Festivals & Live Reviews

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SKULLFIST , BULLET , ENFORCER - Weinheim, Café Central

Schwedische Wochen: Zeitgleich zum Charteinzug von Amon Amarth befinden sich BULLET und ENFORCER auf Gastspielreise und das diese ein Triumphzug ist, zeigen die Zuschauerzahlen im Konzertmonat April. So ist das Cafe Central in der Innenstadt von Weinheim mit einer gesunden Mischung aus älteren und jüngeren Headbangern sehr gut gefüllt.

Bevor der schwedische Abend beginnt, nutzen zunächst SKULL FIST, die kurzfristig auf den Tourtross aufgesprungen sind, ihre Chance. Angesagt ist stark NWOBH-beeinflusster Speed Metal, wie man ihn seit Anfang der Achtziger kennt. Den demonstrieren die Kanadier (die mittlerweile zum Quartett angewachsen sind) in Perfektion. Wie ein Orkan legt die Truppe los und erspielt sich umgehend die Sympathien des Publikums, nicht zuletzt weil Nummern wie 'Blackout', 'Sign Of The Warrior' oder 'Ride The Beast' sich rasch zu Ohrwürmern entwickeln und vor Spielfreude nur so strotzen. Dass die lizensierte Demo-CD der Band nachher reißenden Absatz findet, spricht für sich. Letztlich trifft die Schlussnummer 'No False Metal' den Nagel dann auch auf den Kopf. Keine Frage, dass die drei Männer und ihre reizende Dame am Schlagzeug ihren Weg gehen werden.

Während der Sound beim Opener optimal ist, sieht das bei ENFORCER leider gänzlich anders aus. Klar, dass die Nummern der Schweden übermäßig sind, aber der breiige und zu laute Sound sorgt für einen Abzug in der B-Note. Gut dagegen, dass auch das Quintett vom Opener 'Roll The Dice' bis zur Schlussnummer 'Evil Attacker' eine unbändige Laune an den Tag legt, die darin gipfelt, dass einer der Gitarristen sogar crowdsurfend auf dem Rücken eine der Nummer spielt. Und das es bei den letzten Nummern fast zum Bühnensturm kommt, zeigt welche klasse Einheit Publikum und Band an diesem Abend sind. Wer heute nicht dabei war, darf sich auf den Auftritt der Vollblutmetaller beim Keep It True und natürlich beim Rock Hard Festival freuen. Die Heavy Metal-Fahnen auf der Bühne sind bei Nummern wie 'Diamonds', 'Midnight Vice', 'Take Me To Hell', 'Black Angel' definitiv Programm!

Nach zwei solch überragenden Vorbands gilt es für BULLET das hohe Niveau zu halten und die Truppe um Frontpudel Hell Hofer schafft das auch problemlos. Ab dem Opener 'Highway Pirates' beweist das Quintett, dass sich niemand so perfekt an der Schnittstelle von AC/DC und Accept bewegt. So reiht sich Ohrwurm an Ohrwurm, ergänzt durch eine schweißtreibende Bühnenshow der sympathischen Skandinavier. Egal, wie oft man die Schweden in den letzten Jahren gesehen hat, sie sind immer einen Besuch wert!

Als der lange Abend sein Ende findet, ist jedem Anwesenden klar, dass das heute eines der Konzerthighlights des Frühjahres war. Und so gerne man den drei Bands den zukünftigen (größeren) Erfolg gönnt; so eine Stimmung wie heute kann nur in kleinen Clubs stattfinden. In den Neunzigern fragten wir einmal „Ist der Metal tot?“ – die drei Bands haben eindrucksvoll bewiesen, wie lebendig er sein kann und so stehen sie für die Zukunft des Heavy Metals! Wer daran zweifelt, bekommt von den Bullet-Metal-Clogs (30 Euro am Merchstand) einen fetten Arschtritt.

Bands:
ENFORCER
SKULLFIST
BULLET
Autor:
Wolfram Küper

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