Festivals & Live Reviews

Festivals & Live Reviews 30.08.2017

WARRANT , BLIND ILLUSION , SATAN'S FALL , PARAGON , LOUDNESS , GOTHIC KNIGHTS , NIGHT DEMON , PRETTY MAIDS , RAVEN , TOXIK , SANCTUARY , ROCK GODDESS , SUICIDAL ANGELS - Totenschädel im Dauerregen

Exquisite Bandauswahl, familiäres Ambiente, herrlich entspannte Stimmung – das  HEADBANGER´S OPEN AIR im schleswig-holsteinischen Brande-Hörnerkirchen zählt zum Pflichtprogramm der reisefreudigen Traditionsmetall-Gemeinde. Was 1998 im Garten von Veranstalter Thomas Tegelhütter auf einer Anhänger-Bühne begann, feiert 2017 seine 20. Auflage. Erstmals mit gedrehter Bühne, was den Bands mehr Raum und den Fans mehr Dach verschafft.

Und leider auch mit einem Wetter, bei dem man dankbar für diesen Unterschlupf sein muss. Das Problem: Durch die Regengüsse haben sich die Campingplätze und das Festivalgelände bereits am Freitagnachmittag in eine Schlammwüste verwandelt. Ohne Gummistiefel, Traktor und Abschleppseil geht an vielen Stellen gar nichts mehr. Kein Wunder, dass zahlreiche Fans vorzeitig das Weite und Trockene suchen und damit brillante Gigs verpassen. Denn rein musikalisch betrachtet zählt diese Jubiläums-Gartenparty zu den besten der HOA-Geschichte.

Donnerstag


Noch halten die Wolken dicht, als ROHBAU mit sieben Minuten Verfrühung zum Anstoß schreiten. Als Band der ersten HOA-Stunde haben die Hamburger einen Sympathiebonus beim Fanvolk, den sie mit einer Show voller Herzblut rechtfertigen. „Wer war vor 19 Jahren schon hier?“, fragt Sänger Jürg Steinbrenner und erntet kehlige Zustimmung samt Dutzender gereckter 16-Uhr-Bierchen. Dann gibt´s ordentlich auf die Löffel. Der gerne ins Thrashige lappende Metal mit deutschen Texten ist so eigenständig wie eingängig, ´Klabautermann´ vom 2010 veröffentlichen zweiten Album „Zorn“ wird am lautesten abgefeiert. Kurzweilige halbe Stunde, Auftakt geglückt!
Und wir bleiben bei Kost aus regionalem Anbau. Auch BÄD INFLUENCE stammen aus Hamburg und spielen nach 1999, 2000 und 2003 bereits zum vierten Mal beim HOA. Sänger Mark Brünning hat gewohnt dick aufgetragen, spuckt zur Vampir-Maskerade einen halben Becher Kunstblut, der Anhang feiert den unterhaltsamen Power Metal, dem es durch die Hinzunahme eines Didgeridoos auch nicht an Originalität fehlt.
Keine Experimente gibt´s bei BLACK HAWK aus der Eulenspiegelstadt Mölln. 1981 gegründet, haben sich die Nordlichter der Dreifaltigkeit Priestsaxonaccept verschrieben, die sie druckvoll und meist tight durch die P.A. jagen. Altes und Neues klingt gleichermaßen frisch, mit ´Scream In The Night´ vom jüngst veröffentlichten „The End Of The World“-Album gibt´s einen Speed-Boliden, der seinem gut abgehangenen Namensvetter ´Fire In The Night´ in nichts nachsteht. ´Detroit Rock City´ zum Abgang, dann heißt es Körner sammeln für die Road-Warriors aus Ventura, California.
Die Zahl der Steckdosen, an denen NIGHT DEMON in jüngerer Zeit nicht gespielt haben, dürfte überschaubar sein. Fad wird´s mit Jarvis Leatherby und seinen Spaßgesellen trotzdem nie, das Gartenvolk weiß Bescheid. Und so ist das neue Infield gut gefüllt, als ´Welcome To The Night´ die Kinnladen um kurz vor halb sieben südwärts schickt. Ein bisschen nervös mache ihn sein HOA-Einstand ja schon, hat Jarvis eben noch kokettiert – von Unsicherheit ist dann aber nix zu sehen bei der Show der NWOBHM-Aficionados. Hier sitzt jeder Ton, die Band spielt immer um ihr Leben. Krönung: ein abartig geil gezocktes ´Radar Love´-Cover, das noch heißer dreht als die ebenfalls famose Interpretation von ´Wasted Years´. Schon mal über Energy-Drinks mit einem Schuss Leatherby-Schweiß nachgedacht? Wir vermitteln gerne.
»PARAGON hören ist wie ´ne gute Wurst essen«, würde Hermann Gerland sagen, wäre er Metal-Fan. Aber den Stimmungspegel ganz oben zu halten, ist nach dem vorangegangenen Tsunami-Gig auch für die HOA-Urgesteine ein Ding der Unmöglichkeit. Trotzdem schlägt sich die Hamburger Stahlschmiede mehr als beachtlich, mixt geschickt die alten Fanlieblinge mit neuem, starkem Material und blickt am Ende in jauchzende Gesichter. So muss das!
Armes Griechenland… Nach zwei solch starken Gigs auf die Bühne zu müssen, ist auch für gestandene Thrasher, wie es die SUICIDAL ANGELS inzwischen sind, kein Projekt mit großer Gewinnaussicht. Erschwerend kommt hinzu, dass der Gitarrensound der Athener heute etwas schwach auf der Brust ist. Die gewünschte Abrissstimmung mag so nicht aufkommen, auch wenn sich das Quartett nach Kräften müht und mit seiner Slayer/Sepultura-Melange zumindest in den vorderen Reihen für Tumulte sorgt. ´Apokathilosis´ beschließt ein Konzert der Kategorie „ordentlich“, neue Fans werden die Engel an diesem Abend kaum dazugewonnen haben.
Das dürfte auch für die PRETTY MAIDS gelten, über deren Headliner-Gig die Meinungen hinterher weit auseinandergehen. Von Bombe bis Tischfeuerwerk ist alles am Start, der Rezensent tendiert eher zu Zweiterem. Das zahme ´Mother Of All Lies´ vom 2013er „Wonderland“-Album ist für den Start bei einem Old-School-Fest keine glückliche Wahl, und so richtig Fahrt nimmt das Ganze selbst beim Klassiker-Triple ´Red, Hot And Heavy´, ´Yellow Rain´ und ´Rodeo´ nicht auf. Die Probleme mit dem Monitorsound tragen ihr Übriges dazu bei, dass das Dynamit an diesem Abend nicht wirklich zündet. Erst beim finalen Doppelschlag aus ´Future World´ und ´Love Games´ wirkt das Veteranenlächeln von Ronny Atkins (top bei Stimme!) und Ken Hammer echt. Oder doch schon früher? Für Diskussionsstoff beim Mitternachtsbier ist nach diesem ersten Festivaltag zur Genüge gesorgt. (lk)

Freitag

Bei optimalem Wetter eröffnen SATAN´S FALL den zweiten Tag. Aufgrund ihres Sängerwechsels sind die Finnen allerdings alles andere als perfekt eingespielt und schaffen es nicht, ihre angedachten 45 Minuten Spielzeit zu füllen. Das, was sie bieten, kann aber überzeugen: spielfreudiger, flotter Heavy Metal an der Trennlinie zum Speed Metal. Von der Truppe wird man noch hören!
WARRANT bzw. Jörg Juraschek und seine zwei Sidekicks greifen in erster Linie auf ihre beiden Achtziger-Veröffentlichungen zurück. Und die stehen für erstklassigen teutonischen Speed Metal (´Enforcer´, ´Scavenger´s Daughter´, ´Ordeal Of Death´), der optisch erweitert wird. Zweimal gastiert der Henker mit seiner Axt auf der Bühne, und bei ´Nuns Have No Fun´ wird ein unterhaltsamer Nonnen-Striptease geboten. Cooler Auftritt!
Nachdem ihre Gitarren am Vortag in Norwegen gelandet sind, liegen die Nerven bei ATTACKER erst mal blank. Aber alles wird gut, und die Ostküstler bieten eine Lehrstunde in Sachen American-Power-Metal, bei der sie auf ihre hochwertige Diskografie zurückgreifen können und an der die verstorbene Attacker-Mom ihre Freude hätte. Ein Pluspunkt ist auch der charismatische Frontmann Bob Mitchell.
BLOOD FEAST zählten in den Achtzigern eher zur zweiten oder dritten Thrash-Liga, haben den „test of time“ aber bestanden. Ihr Durchhaltevermögen verdient Respekt, und mit dem aktuellen Album hat man ein heißes Eisen im Feuer. Aushängeschild der New Yorker, die schon zum dritten Mal beim HOA am Start sind, ist Frontmann Chris Natalini, der sich auch einen Ausflug ins Publikum gönnt und nonstop in Bewegung ist. Doch auch der Rest der gewichtigen Truppe steht für unbändige Spielfreude, die in ein Thrash-Inferno mündet, das Nummern aller ihrer Veröffentlichungen beinhaltet. Höhepunkte dabei: ´Off With Their Heads´ und natürlich ´Kill For Pleasure´.
STORMWARRIOR haben als Hamburger selbstredend ein Heimspiel. Dabei stimmt allerdings das Bandbild im Programmheft nicht, denn wie schon beim Bang Your Head ist Yenz Leonhardt nicht mehr an Bord. Man spielt solide den gleichen Set wie in Balingen zuzüglich der Schlussnummer ´Iron Prayers´.
Dass GOTHIC KNIGHTS nach zahlreichen etablierteren Bands auf die Bühne gehen, überrascht. Veteran John Tzantis (Yale-Absolvent!) und seine Band bieten bei ihrem Europadebüt US-Power-Metal, angereichert mit dezenten epischen Momenten. Das jahrelange Warten hat sich gelohnt. Es sieht so aus, als ob die Truppe noch mal voll durchstartet. Aus ihrer ersten Schlacht in Europa geht sie als Sieger hervor!
PICTURE haben sich im Original-Line-up reformiert, dementsprechend stehen bei der Setlist die drei ersten Alben im Mittelpunkt. Und damit sorgen die Niederländer für die Überraschung des Festivals. Bewundernswert, mit welcher Spielfreude die ergrauten Herren (mehr graues Haar hat das HOA noch nicht gesehen) ihre alten Nummern zelebrieren. Im Mittelpunkt dabei Frontmann Roland van Prooijen, der mit seinem egozentrischen Outfit (u.a. Stirnband) die Rampensau der alten Schule gibt. Aber auch Basser Rinus Vreugdenhil kann mit einem Ausflug ins Publikum punkten. Angesagt sind Klassiker der frühen Achtziger, die für den Übergang des Hardrock zum Heavy Metal stehen und auch als Proto-Speed-Metal durchgehen. Nummern wie ´Bomber´, ´Unemployed´, ´Diamond Dreamer´, ´Heavy Metal Ears´, ´Message From Hell´ und natürlich auch ´Eternal Dark´ werden dementsprechend gnadenlos abgefeiert und sorgen für eine ungeplante Zugabe. Zu Recht!
Die Vorfreude auf den Auftritt von BLIND ILLUSION ist schon im Vorfeld etwas getrübt, als mir Kollege Mader mitteilt, dass die Kalifornier ohne die beiden heutigen Primus-Recken Les Claypool und Larry LaLonde am Start sind. Mit Doug Piercy (ex-Heathen) hat Mark Biedermann allerdings eine andere Bay-Area-Legende dabei. Was dann folgt, ist auf jeden Fall unterhaltsam. Zunächst ist das Trapper-Outfit (inklusive Bieberkappe) des Bandleaders der Blickfang. Als die Kappe ihm aber vom Kopf fällt, kommt der Veteran optisch einer Mischung aus Lemmy, Bobby Liebling und Catweazle gleich. Das Gitarrenspiel mit seinem Sidekick ist ganz große Klasse, wohingegen die Setlist, in der sich nur wenige Nummern vom unterbewerteten Debüt befinden, etwas irritiert. Letztlich fragt man sich, ob für den Biedermann-Auftritt „Wahnsinn“ oder „Genie“ der passende Ausdruck ist. Vor allem weil Mark ständig mit seinem Outfit hadert, abschließend eine obskure Mischung aus Yoga, Ausdruckstanz und Kung Fu bietet und den Set 15 Minuten zu früh beendet.
SANCTUARY haben bereits beim BYH nicht so recht überzeugen können, und das gilt auch für den heutigen Abend. Das liegt weniger am Songmaterial (bei dem die aktuelle Scheibe dominiert) als am neu zusammengewürfelten Line-up und am Frontmann. Die Lustlosigkeit von Warrel Dane regt auf, zudem versteckt er sich förmlich unter seinem albernen Cowboyhut (der mittlerweile wie die alte Kutte von Messiah Marcolin müffeln dürfte) und verliert meist den Kampf um die richtigen Töne. Gut, dass die Nummern (gleiche Setlist wie in Balingen zuzüglich ´Sanctuary´) wenigstens überzeugen. Letztlich jedoch ein enttäuschender Auftritt der Band aus Seattle.
Wer dann in sein verregnetes Zelt kriecht, wird sich ärgern, dass Brande-Hörnerkirchen sicherlich der meteorologisch unbeständigste und regnerischste Ort der Republik ist. Wegen des fast durchgehenden Dauerregens macht sich spätestens heute der Bühnenwechsel mit der vergrößerten Überdachung bezahlt. (wk)

Samstag

Durch die extremen Wetterbedingungen in der Nacht steckt man auf dem zentralen Platz des Gartens bis zum Knöchel im norddeutschen Schlick. Nur unmittelbar vor der Bühne unter dem verlängerten Holzdach sieht es besser aus. Und genau dort haben sich um zwölf Uhr mittags Metallologen aller Länder versammelt, um zu prüfen, wie UNIVERSE das Erbe der legendären Deutschmetaller AXE VICTIMS verwalten. Ausgesprochen souverän, lautet die Antwort. Der Auftritt ist nicht zweigeteilt, sondern die Stücke beider Bands wechseln sich in mehreren Blöcken ab, was erstaunlich gut funktioniert und harmoniert.
Bei ATTIC wird es eindeutig düsterer, was nicht nur an den schwarzen Kerzen auf der Bühne liegt oder an dem aufgebauten Altar mit allerlei Krimskrams drauf. Eine frische Ladung Totenschädel scheint ebenfalls eingetroffen zu sein. Dieser ganze Schnickschnack sollte allerdings nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Band aus dem Herzen des Ruhrpotts mit ihrem King-Diamond-2.0-Sound musikalisch voll auf der Höhe ist. Ihre Performance beweist eindeutig, dass mit Attic auch in Zukunft zu rechnen sein wird.
Die anschließenden SILENT KNIGHT aus Australien bieten ein Kontrastprogramm zu Attic. Sämtliche Bandmitglieder stehen mit einem breiten Dauerlächeln im Gesicht auf den Brettern, die vermeintlich die Welt bedeuten. Ihr fröhlicher Power Metal bereitet den Boden für den ersten Höhepunkt des letzten Tages der gigantischen Schlammschlacht in der schleswig-holsteinischen Provinz.
BULLET sind zum dritten Mal angereist, allerdings nicht mehr mit ihrem legendären Partymobil. Party gibt es trotzdem. Die populistische Mischung aus AC/DC, Accept und, ähem, den deutschen Bullet trifft genau den Nerv eines Großteils der anwesenden Fans. Im Hintergrund leuchtet die Lichtreklame des Bandschriftzugs, als weiteres Showelement kommt ein Trennschleifer zum Einsatz. Aus einer präparierten Verstärkerbox heraus predigt eine Art Metal-Gnom die frohe Botschaft des Rock´n´Roll – ganz schön Spinal Tap.
ATLANTEAN KODEX kommen erwartungsgemäß gänzlich ohne Varieté-Einlagen aus. Mit riesigen Vorschusslorbeeren sind die Bayern angereist. Entsprechend groß ist die Erwartungshaltung des Publikums. Schon nach wenigen Songs ist allerdings klar, dass die Epic/Doom-Metaller aus Vilseck auch im hohen Norden ein Heimspiel haben. Zum Glück liegen allen Ván-Alben Lyric-Sheets bei, die Textsicherheit der Bataillone von Kodex-Anhängern ist wohl auch deswegen nahezu beispiellos. „The Annihilation Of Brande-Hörnerkirchen“ ist für die Band jedenfalls selbst zur Kaffee-und-Kuchen-Zeit fernab der Heimat ein Kinderspiel.
Nach Atlantean Kodex aufzutreten, ist wahrlich kein Zuckerschlecken. „Do I swear too much?“, fragt Jody Turner in die feuchtfröhliche Runde. In der Tat kommt kaum eine Ansage der Anführerin von ROCK GODDESS ohne Schimpfwörter aus. Der Regen lässt sich davon allerdings nicht dauerhaft verscheuchen. Die schroff-schnoddrige Art der älteren der beiden Turner-Sisters ist völlig ungekünstelt, authentisch und echt. ´Satisfied Then Crucified´ gibt wenig überraschend den Eröffnungssong. ´Heavy Metal Rock´n´Roll´ wird vom Publikum gebührend mitgetragen. Leider fehlt ´My Angel´, denn Girlschools jüngere Schwestern präsentieren viel, viel neues Material. Vollkommen verständlich, denn im Archiv schlummern immer noch Unveröffentlichtes aus den Achtzigern in Albumlänge sowie eine brandneue Studioplatte. Alle drei Stücke der aktuellen EP werden auf die Bühne gebracht: die Beziehungskiste ´It´s More Than Rock And Roll´, das offensive ´Back Off´ sowie, komplett mit Mitsingteil, das ein bisschen cheesige ´We´re All Metal´, das die Frage aufwirft, ob es jemals eine weibliche Antwort auf Manowar geben wird. Rock Goddess sind es zum Glück nicht.
„Thank God there is super glue“, sendet RAVEN-Gitarrist Mark Gallagher erst einmal ein Stoßgebet gen Himmel, ehe er sich in die Backstage-Katakomben verzieht, um wild fluchend den Hals seiner zweitliebsten Gitarre in den Schraubstock zu spannen. Die Fluggesellschaft hat es tatsächlich fertiggebracht, das gute Stück im geschlossenen Case (!) in zwei Teile zerlegt anzuliefern. Überraschung des Abends: Marks improvisierte Bastelarbeit erfüllt ihren Zweck, das Ding übersteht tatsächlich den Auftritt. Dabei schonen sich Raven (aus Krankheitsgründen ist Schlagzeuger Joe Hasselvander nicht mit von der Partie) keineswegs. Ihre 70-minütige Show ist so energiegeladen und elektrisierend wie immer. ´Faster Than The Speed Of Light´, ´All For One´ und die erste Single ´Don´t Need Your Money´ sind die Eckpfeiler des Sets, einigermaßen überraschend rutscht mit ´Hung, Drawn And Quartered´ eine Nummer vom dritten Album „All For One“ ins Programm, die nicht unbedingt zum Standard gehört, aber bestens funktioniert. Der Mitsingteil bei ´Break The Chain´ fällt diesmal ein wenig kürzer aus, dafür gibt es ´Born To Be Wild´ in kompletter Länge.
Nicht ganz unerwartet fallen die US-Thrasher TOXIK im direkten Anschluss in ein Stimmungsloch, aus dem sie sich auch nicht so recht befreien können. Ohne Frage waren „World Circus“ sowie „Think This“ solide Alben, doch die ganz großen kompositorischen Highlights fehlen auch an diesem Abend. Sympathisch: Eine Anhängerin namens Sonja darf als Gastgitarristin auf die Bühne und macht dabei eine gute Figur.
LOUDNESS lassen sich vor ihrem Auftritt ein wenig mehr Zeit als andere Protagonisten. Kein Problem, schließlich sind die Japaner die Headliner des 20. Headbanger´s Open Air, das durch seine widrigen Begleitumstände und ein in meinen Augen allenfalls mittelprächtiges Billing in die Geschichte eingeht. Mit ´Crazy Nights´ gibt´s den vielleicht größten Hit der vielleicht größten Metal-Band Japans gleich als Eröffnungsnummer. Im Verlauf der knapp 90 Minuten zeigt Akira Takasaki vor allem gegen Ende, warum er von manchen noch immer in einem Atemzug mit den beiden größten lebenden Gitarristen genannt wird: Michael Schenker und Ritchie Blackmore. (mm)

In Brande-Hörnerkirchen trotzten dem Modder: Matthias Mader (mm), Wolfram Küper (wk) und Ludwig Krammer (lk).

Bands:
RAVEN
SUICIDAL ANGELS
SANCTUARY
WARRANT
ROCK GODDESS
TOXIK
LOUDNESS
PARAGON
PRETTY MAIDS
SATAN'S FALL
BLIND ILLUSION
NIGHT DEMON
GOTHIC KNIGHTS
Autor:
Wolfram Küper
Ludwig Krammer
Matthias Mader

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