Schwatzkasten

Schwatzkasten 21.03.2018

SACRED REICH - Phil Rind (SACRED REICH)

Dass das Musikerdasein auch seine Schattenseiten haben kann, musste Phil Rind am eigenen Leib erfahren. Folglich hängte er seinen Bass ganze zehn Jahre an den Nagel, bevor er als SACRED REICH-Frontmann wieder die Welt unsicher machte. Die musikalische Sendepause hat der sympathische 48-Jährige genutzt, um durch die buddhistische Lehre zu sich selbst zu finden.

Phil, wo bist du aufgewachsen?

»In Brooklyn, New York. Als ich zwölf Jahre alt war, zogen wir nach Phoenix, Arizona. New York war als Kind ein toller Ort. Wir lebten an der Spitze von Coney Island und waren an drei Seiten von Wasser umgeben. Den Sommer konnte ich immer am Strand verbringen.«

Hast du Geschwister?

»Nein, ich bin Einzelkind. Meine Mutter meinte immer, dass sie mit mir genug zu tun hatte (lacht).«

Warst du in der Schule eher Troublemaker oder Musterschüler?

»Kein Troublemaker, aber ich akzeptierte „Nein“ nie als Antwort. Ich wollte immer über alles reden. Damit bin ich meinen Eltern ziemlich auf die Nerven gegangen. Statt „Nein“ kam von ihnen dann ein „Vielleicht“, worauf ich entgegnete: „„Vielleicht“ ist keine Antwort! Ich brauche ein „Ja“ oder „Nein“!“«

Was ist deine schönste Kindheitserinnerung?

»Die Sommer am Strand zu verbringen, hat immer Spaß gemacht. Wir haben mal einen Trip auf die Karibikinsel St. Martin gemacht, das war auch toll. Wenn du Kind bist, macht eh alles Spaß. Zumindest sollte es so sein.«

Wieso seid ihr nach Phoenix gezogen?

»Eine gute Frage, ich bin damals einfach meinen Eltern gefolgt. Sie sagten mir, der Grund sei, dass mein Vater und ich an Asthma leiden und die Luft in Arizona besser ist. Aber ich weiß nicht, ob das der wirkliche Grund war. Vielleicht gab es da noch etwas, das sie mir nicht sagen wollten.«

War es schwer für dich, neue Freunde zu finden?

»Oh ja, es war die Pest, ich habe es gehasst. Es hat zwei Jahre gedauert. In den frühen Achtzigern von Brooklyn nach Phoenix zu ziehen, machte einen großen Unterschied. Phoenix fühlte sich im Vergleich zu New York wie eine sehr kleine Stadt an, und es war sehr heiß. Ich hatte einen Brooklyn-Akzent, der sich für die anderen Kinder witzig anhörte. Ich habe es gehasst, aber letztlich habe ich Freunde gefunden.«

…und die späteren Mitglieder von SACRED REICH getroffen.

»Genau. Als ich in die Highschool kam, konnte ich einige Freundschaften knüpfen und begann, Musik zu machen.«

Was hat dich dazu bewegt, ein Instrument zu spielen?

»Ein Freund von mir hatte eine Gitarre und sagte zu mir: „Besorg dir einen Bass, wir starten eine Band!“ Das war´s.«

Was hat dich an Rockmusik fasziniert?

»Ich weiß nicht. Musik ist für mich generell die beste Kunstform. Es ist ein Soundtrack zu deinem Leben und kann wie eine Zeitmaschine funktionieren, denn bestimmte Songs können dich an bestimmte Orte zurückbringen. Du kannst die Augen schließen und dich in der Musik verlieren. Musik bedeutet Leuten sehr viel, und so ging es mir auch: Musik hat mich einfach magisch angezogen.«

Was ist deine schlechteste Charaktereigenschaft?

»Mein Ego und... mein Ego.«

Du machst keinen besonders egomanischen Eindruck.

»Das ist alles Fassade (lacht). Ich arbeite hart daran, mein Ego, meine Arroganz und meinen Mangel an Güte und Mitgefühl kleinzuhalten.
Als ich bei SACRED REICH einstieg, war ich 16 Jahre alt. Mit 17 nahm ich das erste Album auf, und wir gingen auf Tour. Ich glaube, wenn du schon viel Selbstvertrauen hast und eher zu der Meinung tendierst, dass du ziemlich cool bist, ist in einer Band zu spielen nicht das Beste für dich, denn es fördert und erlaubt all die schlechten Charaktereigenschaften. Selbstbewusstsein ist für sich genommen hilfreich, geht aber oft mit Arroganz einher. Meine Frau musste viel mit mir durchmachen und mir einiges übers Leben erklären. Ich habe lange Zeit gewisse Dinge nicht verstanden. Letztlich habe ich es gepackt, aber ich verbrachte eine lange Zeit damit, meine schlechten Eigenschaften zu nähren und eine Mauer um mich herum zu errichten.«

Gab es ein philosophisches oder religiöses Regelwerk, das dir geholfen hat, deine Probleme zu überwinden?

»Der größte Wechsel kam, als ich vor 15 Jahren zum praktizierenden Buddhisten wurde. Für mich war das sehr hilfreich. Das eignet sich nicht für jedermann, jeder muss seinen eigenen Weg gehen. Als ich 18 Jahre war, ging ich für kurze Zeit aufs College und besuchte ein Religionsseminar. Buddhismus machte schon damals einen sinnigen Eindruck auf mich, aber es hat bis zu meinem 30. Geburtstag gedauert, bis ich ihn praktiziert habe. Für mich ist es die beste Erklärung, wie das Universum funktioniert. Mir zeigt der Buddhismus einen Pfad, um an meinen schlechten Charaktereigenschaften zu arbeiten und die wahre Natur der Realität zu erkennen. Das geht ziemlich in die Tiefe, und es ist mir sehr wichtig, mich in Freundlichkeit und Mitgefühl zu üben.«

Ist es in dem Trubel einer Tour nicht schwer, Zeit für solche Übungen oder eine Meditation zu finden?

»Nein, gar nicht. Alles ist eine Übung und Meditation. Es ist eine Sache, auf einem Kissen zu sitzen, und eine andere, das Erlernte in die Praxis umzusetzen. Es gibt da einen Witz: Ein Mönch sitzt auf einem Felsen, und ein anderer stupst ihn an und fragt ihn: „Was tust du?“ - „Ich übe mich in Geduld.“ Dann stupst er ihn wieder an: „Was tust du?“ - „Ich übe mich in Geduld.“ Und noch einmal: „Was tust du?“ (Schreit:) „ICH ÜBE MICH IN GEDULD!“ Das Kissen ist ein guter Ort, um sich in Geduld und Achtsamkeit zu üben. Aber du musst es in deinem täglichen Leben umsetzen, ansonsten ist es sinnlos.«

Und das gelingt dir?

»Ich versuche es, ich bin nicht immer gut darin. Aber ich versuche, achtsam zu sein und im Hinterkopf zu behalten, dass niemand von uns perfekt ist. Es ist okay, Dinge so zu akzeptieren, wie sie sind.«

Was ist deine beste Charaktereigenschaft?

»Ich weiß nicht. (Überlegt.) Dass ich an meiner Freundlichkeit und meinem Mitgefühl arbeite. Ich hoffe, dass ich eines Tages richtig gut darin bin.«

Warst du schon mal im Gefängnis?

»Nein, ich hatte immer Glück mit der Polizei. Wahrscheinlich hätte ich es einige Male verdient gehabt, für eine Nacht weggesperrt zu werden.«

Hat dich schon mal das Verhalten eines Die-hard-Fans auf die Palme gebracht?

»Nein, aber manchmal ist der Zeitpunkt schlecht. Doch das ist nicht der Fehler der Leute. Sie können ja nicht riechen, dass ich gerade wenig Zeit habe. Meistens ist es am einfachsten und schnellsten, seine Klappe zu halten und mit den Leuten ein Foto zu machen, anstatt zu erklären, warum man gerade keine Zeit hat. Diese Leute ermöglichen die Existenz unserer Band, das müssen wir uns immer wieder ins Gedächtnis rufen.«

Was war das Dümmste, das du in deinem Leben angestellt hast?

(Überlegt.) »Hmm, wahrscheinlich mein Ego-Trip. Ich bin mit meiner Frau seit meinem 18. Lebensjahr zusammen. Zwischendurch gab es aber zwei Jahre, in denen wir getrennt lebten und uns scheiden lassen wollten, weil ich mit meinem Bullshit nicht zurande gekommen bin. Wir haben unser Ehe-Gelübde danach erneuert, doch das alles wäre vermeidbar gewesen, wenn ich nicht so dumm gewesen wäre. Das hätte auch richtig böse enden können, wir hatten damals schon zwei Kinder. Glücklicherweise hat sich das alles geklärt.«

Was halten deine Kinder von SACR
ED REICH?

»Sie finden es cool. Meine beiden jüngsten Kids begleiteten mich letztes Jahr eine Zeit lang auf Tour. Mein jüngster Sohn spielt Schlagzeug, mein ältester ist 25 und will Professor werden. Er mag deshalb unsere politischen Themen.«

Sind deine Eltern stolz auf dich?

»Ich denke, sie gewöhnen sich langsam daran (lacht). Ich glaube, meine Mutter wünscht sich immer noch, dass ich lieber Anwalt geworden wäre, anstatt mein Leben aus ihrer Sicht zu verschwenden. Aber es ist ja auch verständlich, Eltern wollen immer das Beste für ihre Kinder, das fühle ich als Vater auch. Doch man muss einfach das tun, was man will. Es bringt nichts, sich mit etwas abzumühen, auf das man keine Lust hat. Es gibt nur ganz wenige Leute auf der Erde, die das tun können, was wir tun. Bestimmt träumen sehr viele Menschen davon, die Welt mit ihrer Musik zu betouren. Von daher weiß ich, wie glücklich wir uns schätzen können. Ich bin mir auch bewusst, dass dieses Abenteuer jederzeit enden kann. Ich bereue nichts und habe keine schlechten Gefühle.«

Was hast du gemacht, als SACRED REICH nicht aktiv waren?

»Verschiedenes. Ich dachte, dass meine Musikerkarriere vorbei wäre, und war bereit, ein neues Kapitel in meinem Leben aufzuschlagen. Auch das habe ich nicht bereut, es hat sich richtig angefühlt. Mein Bass stand zehn Jahre lang unangerührt in meiner Abstellkammer. Ich verspürte kein Bedürfnis zu spielen, für mich war das Kapitel abgeschlossen.«

Was war die peinlichste Situation in deinem Leben?

»Hmm, keine Ahnung. Letztes Jahr mussten wir beim Graspop einen Song abbrechen. Wir spielten ´Ignorance´, und ich sang den Text von ´Death Squad´. Wir guckten uns alle doof an, und uns ist der Zug komplett entgleist, sodass wir das Lied abbrechen mussten. Ich wusste gar nicht, was Sache ist, bis wir uns nach dem Gig eine Aufnahme ansahen und ich zugeben musste: „Ups, das war mein Fehler.“ Für mich war das aber nicht sehr peinlich. Es war einfach ein Fehler. Wir sind Menschen. Ich habe gelacht und dem Publikum gesagt: „Ihr konntet gerade etwas beiwohnen, das in 30 Jahren nicht passiert ist! Vergebt ihr uns?“ Sie antworteten mit „Ja“, und so spielten wir den Track noch mal.«

Hast du Angst vor starken Frauen?

»Oh nein, meine Frau ist eine starke Frau. Wer will schon ein Mauerblümchen? Man braucht eine Frau mit einer Meinung, die man respektieren kann. Starke Frauen sollten das Sagen auf der Welt haben. Männer sind dumm.«

Bist du ein guter Koch?

»Ja, ich bereite die meisten Gerichte bei uns zu. Meine Frau hat früher in Restaurants als Köchin gearbeitet. Nun arbeitet sie aber als Krankenschwester und kommt spät heim, deshalb bin ich der Küchenchef in unserem Haus. Bei uns gibt es oft Fried Chicken, das mögen unsere Kids.«

Wann hast du das letzte Mal geweint?

»Es wäre heute fast so weit gewesen (das Interview findet auf dem Summer Breeze Festival statt - rb). Als man uns sagte, dass wir auf der T-Stage spielen würden, fragte ich Tracy Vera von Metal Blade, wofür das „T“ stehen würde. (Die T-Stage ist nach dem verstorbenen Michael „T“ Trengert benannt, Mitbegründer des Summer Breeze und langjähriger Metal-Blade-Mitarbeiter - rb) Das hat mich sehr berührt. Genau aus diesem Grund müssen wir jeden Tag schätzen, den wir haben. Der Dalai Lama sagt: „Man weiß nie, was als Nächstes kommt: der nächste Tag oder das nächste Leben.“«

Wie hörst du bevorzugt Musik: CDs, Vinyl, Download oder Streaming?

»Ich hatte nie einen iPod und besitze nicht mal einen CD-Player. Zu Hause hören wir meist Musik über YouTube. Ich hab nicht mal Spotify, das sollte ich Dussel mir eigentlich mal einrichten. Das wäre was für mich, denn ich bin mit meinen CDs nie gut umgegangen. Immer wenn ich was gesucht und endlich gefunden habe, war die CD nicht in der Hülle. Wir haben unseren Coverkünstler Paul diesmal mit auf Tour genommen. Er besitzt einen iPod mit viel toller Musik, den ich mir ausgeliehen habe und nun ständig im Tourbus benutze.«

Welche Songs singst du unter der Dusche?

»Ich singe gern Lieder von U2, die sind in meiner Tonlage. Ansonsten auch mal Stevie Wonder, Ella Fitzgerald oder Louis Armstrong.«

Hattest du schon mal das Gefühl, verrückt zu werden?

»Verrückt nicht, aber depressiv. Als ich von den Suiziden von Chris Cornell und Chester Bennington hörte, war ich niedergeschlagen. Depression kann offensichtlich eine große Macht auf Menschen ausüben. Vielleicht ist es für Leute, die reich und berühmt sind, noch schwieriger, damit umzugehen, denn sie haben alles, was sich jedermann wünscht: Erfolg, Geld, gutes Aussehen. All das, was man nach landläufiger Meinung zum Glücklichsein braucht. Und diese Personen sind dennoch nicht glücklich. Das ist für sie wahrscheinlich besonders schlimm. Ich hatte in meinem Leben auch schon üble Depressionen, bei denen ich tief im Dunkeln saß. Aber ich wusste, dass dies nur in meinem Kopf vorherrscht. Du sagst dir dann: „Gestern ging es mir gut, heute bin ich depressiv. Was hat sich sonst verändert? – Nichts!“ Ich war mir dessen bewusst, aber dennoch hat es keinen Unterschied gemacht. Was tut man dagegen? Es einfach durchstehen? Ich weiß es nicht. Mein bester Freund hat Selbstmord begangen. Ich denke mir immer: „Man muss sich selbst jeden Tag eine Chance geben. Gib dich nicht auf!“ Das ist das Schwierigste. Es ist einfach traurig, wenn Leute keine Hoffnung mehr haben und meinen, dass ihre Kinder ohne sie besser dran sind.«

Sollten Künstler deiner Meinung nach politische Statements abgeben?

»Wenn sie möchten, ja. Ich bekomme immer viele Kommentare nach dem Motto „Halt die Klappe und spiel die Musik!“, aber da höre ich gar nicht hin. Ich bin ein Mensch und kann eine Meinung zu allem Möglichen haben. So wie jeder andere auch, egal ob ich Musiker bin oder nicht. Wenn du eine Meinung hast, dann stelle nur sicher, dass du dich auch richtig informiert hast und weißt, wovon du sprichst. Es gibt sehr viele Leute, die Blödsinn erzählen.«

Welches Buch liest du gerade?

»Derzeit lese ich wieder „Das Schweigen der Lämmer“ von Thomas Harris. Davor habe ich etwas von Noam Chomski und einiges an Buddhismus-Literatur gelesen. Auf Tour hat man viel Zeit dafür. Ach, und Alex Skolnicks Autobiografie habe ich auch gelesen, die war sehr gut.«

Hast du einen Lieblingsfilm?

»„Der Pate“. Den Streifen habe ich unzählige Male gesehen und kann dir die Zitate des Films von vorn bis hinten runterbeten.«

Was war das Verrückteste, das du jemals getan hast?

»Ich bin mal nackt und auf Pilzen durch meine Nachbarschaft gelaufen. Das war eine verrückte Nacht, die Pilze haben mich ganz schön umgehauen. Da war ich 19 oder 20 Jahre alt. Ich torkelte nachts um drei Uhr nach Hause, und mein Vater kam aus dem Schlafzimmer und fragte beim Anblick meines Adamskostüms: „Was hast du eingeschmissen?“ - „Nichts!“ Ich ging schlafen und fragte mich am nächsten Tag: „Warum bin ich nackt? Wie bin ich hierher gekommen? Was ist letzte Nacht passiert?“«

Hast du neben der Musik irgendwelche aufwendigen Hobbys?

»Nein. Wir haben vier Kinder, ich war also immer beschäftigt. Ich lese gern, ansonsten bin ich ziemlich langweilig. Ich bin nicht mal mehr Sport-Fan. Ich gehe gern in den Buddhisten-Tempel, der bei uns in der Nähe ist. Die Leute sind dort einfach anders als die, die man draußen auf der Straße trifft. Ich genieße ihre Gegenwart.«

Wie würdest du deinen letzten Tag auf Erden verbringen wollen?

»Mit meiner Familie und Freunden. Ich würde mich bei jedem für meine Fehltritte entschuldigen. Ich habe meine Eltern mal gefragt, ob sie sich schon mal Gedanken darüber gemacht hätten, was sie auf ihrem Sterbebett bereuen würden. Meine Mutter antwortete: „Wieso sollte ich mir darüber Gedanken machen?“ Aber ich denke, wenn man sich vorher darüber bewusst ist, hat man eine Chance, Dinge zu ändern. Nach einer Nahtoderfahrung lüftet sich ein Schleier, und alles fühlt sich klarer und unmittelbarer an. In diesem Moment denkt man, was man zu den Leuten, die man liebt, sagen würde. Warum sagt man es ihnen nicht jetzt, solange man noch Gelegenheit dazu hat? Doch irgendwann verschwindet dieses Gefühl wieder, und du gehst zu deinem alltäglichen Tun über, in dem du die Dinge als gegeben ansiehst. Der Schlüssel sind Dankbarkeit, Verständnis und zuerst an andere und nicht an sich zu denken. Man sollte nach seinen besten Idealen leben. „Finde lieber einen Fehler in dir als tausende in jemand anderem!“ Viele unserer Probleme kommen daher, dass wir das Leben nicht akzeptieren, wie es ist. Wir haben eine Vision von unserem Leben, und wenn es nicht so läuft, wie wir es uns vorstellen, sind wir enttäuscht und beleidigt. Wir haben keine andere Chance, als das Leben in diesem Moment so zu akzeptieren, wie es ist. Das bedeutet nicht, dass wir uns nicht ändern können. Aber erst mal kommt Akzeptanz. Es gibt diesen Film über Buddha mit Richard Gere, in dem gesagt wird: „Wir haben diese Idee, dass wir das Leben bekämpfen müssen, sonst verlieren wir. Anstatt zu akzeptieren, dass die Dinge so, wie sie sind, perfekt sind. Wir fehlinterpretieren sie nur.“ Die Dinge sind eigentlich ganz einfach, aber wir wollen sie verkomplizieren. Einer der Zen-Lehrer sagt: „Wenn du das Nirwana erreichst, ist all das einen guten Lacher wert. Denn dann merkst du, dass das größte Hindernis zur Erleuchtung stets du selbst warst.«

Hattest du eine Nahtoderfahrung?

»Ich dachte zweimal, dass ich sterben würde, ja.«

Welcher Song sollte auf deiner Beerdigung laufen?

»Ich habe meinen Kindern gesagt, sie sollen ´Dust In The Wind´, ´Goodbye To Romance´ und ´Don´t Worry About A Thing´ spielen, denn im Endeffekt wird es auch ohne mich weitergehen. Zelebriere das Leben, das noch gelebt werden kann, nicht das, was beendet ist. Wir alle werden sterben. Wenn du dein Leben anständig lebst, wirst du es nicht schlimm finden zu sterben.«

www.facebook.com/sacredreichofficial


DISKOGRAFIE (nur Studioveröffentlichungen)

Ignorance (1987)
Surf Nicaragua (EP, 1988)
The American Way (1990)
Independent (1993)
Heal (1996)

Pic: Thorsten Seiffert

Bands:
SACRED REICH
Autor:
Ronny Bittner

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