Hier findet ihr eine Auswahl unserer Rezensionen zu den neuesten Album-Veröffentlichungen vom 15. Mai 2026. Diese Woche unter anderem mit PRO-PAIN, CROWN LANDS, ARROGANZ, GOZU, SELF DECEPTION und PORT NOIR.

PRO-PAIN - Stone Cold Anger (Hardcore)
Durch die Verkettung unglücklicher Umstände hat ein neues PRO-PAIN-Studioalbum elf Jahre lang auf sich warten lassen. Derweil ist Gitarrist Eric Klinger zur Band zurückgekehrt. Er bildet zusammen mit dem Bassisten und Sänger Gary Meskil ein fantastisches Songwriting-Gespann, das dafür gesorgt hat, dass „Stone Cold Anger“ eines der besten Werke von PRO-PAIN in der jüngeren Vergangenheit geworden ist. (8,5)
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CROWN LANDS - Apocalypse (Classic Rock/Progressive)
Zwei Jahre nach der fantastischen Rush-Verbeugung „Fearless“ kredenzen uns CROWN LANDS ihr (vorläufiges) Opus Magnum. Konzeptionell als Prequel angelegt, taucht das kanadische Duo mit „Apocalypse“ in die düstere Geschichte des Captain Blackstar ein, der im Auftrag des gierigen Syndikats Welten vernichtet, nur um am Ende vor den Trümmern seiner eigenen Existenz zu stehen. (9,5)
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ARROGANZ - Death Doom Punks (Death Metal/Black Metal)
Seit letztem Jahr tritt das Cottbusser Trio ARROGANZ mit seinem neuen Gitarristen -B- (Goath, Total Hate) auf und legt nun mit „Death Doom Punks“ das siebte Album vor. Im Prinzip führt die Band ihre bisherige Handschrift fort. (7,0)
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(R+) GOZU - Gozu VI (Doom/Stoner/Sludge)
Dass Sänger und Gitarrist Marc Gaffney im Zusammenhang mit GOZU von „Stoner, Doom, Heavy und Easy Listening mit einem Touch Cayennepfeffer“ spricht und das Ganze selbst als „heavy soulful“ einordnet, trifft den Nagel schon ziemlich gut auf den Kopf. (7,0)
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(R+) SELF DECEPTION - One Of Us (Modern Metal/Alternative)
Das knallige und ausdrucksstarke Coverartwork stammt von Alex Tillbrook, der sich neben Metallica und Blink-182 vor allem mit Visuals für die Netflix-Serie „Stranger Things“ einen Namen gemacht hat. Passend dazu klingen SELF DECEPTION verdammt amerikanisch, obwohl sie aus Schweden kommen. (+8,0 / -4,0)
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(R+) PORT NOIR - The Dark We Keep (Modern Metal/Progressive)
PORT NOIR sind ein Paradebeispiel dafür, wie breitflächig und frei viele jüngere Bands dieser Tage modernen Prog interpretieren. Dabei werden instrumentale Kabinettstückchen und komplexe Songstrukturen konsequent der Schöpfung einer eindringlichen Atmosphäre untergeordnet. (8,0)
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(R+) ROBIN BECK - Living Proof (Hardrock/Melodic Rock)
Wenn es um weibliche Powerstimmen geht, fällt ihr Name als einer der ersten: ROBIN BECK. Dank des Klassikers und Werbe-Songs ´First Time´ als One-Hit-Wonder geltend, hat die 71-jährige Amerikanerin kaum Chancen, losgelöst von ihrem Erfolg aus den Achtzigern bewertet zu werden. (7,5)
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(R+) UNZUCHT - Neon Dom (Gothic/Industrial)
Nachdem ihr Sänger „Der Schulz“ die Band 2023 gen Oomph! verließ, um deren Frontmann Dero zu ersetzen, fanden UNZUCHT mit Timm Hindorff einen neuen Mann am Mikro. Dieser klingt zwar grundsätzlich ähnlich wie sein Vorgänger, bringt aber ein etwas rockigeres und weniger episch-getragenes Flair rüber. (7,0)
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(R+) CONFESS - Metalmorphosis (Hardrock/Rock'n'Roll)
Das Stockholmer Quintett sieht mit reichlich Tattoos und Kajal zwar immer noch recht sleazy aus, ist inzwischen aber gemäßigter geworden und hat sich eine deutliche Melodic-Rock-Schlagseite angeeignet. (7,5)
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(R+) HELD. - Grey (Alternative/Hardcore)
In meiner Heimatstadt Regensburg gibt es das Donau-Einkaufszentrum, auch DEZ genannt. Dessen Parkspirale gehört für viele zum Stadtbild wie der Dom, die Steinerne Brücke und das Milchschwammerl, weshalb ich mich mit Blick auf das Cover von „Grey“ sofort wie zu Hause gefühlt habe. (7,5)
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(R+) FRONTLINE - Rebirth (Hardrock/Melodic Rock)
Die gute alte Songwriter-Regel „Don´t bore us - get to the chorus!“ haben FRONTLINE ja mal so was von verinnerlicht, dass sie sie (natürlich) auch auf dem aktuellen Studioalbum „Rebirth“ mit traumwandlerischer Sicherheit abrufen können. (7,5)
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(R+) NEW IDEA SOCIETY - Fire On The Hill (Folk)
Eine Mischung aus Americana, Laptop-Folk und Singer-Songwriter-Emo im Rock Hard zu besprechen, ist eigentlich unsinnig, doch NEW IDEA SOCIETY haben durch die Beteiligung von Cave-In-Frontmann Stephen Brodsky zumindest einen schwachen Metal-Bezug.
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BRUCE SOORD - Ghosts In The Park (Progressive/Psychedelic)
„Ghosts In The Park“ ist das bislang intimste Soloalbum von Pineapple-Thief-Mastermind BRUCE SOORD. Der Brite verarbeitet auf der fast im Alleingang eingespielten Scheibe den Tod seines Vaters und die Alzheimer-Erkrankung seiner Mutter.
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(R+) VON GROOVE - Born To Rock (Hardrock/Melodic Rock)
Satte 25 Jahre (!) nach der Veröffentlichung von „The Seventh Day“, das Kollege Kaiser mit satten acht Punkten adelte, haben sich VON GROOVE noch mal aufgerafft und hieven mit „Born To Rock“ den Albumnachfolger in die Läden respektive Streaming-Dienste. (6,5)
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(R+) THE GHOULSTARS - The Dark Overlords Of The Universe (Punk)
THE GHOULSTARS setzen sich aus Musikern der Death-Doomer Kuolemanlaakso und Hooded Menace sowie der Stoner-Rocker Thermate zusammen. Mit „The Dark Overlords Of The Universe“ zeigen die vier Finnen allerdings ein Faible für klassischen Horrorpunk. (6,0)