Nick Barker litt an Kalziphylaxie
Hintergrund Banner
News
Pic: Nick Barker/Screenshot
09.07.2026, 11:57

LOCK UP, BRUJERIA - Nick Barker litt an Kalziphylaxie

Ex-LOCK UP-/BRUJERIA-Drummer Nick Barker spricht über seine gesundheitlichen Probleme und teilt in diesem Zuge auch mit, dass er an Kalziphylaxie erkrankt war.

Weitersagen

Wie der frühere LOCK UP-/BRUJERIA-Schlagzeuger Nick Barker erklärt, handelt es sich bei Kalziphylaxie um eine lebensbedrohliche Erkrankung. Bei dieser lagern sich Phosphat- und Kalziumsalze in kleinen Blutgefäßen des Unterhautfettgewebes und der Haut ab. Dies kann zu schmerzhaften Geschwüren, Gefäßverschlüsse und Gewebsnekrosen führen.

Nick Barker (u.a. ex-BRUJERIA/LOCK UP/DIMMU BORGIR/CRADLE OF FILTH) erlitt zudem vor drei Jahren ein Nierenversagen. Der Musiker verriet im "The False Face"-Podcast über seine derzeitige Gesundheit:

"Mein Gesundheitszustand verbessert sich von Tag zu Tag. Ich bin gerade in einer wirklich positiven Stimmung, denn ich hatte eine lebensbedrohliche Erkrankung namens Kalziphylaxie… Ich erzähle euch mal ein bisschen darüber. Die Überlebenschancen liegen bei 50:50. So ernst ist die Sache. Mir wurde ein Medikament namens Warfarin verschrieben, ein Blutverdünner. Und dadurch sind die Blutgefäße in meinen Waden verkalkt. Also hatte ich diese verdammt großen, blutunterlaufenen Läsionen. Es sieht aus, als wäre gerade ein Hai vorbeigekommen und hätte Stücke aus meinen Wadenmuskeln herausgerissen. Ich habe einige wirklich schlimme Narben. Und das lag an diesem Medikament. Wir haben es glücklicherweise rechtzeitig erkannt, denn am Anfang sah es aus wie eine erbsengroße Blutblase mit einer kleinen bläulichen Verfärbung drumherum.

Damals habe ich mir nichts dabei gedacht. Es war ein bisschen schmerzhaft. Ich dachte: 'Ach, das hab ich mir wahrscheinlich im Schlaf zugezogen oder mir was eingefangen, als ich nicht aufgepasst habe.' Die Überlebenschance lag bei 50:50. Und auf dem Höhepunkt waren diese Läsionen an meinen Beinen so schlimm, dass die Großmutter meiner Frau es am besten beschrieb. Sie sagte: 'Es sah einfach aus wie rohes Fleisch.' Aber stell dir mal all deine Nervenenden vor. Es war verdammt qualvoll. Der Schmerz war unerträglich. Ich konnte nicht einmal schlafen. Sie gaben mir Morphin, Methadon und dann dieses andere Medikament, Nabilon, ein Derivat von THC. Im Grunde war ich total zugedröhnt, aber es half überhaupt nicht gegen die Schmerzen. Es hat den Schmerz nur ein bisschen gemildert. Aber Mann, es fühlte sich an, als stünden meine Beine ständig in Flammen.

Wir haben das Medikament sofort abgesetzt. Und um es aus meinem Körper rauszuspülen, haben mich die Ärzte fünfmal pro Woche zur Dialyse geschickt. Während der Dialyse bekam ich all diese intravenösen Medikamente, um zu versuchen, es herauszuspülen. Und alle meine Wunden haben sich entzündet. Ich hätte fast eine Sepsis bekommen. Es war verdammt lebensbedrohlich. Und sogar meine Frau war in Tränen aufgelöst. Als wir uns die Wunden ansahen und der Arzt sagte: 'Oh, du heilst. Das ist gut', brach meine Frau in Tränen aus. Sie sagte: 'Ich dachte ehrlich gesagt, ich würde dich verlieren', denn die Überlebensrate liegt bei nur 50 Prozent, weil die Wunden so schwerwiegend und tief und anfällig für Infektionen sind.

Jedenfalls haben sie sich dann entzündet. Ich habe eine verdammte Cellulitis bekommen. Und Mann, meine Unterschenkel, vom Knie abwärts, die waren so verdammt – man konnte sie nicht einmal anfassen. Selbst der Versuch, Socken anzuziehen – Ah! Die Schmerzen waren einfach wahnsinnig. An der Infektion sterben viele Menschen. Sie bekommen eine Sepsis. Das ist so ähnlich wie eine Meningitis. Wenn es losgeht und man es nicht früh genug erkennt, ist man erledigt.

Aber egal. Ich bin hier. Und es geht mir wieder besser … Es war eine rund um die Uhr andauernde Tortur. Ich konnte nicht einmal schlafen. So schlimm waren die Schmerzen. Und dann lagen wir im Bett, und wenn ich doch mal eingeschlafen war und meine Frau zufällig mein Bein berührte – so wie man das im Schlaf eben tut –, wachte ich auf. Und irgendwann dachte ich, sie würden die Beine amputieren … Ich habe so eine Abmachung mit meiner Frau. Ich sagte: 'Hör mal, wenn jemals etwas passiert und sie sagen, sie müssen amputieren, dann will ich nicht mehr hier sein. Lieber würde ich mit meinen Beinen sterben, als ohne sie zu leben.' Ich bin doch Schlagzeuger. Was soll ich denn machen? Ohne Beine in so einem verdammten Rollstuhl rumfahren? Nee. Nein. So gehe ich nicht unter. Da springe ich lieber von einer Klippe."

Alles Gute, Nick Barker!

Empfohlener externer Inhalt

Wir benötigen Ihre Einwilligung, um den von unserer Redaktion eingebundenen YouTube-Inhalt anzuzeigen. Sie können diesen Inhalt mit einem Klick anzeigen lassen.

URL: https://www.youtube-nocookie.com/embed/45VRog4frBE?si=1mO_0o3yupjotMxt