Festivals & Live Reviews


Pic: Stefan Hackländer

Festivals & Live Reviews 16.05.2019, 14:00

SHINING, SRD - Oberhausen, Helvete

Niklas Kvarforth zieht es mit seinem Suizid-Black-Metal-Kommando SHINING nach einiger Zeit wieder auf die Bühnen Europas. Im Schlepptau haben die verrückten Schweden dabei eine slowenische Black-Metal-Kapelle namens SRD. Doch der Reihe nach.

Tourauftakt! Der Tourbus bleibt auf dem Weg nach Oberhausen liegen, es muss ein Ersatzfahrzeug beschafft werden und der Zeitplan ist somit für den Abend schon mal gesprengt. „Ihr steht nicht auf der Gästeliste“ hat man ja schon häufiger gehört, aber „die Gästeliste ist nicht da“ kommt dann schon weniger häufig vor. Leicht amüsiert geht es dann doch irgendwann mit Gästeliste und SRD los. Die etwas eindimensionalen Slowenen schrauben sich schon das ein oder andere Mitnick-Riff aus dem Hut und auch die zwischenzeitlich eigespielten osteuropäischen „Heidi-Intros“ haben auf eine bizarre Weise ihren Charme. Leider wiederholt sich das Positive zu oft und so wird die Mischung schnell ein wenig fad.


SHINING betreten anschließend in einer nie zuvor dagewesenen Besetzung die Bühne. Langzeit-Gitarrist Peter Huss ist gar nicht zur Stelle und wird vom Franzosen Silmaeth (ex-Mayhem, ex-Satyricon, beides ehemalige Live-Jobs) ersetzt. Das ganze Spektakel nimmt dann mit dem genialen Intro von „V – Halmstadt“ und dem anschließenden ‘Yttligare ett steg närmare total jävla utfrysning‘ seinen Lauf. Niklas spuckt Whisky in die vollen ersten Reihen, umarmt Fans, nimmt den filmenden Zuschauern ihre Handys weg (gute Aktion!) und ist vollends in seinem Element. Das kann man leider von seinen Mitstreitern nicht behaupten. Ein Verspieler jagt den nächsten, ein Gitarrensolo wird vergessen, das ein oder andere Riff weggelassen. Hauptsongwriter und Sänger Kvarvorth ist höchst verärgert und endschuldigt sich auch nach dem größten Desaster (‘Vilja & Dröm‘) und gibt zu Protokoll, dass Gitarrist Silmaeth ganze drei Tage hatte, um die Songs zu lernen. Vielleicht ist es auch dieser Tatsache geschuldet, dass die Setlist eher aus den nicht ganz so kreativen letzten beiden Alben besteht und die Großtaten, welche die Band zweifelsohne zu bieten hätte, nicht auf dem Zettel stehen. Dennoch hat das Konzert durch seine ziellose Chaotik einen absoluten Reiz und ist fernab von durchgestylten Plastik-Produktionen. Hier weiß halt nicht mal die Band, was als nächstes so passiert. Wenn dann zum Ende doch noch Übersongs wie ‘Låt oss ta allt från varandra‘ und ‘For The God Below‘ mit ihren Gänsehaut-Riffs gespielt werden, hat man doch noch alles was man braucht. Chaos ist halt leider auch irgendwie geil.


Foto: Stefan Hackländer

Bands:
SHINING
SRD
Autor:
Stefan Hackländer

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