Neue Eisen: Überblick über den Release-Freitag
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01.05.2026, 8:00

Neue Eisen: Überblick über den Release-Freitag

Hier findet ihr eine Auswahl unserer Rezensionen zu den neuesten Album-Veröffentlichungen vom 1. Mai 2026. Diese Woche unter anderem mit VENOM, SEVENDUST, SPELL, THE CLAYPOOL LENNON DELIRIUM, THE DEAD DAISIES und VANSIND.

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VENOM - Into Oblivion (Black Metal)
Trittbrettfahrer aus Skandinavien oder sonst woher dürfen gerne innehalten und niederknien: Die Black-Metal-Masters sind zurück! Natürlich klingt „Into Oblivion“ nicht wie 1982, und das ist auch gut so. VENOM schaffen es auf ihrem 16. Studioalbum, ihren Wurzeln treu zu bleiben, ohne zu einer Selbstpersiflage zu verkommen. (8,0)

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SEVENDUST - One (Modern Metal)
Als Drummer Morgan Rose kürzlich in einem Interview verlauten ließ, dass SEVENDUST vor den Aufnahmen zu „One“, ihrem 15. Studioalbum, ernsthaft darüber diskutiert hätten, die Band aufzulösen, gab es in der Rock-Hard-Redaktion durchaus einige Zyniker, die sich darüber enttäuscht zeigten, dass der Plan nicht in die Tat umgesetzt wurde. (7,0)

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SPELL - Wretched Heart (Doom/Stoner/Hardrock)
Die Multi-Instrumentalisten Cam Mesmer und Al Lester aus Vancouver sind ein eingespieltes Team. Seit fast 20 Jahren machen sie zusammen Krach, und seit mehr als zehn Jahren bilden sie die kompositorische Doppelspitze des Okkult-Rock-Projekts SPELL. (8,5)

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(R+) THE CLAYPOOL LENNON DELIRIUM - The Great Parrot-Ox And The Golden Egg Of Empathy (Alternative/Progressive)
Nichts, was Primus-Kopf Les Claypool anpackt, ist Easy Listening, und das dritte THE CLAYPOOL LENNON DELIRIUM-Album (das trotz seiner Länge leichter reinläuft als die beiden Vorgänger) rangiert ungefähr in der Mitte des Verträglichkeitsspektrums. (7,5)

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THE DEAD DAISIES - Live Plus Five (Classic Rock/Rock'n'Roll)
Der Titel dieser Veröffentlichung legt nahe, dass hier ein Konzertmitschnitt um fünf Studio-Tracks ergänzt wird, doch weit gefehlt: Der Hauptteil von „Live Plus Five“ umfasst die Performance der DEAD DAISIES auf dem letztjährigen Stonedead Festival, und bei den fünf Bonustracks handelt es sich ebenfalls um Live-Mitschnitte.

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(R+) VANSIND - Hævnen (Folk)
Ein schönes Folk-Metal-Album alter Art: Die oft ausladenden Songs, schon der Opener dauert knapp über neun Minuten, finden eine feine Balance zwischen historischem Instrumentarium und oft simplem, in den richtigen Momenten aber auch massivem, manchmal gar virtuosem Metal. (7,5)

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(R+) LAIBACH - Musick (Alternative/Industrial)
LAIBACH haben zuletzt eine beeindruckende Serie mehr oder weniger unhörbarer Alben hingelegt - die ich noch dazu allesamt besprechen durfte (danke, Boris!). Ich weiß zwar nicht, welches böse Karma mich verfolgt, bin aber schon erleichtert, wenn mich „Musick“ konträr zum Albumtitel nicht zum Erbrechen bringt. (6,0)

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(R+) KISSING KAOS - To Your Limit (Hardrock/Rock'n'Roll)
Manchmal sollte man sich wirklich nicht von der Verpackung in die Irre führen lassen: Albumcover und Logo sind hässlich wie die Nacht, und auch der Bandname sowie die beiliegenden Fotos laden bestenfalls zum Stirnrunzeln ein. (6,0)

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(R+) CAGE FIGHT - Exuvia (Modern Metal)
Ich bin komplett d´accord damit, dass „female-fronted“ ein dämliches Etikett ist. Angesichts der Allerwelts-Modern-Metal-Riffschieberei der Brit:innen werden allerdings das „Hör mal, was die für Geräusche machen kann“-Gemurmel und ein anerkennendes „Geile Face-Tattoos!“ die einzigen nennenswerten Reaktionen sein. (5,0)