Lauschangriff


Pic: Sylvio Kühn

Lauschangriff 29.12.2021, 13:02

THE CLAYMORE - Es werde Licht

Ihr kommendes Album „St. Barbara's Light“ benannten THE CLAYMORE passenderweise nach der Schutzpatronin der Bergleute – schließlich ist die Metal-Combo fest im Ruhrgebiet, einer früheren Bergbauregion, verankert und kann ein bisschen heiliges Licht bei der Veröffentlichung ihres ersten Langspielers seit über elf Jahren sicher gut gebrauchen.

Um ihre vierte Studio-Scheibe strahlen zu lassen, scheute die Band aus Castrop-Rauxel weder Kosten noch Mühen. Der von Bassist Christian Köhle im Sound Of Steel Studio produzierte Langspieler wurde von Mastermind Jens Bogren (u.a. Amorphis, Amon Amarth) gemastert, das Cover-Artwork gestaltete Thomas Ewerhard, der u.a. schon Platten von Avantasia, Threshold und Sons Of Apollo verschönerte. Erscheinen wird die Platte planmäßig zwar erst am 01. März 2022, wir durften vorab aber schon für euch reinhören.

Der Titelsong ST. BARBARA'S LIGHT haut gleich zu Beginn voll ins Mett. Eine geradlinige Metal-Nummer mit bombastischem mehrstimmigem Refrain, die direkt zeigt, wohin die Reise musikalisch gehen soll, und dass die Ruhrpott-Truppe in den letzten Jahren nichts verlernt hat. Sänger Pan, der seinen ersten Langspieler mit der Band veröffentlicht, orientiert sich stimmlich an Metal-Heroen wie Rob Halford oder Tim „Ripper“ Owens. Klasse Opener!

Ziemlich heavy geht es weiter mit DREAM OF LIFE. Raue Gangshouts und knackige Gitarrenriffs bestimmen das Stück, das sich live – sobald wieder möglich – als echter Nackenbrecher entpuppen dürfte.

THE DEVIL AND HER SINS ist die erste Single-Auskopplung des Albums und schlägt in die gleiche Kerbe, wobei der Refrain um einiges hymnischer ausfällt und durch Pans Reibeisenstimme in den Strophen ein Spannung aufbauendes Gegengewicht erhält. Das Musikvideo zum Track ist bereits erschienen, macht euch also am besten selbst ein Bild!

Ein bisschen Maiden-Feeling kommt beim nächsten Stück GHOST IN A SHELL auf, das durch seine Gitarrenläufe gelegentlich an die Übernummer 'Fear Of The Dark' erinnert. Ein etwas gesetzterer Song, der dennoch im positiven Sinne rau und kantig aus den Boxen tönt. Schönes, rotziges Gitarrensolo im Schlussteil.

ARISE OF THE MAMMON zieht das Tempo wieder an und könnte auch als Hommage an die Kollegen von Judas Priest durchgehen. Epischer Refrain und ein Gedankenanstoß, ob man dem schnöden Mammon wirklich derart huldigen sollte, wie es dieser Tage nur zu oft geschieht.

Eine stampfender Midtempo-Koloss mit Hymnen-Charakter, der es in sich hat, folgt in Form des Tracks INFERNO.

Der nächste Song VOICES baut sich zwar langsam auf, gipfelt aber in einem flotten Refrain mit Ohrwurm-Charakter und – passend zum Titel – Oh-ho-ho-ho-Chören, die sich mit Flitzefinger-Gitarrenparts abwechseln.

Für den nun folgenden Track ist es unerlässlich, ein wenig auszuholen. Bei den STRIGOI VII handelt es sich der rumänischen Legende nach um sogenannte lebende Vampire, im Gegensatz zu den untoten „Strigoi morți“. Zu Lebzeiten verflucht, müssen einige Menschen nach ihrem Tod als „Strigoi vii“ das Grab verlassen und ihr schreckliches Unwesen treiben. Langer Rede kurzer Sinn: eingängiges Uptempo-Stück mit rumänischem Sprechpart, das sich ins Gehirn fräst und zu einem echten Dauerbrenner werden könnte.

Rotzig, fast schon ein bisschen punkig startet TIME RUNS SLOWLY, entwickelt sich dann aber unverhofft zu einer waschechten Heavy-Metal-Nummer mit Gangshouts und Thrash-Schlagseite in der Strophe. Coole Überraschung!

Unheilvoll schallt danach der Song WE RULE THE NIGHT aus den Boxen, dessen Chorus allerdings eine Wendung in Richtung Power Metal nimmt und sich spätestens bei der zweiten Wiederholung zu einem hartnäckigen Ohrwurm entwickelt.

Apropos Ohrwurm: Der Schlusspunkt CLAYMORE 4.0 ist eine Neuvertonung des Band-Klassikers schlechthin, 'Claymore'. Mit keifendem Gesang, zeitgemäßem Anstrich und dem allen Fans wohlbekannten Refrain schlägt der Track eine Brücke zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Toller Abschluss für ein rundum gelungenes Album, das der lange Durststrecke ein Ende setzt und das altbekannte Sprichwort untermalt, dass gut Ding eben manchmal Weile haben will.

www.facebook.com/TheClaymore

Bands:
THE CLAYMORE
Autor:
Alexandra Michels

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