Seziertisch

Seziertisch 18.02.2009

VAN HALEN - Seziertisch

Mit über 80 Millionen verkauften Tonträgern gehören VAN HALEN zu den erfolgreichsten Hard´n´Heavy-Bands überhaupt. Zwei ihrer Alben („I“ und „1984“) knackten in den Vereinigten Staaten die Verkaufsgrenze von zehn Millionen Einheiten, was der Combo zwei Diamant-Auszeichnungen einbrachte.

Beim Versuch, den Backkatalog der Band qualitativ zu bewerten, merkt man sehr schnell, dass man es eigentlich mit zwei völlig verschiedenen Bands zu tun hat. Während man in der Urbesetzung mit David Lee Roth als reinrassige, gitarrenorientierte Hardrock-Band große Erfolge feierte, präsentierte man sich mit dem zweiten Sänger Sammy Hagar deutlich keyboardlastiger und mainstreamiger. Das einzigartige und herausragende Gitarrenspiel von Eddie Van Halen, dem die Band ihren gänzlich individuellen Charakter und dementsprechend einen großen Teil ihres Erfolges in der ersten Phase der Bandgeschichte verdankte, rückte für den deutlich songorientierteren Stadion-Rock der Hagar-Ära deutlich in den Hintergrund. In beiden Phasen klingt die Band trotz der niederländischen Herkunft der Van-Halen-Brüder so typisch amerikanisch wie fast keine zweite Truppe. Ebenso dürfte kaum ein Rockgitarrist nach Jimi Hendrix die musikalische Welt so nachhaltig geprägt haben wie Eddie Van Halen. Angefangen beim individuellen Stil (inklusive der von ihm perfektionierten Tapping-Technik) bis hin zur innovativen Idee, seine Gitarren nach eigenen Vorstellungen zu modifizieren (er schmiss die Single-Coils seiner Stratocaster raus und ersetze sie durch lediglich einen Humbucker am Steg und war einer der Ersten, die ein Floyd-Rose-Tremolo benutzten).

VAN HALEN Mk. I

Unverzichtbar

VAN HALEN
(Warner, 1978)
Ein absoluter Meilenstein der Musikgeschichte. Was Eddie Van Halen damals aus seiner Gitarre rausholte, hatte die Welt zuvor noch nicht gehört und revolutionierte das Gitarrenspiel aller Rockgitarristen bis heute, wie es in ähnlicher Form zuvor wohl nur Jimi Hendrix geschafft hatte. Eddie verfügte bereits in jungen Jahren über eine herausragende Spieltechnik, einen fantastischen Groove und ein überdimensionales Talent, Rhythmus- und Solospiel so harmonisch miteinander zu verbinden, dass man bei jedem einzelnen Ton vor Ehrfurcht auf die Knie fallen möchte, man aber niemals das Gefühl hat, die Songs würden lediglich als schmückendes Beiwerk für sein außerordentliches Talent dienen. Darüber, ob David Lee Roth ein außerordentlich guter Sänger war, kann man durchaus geteilter Meinung sein. Unbestritten ist hingegen, dass sein bluesiges Bariton-Timbre, das ihm dennoch extrem hohe Schreie erlaubte, das perfekte Vehikel für die cool groovenden und dennoch hart rockenden Songs des VAN HALEN-Debüts war und einen nicht minder großen Teil zum individuellen Bandsound beitrug. Ebenso wichtig für den Klassikerstatus des Albums war zudem Produzent Ted Templeman. Die Scheibe kommt nahezu ohne Overdubs aus, klingt unheimlich warm, transparent und druckvoll, was nicht zuletzt auch daran liegt, dass Gitarre und Bass nach links und rechts gesplittet wurden. Diese Scheibe gehört definitiv in jede Plattensammlung!
Highlights: alles, inklusive des wohl bekanntesten Gitarrensolos der Welt: ´Eruption´

VAN HALEN II
(Warner, 1979)
Setzt nahtlos an „I“ an, klingt aber eine kleine Spur melodiöser und eingängiger. Templeman leistete auch hier hervorragende Arbeit hinter dem Mischpult, wenngleich sich Eddies Gitarrensound nicht ganz so offensiv in die Gehörgänge fräst und dort festkrallt.
Highlights: ´You´re No Good´, ´Bottoms Up´, ´D.O.A.´, ´Somebody Get Me A Doctor´

FAIR WARNING
(Warner, 1981)
Dies ist das wohl härteste und düsterste Album der Bandgeschichte, was zu einem nicht geringen Teil an den ersten Spannungen zwischen den Bandmitgliedern gelegen haben dürfte. Ohne Zweifel war David Lee Roth zu diesem Zeitpunkt einer der größten Entertainer im Rock´n´Roll-Zirkus. Dank seiner Vorliebe für Kampfsport bereicherte er seine Live-Performance mit waghalsigen Sprüngen, und auch seine große Klappe sorgte für reichlich Unterhaltung beim Publikum. Allerdings war der auch nicht gerade mit einem kleinen Ego gesegnete Eddie Van Halen zunehmend vom selbstdarstellerischen Overkill des Sängers genervt. Zudem strebte Eddie eine anspruchsvollere, komplexere Ausrichtung der Songs an, wohingegen David Lee Roth und Produzent Ted Templeman lieber am Gute-Laune-Party-Rock festhalten wollten. Später erzählte Eddie in einem Interview, dass er während der Produktion extrem viel Alkohol und Kokain konsumiert hätte, was sich im Ergebnis ebenfalls niederschlug. Dennoch glänzt Eddie wieder mit zahlreichen fantastisch groovenden und kreativen Riffs und Licks, die ein weiteres Mal von Ted Templeman klangtechnisch herausragend in Szene gesetzt wurden.
Mit ´Mean Street´ und ´Unchained´ befinden sich zwei der stärksten Songs der Bandgeschichte auf diesem Album, von denen vor allem ´Mean Street´ mit einem Mördergroove und einem extrem spannungsvollen Songaufbau begeistert. Kommerziell floppte das Album aber auf ganzer Linie, denn es konnte mit keiner Hitsingle aufwarten. Wie bei allen Alben der David-Lee-Roth-Ära sollte man unbedingt zur remasterten Version greifen, die im Vergleich zum Original deutlich lauter und kräftiger klingt, dabei aber nichts an Transparenz, Druck und Wärme einbüßt.
Highlights: ´Mean Street´, ´Unchained´

Empfehlenswert

WOMEN AND CHILDREN FIRST
(Warner, 1980)
Nach zwei Alben und zwei erfolgreichen Welt-Tourneen innerhalb von zwei Jahren enterten VAN HALEN sofort wieder das Studio und nahmen in zweieinhalb Wochen „Women And Children First“ auf. Darauf sind nur neun Songs enthalten, von denen einige zwar durchaus unterhaltsam, aber auch sehr nach mal eben locker aus dem Ärmel geschüttelten Spaßnummern klingen - so z.B. ´Take Your Whiskey Home´ und ´Could This Be Magic´. Diese Art Songs gehört zwar schon seit ´Ice Cream Man´ vom Debüt zu VAN HALEN, verpasst dieser Scheibe aber einen leichten Schnellschuss-Charakter.
Highlights: ´And The Cradle Will Rock...´, ´Everybody Wants Some´

1984
(Warner, 1983)
Ohne Zweifel ein weiterer Klassiker der Rock-Geschichte, auch wenn man das bis zum Erbrechen an allen Ecken totgespielte ´Jump´ heutzutage kaum noch ertragen kann. Zusammen mit dem ebenfalls vom Keyboard dominierten ´I´ll Wait´ ließen die Van-Halen-Brüder bereits durchblicken, wohin die Reise in Zukunft gehen sollte. Nichtsdestotrotz bietet „1984“ auch einige erstklassige Rocker wie die beiden neben ´Jump´ ebenfalls als Single ausgekoppelten ´Panama´ und ´Hot For Teacher´. Neben David Lee Roth, bei dem nach wie vor unklar ist, ob er die Band ein Jahr später aus freien Stücken verließ oder gefeuert wurde, bedeutete dies auch den temporären Abschied von Produzent Ted Templeman, der ein vorerst letztes Mal für den (trotz ´Jump´ und ´I´ll Wait´) typischen, transparenten, warmen und gitarrenorientierten Sound von VAN HALEN sorgte.

Finger weg!

DIVER DOWN
(Warner, 1982)
Kommerziell zwar wesentlich erfolgreicher als der Vorgänger „Fair Warning“, handelte es sich bei „Diver Down“ aber definitiv um einen ideenlosen Schnellschuss, was sich leicht an der Tatsache ablesen lässt, dass man gleich auf fünf Fremdkompositionen zurückgreifen musste, um auf die volle Albumspielzeit zu kommen. ´Pretty Woman´ erreicht nicht im Ansatz den Charme des Originals von Roy Orbinson, und Mick Jagger und David Bowie zeigten drei Jahre später, was man aus dem im Jahre 1964 zum ersten Mal von Martha And The Vandellas veröffentlichten ´Dancing In The Streets´ wirklich rausholen konnte. Von den Eigenkompositionen können gerade mal die Uptempo-Nummer ´Hang ´Em High´ und das locker groovende ´Little Guitars´ halbwegs überzeugen, ohne dabei auch nur im Ansatz die Qualität der anderen Outputs aus der David-Lee-Roth-Ära zu erreichen. Zudem platzierte man zwischen einigen Songs ein paar kurze, wenig spektakuläre, instrumentale Lückenfüller (´Secrets´, ´Intruder´, ´Little Guitars (Intro)´), die dem Album jede klare Linie nahmen und es insgesamt zu einem lahmarschigen Rohrkrepierer werden ließen.

VAN HALEN Mk. II „5150“ vs. DAVID LEE ROTH „Eat ´Em And Smile“

Nach dem Abgang von David Lee Roth holte man sich mit Sammy Hagar (ex-Montrose), der 1984 ein ziemlich erfolgreiches Soloalbum veröffentlicht hatte („VOA“; inklusive der Hitsingle ´I Can´t Drive 55´), einen objektiv gesehen deutlich stärkeren Sänger in die Band, der zudem auch noch in der Lage war, bei Bedarf die Rhythmus-Gitarre zu übernehmen. Auf der anderen Seite war aber auch sofort klar, dass er nicht mal im Ansatz an die spektakuläre Bühnen-Performance des durchgeknallten und extrem extrovertierten David Lee Roth heranreichen würde. Damit nicht genug, gewannen die Keyboards im Sound von VAN HALEN nach und nach die Oberhand im Vergleich mit Eddie Van Halens unbestreitbaren Gitarrenkünsten. Heraus kamen einige sehr poppige Hitsingles wie ´Why Can´t This Be Love´, ´Dreams´ und ´Love Walks In´ sowie relativ zahme Rocker wie ´Good Enough´, ´Summer Nights´ und ´Best Of Both Worlds´, bei denen die Gitarre zwar noch im Vordergrund stand, die die nach spektakulären und kreativen Skills dürstende Gitarristen-Fangemeinde aber nicht mehr befriedigen konnten. Dennoch muss man das Ergebnis ohne Zweifel als Stadion-Rock vom Feinsten einstufen, den bis heute nicht viele andere Bands zu spielen im Stande sind. Völlig überzeugt vom später tatsächlich eingetretenen, riesigen Erfolg des Albums, konnte sich die Band ein kleines Nachtreten gegen ihren Ex-Sänger nicht verkneifen und taufte das Album „5150“, was bei der US-Polizei als Code für einen entlaufenen Verrückten gilt.
DAVID LEE ROTH konterte mit dem heißesten Saitenduo, das die Szene zu bieten hatte. Billy Sheehan (b.), der eigentlich schon einige Jahre zuvor VAN HALEN-Basser Michael Anthony ersetzen sollte, stand mit Steve Vai (g.; ex-Frank-Zappa/Alcatrazz) ein Virtuose zur Seite, der bereits zu jenem Zeitpunkt nahezu alle Titelseiten der Gitarrenmagazine schmückte und genauso für Furore sorgte wie Eddie Van Halen einige Jahre zuvor. Doch den letzten Trumpf zog Roth, als er sich mit Ted Templeman für einen alten Weggefährten hinter dem Mischpult entschied, der die Songs so in Szene setzte wie die Klassiker seiner Ex-Band.
Bereits nach den ersten Takten von ´Yankee Rose´ wurde klar, dass man hier alle Erwartungen übertrifft, die sowohl alte VAN HALEN- und DAVID LEE ROTH-Fans als auch die Supporter von Sheehan und Vai hatten. Mit einem coolen Zwiegespräch zwischen Roth und Vais Gitarre beginnt ein Album, das es mit dem Groove und der Lockerheit der frühen VAN HALEN-Platten aufnehmen konnte und in Sachen Virtuosität an zahlreichen Stellen sogar noch einen draufsetzte. So klang die perfekte Vertonung des „American Way of Life“, und zu keinem Zeitpunkt standen die grandiosen Fähigkeiten der Musiker über den Songs, sondern es ergab sich stets eine perfekte Symbiose aus spieltechnischer Einzigartigkeit und Nachvollziehbarkeit. Selbst nach über 20 Jahren ist es kein Problem, sich von der Scheibe einfach berieseln zu lassen, mit ihr lautstark eine Party ordentlich in Schwung zu bringen oder für sich alleine und konzentriert nahezu während jeden Taktes die Virtuosen Vai und Sheehan ungläubig zu bestaunen.
Beide Alben sind ohne Zweifel Klassiker ihres Genres, die in jede Plattensammlung gehören. Aber auch wenn „5150“ kommerziell deutlich erfolgreicher ausfiel, verspeiste DAVID LEE ROTH seine Ex-Kollegen, was die musikalische Qualität und den zeitlosen Sound anbelangte, mal eben locker zum Frühstück, weshalb das Album auch völlig zu Recht den Titel „Eat ´Em And Smile“ trägt. Obwohl DAVID LEE ROTH beim Nachfolgealbum, wenn auch längst nicht in dem Maße wie seine Ex-Bandkollegen, vermehrt auf Keyboards setzte, ist „Skyscraper“ (Warner, 1988) genauso empfehlenswert wie das von Bob Rock produzierte dritte Album „A Little Ain´t Enough“ (Warner, 1991), auf dem Jason Becker den ausgestiegenen Steve Vai ersetzte und am Bass zum ersten Mal Matt Bissonette, der Bruder von Drummer Gregg zu hören ist, der Billy Sheehan bereits kurz nach den Aufnahmen zu „Skyscraper“ beerbte.
Highlights „5150“: ´Why Can´t This Be Love´, ´Good Enough´, ´Best Of Both Worlds´
Highlights „Eat ´Em And Smile“: ausnahmslos alles!

VAN HALEN Mk. II

Empfehlenswert

FOR UNLAWFUL CARNAL KNOWLEDGE
(Warner, 1991)
Ted Templeman kehrte hinters Mischpult zurück, stellte Eddies Gitarrenspiel wieder deutlich in den Vordergrund und schraubte den Keyboard-Anteil auf ein Minimum zurück, was logischerweise in einer deutlich rockigeren Ausrichtung von „F.U.C.K.“ mündete, ohne dabei die typischen songorientierten Trademarks der Hagar-Ära zu übergehen. Das Album klingt deutlich besser als seine beiden Vorgänger, kann aber soundtechnisch nicht an die früheren Glanztaten heranreichen, weil Eddie den Klang seiner Gitarre mit zu viel Chorus und Flanger-Effekten verweichlicht. Bei den wenigen noch vorhandenen künstlichen Tastentönen wie beim Hit ´Right Now´ bevorzugte man dann aber einen an ein klassisches Klavier angelehnten Sound und ließ die schwülstig-künstlichen Plastikteppiche, die den Sound der Band in den Achtzigern dominierten, völlig außen vor.
Highlights: ´Right Now´, ´Poundcake´, ´Judgement Day´

Lauwarm

OU812
(Warner, 1988)
Der Albumtitel (ausgesprochen „Oh, you ate one, too“) war eine weitere Anspielung auf den Ex-Sänger David Lee Roth und dessen Album „Eat ´Em And Smile“, aber der Inhalt konnte diesen Seitenhieb musikalisch nicht untermauern. Mit ´When It´s Love´ landete die Band zwar einen weiteren Hit, platzierte aber auch fürchterlich seichte, mit extrem soften und fast schon unaushaltbaren Synthie-Sounds zugekleisterte Nullnummern wie ´Feels So Good´ auf ein soundmäßig eh viel zu soft und poppig geratenes und insgesamt enttäuschendes Album. „OU812“ kann zu keinem Zeitpunkt verleugnen, dass es zielgerichtet auf größtmöglichen Erfolg geschrieben wurde, und lässt die Spontanität der früheren Jahre vermissen. Zumindest kommerziell gesehen ging die Rechnung auf.

LIVE: RIGHT HERE, RIGHT NOW
(Warner, 1993)
Das einzige Livealbum der Band ist kein Muss. Die Aufnahmen entstanden 1992 zur Tour von „F.U.C.K.“, weshalb diese Scheibe auch gleich mit zehn Songs vertreten ist. Ansonsten bietet man eine Best-of-Auswahl der drei Alben mit Sammy Hagar, drei Songs der David-Lee-Roth-Ära, zwei Stücke aus der Hagar-Solophase und eine The-Who-Coverversion. Es halten sich nach wie vor hartnäckige Gerüchte, dass man den größten Teil des Albums nachträglich im Studio eingespielt hat, was durch ein YouTube-Video des Songs ´Won´t Get Fooled Again´ untermauert wurde, in dem die Band deutlich rauer zu Werke geht, als es auf der Version auf „Live: Right Here, Right Now“ der Fall ist.

BALANCE
(Warner, 1995)
Uninspirierter Aufguss von „F.U.C.K.“, der zwar die obligatorischen Hitsingles ( ´Can´t Stop Lovin´ You´ und ´Don´t Tell Me (What Love Can Do)´) mit sich brachte, aber auch offenbarte, dass die Band ihren kreativen Höhepunkt längst hinter sich hatte und immer mehr im Sack mit den Songwriting-Standards wühlte. Zumindest die an den Aufnahmen beteiligten Bruce Fairbairn, Erwin Musper, Mike Fraser und George Marino lesen sich wie ein Who´s who der Studioszene. Das Klangergebnis ging okay, setzte aber keine Maßstäbe.

VAN HALEN Mk. III

Finger weg!

VAN HALEN III
(Warner, 1998)
Nachdem Sammy Hagar die Band 1996 verlassen hatte (auch in diesem Fall wurde nie zweifelsfrei geklärt, ob er freiwillig ging oder gegangen wurde), versuchte man, mit Ex-Extreme-Sänger Gary Cherone an alte Erfolge anzuknüpfen. Doch der musikalische Wandel der neunziger Jahre hinterließ auch bei VAN HALEN Spuren. Das Album klingt wie ein verzweifelter Versuch, bandtypische Trademarks mit der eher melancholischen Charakteristik des Alternative Rock der Neunziger zu kombinieren, erstickt dabei aber schon jede der teilweise durchaus vorhandenen guten Ideen im Keim und verliert sich nahezu orientierungslos in einer Ansammlung von nicht zu Ende gedachten Kompositionen und Arrangements. Seltsam.

Einsteigertipp

THE BEST OF BOTH WORDLS
(Warner, 1996)
Von den beiden Best-of-Compilations sollten Neueinsteiger diese Version wählen, weil die Auswahl deutlich größer ist und man sich ein besseres Bild von beiden Phasen der Band machen kann, die hier nahezu gleichberechtigt vertreten sind. Über die Auswahl der David-Lee-Roth-Ära lässt sich streiten, sie bietet aber dennoch einen guten Eindruck, wie die Band zu jener Zeit klang. Zudem gibt es noch drei ansonsten unveröffentlichte Songs mit Sammy Hagar, die extra für diese Zusammenstellung eingespielt wurden.

DISKOGRAFIE

VAN HALEN:

Van Halen (1978)
Van Halen II (1979)
Women And Children First (1980)
Fair Warning (1981)
Diver Down (1982)
1984 (1983)
5150 (1986)
OU182 (1988)
For Unlawful Carnal Knowledge (1991)
Live: Right Here, Right Now (Live, 1993)
Balance (1995)
The Best Of Van Halen Vol. 1 (Best-of, 1996)
Van Halen III (1998)
The Best Of Both Worlds (Best-of, 2004)

DAVID LEE ROTH:

Crazy From The Heat (EP, 1985)
Eat ´Em And Smile (1986)
Skyscraper (1988)
A Little Ain´t Enough (1991)
Your Filthy Little Mouth (1994)
The Best (Best-of, 1997)
DLR Band (1998)
Diamond Dave (2003)
Strummin´ With The Devil (2006)

www.davidleeroth.com
www.redrocker.com (Sammy Hagar)

Bands:
VAN HALEN
Autor:
Andreas Himmelstein

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