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Foto: Sara Gewalt

Podblitz 19.12.2018, 08:00

MAGGOT HEART - Podblitz: Linnéa Olsson

Songwriterin, Gitarristin, Sängerin, Autorin, Fanzine-Herausgeberin, DJane, Fan – Musik ist allgegenwärtig im Leben von Linnéa Olsson, die nach ihrer Mitgliedschaft bei The Oath und Grave Pleasures nun mit ihrem eigenen Projekt MAGGOT HEART unterwegs ist. Die Schwedin gewährt uns Einblick in acht Tracks ihrer digitalen Plattensammlung.

VIAGRA BOYS – Research Chemicals (von „Consistency Of Energy”, 2016)

»Das sind Freunde aus Stockholm, eine großartige Band. Ich kann sie euch nur empfehlen. Die Viagra Boys spielen einen verschrobenen Mix aus Devo und Motörhead. Ihr Live-Set ist höchst explosiv. In ´Research Chemicals´ geht es um Drogen, die noch nicht ausreichend getestet wurden und frei auf dem Markt verfügbar sind. Wenn jemand beispielsweise ein MDMA-Molekül ändert, kannst du diese Substanz legal im Internet bestellen. Im Text erzählt der Sänger davon, wie er seine Hände nicht mehr spürt, Nasenbluten unter der Dusche bekommt und Jahr für Jahr bessere Research Chemicals entwickelt werden.«

DRAB MAJESTY – The Foyer (von „Careless”, 2015)

»Drab Majesty sind ebenfalls Freunde. Sie stammen aus Los Angeles und kombinieren New Wave mit verträumtem Pop. Das ist ein erstklassiger Popsong. Ich habe eine Schwäche für Popsongs, klare Melodien und gute Hooks.«

MERCHANDISE – Right Back To The Start (von „A Corpse Wired For Sound”, 2016)

»Von dieser Band habe ich noch nicht allzu viel gehört. Aber das ist ein richtig gutes Popstück mit tollem Groove. Mehr gibt es da nicht zu sagen.«

KISS – Nothin´ To Lose (von „Kiss”, 1974)

»Ich war nie ein großer Kiss-Fan. Mit diesem Satz bringst du immer mindestens eine Person so richtig auf die Palme. Ich habe keine starke emotionale Bindung zu Kiss. Nichtsdestotrotz haben sie eine Reihe von Songs geschrieben, die einfach unwiderstehlich sind. Du musst schon ohne Puls geboren sein, wenn du keinen Gefallen an Tracks wie ´Strutter´ oder ´Nothin´ To Lose´ findest.«


THE CULT - Sun King (von „Sonic Temple”, 1989)

»Ich bin ein riesiger The-Cult-Fan. Sie sind noch immer eine grandiose Band. Ich habe sie letztes Jahr im Vorprogramm von Guns N´ Roses gesehen. Billy Duffy zählt nicht gerade zu den besten Gitarristen, und seine Soli sind echt grauenhaft, aber irgendwie finde ich das auch schon wieder sympathisch. Starke Gitarrenleads, gute Hooks. The Cult haben als Postpunk-Band begonnen und dann diesen stampfenden Rock´n´Roll-Sound entwickelt, dem du dich nicht entziehen kannst – etwas klischeebeladen und machohaft, aber gut gemacht. Im Gegensatz zu Kiss rotieren The Cult auch bei mir zu Hause. Ich habe Ian Astbury einmal per Telefon interviewen dürfen. Das war toll. Er war früher echt schnuckelig. Manchmal gebe ich in der Google-Bildersuche „Ian Astbury jung“ ein und erfreue mich daran, wie gut er aussah.«

JUDAS PRIEST – Heading Out To The Highway (von „Point Of Entry”, 1981)

»Ein Song, der in keinem Heavy-Metal-DJ-Set fehlen sollte – großartiger Gitarrensound und eine gute Partynummer.«

Legst du oft auf?

»Nein, mittlerweile nicht mehr. Das zählt nicht gerade zu meinen Stärken. Früher hatte ich immer Vinyl dabei. Manchmal war ich dann allerdings so betrunken, dass ich eine Platte aufgelegt habe und erst danach bemerkt habe, dass da schon eine Scheibe auf dem Plattenspieler war. Damit habe ich mir einige Platten ruiniert. Jetzt habe ich nur noch diese lahmen Playlists auf meinem Tablet.«

MC5 – Poison (von „High Time”, 1971)

»Auf MC5 bin ich spät gestoßen. So geht es mir häufig: Ich entdecke Sachen sehr spät, aber wenn ich einmal Gefallen an ihnen gefunden habe, entwickle ich eine regelrechte Obsession. Ähnlich wie bei den Stooges, die ich sehr schätze, oder The Flamin´ Groovies steht hier eine bestimmte Attitüde im Vordergrund. Diese Bands brauchen keinen riesigen Gitarrensound, sie arbeiten mit einfachen Mitteln und erzielen eine starke Wirkung.«

BLUE ÖYSTER CULT – Cities On Flame With Rock And Roll (von „Blue Öyster Cult”, 1972)

»Das ist einfach ein wahnsinnig gutes Riff. Blue Öyster Cult sind in meinem Freundeskreis oft Thema. Am Anfang habe ich gar nicht verstanden, dass sie Rock´n´Roll-Bands parodieren. Aber klar, hier passiert alles auf einmal, alles ist ein Stück drüber, und sie hatten ich weiß nicht wie viele Gitarristen. Ironie ist ein wichtiges Element in ihren Texten. Patti Smith hat auch eine Reihe von Lyrics beigesteuert.«

www.maggotheart.bandcamp.com

Bands:
MAGGOT HEART
Autor:
Alice Srugies

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