Podblitz

Podblitz 23.05.2018

EARTH FLIGHT - Tobias Brunner

»Ich bin ein unfassbarer Musiknerd«, betont EARTH FLIGHT-Sänger Tobias Brunner mit Nachdruck. »Ich brauche Musik, um den Soundtrack meines Lebens auszukleiden, ich höre wirklich alles!« Dabei greift er sogar häufiger auf HipHop- als auf Metal-Tonträger zurück, sieht sich aber trotzdem stark mit klassischer Gitarrenmusik verbunden. In seinen kunterbunten Spotify-Listen spiegelt sich der stilistisch breit gefächerte Klangkosmos des Frontmanns wider, der mit dem aktuellen EARTH FLIGHT-Album „Riverdragons & Elephant Dreams“ den zehnten Platz im letztmonatigen Soundcheck belegen konnte.

Belle And Sebastian – Get Me Away From Here I´m Dying (von „If You´re Feeling Sinister“, 1996)

»Belle And Sebastian sind eine der tollsten britischen Indie-Pop-Bands, die es gibt. Sie stehen für eine ganz eigene und wunderschöne Art der Melancholie. Das ist poppig, das ist melancholisch, das geht gut ins Ohr. Dazu kannst du weinen, tanzen, Leute umarmen. Der Song hat etwas Beschwingtes an sich, er ist einfach perfekt.«

Nina Simone – Sinnerman (von „Pastel Blues“, 1965)

»Nina Simone ist wahrscheinlich die Dame mit der besten Stimme aller Zeiten. ´Sinnerman´ dauert zehn Minuten und mündet am Schluss in eine total verspielte Free-Jazz-Geschichte. Der Song stammt aus den Sechzigern, und es gibt fast nichts, was mehr Power hat. Es existiert keine Stimme mit mehr Power. Du merkst, ich bin total... (er gibt einen undefinierbaren Jammerlaut von sich und lacht laut auf).«

Kendrick Lamar – Humble (von „Damn“, 2017)

»Yeah, der aktuell vermutlich beste Rapper. Es gibt tatsächlich unglaublich viel gute Rap-Musik, aber in der heutigen Zeit ist Kendrick Lamar eine absolute Ausnahme. ´Humble´ von seinem letzten Album hat Power, und er schreibt einfach unfassbar tolle Texte. Dazu kannst du tanzen, dazu kannst du völlig abspacken. Kendrick Lamar, einer der wahrscheinlich wichtigsten Künstler der Jetztzeit.«

Bon Iver – Skinny Love (von „For Emma, Forever Ago“, 2007)

»Der Typ war damals ein Vollbart-Hipster, inzwischen macht er aber mehr so Elektro-Zeug. Als sein Album „For Emma, Forever Ago“ entstand, hat er sich glaube ich irgendwo in einer Hütte eingesperrt und dort diese total reduzierte Gitarrenmusik geschrieben. Er hat eine wunderschöne hohe Stimme und ganz viel Gefühl und Seele in seiner Musik. Unbedingt zu empfehlen, das ist wirklich intensive Mucke!«

Alt J – Every Other Freckle (von „This Is All Yours“, 2014)

»Alt J sind DIE Kunst-was-weiß-ich-was-Hipster-Oberlippenbart-Band. Das ist mit das Interessanteste, was in den letzten Jahren aus England gekommen ist. Die arbeiten mit Satzgesang, Kanon und Elektro und sind inzwischen auch Mega-Superstars. Es gibt wirklich keine Band, die wie Alt J klingt. Ganz spezielle Musik ist das und auch sehr melancholisch, freaky und abgefahren. Bei denen gibt es einfach unglaublich viel zu entdecken. Ich hoffe, dass jetzt dann mal eine Metal- oder Rockband kommt, das kann ja nicht sein (lacht).«

Anathema – One Last Goodbye (von „Judgement“, 1999)


»Aaah ja, super! Das ist DER Trennungssong schlechthin. Der ist so melancholisch, dass er fast schon in tiefer Trauer versinkt. Da gibt es diese eine Textstelle, die ich so toll finde: „And in the early morning light after a silent peaceful night you took my heart away.“ Das ist so kitschig! Damals waren Anathema aber noch glaubhaft kitschig. Jetzt ist es, wie ein Bekannter von mir gesagt hat: Anathema klingen wie die Céline Dion des Indie Rock, ganz furchtbar. Früher waren die noch so richtig schön tieftraurig.«

Antony And The Johnsons – Hope There´s Someone (von „I Am A Bird Now“, 2005)

»Das ist vermutlich der traurigste Song, der jemals geschrieben wurde. Er sollte eigentlich bei jedem Menschen auf der Beerdigung laufen. Diese Transgender-Dame hat wahnsinnig viel Soul in der Stimme, und ´Hope There´s Someone´ basiert einzig und allein auf ihrem Gesang und einem Piano-Thema. Krass, das ist schon mit das Traurigste, was es so zu hören gibt. Eigentlich bin ich selbst ja gar nicht sonderlich traurig (lacht).«

www.facebook.com/earthflight

Bands:
EARTH FLIGHT
Autor:
Simon Bauer

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