Festivals & Live Reviews

Festivals & Live Reviews 26.06.2013

QUEENSRYCHE , U.D.O. - ROCK HARD FESTIVAL 2013 - Heute ein König!

Unsere Security sprach vom friedlichsten Festival aller Zeiten, alle Bands haben wie angekündigt gespielt, und selbst der Wettergott war einigermaßen gnädig: Es regnete zwar vor und nach dem Festival, aber am Freitag, Samstag und Sonntag blieb es trocken. Sonntag lockten Orchid sogar die Sommersonne ins Amphitheater, die dann doch noch für den traditionellen Pfingstsonnenbrand sorgte. Wir bedanken uns bei rund 7.500 Besuchern, die eine tolle Party mit uns feierten und einmal mehr bewiesen, dass man das beste, coolste und fachkundigste Metal-Publikum jedes Jahr Pfingsten im Gelsenkirchener Amphitheater trifft. You rock hard!

FREITAG

Der Wetterbericht im Vorfeld verströmte mehr Horror als das Gesamtwerk des Diamantenkönigs. Umso größer die Erleichterung, dass die Wolken trotz des höllischen Sperrfeuers von der Bühne dicht halten. HELLISH CROSSFIRE können zufrieden sein, denn trotz nicht gerade frühlingshafter Temperaturen füllt sich die Arena schnell mit thrashbegeisterten, mit Bierbechern bewehrten Zuschauern. Und die Nürnberger wissen ihre Rolle als Festival-Wecker perfekt auszufüllen. Mit ihrem old-schooligen Material und jeder Menge gekonntem Gitarrenposing provozieren sie bereits zu früher Tageszeit die ersten Sprechchöre. Ein toller Start in den ersten Tag! (bc)

Brutales aus heimischer Produktion heizt die Glut auch abseits der Grills auf dem Campingplatz weiter an. Nach viel zu langer Pause verarbeiten FLESHCRAWL mit neuem Basser wieder hör- wie sichtbar enthusiastisch Elchfleisch in Großküchenmargen. Das bizarre Pop-Intro mit eingesampelten Growls - ob es das Mashup mit Rihanna ist, müssen Experten bestätigen - irritiert. Doch mit ´As Blood Rains From The Sky´ steht fest, dass die Süddeutschen nichts von ihrer Brachialität verloren haben. Ihr Old-School-Death verleugnet niemals die Liebe zu den schwedischen und finnischen Brüdern, wird in ´Into The Fire Of Hell´ aber auch zur Bolt-Thrower-Walze. Fronter Sven fegt von den Riffs und Knüppelbeats seiner Kollegen getrieben wie eine Flipperkugel über die Bühne und animiert erfolgreich zum Mitgrowlen. ´Flesh Bloody Flesh´ und ´Made Of Flesh´ bringen im Finale mächtig Proteine, bevor ein derb runtergerotztes Cover des Carnage-Demoklassikers ´The Day Man Lost´ das Blutbad beendet. Geil! (btj)

Black Metal im Sonnenschein funktioniert nicht. Kapitel eins des „Alte Bauernregeln“-Almanachs. Allerdings lässt sich am Freitag kein einziger Sonnenstrahl blicken, und so stöpseln die Gespenster von DENIAL OF GOD ihre Instrumente in einer Art meteorologischer Twilight Zone ein. Mit dem schleppenden Horror-Doomer ´Funeral´ gehen Frontgrunzer Ustumallagam und seine weiß getünchten Zombies in ihr Gefecht, und anfangs will der Funken zum Publikum nicht so richtig überspringen. Das ändert sich jedoch, als die Dänen mit den Stücken ´Behind The Coffin´s Lid´ und ´The Book Of Oiufael´ das Tempo anziehen. Schritt für Schritt erspielen sich die Horror-Metaller das Amphitheater und überzeugen durch ein ausgewogenes Miteinander aus rüdem Black Metal, King-Diamond-mäßiger Theatralik und Musikalität. Auch in der Band selbst geht eine sichtbare Veränderung von anfänglicher Schüchternheit und Bewegungsarmut hin zu größerer Durchschlagskraft und Agilität vonstatten. Dennoch: Trotz des überzeugenden Auftritts bleibt festzuhalten, dass mir die Dunkelhorde bei Clubkonzerten noch ein bisschen besser gefällt. (wrm)

Es soll Leute geben, die es AUDREY HORNE übel nehmen, dass sie die wirklich coolen Alternative-Rock-Einflüsse ihrer ersten beiden Alben (Alice In Chains, Faith No More & Co. ließen grüßen) mittlerweile komplett über Bord geworfen haben. Aber auch der „neue“ Vintage-Rock-Sound steht den Norwegern bestens zu Gesicht und hat auf dem grandiosen „Youngblood“-Album seinen vorläufigen Höhepunkt gefunden. Auf der Bühne agiert der Fünfer tight wie Hölle und feuert seine von Ohrwurmmelodien durchtränkten Hits (große Klasse: ´Pretty Little Sunshine´) mit so viel Inbrunst und Energie durch die Boxen, dass im weiten Rund absolute Partystimmung angesagt ist. Sänger Toschie hat das Publikum voll im Griff, und die beiden Gitarristen erwischt man ständig bei Huldigungen in Richtung Thin Lizzy und Rainbow. Für die besten Resonanzen sorgt erwartungsgemäß der „Youngblood“-Überhit ´Redemption Blues´. Audrey Horne gehen heute ganz klar als einer der Tagessieger von der Bühne. (ps)

„Iced Earth treffen Nevermore“ - mehr war im Vorfeld über ASHES OF ARES kaum in Erfahrung zu bringen. Die Band um Matt Barlow, Freddie Vidales und Van Williams spielt heute ihren allerersten Gig und wird von den Fans herzlich empfangen. Wer insgeheim auf bekanntes Material der Vorgängerbands hoffte, geht leer aus, denn die Amis präsentieren ausschließlich Songs ihres noch nicht veröffentlichten Debüts, was der Stimmung an der Co-Headliner-Position nicht unbedingt zuträglich ist. Die Songs leben zwar von Barlows unverkennbarer Stimme, doch die Riffs reichen nicht an die eines Jon Schaffer heran. Trotzdem können Ashes Of Ares mit dem schnellen ´Move The Shades´ und der coolen Powerballade ´On The Wings Of A Warrior´ eine eigene Duftmarke setzen und Neugier auf ihr erstes Album schüren. Die technischen Probleme sind der Premiere geschuldet und entschuldigt, und so geht der Gig zwar nicht in die metallischen Geschichtsbücher ein, bleibt aber als sympathisch und solide im Gedächtnis. (jk)

Obwohl Besetzungswechsel schon immer zur Geschichte von U.D.O. gehören, waren die Trennungen von Stefan Kaufmann nach insgesamt 24 Jahren an der Seite von Udo sowie von Igor Gianola nach immerhin 14 Jahren Bandzugehörigkeit ein schwerer Einschnitt. Entsprechend groß ist die Spannung auf eine der ersten Shows in der 2013er Besetzung. Die beiden neuen Gitarristen Kasperi und Andrey wirken zwar noch nicht so charismatisch wie ihre Vorgänger, sind aber beide erstklassige Musiker, die sich auch von der großen Bühne nicht verunsichern lassen und von Minute zu Minute spielfreudiger um die Wette posen. Allerdings schießen sie mitunter übers Ziel hinaus, denn ihre exponierten Solo-Vorträge sind deutlich zu lang. Abgesehen davon gibt´s nichts zu meckern. Udo, Fitty und Francesco rocken wie immer arschtight, Sound und Licht sind gut, und bei der U.D.O.-fokussierten Setlist wird deutlich, wie viele eigene Hits die Band mittlerweile hat. Dass das große Finale dennoch die Accept-Klassiker ´Metal Heart´ und ´Balls To The Wall´ bilden, muss so sein! (ms)

SAMSTAG

Der zweite Festivaltag beginnt mit den schwedischen Retro-Recken SLINGBLADE, die mit den Songs ihrer Debütrille „The Unpredicted Deeds Of Molly Black“ tief in den achtziger Jahren verwurzelt sind. Musikalisch lässt vor allem die Gitarrenfraktion mit ihren perfekt aufeinander abgestimmten Twin-Leads nix anbrennen. Einzig Fronterin Kristina Karlsson wirkt auf der Bühne sichtlich nervös und geht so gut wie gar nicht aus sich heraus. Und als wäre das noch nicht genug, kackt auf einmal der komplette Schlagzeug-Sound ab. Die dadurch entstandene Pause überbrückt Johan Berg, der eine verdächtige Ähnlichkeit zu unserem Chefrocker Götz aufweist, mit einer kleinen, aber feinen Solo-Einlage, bevor es mit ´This Dream Will End´, dem mit Abstand langsamsten Stück des Sets, weitergeht. Zum Abschluss drückt der Fünfer mit ´Molly´s Death´ dann aber noch mal richtig auf die Rock´n´Roll-Tube und lässt alle Sorgen und kleinen Problemchen hinter sich. (ls)

HORISONT kommen, rocken und siegen! Klar, Retro-Rock ist auch Hype. Warum nicht einfach die großartigen alten Platten aus den Siebzigern hören? Wenn du dann aber eine auf der Bühne absolut leidenschaftlich agierende Band wie Horisont erleben darfst, verfliegen derartige Gedankengänge binnen Sekunden. Einfach zurücklehnen und sich mittels akustischer Zeitmaschine locker vier Jahrzehnte zurück in die Vergangenheit beamen lassen! Die Schweden geben gepflegt Vollgas und haben wunderbare Songs am Start, die immer wieder in herrlichen Twin-Guitar-Melodien oder orgiastischen, fast schon Skynyrd-artigen Gitarrenwällen kulminieren. Apropos Vollgas: Sänger Axel Söderberg hat offensichtlich bereits vor dem Auftritt für dezentes Standgas gesorgt, zumindest klingen die Ansagen fast schon wie Ozzy im Endstadium. Beim Gesang gibt der Mann aber absolut alles und screamt zuweilen in höchsten Tonlagen wie die Mutter aller Luftschutzsirenen. Beeindruckender Auftritt! (as)

Im Gegensatz zu ihrem Heimatland Schweden, wo MUSTASCH längst Stars sind, gehören sie hierzulande (noch) zu den bestgehüteten Szenegeheimnissen. Das selbstbetitelte 2010er Album wurde verkaufszahlenmäßig bei ihrem damaligen Label Nuclear Blast sogar als Totalflop verbucht. Das verwundert angesichts der heutigen Performance doch gewaltig, denn Mustasch sind geboren für die Bühne und finden eine Menge neuer Freunde. Ihr High-Energy-Rock mit lässiger Stoner/Alternative-Kante besitzt Klasse, Biss und ist mit großartigen Melodien gesegnet. Über allem thront jedoch der einzigartige, einnehmende Gesang von Frontmann Ralf Gyllenhammar. Der Typ versprüht Adrenalin und Testosteron pur, mit Eiern so dick wie Bowlingkugeln. Unfassbar geil, wie er zusammen mit seinen Mitstreitern Songs wie das unwiderstehliche ´Never Too Late´ oder den Dampfhammer ´Mine´ zum Besten gibt. So und nicht anders muss man das Amphitheater rocken! (ps)

Die Könige des Black-Thrash treten immer an, um zu gewinnen, und das ist auch heute nicht anders. ´Nekropolis Karthago´ und ´Devil´s Sword´ sind ein klasse Einstieg, und die Arena feiert begeistert ihre Helden. Die Festivalspielzeit verlangt natürlich Opfer, und so fehlen heute heiß ersehnte Hits wie ´Queens Of Sodomy´, ´Razor Ritual´ oder ´Tyrants Of The Netherworld´. Aber DESASTER haben auch so genügend Giftpfeile wie ´Teutonic Steel´, ´Satan´s Soldiers Syndicate´ oder ´Hellbangers´ im Köcher, um das Publikum mitten ins Herz zu treffen. Als man dann zum Finale auch noch die Slayer-Coverversion ´Black Magic´ ins Rennen wirft, ist die Stimmung endgültig am Siedepunkt angelangt. Ein schöner Tribut an den gefallenen Helden Jeff. Die Bandhymne ´Metalized Blood´ beschließt den regulären Set, bevor man mit einer Killerversion von Kreators ´Tormentor´ noch ein außerplanmäßiges Geschoss ins Festivalrund feuert. Eine tolle Mannschaftsleistung, aus der wie immer Gitarrist Infernal mit seiner coolen Bühnenpräsenz heraussticht. (bc)

2013 vereitelt kein Airline-Streik NAGLFARs Rückkehr ins Amphitheater, doch so recht will der nordschwedische Schwarzmetall-Sturm nach dem orchestralen Intro im Stil von Varghers altem Projekt Ancient Wisdom nicht losbrechen: In ´Pale Horse´ verweigert sich eine Rhythmusgitarre. Obwohl die Band das gar nicht bemerkt, wirkt ihre Präsenz zunächst leidenschaftslos. Entsprechend verhalten der Applaus. Das Quintett braucht Dunkelheit und Flammensäulen! Spätestens beim schleppenden Neuling ´Bring Out Your Dead´ hat es sich gefangen. ´I Am Vengeance´ führt zurück in die Tage, als Fronter Kris „nur“ Basser war, weg vom aktuellen „Teras“. Das Publikum taut auf, und beim Götz gewidmeten Debüthit ´As The Twilight Gave Birth To The Night´ ist die alte Begeisterung da. Daran kann selbst der sinnlos Jubel erheischende Strophenstopp von ´A Swarm Of Plagues´ nichts ändern. Der schwermütige Todeswalzer ´Harvest´ beschließt den Set auf Augenhöhe mit den musikalisch brillanten frühen Dissection. (btj)

Welche Tiere erlegt werden mussten, um die neuen Ledergeschirre von ENSIFERUM zu schneidern, entzieht sich leider meiner Kenntnis. Abgesehen davon ist der Gig eine glasklare Angelegenheit. Der partyaffine Folksound des Quintetts trifft beim Publikum voll ins Schwarze. Just mit dem ersten Ton lugt sogar die Sonne hinter den Wolken hervor, um dem Spektakel beizuwohnen. Im prall gefüllten Amphitheater herrscht richtig ausgelassene Stimmung, und in Sachen Crowdsurfing-Aktivitäten dürfen die Finnen locker den Tagessieg verbuchen. Respekt an dieser Stelle an die kräftigen Herren mit den dicken Oberarmen im Graben! Musikalisch lässt man wie gewohnt nix anbrennen, Spielfreude gepaart mit nordischer Präzision, einzig Fronter Petri Lindroos fehlt das letzte Quäntchen Charisma für die erste Liga. Der Reigen treffsicherer Kracher - egal, ob ´Retribution Shall Be Mine´ vom neuen Album oder Klassiker wie ´Ahti´ - scheint aber definitiv das Richtige für den sonnigen Spätnachmittag zu sein. (vw)

„Verstehen sie, was ich sage? Das ist Liebe!“ Wer keine Ahnung hat, wovon hier die Rede ist, hat den wohl amüsantesten und kurzweiligsten Auftritt des Wochenendes verpasst. Das bestens aufgelegte dänische Hardrock-Kommando D-A-D macht auch bei seinem zweiten Gig nach 2009 - damals allerdings noch im Nachmittagsprogramm - keine Gefangenen und legt mit Lausts fliegendem Drumriser und Basser Stigs brennendem Feuerwerkshelm sogar noch eine Schüppe drauf. Obwohl der Gitarrensound anfangs eher suboptimal aus den Boxen dröhnt, feiern die Zuschauer die alten Cowpunk-Hits (´Jihad´, ´Ridin´ With Sue´, ´Sleeping My Day Away´) von der ersten bis zur letzten Sekunde ab. Angesichts dieser Begeisterung wäre der eine oder andere weitere Klassiker - etwa ´Disneyland After Dark´, ´Laugh´n´A 1?2´ oder ´Girl Nation´ - anstelle der neueren Songs sicherlich wünschenswert gewesen. Das ist aber auch schon das einzige kleine Manko einer ansonsten jederzeit mitreißenden und spektakulären Partysause. (ls)

QUEENSRYCHE pulverisieren die Restskepsis über die neue Besetzung mit dem fantastischen Opener ´Queen Of The Reich´. Der markerschütternde Startschrei von Frontmann Todd La Torre zeigt, wohin die Reise geht: Die Seattle-Legende setzt auf die Traditionskarte, bis auf zwei brandneue Songs liegt der Schwerpunkt auf den Alben bis „Empire“. Die durch Gitarrist Parker Lundgren verstärkte Originalbesetzung mit Scott Rockenfield an den Drums, Bassist Eddie Jackson und dem leicht ergrauten Michael Wilton an der Gitarre kämpft mit Göttersongs wie ´Speak´, ´En Force´ oder ´Walk In The Shadows´ um jeden verlorenen Meter Reputation, und nach den epischen ´Roads To Madness´ und ´Take Hold Of The Flame´ ist der Fan-Frieden wieder hergestellt, und Queensryche werden als würdige Headliner gefeiert. Leider ist nach der Zugabe ´Empire´ schon Feierabend, und eigentlich als gesetzt angenommene Standards wie ´I Don´t Believe In Love´ bleiben in der Kiste. Trotzdem war die exklusive Europa-Premiere der „neuen“ Queensryche einer der magischen Momente des diesjährigen Rock Hard Festival. (jk)

SONNTAG

Brütende Hitze kommt auf, es ist noch nicht mal Mittag, ATTIC sind beim Soundcheck, Showtime ist in über einer halben Stunde - und die erste Reihe ist schon fast voll. Dazu verspricht der Sound Großartigkeiten, und das angespielte ´Where Dead Angels Lie´ von Dissection zeigt, dass die Einflüsse für schaurig-schöne Melodien auch bei klassischen Heavy-Metal-Bands über Mercyful Fate hinausreichen können. Dennoch gibt es Startschwierigkeiten: Die beiden Gitarren fallen in kurzen Abständen hintereinander aus, was die Musiker sichtlich aufregt. Auch der Sound pendelt sich erst nach zwei Songs ein. Das verzögert die Entfesselung des Horrorsturms, verhindern kann es ihn jedoch nicht. Vor schon erstaunlich vollen Reihen und interessant gemischtem Publikum (Spektrum: Black-Sabbath- bis Teitanblood-Fans) jagen die Festival-Nachbarn die zahlreichen Höhepunkte ihres Debüts „The Invocation“ ins Publikum und räumen damit komplett ab. Die Zugaberufe am überhasteten Ende der Show verwundern wenig.

Der lässigste Musiker des Festivals ist definitiv GOSPEL OF THE HORNS-Gitarrist Matt Schneemilch: Da reißt dem Mann im schönsten Bombenhagel-Apokalypse-Rumpel-Thrash-Gewitter eine Seite, und er geht in stoischer Gelassenheit (das komplette Gegenteil zu den beiden überdrehten Attic-Klampfern) zur anderen Bühnenseite, holt sein Ersatzinstrument, stimmt noch mal in aller Ruhe durch und kramt in der Hosentasche nach einem Plektrum - und das alles, während seine Kollegen weiterknattern, ohne auch nur eine Spur Unsicherheit oder auch nur Verwunderung zu zeigen. Das gewinnende Lächeln, das die beiden Saitenquäler am Ende der Aktion tauschen, spricht Bände. Von diesem sympathischen Zwischenfall abgesehen gibt es eine Dreiviertelstunde lang durchgehend auf die Fresse, ohne Animation, ohne Firlefanz, einfach nur durch und durch Headbangen, bis der Nacken schreit. Das sieht auch eine zumindest auf dem Vorplatz noch mal deutlich angewachsene Menge genauso und lässt die Sau raus. (fp)

Wer sich als „We are pirates“ bezeichnet und einen gleichnamigen Song spielt, müsste eigentlich mit einem Schiff den Rhein-Herne-Kanal raufschippern und stilecht am Gelände anlegen. Aber auch so bieten ORDEN OGAN einen soliden Auftritt und zeigen, wie man Melodic Power Metal mit Folk-Einschlag jenseits der italienischen Weichspüler-Variante spielt. Im Vergleich zu ihrem ersten Auftritt 2010 gehen die spielfreudigen Sauerländer noch professioneller vor und lösen sich immer mehr von den Blind-Guardian-Einflüssen. Zwar bewegen sich die zahlreichen Einspielungen der Chöre und Keyboards an der Grenze dessen, was einen wahren Liveauftritt ausmacht, aber missen möchte man sie als prägende Bestandteile der Nummern auch nicht. Letztlich kommt der Auftritt im Amphitheater einem Siegeszug für das unter seinen Endzeitkostümen bestimmt saumäßig schwitzende Quartett gleich. (wk)

Heaviness ist nicht unbedingt eine Frage des Sounds, sondern vor allem der Einstellung. Bester Beweis für diese These sind die Hippie-Doomer ORCHID, die sich herrlich authentisch auf die Basics des Genres berufen. Sich zwischen aufgeblasenen Metal-Acts mit nur einer leicht angezerrten Gitarre zu behaupten, dazu gehört Mut. Für das Quartett aus San Francisco ist es darüber hinaus der erste Auftritt überhaupt vor einem echten Metal-Publikum, dementsprechend nervös ist die Band. Doch der Funke springt direkt über. Düster und heavy walzen Orchid auf einem unaufhaltsamen Riff-Lavastrom hinab in die Abgründe der Finsternis - und das bei strahlendem Sonnenschein. Songs wie ´Wizard Of War´, ´Eyes Behind The Wall´ oder das grandiose ´He Who Walks Alone´ sind moderne Manifeste für puristische Zeitlupen-Rocker, die konsequente Fortsetzung dessen, was Black Sabbath, Saint Vitus, Trouble, Witchfinder General oder Pentagram vorgelebt haben. Das pickepackevolle Amphitheater frisst der Band aus der Hand. Ein echter Triumphzug. (mbo)

Nicht dass Absicht dahinterstecken würde, aber beim diesjährigen RHF solidarisieren wir uns einige Male mit Acts, denen ihre Sänger mit großem Krawall abhandengekommen sind. Gestern gab es Queensryche ohne Geoff Tate, und auch bei TANK ist verwirrenderweise gerade ein schlechtgelaunter Ex-Frontmann mit ´ner neuen Scheibe unter dem alten Bandnamen am Start. Dennoch hat man sich mittlerweile daran gewöhnt, dass „unsere“ Tank nach dem Neustart mit Ex-Rainbow-Prachtkerl Doogie White eher im klassischen Hardrock zu verorten sind. Daher ist es semitoll, dass ebenjener wegen ´ner Kollaboration mit Michael Schenker ausfällt und durch ZP Theart ersetzt wird. Der ist durch seine Vergangenheit bei den doch etwas albernen Dragonforce nicht die Stimme, mit der ich ´Honour And Blood´ und ´This Means War´ hören mag. Seine Spielfreude und Professionalität in Ehren, aber der Jack-Sparrow-Look, das ständige Spritzen mit Wasser und Rumspielen am Hosenstall karikieren auch aktuelle Hits wie ´War Nation´ ein Stück weit. Speziell unter alten Fans gibt´s daher ein paar lange Gesichter. (jj)

Noch nie haben wir zu einer kleinen Tour so viele enthusiastische Leserbriefe bekommen wie zur letzten Club-Rundreise von THRESHOLD. Die Fangemeinde schwärmte von überirdischer Spielfreude, einer alles wegblasenden positiven Energie, einem technischen Niveau zum Zungeschnalzen - und in Gelsenkirchen knüpfen die Briten nahtlos an ihre jüngsten Triumphzüge an. Damian Wilson, der in den letzten Jahren zu einem der charismatischsten Frontmänner des Planeten gereift ist, rennt zwischenzeitlich im Adrenalinrausch bis hoch zum Mischpult, Trommelzwerg Johanne James steckt alle anderen Drummer des Wochenendes problemlos in seine winzige Hosentasche, und der Rest der Truppe rockt so agil und leichtfüßig, wie man als Prog-Metal-Band nur rocken kann. Einziges Manko des Gigs, in dem ´Ashes´, ´Don´t Look Down´ und ´The Rubicon´ vom aktuellen Überwerk „March Of Progress“ sowie das abschließende ´Slipstream´ die Elf-Punkte-Songs in der Zehn-Punkte-Setlist bilden: Er ist ungefähr zwei Stunden zu kurz. (mr)

SEPULTURA passen ebenfalls in obige „Acts, die mit dem Abgang eines dominanten Frontmanns klarkommen müssen“-Problemschublade. Auch hier hat zudem kein Originalmitglied bis heute durchgehalten, und sämtliche Alben seit Max Cavaleras Ausstieg sind von jeglichem Klassikerstatus weit entfernt. All dieser theoretische Ballast könnte uns heute mal kreuzweise, wenn Sepultura analog zur Ansage von Gitarrist Andreas Kisser tatsächlich 30 Jahre Bandgeschichte feiern würden. Stattdessen gibt es viele Semihits der Derrick-Green-Ära, die sich eh meist bemühen, den Spirit der „Roots“-Phase wiederzubeleben, und zu wenige ganz große Classics, die dann aber super Resonanzen einfahren und das Publikum Derricks in niedlichem Deutsch geröhrtes „Alles super, alles geil!“-Statement blind unterschreiben lassen. (jj)

Die Bühne als teuflischer Friedhof: vorne ein eiserner Zaun, im Hintergrund eine riesige Kirchenmauer, über allem wacht ein rot glühendes Pentagramm. So und nicht anders hat es auszusehen, wenn KING DIAMOND vor das Publikum tritt. ´The Candle´ eröffnet mit roher Wucht das lange herbeigesehnte Konzert. Zerstreut sind mögliche Bedenken, der King hätte in den Jahren weitgehender Abstinenz irgendetwas verlernt. Sein Falsett ist markerschütternd wie eh und je, sein Charisma ist es auch. Mit Hut, Stock und Knochenmikro stapft er über die Bühne, dirigiert die Meute und seine Musiker. Zu ´Welcome Home´ schiebt er Grandma über die Bühne oder wird in ´Shapes Of Black´ von einer schattenhaften Gestalt umtanzt. Unsterbliche Klassiker wie ´Sleepless Nights´, ´Eye Of The Witch´ oder Mercyful Fates ´Evil´ und ´Come To The Sabbath´ stehen in der Setlist neben Kuriositäten wie ´Voodoo´ oder dem atmosphärischen Intermezzo ´Up From The Grave´. Verwunderlich nur, dass er die letzten drei Songs als einzelne Zugaben spielt, zumal eigentlich noch eine Menge Zeit übrig ist. (Zur Erklärung: King Diamond ging um 21.20 Uhr statt zehn Minuten später auf die Bühne, um noch einen Extrasong in seine Setlist eínbauen zu können - was er auch getan hat. Am Ende waren dann trotzdem sechs Minuten Spielzeit übrig. Unterm Strich war die Show also 94 Minuten lang. - Red.) Egal, King Diamond sei der Extra-Applaus gegönnt. Auf dass er seine Form und Stimme noch lange behalte! (tb)

Vom Rock Hard Festival berichteten: Bruder Cle (bc), Björn Thorsten Jaschinski (btj), Wolf-Rüdiger Mühlmann (wrm), Patrick Schmidt (ps), Jakob Kranz (jk), Marcus Schleutermann (ms), Lisa Stegner (ls), Andreas Stappert (as), Volkmar Weber (vw), Felix Patzig (fp), Wolfram Küper (wk), Mike Borrink (mbo), Jan Jaedike (jj), Tobias Blum (tb) und Michael Rensen (mr).
? Wir bedanken uns beim gesamten Team, allen Mitarbeitern, unseren Praktikanten und unserer Security für einen (mal wieder!) unglaublich tollen Job. Ihr seid die Allerbesten!

RANDNOTIZEN

  • Auch Holgers Nachwuchs ließ sich den Orchid-Gig auf Papas Schultern nicht entgehen und wurde von „Onkel“ Götz bei dieser Gelegenheit gleich in die Geheimnisse der Pommesgabel eingeweiht.
  • Glück im Unglück für ASHES OF ARES-Gitarrist Freddie Vidales: Beim Feierabend-Bier in der Hotelbar stieß der Klampfer versehentlich mit dem Ellenbogen ein paar Gläser auf dem Tresen um, die umherfliegenden Splitter verursachten stark blutende Wunden an seiner Hand. Beim Krankenhausbesuch stellte sich jedoch heraus: alles nicht so wild. Die Wunden konnten problemlos genäht werden.
  • DESASTER knatterten sich durch ein grandioses ´Black Magic´-Cover, das Amphitheater drehte durch - und zeitgleich las eine junge Frau in der ersten Reihe seelenruhig ein Buch. Aber es ging noch besser: Am Sonntag wurde eine Dame strickend (!) während der Sepultura-Show gesichtet.
  • Amtlicher Sinnlos-Dialog zwischen QUEENSRYCHE-Sänger Todd La Torre und unserem Götz: »Ich habe mir gestern ein Stück eines Vorderzahns weggehauen. Diese Ecke ist ganz schön spitz, und ich kann meine Zunge einfach nicht weglassen.« - »Das ist natürlich Käse, aber ich glaube, wir haben irgendwo was zum Zähneputzen.« - »Danke, aber das wird wohl kaum helfen.« - »Zahnputzzeug gibt´s ja jetzt auch zum Kauen!«
  • ORCHID waren so dermaßen von ihrem ersten großen Auftritt vor so vielen Zuschauern berührt, dass man die Jungs irgendwann sogar mit ein paar Tränchen der Rührung rumrennen sah. Bassist Keith und Schlagzeuger Carter erwischte der Glücks-Blues am stärksten. Während der Autogrammstunde umarmten die beiden vor lauter Glückseligkeit einen Fan nach dem anderen.
  • Trotz der Fehde der beiden TANK-Lager (das Line-up um die Gitarristen Cliff Evans und Mick Tucker vs. Originalbassist/-Sänger Algy Ward) steht laut Cliff für Algy die Tür bei „seinen“ TANK weiterhin offen: »So ein schwaches Album wie „Breath Of The Pit“, mit mieser Produktion und schlechten Vocals, hat er nicht nötig. Als Sänger ist er durch, aber wenn er sich das Saufen abgewöhnt, könnte er bei uns jederzeit wieder Bass spielen. In dem Bereich ist er der Beste, den ich kenne.«
  • Neben dem Rock-Hard-Autogrammstand verfing sich eine Krähe zwischen dem Absperrgitter und dem Geländer. Das arme Tier konnte sich nicht mehr selbständig befreien und geriet in Panik, aber ein Federvieh mit einem solch kräftigen Schnabel will man in dieser Situation auch nicht schutzlos anfassen. Da sprangen die Leute von den Johannitern ein: Mit dicken Handschuhen ausstaffiert, griff einer der Helfer beherzt zu und konnte den Vogel aus seiner misslichen Lage befreien.
  • Backstage entspann sich eine Diskussion über akzeptierte Metal-Bartmode. Fazit: Es gibt nur zwei relevante Stile, entweder „Lemmy“ oder „ZZ Top“. Das Modell „Rudolf Schenker“ hingegen wird als nicht mehr zeitgemäß eingestuft.
  • Als besonders hinterhältig entpuppte sich die Tränke am Oberrang des Amphitheaters: Der Boden vor dem Tresen ist vergittert, und wenn fahrige Finger Kleingeld fallen lassen, sind die Münzen in zehn Metern Tiefe für immer verloren.
  • Definitiv einen über den Durst getrunken hatte die komplette HORISONT-Mannschaft, die bei der Queensryche-Show am Bühnenrand weiterfeierte und es schaffte, die Crew der Band so sehr zu behindern und zu nerven, dass diese richtig böse wurde. Zum Glück griff Kollege Himmelstein ein, verfrachtete die Schweden in das nächstbeste Taxi und verhinderte damit Schlimmeres.
  • Das KING DIAMOND-Meet-&-Greet, das Samstag Nachmittag im Backstage-Bereich stattfand, war das genaue Gegenteil des W.A.S.P.-Fiaskos des letzten Jahres: Obwohl zehnmal so viele Besucher den King treffen wollten, gab er sich - im Gegensatz zu Möchtegern-Superstar Blackie Lawless - völlig unkompliziert. Jeder Fan bekam Unterschriften, Fotos, Smalltalk, Getränke und mehrere königliche Umarmungen; alle waren glücklich. King hätte gerne eine echte Autogrammstunde abgehalten - aber das wäre bei dem zu erwartenden Ansturm ein echtes Sicherheitsrisiko gewesen. Außerdem hätte King Diamond jeden einzelnen Fan bis in die frühen Morgenstunden hinein zugetextet und am nächsten Tag keine Stimme mehr gehabt. Beispiele dafür hat es in der Vergangenheit ja zur Genüge gegeben!

UND WAS MEINT...?

Jan Jaedike

Wer war die beste Band des Festivals?

D-A-D: komplett hippiefreier Breitwand-Rock von sauguten Musikern mit einem immensen Entertainment-Faktor, einer ganz leichten, völlig legitimen Blasiertheit und der besten Publikumskommunikation des Festivals.

Wer war die schlechteste Band des Festivals?

Ashes Of Ares. „Schlecht“ ist zu negativ formuliert, aber auch unter Berücksichtigung der „Das war die erste Show überhaupt“- und „Die Songs kannte ja noch niemand“-Ausreden kann man von ´ner Quasi-Allstar-Band mehr erwarten. Zumindest ein Iced-Earth-Classic oder das zuvor einstudierte Mercyful-Fate-Cover ´A Dangerous Meeting´ hätten drin sein müssen. Zudem wurde Matt Barlow 24 Stunden später von Todd La Torre geradezu pulverisiert.

Wer war die größte Überraschung?

Die Keyboarderin von Ensiferum: Die Gute kann ihrem Instrument sogar die tollsten Töne entlocken, wenn sie anderthalb Meter von der Kiste entfernt steht.

Welcher RH-Mitarbeiter ist dir am meisten auf den Sack gegangen?

Überraschenderweise niemand. Man gewöhnt sich halt an alles.

Deine Wunschband 2014?

Master, Mortillery, Warhammer und Xentrix (dürfen allerdings nicht ´Ghostbusters´ spielen)

Jakob Kranz

Wer war die beste Band des Festivals?

King Diamond, Queensryche, Orchid, D-A-D, Audrey Horne

Wer war die schlechteste Band des Festivals?

Keine.

Wer war die größte Überraschung?

Todd La Torre überzeugt als souveräner Frontmann, D-A-D kauderwelschen königlich, und der King ist der King ist der King.

Welcher RH-Mitarbeiter ist dir am meisten auf den Sack gegangen?

Mir? Keiner! Im Gegenteil, ich wurde herzlich aufgenommen („Ah, gut, dass du da bist. Kannze ma schnell Horisont ansagen?“) und hoffe, keinem auf den Sack gegangen zu sein.

Deine Wunschband 2014?

Screamer, Dead Lord, Saint Vitus, Primordial, Fates Warning

Wolf-Rüdiger Mühlmann

Wer war die beste Band des Festivals?

Desaster (Verprügeln macht Spaß!) und Denial Of God (dankbare Spielfreude und unterhaltsames Okkultspektakel)

Wer war die schlechteste Band des Festivals?

Die habe ich mir gar nicht erst angeguckt.

Wer war die größe Überraschung?

Mustasch (waren früher eine grottenschlechte Liveband, mittlerweile treten sie Arsch und bieten Entertainment)

Welcher Rock-Hard-Mitarbeiter ist dir am meisten auf den Sack gegangen?

Eigentlich keiner. Mir tat Schleuti allerdings sehr leid, denn er musste auf dem Festival den Abstieg seiner Fortunen verdauen.

Deine Wunschband 2014?

Bitte endlich mal Journey! Dazu Triptykon, The Ruins Of Beverast, Electric Wizard, Venenum, Screamer, Midnight und Blood Ceremony. Generell bitte mehr echte Wunschbands buchen! Es kann nicht Aufgabe des Rock Hard Festival sein, Ensiferum zu ihrem 5.000. Deutschland-Konzert zu verhelfen sowie den Niedergang von Sepultura um eine Stunde zu verzögern.

Boris Kaiser

Wer war die beste Band des Festivals?

Queensryche. Eine Setlist zum Niederknien und mit Todd La Torre ein neuer Sänger, der alles kann und zudem stolz ist, Teil dieser Legende sein zu dürfen. Ansonsten goil: D-A-D, Orchid, Attic und natürlich auch der King.

Wer war die schlechteste Band des Festivals?

Nun ja, ich habe mich schon besser unterhalten gefühlt als bei Ensiferum und Orden Ogan. Von Ashes Of Ares habe ich nur ein paar Songs gesehen, das hat mich aber auch nicht gerade gekickt.

Wer war die größte Überraschung?

Threshold, weil sie als progressive, nicht allzu harte Band auch auf dem RHF super funktioniert haben. Außerdem Sepultura: Seit „Arise“ keine geile Platte mehr gemacht, aber live wegen ihrer Power immer noch sehenswert.

Welcher Rock-Hard-Mitarbeiter ist dir am meisten auf den Sack gegangen?

Rensen. Drei Tage lattenstramm und einen unverschämten Spruch - „Jetzt wird georgelt!“, „Willste Flöte sehen?“ - nach dem anderen auf den Lippen. Schön war das wirklich nicht.

Deine Wunschbands 2014?

Ganz spontan: Heaven Shall Burn, Dead Lord, Gojira, Electric Wizard, Midnight, Arch/Matheos, Zodiac, Vektor, Blood Ceremony, Extol, Long Distance Calling.

Michael Rensen

Wer war die beste Band des Festivals?

Threshold (unfassbare Spielfreude, unglaubliche Energie, unschlagbare Songs!)

Wer war die schlechteste Band des Festivals?

Desaster (schlampiges Krawallgeschepper ohne jeden Groove)

Wer war die größte Überraschung?

Sepultura (hätten auch als Headliner auftreten können - die Cavaleras wurden kaum vermisst)

Welcher RH-Mitarbeiter ist dir am meisten auf den Sack gegangen?

Jonny Rönnebock (nie war der Kerl da, wenn man ihn mal brauchte)

Deine Wunschband 2014?

Arch/Matheos

Ronny Bittner

Wer war die beste Band des Festivals?

Orchid, weil mich die geile Atmosphäre im Amphitheater, die coole Performance und Theo Mindells Stimme fast zu Tränen gerührt haben. Und wegen der besten Ansage des Festivals: „California hippies brought you sunshine!“

Wer war die schlechteste Band des Festivals?

Desaster hatten mit Abstand den schlechtesten Sound (viel zu laut und übersteuert) von allen Bands, die ich gesehen habe.

Wer war die größte Überraschung?

Die von Derrick Green gefronteten Sepultura haben mir diesmal erstaunlich gut gefallen. Besonders „Chaos A.D.“-Großtaten wie ´Slave New World´, ´Territory´ und ´Biotech Is Godzilla´ kamen gut rüber.

Welcher RH-Mitarbeiter ist dir am meisten auf den Sack gegangen?

Da ich Herrn Kupfer diesmal nicht im Vollrausch erlebt habe: gar keiner.

Deine Wunschband 2014?

Devin Townsend Project, Black Breath, Vektor, Carcass, Clutch, Ghost Brigade, Obituary

Conny Schiffbauer

Wer war die beste Band des Festivals?

D-A-D. Geile Liveshow, viel Spielfreude und cooler Humor (am besten war Bassist Stig mit dem „Nasty“-Schriftzug auf seiner Bondage-Kluft und den wie immer abgefahrenen Bässen).

Wer war die schlechteste Band des Festivals?

Gab´s nicht. Nur diverse Fans, die nach ein paar Bier in der Birne bei den melodischen Bands arg schief mitgesungen haben.

Wer war die größte Überraschung?

U.D.O. Nach dem eher mäßigen letzten Album hatte ich keinen so starken Auftritt erwartet.

Welcher RH-Mitarbeiter ist dir am meisten auf den Sack gegangen?

Keiner. Waren alle lieb.

Deine Wunschband 2014?

Lamb Of God, Bullet

Holger Stratmann

Wer war die beste Band des Festivals?

D-A-D: grandiose Show, Musik und Ansagen.

Wer war die schlechteste Band des Festivals?

Slingblade. Trotz Schweden-Blondine und Kühnemund-Doppelgänger eher belanglos.

Wer war die größte Überraschung?

Queensryche entpuppten sich als professionelle, höfliche Zeitgenossen und standen zum Interview mit kompletter Mannschaft bei zehn Grad pünktlich vor der Tür. Nicht schlecht für 20 Millionen verkaufte Platten.

Welcher RH-Mitarbeiter ist dir am meisten auf den Sack gegangen?

Komischerweise keiner. War wohl stets zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort.

Deine Wunschband 2014?

Jello Biafra And The Guantanamo School Of Medicine

Frank Albrecht

Wer war die beste Band des Festivals?

D-A-D (die ultimative Party-Band mit Stil, Charme und Spektakel). Ebenfalls großartig: Queensryche (toller Sänger, starke Setlist), natürlich King Diamond (Gänsehaut pur!), Mustasch (klasse Songs, bestes Entertainment) und Sepultura (sind live einfach eine Macht - und dazu eine absolute Wunschband, die von sehr vielen Festivalbesuchern gefordert wurde, Herr Mühlmann!)

Wer war die schlechteste Band des Festivals?

Richtig schlecht war niemand. Horisont gaben mir musikalisch allerdings gar nix, und der Sänger nervte kolossal. Bei Orden Ogan kam für meinen Geschmack zu viel vom Band, und ZP Theart passt überhaupt nicht zu Tank.

Wer war die größte Überraschung?

Denial Of God - hätte nicht gedacht, dass deren Sound auch bei Tageslicht so gut funktioniert.

Welcher RH-Mitarbeiter ist dir am meisten auf den Sack gegangen?

Diesmal waren alle lieb zu mir.

Deine Wunschband 2014?

Hypocrisy, Accu§er, Deserted Fear, Mystic Prophecy, Chapel Of Disease, Onslaught, Dragonforce

Thomas Kupfer

Wer war die beste Band des Festivals?

Audrey Horne (die besten Twin-Guitars seit Thin Lizzy), Orchid (der coolste Doom seit Black Sabbath), Queensryche (wer braucht Geoff Tate?), Attic (Mercyful Fate, anyone?), Sepultura (Roots bloody roots!) und das Dänen-Doppel D-A-D und King Diamond, das showmäßig alles in den Schatten gestellt hat.

Wer war die schlechteste Band des Festivals?

Ich habe keine wirklich schlechte Band gesehen. Wie auch? Wir reden übers Rock Hard Festival, baby!

Wer war die größte Überraschung?

Queensryche, die mit Todd La Torre super funktionieren, und Sepultura, die live immer noch eine Macht sind.

Welcher Rock-Hard-Mitarbeiter ist dir am meisten auf den Sack gegangen?

Bruder Cle. Stottert mir drei Nächte lang im Stile eines Hotline-Anbieters die Nummer seines Hotelzimmers ins Ohr („Neun-null-zwei!“), um mich auf einen 15 Jahre alten Single Malt einzuladen, vergisst aber dabei, dass ich inzwischen komplett abstinent lebe.

Deine Wunschbands 2014?

Long Distance Calling, Doogie White, Exodus, Lamb Of God, Watain, Witchcraft

Andreas Himmelstein

Wer war die beste Band des Festivals?

Orchid (grandioser Sound), Audrey Horne (geil gespielt, noch besser gepost)

Wer war die schlechteste Band des Festivals?

Orden Ogan (zu kitschig und zu viel Konserve)

Wer war die größte Überraschung?

Queensryche (grandiose Performance von Todd La Torre)

Welcher Rock-Hard-Mitarbeiter ist dir am meisten auf den Sack gegangen?

Unser Ex-DVD-Moderator Mambo Kurt im Allgemeinen und mit seiner pietätlosen ´South Of Heaven´-Verwurstung im Speziellen.

Deine Wunschband 2014?

Year Of The Goat, The Scams, Dead Lord, Airbourne, Midnight

Jens Peters

Wer war die beste Band des Festivals?

D-A-D haben die beste Party gemacht, Orchid musikalisch ALLES weggeblasen.

Wer war die schlechteste Band des Festivals?

Horisont waren zwar nicht wirklich schlecht, aber der Sänger war mir zu früher Stunde zu anstrengend.

Wer war die größte Überraschung?

Orden Ogan haben für ihre eigentlich sehr gute Show zu viel auf die Konserve zurückgegriffen. Ich hoffe, das wird nicht zur Gewohnheit.

Welcher Rock-Hard-Mitarbeiter ist dir am meisten auf den Sack gegangen?

Tatsächlich: keiner.

Deine Wunschbands 2014?

Lizzy Borden und - wie seit Jahren - Twisted Sister.

Götz Kühnemund

Wer war die beste Band des Festivals?

Orchíd, Audrey Horne, Queensryche, D-A-D, Denial Of God - und natürlich der King.

Wer war die schlechteste Band des Festivals?

Schlecht im eigentlichen Sinne war aus meiner Sicht niemand - aber Tank haben mit ZP Theart einen unpassenden Sänger präsentiert und Ensiferum brauche ich persönlich auch nicht unbedingt.

Wer war die größte Überraschung?

Dass Sepultura so abräumen, hätte ich nicht erwartet. Denial Of God haben auch ohne die geplante Pyroshow (auf die die Band aus organisatorischen Gründen freiwillig verzichtete) vollkommen überzeugt.

Welcher Rock-Hard-Mitarbeiter ist dir am meisten auf den Sack gegangen?

Unser allseits geschätzter „Doktor Prog“ - weil er es mit der Blankzieherei echt übertreibt. Boris hat leider recht.

Deine Wunschbands 2014?

Dead Lord, Procession, Satan, Midnight, Victor Griffin´s In-Graved, Jag Panzer, Sacred Reich

»Klein und gemütlich«

Eure Meinung zum Festival

Andreas (28) und Sina (26)

»Wir finden das Festival supertoll. Es ist klein und gemütlich, es ist gut organisiert. Macht es bitte, bitte nicht größer! Grandios ist, dass bei diesem Wetter Regenponchos verkauft werden. Die Duschcontainer sind besser als letztes Jahr, die Klos dagegen schlechter. Letztes Jahr gab es noch Waschbecken, dieses Jahr nur diese komischen Dinger, in die man reinfassen muss. Ansonsten haben wir aber nichts auszusetzen - na ja, bis auf das Wetter. Die Bandmischung ist optimal, es ist von allem was dabei. Besonders freuen wir uns auf U.D.O., Orden Ogan, Ensiferum und Sepultura. Gesehen haben wir bereits Denial Of God, da haben wir uns köstlich amüsiert. Ich war letztes Jahr schon da, diesmal das erste Mal mit Andreas. Mit den Leuten, die ich letztes Jahr getroffen habe, campen wir dieses Jahr.«

Timios (21)

»Ich bin seit 2010 durchgängig beim Rock Hard Festival. Ich fühle mich hier einfach wohl, das ist meine Umgebung, mein Festival, deswegen komme ich jedes Jahr wieder. Die Bands sind immer der Oberhammer. Besonders freue ich mich auf King Diamond, aber auch Naglfar und Tank, wobei das ein bisschen zwiegespalten ist, dazu noch Desaster. Heute habe ich schon Hellish Crossfire und Fleshcrawl gesehen, das waren meine Bands. Nachher steht noch U.D.O. an. Ich bin stilistisch recht offen, ich höre Black Metal, Death Metal, Thrash Metal und Heavy Metal und auch sonst alles Mögliche. Das ist alles geil. Deswegen schaue ich mir auch erst mal alles an. Wenn mir eine Band nicht gefällt, gehe ich zurück auf den Campingplatz, aber ich bleibe nicht bei irgendeiner Band vorsätzlich weg. Die Bands sind hier ja auch meist gut, da entscheiden die Redakteure schon richtig. Das Einzige, was ich zu kritisieren habe, sind die sanitären Anlagen. Früher hatten wir diesen Wagen mit den Spülklos, jetzt ist da dieses Konstrukt.«

Budd (19)

»Ich komme aus Holland und bin zum zweiten Mal hier. Ich hatte letztes Jahr viel Spaß, und dieses Jahr ist es wieder geil. Der Regen war netterweise vorbei, bevor ich angekommen bin. Der Zeltplatz ist wie ein Dorf. Es ist sehr klein und gemütlich. Du sitzt vor deinem Zelt, es kommen Leute vorbei, die mit dir quatschen wollen, die Atmosphäre ist toll. Das Amphitheater ist auch super, und das Festival ist weder zu groß noch zu klein. Das Billing bietet eine schöne Mischung von Rock´n´Roll bis Death Metal. Meine Favoriten waren bisher Hellish Crossfire und Fleshcrawl. Fleshcrawl haben wir nach dem Gig getroffen, das war großartig. Ansonsten freue ich mich auf King Diamond und Sepultura. Der Rest wird eher eine Überraschung.«

Gabi (38)

»Ich bin jetzt seit acht oder neun Jahren hier, und besonders gut gefällt mir, dass hier wirkliche Metalfans sind und nicht so viel Partyvolk. Da kommt man gerne immer wieder, auch wenn man jedes Mal seine Sachen den ganzen Weg vom Parkplatz zum Gelände schleppen muss. Ich freue mich besonders auf D-A-D, und King Diamond ist natürlich auch ein Highlight. Heute waren Mustasch der Höhepunkt. Schön wäre es, wenn nächstes Jahr Psychopunch spielen würden.«

Alex (25)

»Ich bin jetzt zum zweiten Mal hier, und mir gefällt es eigentlich immer gut, auch wenn wir dieses Jahr mit dem Wetter nicht so viel Glück haben. Die Stimmung ist relativ entspannt, das ist halt auch eine Nummer kleiner, als wenn man nach Wacken fährt. Schön sind auch die gut ausgebauten Wege, so dass man prima wieder herfindet, wenn man betrunken oder blind ist. (Letzteres ist nicht als Scherz gemeint, denn neben Alex sitzt eine blinde Besucherin. - fp). Das Billing finde ich vor allem deshalb sehr gut, weil hier Orchid spielen. Auf die freue ich mich schon. Bisher waren Ashes Of Ares mein Favorit.«

Miriam (26)

»Ich bin jetzt zum dritten Mal in Folge hier und finde es allgemein gut. Das Wetter könnte besser sein, aber daran kann ja keiner was ändern. Das Gelände ist schön, die Anzahl der Leute ist überschaubar, und die Bühne ist natürlich einmalig. Ensiferum waren einer meiner Höhepunkte, auch wenn man die langsam oft genug gesehen hat, und gestern fand ich Denial Of God richtig gut. Dieses Jahr scheint ein bisschen mehr Camping zu sein als sonst, und anfangs waren die reservierten Plätze nicht abgesteckt. Das wäre mein einziger Kritikpunkt.«

Pascall (22) und Mattis (22)

»Wir sind jetzt zum siebten (Pascall) bzw. fünften (Mattis) Mal dabei. Das Wetter könnte besser sein, und das Billing ist auch nicht so stark wie die restlichen Jahre, aber man hat trotzdem immer seine Favoriten dabei und kann dazwischen auch mal pausieren. Es ist halt gut durchmischt, und mit Queensryche und dem King sind ja zwei Hammer-Headliner dabei, auf die wir uns schon sehr freuen. Bisher waren Desaster und Hellish Crossfire unsere Favoriten. Dazu ist das Amphitheater zumindest hier in Deutschland definitiv die schönste Festival-Location.«

(Aufgezeichnet von Felix Patzig)

Bands:
QUEENSRYCHE
U.D.O.
Autor:
Wolfram Küper
Patrick Schmidt
Andreas Stappert
Bruder Cle
Lisa Stegner
Felix Patzig
Tobias Blum
Jakob Kranz
Wolf-Rüdiger Mühlmann
Michael Rensen
Marcus Schleutermann
Volkmar Weber
Mike Borrink
Jan Jaedike
Björn Thorsten Jaschinski

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