RH #348Interview

DISCHARGE

Kiffen gegen den Krieg

Discharge

Der Urknall, mit dem DISCHARGE Anfang der Achtziger einfach alles plattmachten, was sich im Punk- und Metal-Sektor für hart hielt, hallt bis heute nach. Die Briten haben Hardcore- und Crust Punk kreiert, sämtliche extremen Metal-Spielarten von Speed- bis Death Metal angestoßen und wurden tausendfach kopiert und gecovert. Nach einer ewig langen Phase voller Line-up-Chaos, stilistischer Schlenker und Motivationsdefizite legt die noch mit drei Urmitgliedern aktive Truppe 34 (!) Jahre nach dem Überalbum „Hear Nothing See Nothing Say Nothing“ endlich eine Scheibe vor, die den alten Spirit wiederbelebt.

„End Of Days“ ist keine Kopie des Gottwerkes „Hear Nothing See Nothing Say Nothing“. Die haben bereits unzählige Dis-Klone im Lauf der Jahrzehnte eingehämmert. „End Of Days“ steht vielmehr für DISCHARGE 2016. Die Songstrukturen folgen nicht mehr sklavisch dem früheren Minimalismus, bleiben aber immer angenehm übersichtlich. Das Brutalitätslevel ist gigantisch, und Riffmeister Tony „Bones“ Roberts hat nach wie vor ein Händchen für simple Killer-Licks. Der neue Sänger Jeff „JJ“ Janiak erinnert angenehm an Original-Brüllhals Kelvin „Cal“ Morris und macht die Interimslösung Anthony „Rat“ Martin von den Varukers komplett vergessen. Nach diversen unbeachteten DIY-Outputs der letzten Dekade hat man zudem mit Nuclear Blast endlich wieder ein großes Label im Rücken. Das Resultat fühlt sich nicht nur für die Hörer wie eine Wiedergeburt an. Entsprechend redselig zeigen sich die Bandgründer...

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