Interview

Interview 22.05.2019, 13:13

VIRCOLAC - Online-Ergänzung zu Rock Hard Vol. 385

VIRCOLACs Debütalbum „Masque“ wurde in der Rock Hard Vol. 384 nicht zu Unrecht zur Bonusbombe gekürt, denn der Death Metal der Iren hat einen speziellen, starken und auch irgendwie bizarren Sound, bei dem man aufhorcht. In unserer Rubrik „Krach von der Basis“ plauderten wir so viel mit Gitarrist BMC (alias Brendan McConnell), dass wir euch den übrigen Teil des Gesprächs nicht vorenthalten wollten.

Brendan, reflektiert die Sound-Vision, die du für „Masque“ hattest, auch deine generelle Auffassung davon, wie ein Death-Metal-Album klingen sollte?

»Was die Produktion angeht, denke ich nicht. Ein Grund, warum Death Metal so interessant ist, ist die Fähigkeit, verschiedene Produktionstechniken anzuwenden, die auf dem Sound der jeweiligen Band zur jeweiligen Zeit basieren. Im Bezug auf das Songwriting denke ich, dass jede Band absolut danach streben sollte, etwas Eigenes zu machen. Das soll nicht heißen, dass sie ihre Einflüsse meiden sollten, denn das ist ein großer Teil ihrer ersten Anziehungskraft. Doch was hat es für einen Sinn genau wie Morbid Angel zu klingen? Morbid Angel haben das ja schon getan.«


Entstehen die herrlich bizarren Sounds spontan während der Aufnahmen, oder sind eure Songs immer schon komplett fertig, wenn ihr ins Studio geht?

»Die Idee für den Sound ist bereits da, aber sie entwickelt sich sicherlich im Studio, besonders wenn Ola hinter dem Mischpult sitzt. Das ist zum Beispiel in 'So I Hang From A Wretched Tree' sehr auffällig. Der Mittelteil sollte so creepy sein, dass einem ein Schauder über den Rücken läuft, aber wir konnten diesen Klang nur im Studio zum Leben erwecken. Es war das allerletzte, was aufgenommen wurde und es waren nur ich und Ola im Studio. Ich spielte auf einem Klavier, die Ketten klapperten, die Türen knarrten und flüsterten. Wir haben auch akustische und elektrische Gitarren mit bizarren Effekten darüber gelegt. Also, um dir ordentlich zu antworten: Die Idee ist schon vorhanden, bevor wir ins Studio gehen – dabei aber noch nicht zu wissen, wie man sie letztlich ausführt, macht sie noch seltsamer.«


Findet sich die in gewisser Weise puristische Sicht, die dem Thema der Platte zu Grunde liegt, auch in der Art wieder, wie sich VIRCOLAC präsentieren?

»In gewisser Hinsicht, ja. Wir drapieren uns nicht in Roben, bemalen unsere Gesichter nicht und tragen auch keine Masken – was aber nicht heißt, dass wir damit ein Problem haben, da einige unserer Lieblingsbands das machen. Wir mögen einfach den Gedanken, dass das, was man bekommt, eine echte Version von uns ist. Das ist wichtig für uns, vor allem bei Live-Auftritten. Ein Publikum kann sich besser mit dem verbinden, was man macht und sich eher auf die Intensität einlassen, anstatt es von außen zu beobachten. Die irische Bevölkerung hat auch eine geringe Toleranz für unechten Bullshit, und es wird ziemlich schnell angesprochen, also gibt es auch nicht wirklich viel Spielraum.«


Fest verankert im irischen Volk ist der rebellische Geist des Landes. Beschäftigt ihr euch damit und/oder hat es sogar einen Weg auf „Masque“ gefunden?

»Die A-Seite der Platte handelt vom Trotz. 'Tether And Wane'wurde von CuChulainn inspiriert, der sich an einen Felsen band, um gegen die Feinde zu kämpfen. Der Grund war, dass er keine andere Wahl hatte, als bis zu seinem Maximum zu kämpfen. Während er kämpfte, schwand sein Leben, bis seine Feinde auf seinen Tod warten mussten, bevor sie sich dem Felsen nähern konnten. Was für sich genommen eine Art Performance ist, eine Maskerade, die mit dem Gesamtthema des Albums in Einklang steht. Und auch 'Titan' handelt von einem unerschütterlichen Trotz und einer glorreichen Stärke, die heutzutage nicht mehr oft vorkommt.«


www.facebook.com/vircolacdeathmetal

https://vircolac.bandcamp.com

Bands:
VIRCOLAC
Autor:
Mandy Malon

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