Festivals & Live Reviews

Festivals & Live Reviews 27.05.2015

BARDSPEC , RUSSIAN CIRCLES , SÒLSTAFIR , LUCIFER , PRIMITIVE MAN , ANATHEMA , BONGRIPPER , DOWNFALL OF GAIA , DEATH PENALTY , SVARTIDAUDI , DER WEG EINER FREIHEIT , THOU , FOCUS , URFAUST , ACID WITCH , ENSLAVED , SUBROSA , KING DUDE , KEN MODE , VIRUS , FIELDS OF THE NEPHILIM , WOVENHAND , CLAUDIO SIMONETTI'S GOBLIN , ADMIRAL SIR CLOUDESLEY SHOVELL , EYEHATEGOD , SUN WORSHIP , WARDRUNA , EAGLE TWIN , HELMS ALEE - ROADBURN FESTIVAL 2015

Lekker!

Wenn sich die Innenstadt (und vor allem die direkt an der Location gelegene Kneipenmeile) mit Doom-Metallern, Stonern, Sludge-Freaks, Postrock-Enthusiasten und anderen Freunden speziellerer Rock- und Metal-Klänge füllt, wissen die Bewohner der niederländischen 210.000-Einwohner-Stadt Tilburg inzwischen: Es ist mal wieder Roadburn-Zeit! Die diesjährige, mittlerweile 20. Ausgabe des von vielen als etwas ganz Besonderes geschätzten Festivals rief, und Rock Hard war - einmal mehr - dabei.

Neben dem dreitägigen Kernprogramm mit mehreren Schauplätzen im 013 (Main Stage, Green Room, Stage01), Shows in der ehemaligen Kirche Het Patronaat direkt gegenüber und einigen Gigs in der Kneipe Cul de Sac um die Ecke gönnen sich einige Angereiste auch das volle Programm mit dem traditionellen Warm-up-Abend im Cul de Sac am Mittwoch und dem sonntäglichen „Afterburner“. Während sich Neulinge dabei erst mal zurechtfinden müssen, verfeinern langjährige Roadburner ihre Wissenschaft, wann genau man sich schon mal wo vor einer der kleineren Bühnen einfinden muss, wenn man einen guten Platz erwischen möchte, bevor der Andrang zu groß wird.

Donnerstag
Auf der Hauptbühne eröffnen SÓLSTAFIR das Happening damit, den isländischen Wikinger-Film „Hrafninn Flýgur“ musikalisch zu begleiten - was sich zwischen längeren Dialogszenen mit etwas zu tief projizierten Untertiteln auf dem riesigen Bühnenhintergrund und Instrumental-Fassungen musikalischer Themen, die man auf Alben der Band so ähnlich schon mal gehört hat, leider als etwas spröde entpuppt. (Dass man die Kombination aus Filmvorführung und Live-Soundtrack auch geiler hinkriegen kann, sollten Goblin später noch zeigen.)
Nach diesem entspannten Start sind die folgenden Überschneidungen im Billing für den Freund derberer Sludge-Klänge und Ähnlichem dann allerdings regelrecht sadistisch. So nehmen FISTER das Cul de Sac mit ihrem destruktiven Lärm auseinander, man kann diesem Schauspiel aber leider nicht lange beiwohnen, wenn man auch die wenig später im Het Patronaat startenden SUBROSA sehen möchte. Jene bestechen auf ihrem aktuellen Album „More Constant Than The Gods“ mit einer einzigartigen Doom-Mixtur, die massive Wucht, schönes Pathos und einen Hauch Sonic-Youth-mäßiger Indierock-Schrägheit unter einen Hut bekommt. Was die eleganten Damen an Gesang, Gitarre und Geigen und ihre männliche Rhythm-Section live tatsächlich noch einen Ticken mächtiger als auf Konserve rüberbringen. Respekt!

Auch auf der Stage01 herrscht zeitversetzt dazu Frauenquote: MORTALS, das Schwarzmetall-Trio aus Brooklyn, scheppern räudiges Geschredder und Blastbeat-Breitseiten ins Publikum, bei denen die sich besonders sportlich abmühende, scheinbar leicht wahnsinnige Schlagzeugerin zur allgemeinen Erheiterung einen Wikinger-Helm trägt.

Auf der Main Stage geht´s mit FLOOR weiter, den nicht ganz unlegendären, reformierten Sludge-Rockern um Steve Brooks (Torche). Was das ohne Basser auskommende Trio auszeichnet, ist ein zwischen Stühlen wie Doom und Alternative stehender Stil, der etwas gleichermaßen heavy Groovendes wie auch irgendwie Leichtfüßiges hat. Für manchen Besucher eines der unbestreitbaren Highlights des ganzen Festivals, war der Verfasser dieser Zeilen allerdings noch nie ein allzu großer Fan der Band, womit er dermaßen verspätet auch nicht mehr anfangen muss.

Die Show von PRIMITIVE MAN im Green Room muss leider durchs Raster fallen, denn im direkten Anschluss an Floor heißt das nächste Must-see EAGLE TWIN. Das progressiv verknotete, Melvins-verwandte Gedröhne des Duos mit eigenwilligem Gitarrensound und ziemlich wilder Schlagzeugarbeit ist eigentlich schon zu weit draußen für den winzigen Stage01-Raum, der nichts für Klaustrophobiker ist, in dem die spielfreudige, verschrobene Performance jedoch fulminant mitzureißen und einigen Jubel hervorzurufen weiß. Carry on, King of Carrion!

Danach geht´s an der Hauptbühnen-Show von RUSSIAN CIRCLES vorbei (die - gutes Timing - gerade ihren besten Song ´Harper Lewis´ spielen) rüber zu THOU. Jene sind seit eh und je eine sympathische und musikalisch geile Downtempo-Metal-Band, von der man sich lediglich noch ein paar wirklich herausstechende Songs mehr wünschen würde. Als wollten sie die nahende Apokalypse begleiten, brachialgrooven sich die Amis mit einem ziemlich irre guckenden Shouter zäh durch eine der brutalsten und intensivsten Shows des gesamten Wochenendes.

Da hilft wohl nur noch beten, wofür WOVENHAND auch schon nahtlos auf der 013-Hauptbühne auflaufen. Deren stimmungsvoller wie kräftiger Americana-Rock hat im Roadburn-Kosmos absolut seine Berechtigung und steht in puncto Wucht und Atmosphäre vielen anderen Bands des Tages in nichts nach. Es sind allerdings die seltsamen Stage-Antics des auch so schon komischen, bibelfesten Mainman David Eugene Edwards (ex-16-Horsepower), die irgendwie nerven.

Auch wenn danach für den nächsten Kontrastpunkt die fiesen Szene-Dinosaurier EYEHATEGOD ihre erste von zwei Shows spielen und die den Green Room wackeln lassenden Noiserocker KEN MODE ebenfalls nicht zu verachten sind, fällt die nächste Entscheidung zugunsten von HELMS ALEE aus - Stage01, es wird wieder kuschelig! Das Trio aus Seattle ist mit einem eigenständigen, melodischen und druckvollen Stil zwischen Stoner-Sound und sehr verspielten Ansätzen gar nicht mal so einfach zu kategorisieren, dafür aber umso unterhaltsamer. Zum Schmunzeln bringt einen zu Anfang die Drummerin, die herrlich verzweifelt um ein Abschalten der Nebelmaschine fleht und daraufhin gleich mit einer beeindruckenden Darbietung überzeugt, auf deren Grundlage Bandleader Ben Verellen aus seinen selbstgebauten Gitarren-Effektgeräten interessante Sounds rausrockt. Coole Band!

Auch der Post-Hardcore der Schweizer CORTEZ ist eigentlich ´ne ganz geile Sache, aber irgendwie weiß ihr später Auftritt im Cul de Sac weder so stark wie von Konserve zu begeistern, noch will das Screamo-Geplärre gut zum hippieesken Vibe des Roadburn passen. Also geht´s zum Abschluss doch noch mal vor die Hauptbühne, wo BONGRIPPER aus Chicago ihr zwar nicht unbedingt bestes Album „Miserable“ am Stück performen, mit instrumentalem Stoner-Sludge-Doom im Breitwandformat den ersten Abend jedoch passend ausklingen lassen. Wer danach noch stehen kann, fällt spätestens bei der traditionellen Metal-Disco im Foyer mit DJ Alan Averill um. (sd)

Freitag
Abends Bongripper und Bier, „morgens“ besser nicht vor vier: Pünktlich um drei schlurfe ich vor die Stage01 und will mir den „Workshop“ von Wardruna-Vorsteher EINAR SELVIK geben - und wundere mich, dass das keine Sau interessiert. Und: Wo ist der Typ, der zusammen mit Enslaved-Rauschebart Ivar Bjørnson heute zwei der Roadburn-Bühnen kuratiert, eigentlich? Ach so, im Green Room. „Wer lesen kann, ist klar im Vorteil!“, kichert Frau Pfeifle und zieht mich in die Haupthalle, wo mir die aus Ved Buens Ende hervorgegangenen norwegischen Avantgarde-Metaller VIRUS mit ihrem jazzigen Approach (und einer höllischen Lautstärke) erst mal gepflegt den Zahn ziehen. Thanx 4 nuthin´, Madame!

Ich gehe zurück und werde von einem ca. 130-jährigen Druiden im Hawkwind-Shirt, der auch so riecht, über den Haufen gerannt. Noch verrückter ist nur der erwähnte Ivar Bjørnson, der sich hier für sein Projekt BARDSPEC mit beleuchteter Brille (kein Scheiß!) und ´nem Kumpel für sporadische Gitarreneinsätze hinter sein MacBook klemmt. Das Ambient-Gedöns, eher Minimal Techno meets Postrock als ´ne Fortsetzung von Klaus Schulze oder Tangerine Dream, ist nicht schlecht. (Aber auch nicht super.)

Island-Wochen: Im Green Room verwechseln ein paar Leute den „offenen“ SVARTIDAUDI-Soundcheck mit dem noch nicht begonnenen Konzert und halten die Truppe im Streetstyle für Der Weg einer Freiheit oder Sun Worship (mit Bölzer-Shirt). Aber der Vierer ist als Band viel grimmiger, bei der Show gibt´s verschmierte Oberkörper, vermummte Visagen und erhobene Fäuste statt Applaus, ihr Black Metal wirkt nicht komplett orthodox-böse, aber sehr durchdacht und selbstbewusst. Zu Recht Szene-Protagonisten!

Nach der Geht-so-Performance am Vortag sind SÓLSTAFIR bei ihrer „normalen“ Show heute in ihrem Element, die nicht klischeefreien, aber sehr schönen Visuals, die ihren Sound untermalen, sorgen (logisch, zusammen mit den Hüten) für eine Gesamtstimmung, die perfekt auf den folgenden FIELDS OF THE NEPHILIM-Gig vorbereitet, der noch mal klarmacht, warum man Carl McCoy & Co., die ihre Shirts für freche 30 Euro feilbieten, The Mission oder The Sisters Of Mercy immer vorziehen sollte. Mehr von Conny weiter unten!

Apropos DER WEG EINER FREIHEIT: Die Würzburger gehören musikalisch ja zu den Top-Bands im deutschen Black Metal, da kann sich die Pi-Pa-Polizei noch so sehr auf den Kopf stellen, als wäre sie ein Jesuskreuz, und untermauern diesen durch ihr aktuelles Album „Stellar“ erneut gewonnenen Eindruck im Het Patronaat, wo man sich zur intensiven Show - da legst di nieda! - sogar ein echtes Erdinger hinter die Binde kippen kann. (Ich trinke allerdings auch gerne holländisches Weißbier.) Der Einstieg mit ´Repulsion´ ist sperrig wie auf Platte, danach fliegt die Kuh. Muh.

Man könnte jetzt im Het Patronaat bleiben, um der zweiten Show von EYEHATEGOD beizuwohnen, was ja eigentlich immer ´ne gute Idee ist, aber ich habe Bock auf Prog. Bereits auf dem Weg in den Green Room, Katharina murmelt was davon, ich solle mir „diesen Alte-Männer-Kack“ doch „in die dünnen Haare schmieren“, treffe ich Spiegel-Online-Kollege Thorsten Dörting, der mir Band-like ins Ohr jodelt (!), wie mächtig das alles wäre, er sei „heiß wie Frittenfett“ auf FOCUS. Der Laden ist voll wie Hulle bei den Holländern, die Stimmung prächtig, und spätestens bei ´Hocus Pocus´ jodeln wir alle. (Nur Frau Pfeifle nicht. Die guckt weiterhin grimmig.)

Was man in Norwegen so macht, wenn keiner hinschaut, weiß ich nicht, aber auf der Hauptbühne ziehen Bjørnson und Selvik (mit kurzen Unterbrechungen) nun ein vierstündiges Programm durch, alles im Namen ihres Heimatlandes. Die Chor- und generellen Arrangements von WARDRUNA (leider ohne Gaahl) sind beeindruckend und hinterlassen Eindruck im Auditorium, ich atme dennoch erleichtert auf, als mir bei den anschließenden ENSLAVED noch mal zwei bratende Gitarren ´nen Scheitel ziehen. Die „brothers in mind“ Ivar und Grutle wissen genau, was sie tun, die auf einem Runen-Konzept beruhende Setlist gefällt nicht nur mit aktuellen Knallern, sondern auch mit Altmaterial von „Frost“ und „Eld“. Lediglich die cleanen Vocals von Keyboarder Herbrand Larsen tönen heute (morgen nicht!) seltsam schief. Den Abschluss der Trilogie bildet das exklusive Projekt SKUGGSJÁ, quasi Wardruna meets Enslaved, das selbst den gebräuntesten Südländer als Wikinger in die Nacht entlässt.

Ach ja: Ich habe mich zwischendurch davongestohlen. Bei ADMIRAL SIR CLOUDESLEY SHOVELL und DOWNFALL OF GAIA war im proppenvollen Cul de Sac, dessen Bühne tiefer (!) als weite Teile des Zuschauerraums ist, nicht viel zu sehen, aber viel Gutes zu hören, und LUCIFER konnten bei ihrer Prä-Album-Show im Stage01 unterstreichen, dass man das The-Oath-Ende doof finden kann, aber dennoch keine Angst vor der Zukunft haben muss. Johanna Sadonis: coole Frontfrau. Gaz Jennings: cooler Gitarrist. (bk)    

Samstag
Es ist 14:30 Uhr. Am Automaten-Schnellrestaurant geht alles ganz leicht. Kaassoufflé, Bami oder Speciaaltje? Einmal alles, bitte! Nach diesem „lekkerste“ Arrangement frisch aus der Fritteuse zurück am 013, sind Entscheidungen dann aber unausweichlich. Womit bloß in den Tag starten?

Bei der humorigen Diskussionsrunde „Record Collectors Anonymus“ (u.a. mit Paul Allen von The Heads) dreht sich alles um Farbenwahn, den süchtig machenden „Buzz“ bei Schnäppchen und die immense Plattensammlung von Henry Rollins. Parallel dazu wird im Het Patronaat die Natur extrem düster und ausdrucksstark inszeniert: BOTANIST aus San Francisco (Genre: „Green Metal“) setzen auf Albumtitel wie „Doom In Bloom“, Hackbrett und Masken, mit ihrem Post Black Metal wird dem grünen Königreich gehuldigt. Interessante Sache. Die Hauptbühne hat sich derweil in einen Kinosaal verwandelt: CLAUDIO SIMONETTI´S GOBLIN spielen ihren Original-Soundtrack, während George A. Romeros Zombie-Klassiker „Dawn Of The Dead“ über die Leinwand flimmert. Eine tolle, intensive Erfahrung, die sich die meisten ganz entspannt im Sitzen geben.

Die Einlassschlange ins Het Patronaat zum trendigen Neo-Folker KING DUDE wird immer länger, also springe ich bei den Doomern DEATH PENALTY im Green Room rein. Die von Black Sabbath und Witchfinder General inspirierten Kompostionen von Ex-Cathedral-Gitarrist/Songwriter Gaz Jennings und seiner belgischen Truppe (darunter Ex-Serpentcult-Sängerin Michelle Nocon) wissen zu gefallen, doch wie man die rappelvolle Saunahütte nach allen Regeln der (Black-Metal-)Kunst auseinandernimmt, demonstrieren im Anschluss SUN WORSHIP. Auf optische Showeffekte legen die drei Berliner wenig Wert, sie konzentrieren sich vielmehr darauf, ihr Albumdebüt „Elder Giants“ in einem atmosphärischen Inferno in Szene zu setzen. Grandios!

Kontrastprogramm im Het Patronaat bei ACID WITCH, die als musikalische Referenz u.a. John Carpenters „Halloween“ angeben: Hier wird gerne gelabert, über Videokassetten, Marihuana und was einem sonst gerade so einfällt. Zu Hits wie ´Midnight Mass´ oder ´Stoned To The Grave´ komme auch ich ins Grübeln: Wer ist wohl damals auf die Idee gekommen, asiatische Nudelgerichte in Scheibenform zu pressen und dann in die Fritteuse zu schmeißen?
Bei ENSLAVED in der Haupthalle herrscht ein großes Kommen und Gehen. Zum Beispiel steuern Wardrunas Einar Kvitrafn Selvik und Sólstafirs Aðalbjörn Tryggvason etwas Gesang bei, anschließend hebt das eingängige ´Isa´ noch mal die Stimmung im Publikum, bevor zum großen Finale - Led Zeppelins ´Immigrant Song´ - Focus-Gitarrist Menno Gootjes mit auf die Bühne geholt wird. (kp)

Mindestens genauso voll wie bei Enslaved ist die Main Hall des 013 bei THE HEADS, die im Gegensatz zu ihrer Show am Vorabend im Het Patronaat heute nicht nur kürzer spielen, sondern auch auf eine Setlist setzen, die ein wenig songbetonter und rockiger ist und nicht ganz so abgespaced wie die des Vorabends. Ein sphärisch-psychedelischer Brain-Trip, der sich auf alle Synapsen legt, ist der Gig des UK-Quartetts aber dennoch. Zu abstrakten Videoprojektionen gesellen sich nostalgisch anmutende Bilder von Unterwäsche-Models.

Die wenig später in derselben Location spielenden Headliner FIELDS OF THE NEPHILIM legen im Vergleich noch eine Schüppe Dynamik und Abwechslung obendrauf. Die legendären Goth-Rocker aus Hertfordshire mögen nicht wie die Faust aufs Auge zum typischen Programm des Roadburn passen, aber dennoch haben sie Unmengen an Combos vom Düster-Rock bis zum Extrem-Metal inspiriert und schon alleine deswegen eine Daseinsberechtigung auf diesem Festival. Der 90-Minuten-Set hat zwar hier und da ein paar Längen, und Frontmann Carl McCoy sieht mit seinem Endzeit-Western-Look eher wie eine progressive Vogelscheuche aus, aber dennoch steht das Quintett zu Recht an der Spitze des Billings. Tracks wie ´Moonchild´, ´Last Exit For The Lost´ und ´Psychonaut´ animieren nicht nur die - wie sagt es der Herr neben mir so schön? - „Luft-Häkel-Else“ in der ersten Reihe zum ekstatischen Ausdrucks-Dauerrudern mit ihren Armen, sondern kommen auch ansonsten gut in den eng gefüllten Zuschauerreihen an.

Zeitgleich zocken die Lokalhelden URFAUST im zum Bersten gefüllten Green Room, der sich innerhalb kürzester Zeit in eine Sauna verwandelt. Durch die Luft wabern Weihrauch-Gerüche, die aus einem auf dem Bühnenboden liegenden Tiertotenkopf strömen und die man selbst vor der Halle riechen kann. Es ist bemerkenswert, wie viele Zuschauer das Duo, das vor nicht allzu langer Zeit noch als Insider-Underground-Tipp galt, inzwischen anlockt. Rund 50 Minuten ziehen die Tilburger die Fans mit ihrem Höllen-Doom-Post-Black-Mix in ihren Bann, bevor das Konzert ein wenig abrupt mit dem Abgang von Frontmann Villem endet.

Lebensbejahender geht´s bei den anschließend zockenden Finnen SAMMAL zu, die ihren Retro-Progressive-Sound dank Rasseln und Trommeln mit ordentlich kauzigem Hippie-Flair veredeln.

Noch mal abspacen und in psychedelisch-rockige, von Synthie-Sounds getränkte Welten abtauchen heißt es bei ZOMBI, die als Letzte in der großen Halle spielen. Dass es nicht ganz so voll ist, ist angenehm, denn so kann man noch besser die meditativen Sounds und die sphärische Lichtshow genießen. Ein gutes Roadburn-Debüt der Herren aus Pennsylvania und ein runder Abschluss des letzten offiziellen Tages. (Beim etwas luftiger besetzten „Afterburner“ am Sonntag legen u.a. noch ANATHEMA eine Show aufs Parkett.) (cs)

Beim Roadburn grinsten glücklich und zufrieden: Boris Kaiser (bk), Conny Schiffbauer (cs), Simon Dümpelmann (sd) und Katharina Pfeifle (kp). Die Fotos schoss Eus Straver.

Pics: Eus Straver

Bands:
WOVENHAND
FOCUS
SUN WORSHIP
ENSLAVED
ADMIRAL SIR CLOUDESLEY SHOVELL
SÒLSTAFIR
DOWNFALL OF GAIA
EAGLE TWIN
THOU
BARDSPEC
ACID WITCH
KEN MODE
VIRUS
SUBROSA
ANATHEMA
KING DUDE
EYEHATEGOD
RUSSIAN CIRCLES
DER WEG EINER FREIHEIT
LUCIFER
URFAUST
WARDRUNA
BONGRIPPER
PRIMITIVE MAN
SVARTIDAUDI
DEATH PENALTY
CLAUDIO SIMONETTI'S GOBLIN
HELMS ALEE
FIELDS OF THE NEPHILIM
Autor:
Katharina Pfeifle
Boris Kaiser
Simon Dümpelmann
Conny Schiffbauer

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