Neue Eisen: Überblick über den Release-Freitag
Hintergrund Banner
News
02.10.2026, 13:13

Neue Eisen: Überblick über den Release-Freitag

Hier findet ihr eine Auswahl unserer Rezensionen zu den neuesten Album-Veröffentlichungen vom 2. Oktober 2026. Diese Woche unter anderem mit AMON AMARTH, IMMINENCE, BRYMIR, DEAD POET SOCIETY, AKTIV DÖDSHJELP und FIRTAN.

Weitersagen
Amon Amarth - "The Allfather Awakens"

AMON AMARTH - The Allfather Awakens (Melodic Death Metal)
20 Jahre nach „With Oden On Our Side“ widmen AMON AMARTH dem Göttervater mit „The Allfather Awakens“ ein zweites Album. Dieses stellt in zehn Songs heraus, dass Odin nicht nur der Gott des Krieges, sondern auch der Gott der Weisheit ist. (8,5)

---

IMMINENCE - Axis Mundi (Metalcore/Alternative)
IMMINENCE waren noch nie eine Band, der die Metalcore-Schublade groß genug war. Ihre genreübergreifende Entwicklung treiben die Schweden nun auf die Spitze und vermengen markerschütternde Growls, brachiale Gitarren und akzentuierte Breakdowns mit elektronischen Texturen, orchestralen Arrangements, zerbrechlichem Klargesang sowie der zum Trademark gewordenen Violine von Frontmann Eddie Berg. (8,0)

---

BRYMIR - What We Leave Behind (Melodic Death Metal)
BRYMIR-Frontmann Viktor Gullichsen ist hauptberuflich Film-Sounddesigner und mit zahlreichen Einträgen in der IMDb vertreten. Seine Musik zur TV-Serie „Dance Brothers“ um zwei aufstrebende Tänzer ist mir irgendwie entgangen, beim Symphonic/Melodic-Death seiner Band drängt sich aber auch vor allem „cineastisch“ als Attribut auf. (8,0)

---

(R+) DEAD POET SOCIETY - Monarch (Alternative)
„Monarch“ ist ein Entwicklungsschritt für DEAD POET SOCIETY: Das Fundament ihres Sounds ist immer noch Alternative Rock, und vor allem die Muse- Einflüsse zeigen sich im dramatischen Falsett und den flirrenden Arpeggien weiterhin in aller Deutlichkeit. (8,0)

---

AKTIV DÖDSHJELP - The Nasty Piece (Punk/Rock'n'Roll)
Norwegen und Punk´n´Roll, das ist eine Liebesgeschichte, die nicht erst mit Turbonegro begann und mit AKTIV DÖDSHJELP sicher noch lange nicht zu Ende ist. Das Debüt „Send Dudes“ (2024) brachte der Band viel Medien-Lob, nur der letzte Ohrwurm-Killerinstinkt fehlte manchen Kritikern noch. (8,5)

---

(R+) FIRTAN - Helios (Black Metal)
Für ein Black-Metal-Album, das eine Reise zum „inneren Licht“ beschreibt und - einige Songtitel suggerieren es - vom Hinduismus beeinflusst ist, klingt „Helios“ unerwartet garstig, doch andererseits durfte man FIRTAN sowieso nie in die Emo/Post-Kiste stecken. (7,5)

---

(R+) SPIRIT POSSESSION - Cathedral Speech (Black Metal)
SPIRIT POSSESSION gehören längst zu den spannendsten Bands, wenn es darum geht, Black Metal in etwas Eigenständiges, Unberechenbares und vollkommen Wahnsinniges zu überführen. (9,0)

---

(R+) TO THE GRAVE - Liberation Front (Deathcore)
Auch ohne das „Animal“ im Albumtitel weiß man, worum es TO THE GRAVE geht. „Liberation Front“ ist ein Veganismus-Manifest im superbrutalen Deathcore-Gewand, nicht übertrieben technisch, aber nix als verbrannte Erde hinterlassend. (8,5)

---

(R+) GHØSTKID - Follow The White Rabbit (Modern Metal)
Nach seinem Ausstieg bei Eskimo (inzwischen Electric) Callboy vor sechs Jahren und dem gelungenen Launch seiner eigenen Band GHØSTKID trennte sich Sänger Sushi zuletzt von allen Mitgliedern und wagt nun den nächsten Neustart. (8,5)

---

(R+) THESE WICKED RIVERS - Fire And Folklore (Classic Rock)
Die Männer aus Derbyshire mit vollen Bärten und gut gefüllten Paisley-Hemden spielen klassischen Southern Rock, der sich im akustischen Aggregatzustand als Country-Elegie manifestiert, elektrisch aber eben doch genug Biss entwickelt. (8,5)

---

(R+) HIPPOTRAKTOR - Annihilist (Progressive/Doom Metal)
Mit ihrem von Wechselgesang (clean, gebrüllt) geprägten Post Metal sind HIPPOTRAKTOR eine recht typische Pelagic-Band, was aber nicht bedeutet, dass sie nichts Eigenständiges zu bieten haben. (8,0)

---

(R+) OF VIRTUE - Death Of The Altar (Metalcore)
„Death Of The Altar“ ist das fünfte und ambitionierteste Studioalbum von OF VIRTUE aus Michigan. Zu den „virtues“, also Tugenden der US-Amerikaner zählen der feine Klargesang, beinharte Breakdowns, ohrwurmhafte Refrains mit starken Hooks und die exquisite Gitarrenarbeit. (8,0)

---

(R+) DEATHCULT - Cult Of The Dog (Black Metal)
Nach „Cult Of The Dragon“ und „Cult Of The Goat” erscheint nun der dritte Teil von DEATHCULTs Trilogie. Dass hier alteingesessene Veteranen des norwegischen Black Metal am Start sind, wird einem ziemlich schnell bewusst, denn die Produktion und auch die Atmosphäre stimmen größtenteils. (7,5)

---

(R+) SERVANT - Lux Ex Inferis (Black Metal)
Mit ihrem furiosen melodischen Black Metal haben mich SERVANT schon live überzeugt, und möchte man ihrem bereits vierten Studioalbum in nur fünf Jahren eines vorwerfen, dann höchstens, dass sich die Bühnenqualitäten des niedersächsischen Quartetts nicht vollständig auf Tonträger übertragen. (7,5)

---

(R+) TEMIC - Ceiba (Progressive)
Das zweite TEMIC-Album bleibt wie das 2023er Debüt „Terror Management Theory“ einen Aha-Effekt schuldig, was vermutlich vor allem daran liegt, dass die Bandmitglieder aus dem Umfeld von unter anderem Haken, Devin Townsend, Neal Morse und Evergrey bis Oberkante Unterlippe im Prog-Sumpf feststecken. (6,5)

---

(R+) METHANE - Demolate (Crossover Thrash)
METHANE legen mit „Demolate“ ihr Label-Debüt bei Fireflash vor und lassen von Anfang an keinen Zweifel daran, was den Hörer musikalisch erwartet: Die Band zelebriert rasanten Crossover-Thrash. (6,5)

---

(R+) THE MACHINE - Another Sun (Doom/Stoner/Progressive)
David Eering ist THE MACHINE. Als Gitarrist, Sänger und Hauptsongwriter treibt er seine Band voran, bedient außerdem Sitar, Synthesizer, Theremin, und jetzt hat er sich sogar ein Studio gebaut. (6,5)

---

(R+) DIVISION:DARK - The Eternal Baptism (Gothic/Industrial)
Bands/Projekte wie DIVISION:DARK, die ihr Image mit konstruierter Anonymität aufmöbeln wollen, sind angesichts der zunehmenden Normalisierung entmenschlichter, unpersönlicher KI-„Musik“ echt schwach („lame“, wie man heute auch sagt) beziehungsweise fast schon verantwortungslos. (6,0)

---

(R+) MØRKGRIM - Sǫgur Frá Norðfirði (Black Metal)
Der Schwede Hrafngrímnir hat MØRKGRIM angeblich schon 1994 gegründet und ist seitdem unter dem Namen Swede als Produzent/Songwriter von - kein Scheiß - unter anderem Lil Wayne und Gucci Mane mehrfach platiniert worden. (5,5)

---

(R+) FROZEN CROWN - The Legend Of The Six Kings (Melodic Power Metal)
FROZEN CROWN lassen sich nicht lange bitten und galoppieren auf ihrem sechsten Langspieler ohne Umschweife munter drauflos. Während „The Legend Of The Six Kings“ mit ´Lightning In The Sky´ also einen durchaus energischen Einstand vorweisen kann, wird darüber hinaus schnell klar, woran es der italienischen Power-Metal-Truppe mangelt. (5,0)

---

(R+) XASTHUR - Open To Misinterpretation (Progressive)
Die neue XASTHUR bietet „American Acid Folk“ ganz ohne Depressive-Black-Metal-Einlagen und Gesang und ist wie ein bleiern öder, quälender Nachmittag in einem schmucklosen Raum voll beiger Rattanmöbel. (3,0)