Kolumne

Kolumne 24.07.2013

Wandern im Harz

Jedes halbwegs vernünftige Sommerloch lässt sich auf drei Hauptbeschäftigungen reduzieren:

1) Auf Festivals haargenau so viel trinken, wie man mit aller Gewalt reinkriegt.

2) Sich in Nähe des Baggersees mit einem Feldstecher auf die Lauer legen, um geile Ärsche (bzw. um für eine Leser/Blatt-Bindung bei der weiblichen Leserschaft zu sorgen: schneeweiße Stachelbeerwaden) zu gucken.

3) Den Transfermarkt studieren, um sich in diversen Onlineforen an Gerüchten zu ergötzen (Hallo Dortmund!) bzw. aktiv zu beteiligen.

Da 1) und 2) nicht großartig diskutiert werden müssen, da sie so alt sind wie der Feldstecher selbst, gehen wir am besten gleich zu 3) über, denn hier verbergen sich so manche Ungeheuerlichkeiten:

  • Lars Ulrich (mehr oder weniger Schlagzeug, Metallica) soll nebst seinem Beraterteam (bestehend aus einem Dänen, einer Dänin, zwei Polen, einem Iraner, einem Schwaben und zwei tschechischen Skodaverkäufern) gemeinsam mit Justin Timberlake in einem Restaurant gesichtet worden sein. Ziel: ein Metalpop-Album in 2014. Andere wiederum behaupten, die Labertasche (Ulrich, nicht Timberlake) plane eine Fusion mit Bono (Arbeitstitel: 2wo Big Mouths (And No Drums), Stil: Walschutzgesänge, Showcase: bei einer Party von Obama, Firmensitz: natürlich Offshore). Ganz Informierte wiederum hätten Ulrich mit George Clooney im Harz beim Wandern getroffen. Lars selbst schweigt dazu (Rafft ihr den Joke? Nein? Also, noch mal: Lars SCHWEIGT! Hahaha!).
  • Nächstes Gerücht: Galder verlässt Dimmu Borgir, um Old Man’s Child zu reaktivieren. Kurzzeitig überlegt er, ob er auch bei Chrome Division einsteigen soll, lässt es aber bleiben. Er trifft sich tags darauf mit Simen alias ICS Vortex, um sich ein paar alte Borknagar-Scheiben auszuleihen. ICS Vortex wiederum plant sieben Nebenprojekte mit Nick Barker, der allerdings überlegt, ob er mit Galder gemeinsame Sache machen soll. Etwa zeitgleich wird Shagrath in der Sauna gemeinsam mit Nagash gesehen, der wiederum eine SMS von Hellhammer erhalten hat, in der dieser gefragt haben soll, wie es denn Archon und Mustis so geht. Nagash soll zurückgeschrieben haben: „Archon geht’s bestimmt gut, bei Mustis weiß ich es nicht. Frag doch mal Simen.“
  • Ein vorerst letztes Gerücht: Beim Studieren diverser Wikipedia-Einträge stößt Timo Tolkki auf das Buch „Die Nebel von Avalon“. Wütend darüber, dass Autorin Marion Zimmer Bradley für ihren Roman Tolkkis Bandnamen einfach geklaut hat, kauft er aus Beweisgründen den Schmöker und muss beim Lesen ernüchtert feststellen, dass die Schwarte vor allem aus Weibermagie, Esoterikschmus und ritueller Drogencocktail-Sauferei besteht. In einer anberaumten Pressekonferenz distanziert sich der Finne von seinem Album, seinen Gastmusikern und seinem Bandnamen, schreibt der im Jahr 1999 verstorbenen Frau Bradley einen Brief („Sie haben meine Kunst getötet! Und Stratovarius auch!“) und annonciert in Finnlands Tagespresse: „Ich, Timo Tolkki, suche brillante Musiker für ein Projekt gigantischen Ausmaßes. Arbeitsname: Timo Tolkki’s Albion.“

Autor:
Wolf-Rüdiger Mühlmann

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