Festivals & Live Reviews


Pic: Thorsten Seiffert

Festivals & Live Reviews 30.01.2019, 14:33

POWERWOLF, AMARANTHE, KISSIN' DYNAMITE - Düsseldorf, Mitsubishi Electric Halle

in Oberhausen letzten Herbst, hat die Band exklusiv für die Fans in NRW den 25. Januar als zusätzlichen Termin angekündigt. Dementsprechend waren die Besucher in der Mitsubishi Electric Halle mehr als bereit, um die berühmt-berüchtigte heilige „Heavy-Metal-Messe“ mit POWERWOLF zu zelebrieren.

Den Abend eröffnen KISSIN' DYNAMITE, die mit ihren Gute-Laune-Riffs beste Stimmung verbreiten. Das Düsseldorfer Publikum zeigt bereits beim ersten Act, wie viel Bock es auf den weiteren Verlauf hat und beteiligt sich ausnahmslos an der Show.

Nach einer kurzen Umbaupause übernehmen AMARANTHE. Hier flacht die Stimmung jedoch schon wieder etwas ab. Vielleicht waren die Breakdowns bzw. Growls dem geneigten Powerwolf-Fan doch ein bisschen zu hart.


Um kurz nach 21 Uhr fällt dann der Vorhang und POWERWOLF betreten die Bühne. Gleich zu Beginn feuert Frontmann Attila Dorn mit seinem Wolfsrudel wortwörtlich so richtig einen raus. 'Fire And Forgive' eröffnet das gut 100-minütige Set, das sowohl einige Songs des Erfolgalbums „The Sacrament Of Sin“ als auch POWERWOLF-Klassiker beinhaltet. Das Bühnenbild ist atmosphärisch äußerst passend, die Band ist wieder in ihre angestammten Rollen als Heavy-Metal-Priester geschlüpft und zieht dieses Konzept von Anfang an durch.

Die Halle ist voll, die Stimmung bombastisch. Das merkt auch Attila und zeigt sich nach zwei Eröffnungssongs begeistert von der Mitmach-Attitüde der Fans. POWERWOLF sind bekannt für ihre Show, in der wahrlich ganze Heavy-Metal-Messen abgehalten werden. Beim dritten Song 'Incense & Iron' holt Attila deshalb zum ersten Mal den Weihrauchschwenker auf die Bühne und segnet seine Gemeinde. Der Frontmann verleiht der Show zusätzlich mit seinem kultigen rumänischen Akzent den gewissen Charme. Durch Attilas angebliche rumänische Herkunft bilden die Mythen und Legenden des Landes eine eigene Dimension, ohne die das Konzept POWERWOLF nur halb so authentisch wäre. Erwähnenswert sind auch die Mönche, die regelmäßig Teile der Bühne in Brand stecken, um für das passende Ambiente zu sorgen. So ist es auch weniger schlimm, dass die meisten Songs ähnlich klingen oder zumindest gleich aufgebaut sind. Die Show und die tolle Stimmung machen das wieder wett.

Besonders hervorzuheben ist noch die Performance von 'Armata Strigoi'. Das Publikum zeigt sich äußerst textsicher. Hier braucht Attila das Publikum nicht wirklich zu animieren. Die „Ooh ohhohhohs“ klappen bestens und sogar die Fans auf den Sitzplätzen werden mit einbezogen. Auch nach dem Konzert hält die Stimmung an und die Fans geben vor der Garderobe mit dem Refrain von 'Armata Strigoi' für sich selbst eine kleine Zugabe.

Über 'Demons Are A Girl's Best Friend' oder 'Blessed And Possessed' gelangen wir zur Pflichtballade des Konzertes: 'Where The Wild Wolves Have Gone'. Selbst dieser auf der Platte eher kitschig wirkende Song erhält in der Live-Version den gewissen Tick. Im Zuge dessen ist noch die Performance von Falk-Maria Schlegel erwähnenswert. Während sich andere Power-Metal-Bands voll und ganz auf Backing-Tracks verlassen, spielt der Keyboarder zumindest die wichtigsten Hauptriffs live. Dass Schlegel auch Frontmann-Qualitäten besitzt, beweist er immer wieder. Das beste Beispiel hierfür ist 'Werewolves Of Armenia', bei dem Schlegel mit „seiner“ Seite der Crowd im Stimmungstest jene von Dorn überbieten möchte.

Das finale Drittel der Show bilden die Songs 'All We Need Is Blood', 'We Drink Your Blood' und 'Lupus Dei'. Hier zeigt sich die ausgefeilte Dramaturgie erneut von ihrer besten Seite. Zuerst lässt Attila das Publikum lautstark nach Blut rufen, bis er es dann in einem Abendmahl-ähnlichem Prozess bei 'We Drink Your Blood' dieses symbolisch aus einem Kelch feierlich zu sich nimmt. Nach 'Lupus Dei' segnet Attila seine Gemeinde erneut und verlässt mit der Band erstmals die Bühne. Unter lautstarken Rufen kehren sie jedoch wieder zurück und geben mit den Songs 'Sanctified With Dynamite', 'Coleo Sanctus' und 'Werewolves Of Armenia' eine dreiteilige Zugabe, die die Mitsubishi Electric Halle stimmungstechnisch endgültig zum Überkochen bringt.


Man kann von POWERWOLF halten, was man will, wenn man sich auf das Konzept und die Show der Band einlässt, bekommt man ein tolles Live-Erlebnis. Die Musik spielt dabei eher eine Nebenrolle und funktioniert eigentlich nur als Soundtrack einer gemeinsamen Show, oder um es im POWERWOLF-Jargon auszudrücken: Die heilige Heavy-Metal-Messe wurde erfolgreich zelebriert und das Düsseldorfer Publikum ins Wolfsrudel aufgenommen.

In diesem Sinne: Vielen lieben Dankeschön für den tollen Freitagabend!

SETLIST POWERWOLF:

Fire And Forgive
Army Of The Night
Incense & Iron
Amen & Attack
Let There Be Night
Demons Are A Girl's Best Friend
Killers With The Cross
Armata Strigoi
Blessed & Possessed
Where The Wild Wolves Have Gone
Resurrection
Stoßgebet
All We Need Is Blood
We Drink Your Blood
Lupus Dei
+++
Sanctified With Dynamite
Coleo Sanctus
Werewolves Of Armenia

Bands:
POWERWOLF
AMARANTHE
KISSIN' DYNAMITE
Autor:
Julian Löhner

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