Festivals & Live Reviews


Pic: Amaya Mendizbal

Festivals & Live Reviews 03.06.2019, 15:32

SUZI QUATRO - Frankfurt, Alte Oper

Im Rahmen des W-Festivals (bei dem nur Frontfrauen mit ihren Bands oder Künstlerinnen auftreten) hat man mit der Verpflichtung von SUZI QUATRO erstmals einen härteren Act im Programm und die Rechnung geht auf. Die Sitzplätze in der Alten Oper (klar, dass in dieser Location der Sound wunderbar ist) sind nahezu ausverkauft und im Innenraum vor der Bühne treffen sich die Jüngeren des doch gealterten Publikums.

Nachdem die Amerikanerin vom Veranstalter angesagt wird, beginnt zu früher Stunde (18 Uhr!) und ohne Vorband ein langer Abend. Was folgt, ist eine interessante Zeitreise durch die Karrierestationen der Wahlhamburgerin SUZI QUATRO, die Anfang der Siebziger ihre Hochzeit hatte. Darin integriert sie neben den Klassikern der Siebziger gleich vier Nummern des aktuellen Albums und reiht weitgehend Hit an Hit ('The Wild One', 'Mama's Boy', 'Stumblin' In', '48 Crash', 'Tear Me Apart', 'I May Be Too Young', 'She's In Love With You', 'Rock Hard' (ja!), 'Can The Can', 'Devil Gate Drive', 'If You Can't Give Me Love') und ergänzt das Ganze durch Nummern, die sie beeinflusst haben ('Rockin In The Free World', 'Keep A Knockin' und 'Sweet Little Rock'n Roller' - passender könnte kein Titel für sie sein). Da insgesamt über 20 Songs auf der Setlist stehen, beträgt die Spielzeit - verteilt auf zwei Halbzeiten - mehr als zwei Stunden. Wer dabei denkt, dass die Lady die Pause braucht, um sich zu erholen, liegt gänzlich falsch. Tritt sie im ersten Teil der Show in einem Denim-Zweiteiler auf, steckt sie später in ihrem sexy Ledereinteiler und das mit fast 69 Jahren. Überhaupt steht die Rocklady noch voll im Saft, lässt keine Anstrengung erkennen, ist gut bei Stimme, wackelt mit ihrem Hinterteil, nimmt sich Zeit für Anekdoten und freut sich einfach, dass sie nach 55 Jahren im Musikbusiness immer noch am Start sein kann.

Während andere Musiker ihres Alters auf Abschiedstour sind, dürfte die Amerikanerin noch einige Jahre am Ball bleiben. Gut so, denn ihre Konzerte sind immer noch eine Berührung mit den Wurzeln des Hardrocks (na ja, die neue Karibiksoundnummer 'Love Isn't Fair' hätte nicht sein müssen) und eine kurzweilige Angelegenheit. So darf man die Ehrendoktorin der Musik, Schauspielerin und Radiomoderatorin respektvoll als Großmutter des Hardrocks bezeichnen. Keine Frau hat es in dem Musikgeschäft länger ausgehalten und auch kein Musiker spielt den Bass, mit dem sie fast eine Symbiose bildet, so cool wie „The Wild One“.

Bands:
SUZI QUATRO
Autor:
Wolfram Küper

Melde dich für unseren Newsletter an und verpasse nie mehr die wichtigsten Infos

Diese Seite verwendet Cookies. Erfahrt in unserer Datenschutzerklärung mehr darüber, wie wir Cookies einsetzen und wie Ihr Eure Einstellungen ändern und Cookies deaktivieren könnt. Darüber hinaus verwenden wir Cookies Dritter für die Einbindung audiovisueller Inhalte durch Youtube, Spotify und Soundcloud. Dem könnt ihr hier zustimmen oder dies ablehnen. Datenschutzerklärung ansehen.