- und Black Metal mit einem derben Punk-Einschlag. (7,5)
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(R+) NEW MISERABLE EXPERIENCE - Gild The Lily (Gothic)
Cool! Hier haben sich (Ex-)Mucker verschiedener moderner Bands (Rivers Of Nihil, Revocation, Rosetta) aus der extremeren Post/Prog-Richtung zusammengetan, um ihrer Passion für melancholischen, elektronisch-wavig angehauchten Pop nachzugehen. (8,0)
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(R+) GAVIAL - Thanx, I Hate It. (Alternative/Psychedelic)
GAVIAL hießen früher Tourette Boys, stammen aus dem Dreieck Berlin/Dresden/Leipzig und verorten sich als „psychedelischer Indie Blues Rock“. Das beschreibt die Musik auf „Thanx, I Hate It.“ ganz gut, die irgendwo zwischen The Flying Eyes, Queens Of The Stone Age und The Black Keys schwebt. (7,5)
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(R+) CASKET - In The Long Run We Are All Dead (Death Metal)
Den Bandnamen CASKET gibt´s und gab´s ungefähr 234 Mal. Die hier vorliegenden CASKET aus Reutlingen rumpeln schon seit über 35 Jahren durch den Death-Metal-Underground, sodass sie sicherlich ein Anrecht auf den Namen haben. (7,5)
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(R+) FIREBORN - Dreamcatcher (Hard Rock/Heavy Metal)
Ich kann mich ehrlich gesagt nicht mehr an das 2023 erschienene Debüt des aus Lörrach stammenden Quintetts erinnern, aber vielleicht handelte es sich ja auch um ein Einzelreview. Kollege Blum gab „Reflections“ damals wohlmeinende sieben Punkte mit auf den Weg. (7,5)
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(R+) TURBO'S TRIBUNAL - Mills Of Tribunal (Heavy Metal)
Der Promo-Waschzettel vermeldet Namen wie Running Wild, Warlord, Judas Priest, Iron Maiden und Manowar als Quelle der Inspiration, und diese Einordnung passt tatsächlich wie Arsch auf Eimer. (7,0)
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(R+) THE HARA - The Fallout (Alternative/Modern Metal)
Refrains beherrschen THE HARA ziemlich gut, und auch darüber hinaus machen die Jungs aus Manchester auf ihrem zweiten Album eine gute Figur. Nach sechs EPs (!) sowie dem Debüt-Langspieler „Survival Mode“ präsentiert sich der Vierer auch auf „The Fallout“ im modernen Alternative-Gewand, das eine deutliche Pop-Schlagseite aufweist. (7,0)
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(R+) AUTUMN´S CHILD - Melody Lane (Melodic Rock)
Mindestens alle zwölf Monate ein neues Album rausbringen - das schreibt Sänger und Bandgründer Mikael Erlandsson schon seit Jahrzehnten an Silvester auf seine To-do-Liste, während er alten Melodic-Hits lauscht und dabei das Feuerwerk an Göteborgs Nachthimmel genießt. (7,0)
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(R+) DRAMATIST - Wasting Words (Alternative/Hardcore)
Zu sagen, dass DRAMATIST auf ihrem Debütalbum dem Titel entsprechend Worte verschwenden, würde zu weit gehen. Übermäßig viel einfallsreichen Mehrwert hat „Wasting Words“ trotzdem nicht zu bieten. Grundsätzlich lässt sich dieses Bremer Quintett wohl als deutsche Antwort auf Brutus betrachten. (6,5)
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(R+) NITE STINGER - What The Nite Is All About (Hard Rock)
„What The Nite Is All About“ klingt viel zu brav, durchstrukturiert und manierlich, um auf der Sleaze-Welle zu reiten, selbst wenn sich mit ´The Night Is Never Over´, dem Titeltrack und ´Fantasy´ zumindest drei kleine Hits auf der Scheibe verstecken. (6,0)
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(R+) CORONATUS - Dreadful Waters (Symphonic Metal)
Bei Symphonic-Metal-Bands ist es immer ein schmaler Grat, ob die Stimme der Sängerin nicht in zu hohe Sphären entgleitet und wie es um den Kitsch-Faktor bestellt ist. Bei CORONATUS hat man die erträglichen Grenzen leider überschritten. (6,0)
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(R+) BACKENGRILLEN - Backengrillen (Progressive/Psychedelic)
„Heute back ich, morgen grill ich, übermorgen frier ich´s ein…“ Ob sich der Name BACKENGRILLEN aus dieser Idee ergeben hat, darf bezweifelt werden, doch die Band hat ihr erstes Album wirklich donnerstags „geschrieben“ (improvisiert), freitags durchgespielt und samstags aufgenommen. (5,0)
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