Interview

Interview 14.11.2019, 12:23

SUIDAKRA - Zurück in die Zukunft

In diesem Jahr begehen SUIDAKRA, die mit ihrer Mischung aus Folk Metal und Melo-Death international bekannt wurden, ihr 25. Bandjahr. Das dafür neu aufgenommene Album „Echoes Of Yore“, ist mehr als eine einfache Hit-Sammlung und zeigt, welches neue Leben den Klassikern aus „Lays From Afar“, „Auld Lang Syne“ oder „Emprise To Avalon“ eingehaucht werden konnte. Wir sprachen mit Gründer Arkadius über die Details und Zusammenhänge.

Arkadius, ihr habt euer Jubiläums-Best Of-Album „Echoes Of Yore“, also Echos aus der Vorzeit, getauft. Die enthaltenen, neu aufgenommenen Songs stammen aus den Jahren 1997 bis 2002 und wurden von euren Fans ausgewählt. Wie lief das Prozedere genau ab?

»Wir wollten zum 25-jährigen Bandbestehen etwas Besonderes veröffentlichen, bei dem wir zugleich unseren größten Fans die Möglichkeit geben wollten, sich in unserer Bandgeschichte mit Hilfe dieses Kickstarter-Projekts zu verewigen. Das heißt, sie konnten dieses Projekt unterstützen und dabei einen Song aus den ersten Alben auswählen, den wir neu im Studio einspielten. Jeder wurde dafür im Booklet der CD persönlich mit Foto gewürdigt.«

Kannst du dich an Besonderheiten aus der Zeit um 2002/2003 erinnern, die „Signs For The Fallen“, das älteste nicht auf „Echoes of Yore“ vertretene Album von seinen Vorgängern unterschieden haben?

»Diese Zeit markierte tatsächlich einen Wendepunkt in unserer Bandgeschichte, da wir uns dem Melodic Death Metal deutlich öffneten. Wir hatten damals das Gefühl, dass wir unser musikalisches Spektrum erweitern mussten, um uns nicht zu wiederholen. Dadurch haben wir einen neuen Schub bekommen, ohne unsere Folk-Wurzeln zu verlassen, was wir dann auf der „Caledonia“ erfolgreich bewiesen haben.«

Seit dieser Zeit gab es viele Veränderungen bei SUIDAKRA. Vom heutigen Line-up war abgesehen von dir damals niemand dabei. Wie war die Erfahrung für euch, in dieser Konstellation in die damalige Zeit zurück zu gehen?

»Für mich persönlich war es der Reiz, die Songs nun so zu produzieren, wie ich es mir damals gewünscht hätte. Mit den jetzigen Bandmitgliedern kann ich das uneingeschränkt tun, da wir uns auf professionellem musikalischem Niveau bewegen. Wir können jetzt Dinge umsetzen, von denen wir damals noch nicht wussten, wie man es macht. Zum Beispiel auch orchestrale Arrangements.«

Einige dieser alten Hits begleiten euch auch noch heute bei Live-Konzerten und sind entsprechend kein Neuland für deine Mitmusiker. Seid ihr für die „Echoes of Yore“-Aufnahmen noch mal zusammen in Revision gegangen und habt besprochen, wo das Gitarrentuning und Arrangement angepasst wird, oder machst du das alles allein?

»Das Tuning der Gitarren hat sich in unserer Bandgeschichte immer wieder geändert. In den Anfangsjahren haben wir damit experimentiert, bis wir uns vor einigen Alben auf C als Tuning für unsere Instrumente festgelegt haben. Die alten Songs, wie zum Beispiel auch unser Klassiker 'Wartunes', wurden live somit bereits schon in das C-Tuning transferiert und auf Klick gespielt. Dadurch klingt es noch tighter. Bei anderen Songs haben wir uns am Original orientiert und im Detail unsere Ideen neu einfließen lassen.«

Die Produktion von Martin Buchwalter unterscheidet sich wie zu erwarten gewaltig von den Aufnahmen aus den Neunzigern. Am meisten fällt es meiner Ansicht nach bei 'Hall Of Tales' ins Gewicht. Sollte es hauptsächlich zeitgemäß und fett klingen, oder hast du auch bewusst die gleichen bzw. andere Instrumente und Amps verwendet?

»Insgesamt wollten wir alle Songs des Albums im Sound von SUIDAKRA 2019 klingen lassen, mit der kleinen Hommage an die alte Zeit, dass die Gitarren etwas kratziger klingen, als sonst. Bei 'Hall Of Tales' ist der Unterschied tatsächlich am größten, da dies das SUIDAKRA-Album mit dem schlechtesten Sound ever ist. Um so mehr freut es mich, dass wir jetzt den Song, bei dem ich schon immer viel Potential gesehen habe, mit unserer jetzigen Erfahrung neu aufnehmen konnten.«

Für Akustikgitarren und Klargesang habt ihr mit eurem früheren Bandkollegen Marcel Schoenen gearbeitet, der damals schon auf ruhigen Songs wie 'Rise Of Taliesin' zu hören war. Eine eher nostalgische Zusammenkunft oder werdet ihr auch wieder gemeinsam Neues aufnehmen?

»Wie du es richtig benannt hast, war es für uns eine nostalgische Zusammenkunft. Marcel hat großen Anteil an einigen alten Songs und es war auch der Wunsch der Fans, dass er dabei ist. Wir sind ihm dankbar, dass er so engagiert bei diesem Projekt mitgewirkt hat. Es hat großen Spaß gemacht. Wir haben aber nicht über Zukunftsplanungen gesprochen, zumal wir mit Sebastian die Position der Clean Vocals als festes Bandmitglied optimal besetzt haben. Für Gastmusiker stehen bei uns die Türen aber immer offen.«

Als neuer Gastmusiker ist u.a. Equilbrium-Frontmann Robert „Robse“ Dahn auf 'Havoc' zu hören. Magst du erzählen, wie es zu dieser Idee und auch zur Arbeit mit den klassischen Musiker/innen Shir-Ran-Yinon (ex-Live-Violinistin bei Eluveitie), Catalina-Popa-Mörck (Haggard) und Bernhard Mahlmeister (Horn im Orchester Würzburg) kam?

»Mit Robse kreuzen sich unsere Wege immer wieder. Es war irgendwann logisch, dass auch er einen Song von uns featuren muss. Mit den anderen Gastmusikern arbeite ich schon bei meinem Projekt Realms Of Odoric zusammen. Ich habe mir im Laufe der Jahre ein internationales Netzwerk mit Musikern aufgebaut, in dem man gegenseitig voneinander profitiert. Klar bin ich stolz, wenn zum Beispiel ein musikalisches Genie, wie Catalina-Popa-Mörck oder Shir-Ran Yinon dabei ist, die sich als Geigerin von New Model Army und unzähligen anderen großen Projekten einen Namen gemacht hat. Bei unserer letzten Wacken-Show 2019 war sie zum ersten Mal mit uns auf der Bühne und es hat sich angefühlt, als sei sie schon immer dabei.«

Hattest du Kontakt zu weiteren Mitgliedern aus den ersten Jahren der Band, die schließlich nicht am Jubiläum mitgewirkt haben oder mitwirken wollten?

»Mit den meisten habe ich keinen Kontakt mehr, oder wenn, dann nur sporadisch.«

Für den Track 'Morrigan' ist derzeit ein Video in Produktion. Worauf können die Fans sich freuen und wie seid ihr auf Jana Köpke aufmerksam geworden, die die Figur der Morrigan spielt?

»Der Videodreh war großartig. Es ist unser erstes Video, das in Hamburg gedreht wurde und ich denke es wird mit 'Balor' zusammen das düsterste Video von SUIDAKRA. Grund ist die Geschichte um die keltische Kriegsgöttin Morrigan. Wir konnten wieder David Thelen als Produzent engagieren, Katinka Melancholia hat uns ein unfassbar gutes Kostüm und Maske kreiert und wir hatten zusätzlich zu den Bandaufnahmen zwei Darsteller für die Story mit am Set. Jana hat sich durch einen Aufruf auf Facebook bei uns beworben. Wir haben uns für sie entschieden, da sie durch ihre Ausstrahlung perfekt für die Rolle der Morrigan gepasst. Beide Darsteller haben ihre Performance fantastisch gemeistert! Erste Fotos sieht man schon auf unserer Facebookseite.«

Live seid ihr bisher für die Wacken Winternights 2020 bestätigt. Gab es keine Gelegenheit zu einer kleinen Jubiläumstour zu Orten, an denen ihr damals schon gespielt habt und wo man ein komplettes „Echoes Of Yore“-Set anbieten konnte?

»Ich denke eher nicht. Da würde ich eher nochmal gerne in den Orten der letzten 15 Jahre auftreten, wie in den USA, Brasilien, Indien, China und Japan.«

Zum Schluss bleibt die klassische Frage, wie es im 26. Jahr der Band weitergeht. Ist es nach dem akustischen „Cymbric Yarns“ und der Jubiläumsphase wieder Zeit für ein reguläres Studioalbum?

»Das nächste Album ist definitiv in Planung. Allerdings haben wir dabei keinen Zeitdruck, sondern werden uns die Zeit nehmen, die es braucht, um das bestmögliche Produkt abzuliefern. Ich habe schon konkrete musikalische und inhaltliche Ideen für das neue Konzept und hätte Lust auf das härteste Album der Bandgeschichte.«

www.suidakra.com

www.facebook.com/Official.SuidAkrA

Bands:
SUIDAKRA
Autor:
Meredith Schmiedeskamp

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