Festivals & Live Reviews

Festivals & Live Reviews 22.06.2016

RIOT V , DISCREATION , BLACK TRIP , SODOM , SATAN , GRAND MAGUS , TRIBULATION , THE EXPLOITED , METAL CHURCH , DESTRUCTION , SULPHUR AEON , SORCERER , TANKARD , ACCU§ER , KADAVAR , TURBONEGRO , BLIND GUARDIAN , YEAR OF THE GOAT , MOONSPELL , NIGHTINGALE , ORDEN OGAN , CANNIBAL CORPSE - Party-Alarm im Auenland

Sonne, Kälte, Wind und Regen: Während der 14. Auflage des Rock Hard Festivals schlug das Wetter zwar die wildesten Kapriolen (die Eisheiligen, you know...), konnte aber nicht verhindern, dass die Drei-Tages-Rutsche als bisher erfolgreichste der Historie über die Ziellinie ging. Am Sonntag mussten wir sogar schon am frühen Nachmittag „Ausverkauft!“ vermelden und Fans von der Reise nach Gelsenkirchen abraten. Auf den nächsten Seiten findet ihr den Festival-Rückblick samt der üblichen Ausfälle vor und hinter der Bühne in Schrift und Bild. Wer bewegte Bilder sucht, dem sei die Mediathek des WDR Rockpalast (www.rockpalast.de) empfohlen. An dieser Stelle auch noch mal ein fettes Dankeschön an euch, ein ganz besonderes Publikum, ohne das unsere Pfingstparty nicht mal halb so viel Spaß machen würde. Wir sehen uns im nächsten Jahr!


Freitag

Abseits der Bühne sehen SULPHUR AEON noch wie verirrte Gruftis aus, behangen mit ihren schwarzen Netzen. Auf der Bühne verbreiten die Cthulhu-Jünger aber ein gutes Maß an düster-erhabener Atmosphäre, auch bei Sonnenschein und über 20 Grad. Leider macht der Mann am Mischpult vor allem den Gitarristen einen Strich durch die Rechnung: Ihr offensichtlich engagiertes Treiben bleibt weitgehend hinter durchdringenden Drums und Vocals zurück. Erst ´Titans´ kreiert eingangs den walzenden, gewaltigen Soundtrack-Eindruck, für den die Death-Metaller geschätzt werden. Mit der Hymne ´Gateway To The Antisphere´ motivieren sie schließlich einen Banger dazu, seine Sonnenbrille hochzuwerfen und im wachsenden Pit zu toben. Ein Gig, der mit besserem Sound noch viel überzeugender gewesen wäre. (gb)
Bei YEAR OF THE GOAT liegt der Programmfokus nach dem EP- bzw. Bonustrack ´The Key And The Gate´ erwartungsgemäß auf ihrem nach wie vor aktuellen Monsteralbum „The Unspeakable“ – allen voran den Hits ´Black Sunlight´ und ´Riders Of Vultures´, aber die Schweden können eigentlich spielen, was sie wollen: Ihr klassischer Hardrock mit ausnahmsweise nicht verkrampft wirkendem Okkult-Touch ist Gold wert (´Of Darkness´ – zum Niederknien!), zeitlos und allein schon spielerisch ein Höhepunkt dieses Wochenendes. Organist Pope übernimmt die Kommunikation mit dem Publikum und ist am Ende des Gänsehautgigs genauso dankbar hingerissen von den euphorischen Resonanzen der Fans wie sein introvertierter Partner Thomas „Sabbathi“ Eriksson, der mit Gitarre und Stimme Magie im wahrsten Sinne des Wortes versprüht. (as)
Wenn wir schon nur eine NWOBHM-Band im Programm haben, dann eine ganz besondere: SATAN. Und die bietet auch einen besonders gelungenen Auftritt. Nicht nur, dass die Veteranen für eine Zeitreise in die Anfänge des Genres (´Blades Of Steel´, ´Trial By Fire´, ´Break Free´, ´Oppression´) sorgen, auch das Material der Gegenwart (´Siege Mentality´, ´The Devil´s Infantry´, ´Atom By Atom´) kann restlos überzeugen. Und genau dadurch unterscheidet sich die Newcastle-Truppe (die sich am Wochenende zudem über einen 5:1-Sieg ihres Teams gegen Tottenham freuen kann) von den meisten der anderen britischen Veteranen, die keine gelungenen Nummern mehr schreiben können. Dass Frontmann Brian Ross auf seine alten Tage immer souveräner wird und etwas Geschichtsunterricht gibt, zeigt, dass die Truppe noch lange nicht am Ende ist. Und da die Herren English und Ramsey auch bei Skyclad aktiv sind, wäre es naheliegend, wenn wir die nächstes Jahr in Gelsenkirchen begrüßen könnten. (wk)
Ein Kumpel von mir meint kurz vor dem Auftritt der hessischen Bembel-Thrasher TANKARD süffisant zu mir: „Hey, das Review hättest du doch eigentlich auch gestern schon schreiben können, da weiß doch jeder, was kommt.“ Ja und ja, und ehrlich gesagt: Genauso will ich es auch haben bei Tankard. Gerre (im stilechten Thrash-Shirt) ist prächtig gelaunt, spielt den großen Entertainer, holt bei ´A Girl Called Cerveza´ eine fesche WDR-Kamerafrau auf die Bühne und genießt mit voller Hingabe die überschwänglichen Reaktionen des Publikums. Tankard machen eben Musik für freude- und biertrunkene Sommerfestivals, basta! Wem das nicht schmeckt, der kann ja Moonspell gucken und Trübsal blasen. Fakt ist, dass die Frankfurter ordentlich abräumen, was mit Hits der Kategorie ´Rectifier´ oder dem finalen ´(Empty) Tankard´ keine allzu große Schwierigkeit ist. Tankard: Da weiß man, was man hat. Guten Abend! (ps)
DESTRUCTION haben einen „Old School Mad Butcher“-Set angekündigt und halten Wort. ´Curse The Gods´, ´Mad Butcher´ oder ´Eternal Pain´ machen deutlich, was Destruction am besten können: Uptempo-Thrash, der vor allem von Mikes Riffsalven lebt. Doch an diesem Abend soll das Amphitheater nicht nur mit ollen Kamellen bei Laune gehalten werden. Zusätzlich haben Schmier & Co. zwei alte Kameraden reaktiviert: die Schlagzeuger Tommy Sandmann und Oliver Kaiser. Dafür wurden extra zwei zusätzliche Drumsets aufgebaut. Mit Sandmann gibt die Band ´Antichrist´ zum Besten, während Kaiser bei ´Reject Emotions´ und ´Sign Of Fear´ ran darf. Zwischendurch muss die aktuelle Besetzung die Stimmung alleine halten. Wer mit der Destruction-Geschichte nicht in allen Einzelheiten vertraut ist, dürfte von den Wechselspielchen eher verwirrt sein, ebenso von der Kunstblutorgie des Mad Butcher-Lookalikes mit Beil und Kettensäge. Die Gastauftritte von Andy Brings (´Total Desaster´) sowie Tom Angelripper und Gerre (´Black Metal´) sind weitere Höhepunkte.
SODOM dagegen lassen nix anbrennen. ´In War And Pieces´, ´The Vice Of Killing´ und dann auch schon ´Outbreak Of Evil´: Heute wird geliefert. Angelrippers Stimme altert im Vergleich mit den drei anderen deutschen Urgesteinen mit Abstand am besten, Bernemann ist eh über jeden Zweifel erhaben und Makka der beste Drummer, den Sodom je hatten. Kreator mögen mit ihren ausgefeilten, hochmelodischen Alben mainstreamiger sein, aber Sodom sind der schwarze Kohlenpott – ungefiltert, dreckig, roh. Alte und neuere Klassiker wechseln sich ab. ´Blasphemer´ mit Grave Violator als Gast, ´Proselytism Real´, ´Agent Orange´, ´Nuclear Winter´, ´Sodomy And Lust´, so will man sie sehen. Die Freude über das begeisterte Publikum im vollen Amphitheater kann Tom nicht verhehlen. Ärgerlich nur, dass der Sound ein wenig schwächelt. Aber das kann die gute Stimmung nicht trüben, zu gut kennt man die Hits der Band. Mit ´Ausgebombt´ schickt Onkel Tom das Publikum dann in die Nacht. So sehen Headliner aus. (ses)

Samstag

ACCU§ER als „ewige Underdogs“ zu bezeichnen, ist wohl nicht mal eine floskelhafte Überspitzung, wenn die Mitte der Achtziger gegründeten, zwischenzeitlich aufgelösten und seit 2008 wieder aktiven Thrash-Metaller heute auf dem Opening-Slot spielen. Das Quartett aus dem Siegerland knüpft sozusagen am Teutonen-Thrash-Triple des vergangenen Abends an. Aktuelles Material der Truppe macht mit einer gelungenen Kombination aus Groove, Aggression und auch mal komplexeren Arrangements wie erwartet Spaß, aber der Höhepunkt des Auftritts ist ohne Frage, als Bandleader Frank Thoms (g./v.) das Publikum „Habt ihr Bock auf ´n bisschen ´Who Dominates Who´?“ fragt, um an besagten Knallersong dann auch noch ´Symbol Of Hate´ vom gleichen Klassikeralbum anzuschließen. Cool! (sd)
Die schwedischen SORCERER kann man wohl getrost als „Spätstarter“ bezeichnen, nach zwei famosen Demos in den Neunzigern sowie einer Compilation war erst mal eine halbe Ewigkeit Schicht im Schacht. So gesehen stellt „In The Shadow Of The Inverted Cross“ ihr „richtiges“ Debüt dar, das Boris bei seiner Ansage als „eines der besten Epic-Doom-Alben der letzten Jahre bezeichnet“. Und würde ich es wagen, Herrn Kaiser zu widersprechen? Niemals. Auch bei Tageslicht faszinieren Doom-Depri-Hymnen wie ´The Dark Tower Of The Sorcerer´ oder ´In The Shadow Of The Inverted Cross´ auf ganzer Linie. Just in dem Moment, als der ausdrucksstarke Sänger Anders Engberg zur Textzeile „When the first sunrays appear“ ansetzt, reißt die geschlossene Wolkendecke an diesem Tag erstmalig auf, und die Sonne zeigt sich zaghaft am Gelsenkirchener Horizont. Sind höhere Mächte im Spiel? Who knows. Nach dieser Bravourleistung von Sorcerer werden ihre für 2017 bereits gebuchten Landsmänner Candlemass ebenfalls zur Höchstform auflaufen müssen, um diese Gänsehaut-Performance noch toppen zu können. (mm)
Es ist alles eine Frage des richtigen Stils: Unbeeindruckt von den äußeren, ganz ungeisterhaften Bedingungen feiern TRIBULATION am frühen Nachmittag ein dunkles Fest, das von den akut vom Wind bedrohten Seitenaufstellern bis hin zu den Räucherstäbchen mit viel Liebe zum Detail inszeniert ist. Die ganze Band ist geschminkt, und insbesondere die beiden unermüdlich über die Bühne huschenden Gitarristen Adam Zaars und Jonathan Hultén liefern eine charismatische Performance. So gewinnt der harsche, aber sehr zugängliche Death Metal mit seinen Postpunk- und Goth-Einflüssen eine Theatralik, die die schon sehr starke und präzise musikalische Darbietung zu etwas überaus Speziellem macht. Das von den Sorcerer-Hymnen bestens angefixte Publikum weiß das Konzept der Band offenbar zu schätzen, Tribulation gehören zu den Gewinnern des Nachmittags. (tb)
Ursprünglich für den Sonntag geplant, schlitterten GRAND MAGUS unvorhergesehen in Terminschwierigkeiten. Doch die Jungs von Orden Ogan waren so nett, ihren Platz in der Running Order zu tauschen, so dass Grand Magus nach Sorcerer und Tribulation am Samstag den Schweden-Hattrick komplettieren. Und sie tun das mit einer herrlichen Ladung Heavy Metal, die Thor mehrfach mit ein paar Freudentränen segnet – was er jedoch glücklicherweise immer nach ein paar Augenblicken wieder beendet. Selbstverständlich ist bei Grand Magus keine Partystimmung angesagt. Das Trio steht nämlich vielmehr für pure Power, und genau auf diesen schweren Groove gehen sehr viele Besucher gerne ein, das Amphitheater verwandelt sich in eine hingebungsvoll mitpulsierende, die Fäuste hochreißende Masse. Der Höhepunkt ist ein riesiger Mitsingchor beim abschließenden ´Hammer Of The North´, der sogar noch weitergeht, als die Band die Bühne schon verlassen hat. (sg)
Wattie und THE EXPLOITED verzichten bei ihrem für viele im Publikum verstörenden Holzhammer-Set womöglich bewusst auf den Einsatz allzu vieler „Proto-Speed-Metal-Stücke“. Schoten wie ´The Massacre´ bleiben deswegen in der Mottenkiste. Dafür gibt´s Punk satt: ´UK 82´, ´Dogs Of War´, ´I Believe In Anarchy´, ´Dead Cities´ und natürlich das unkaputtbare ´Troops Of Tomorrow´. Kollege Jan (dem ´Was It Me´ gewidmet wird) hätte es geliebt, weilte aber zur Festivalzeit gerade in den Staaten. ´Fuck The USA´ geht neben Donald Trump auch an die Adresse von Jello Biafra. Destruction-Schmier stürmt auf die Bühne, teilt sich mit Wattie die Vocals und lässt sich öffentlich zu folgender These hinreißen: „Ohne The Exploited hätte es keinen deutschen Thrash Metal gegeben.“ Nun ja, da könnte man drüber streiten. Aber Wattie gibt das Kompliment gerne zurück: „Destruction – die beste Speed-Metal-Band der Welt.“ Zur kompletten Glückseligkeit fehlen mir eigentlich nur noch ´Daily News´ sowie ´Hitler´s In The Charts Again´. (mm)
Neben den Frisco-Doomern Orchid, die 2013 im Amphitheater aufschlugen, sind es aus dem Retro-Segment vor allem die Berliner KADAVAR, die mit ihrer Mischung aus Doom, Spacerock und Psychedelic auch vor einem echten Metal-Publikum bestehen können. Wenn man es nicht besser wüsste, gingen Songs wie ´Doomsday Machine´, ´Come Back Life´, ´Last Living Dinosaur´ oder ´Living In Your Head´ glatt als vergessene Siebziger-Perlen durch. Cooler und authentischer als die drei Hippie-Rauschebärte Christoph Lindemann (v./g.), Christoph Bartelt (so muss ein Schlagzeuger abgehen!) und Bassist Simon Bouteloup kann man in diesem Genre ohnehin nicht aus der Wäsche gucken. Locker, lässig und trotzdem supertight spüren Kadavar ihren Vorbildern Black Sabbath und Hawkwind nach und beschwören ganz nebenbei auch den Geist von Pentagram. Schnell wird auch dem letzten Headbanger klar: Kadavar sind eine fette Liveband, die auch ein technisches Problem wie bei ´Goddess Of Dawn´ nicht aus der Spur bringt. (mbo)
Mein letztes METAL CHURCH-Konzert mit Mike Howe am Mikro war vor gut 25 Jahren im Musikzirkus Oberhausen. Insofern bin ich sehr gespannt, wie die Band anno 2016 rüberkommt. Der sympathische Frontmann hat sich unglaublich gut gehalten und ist bestens bei Stimme. Sein Gesang sorgt nicht nur bei seinen eigenen Songs wie ´Fake Healer´, ´Date With Poverty´ oder ´The Human Factor´, sondern auch bei den alten David-Wayne-Klassikern ´Start The Fire´ (yes!) und ´Watch The Children Pray´ immer wieder für Gänsehaut! Die Instrumentalisten um das letzte verbliebene Gründungsmitglied Kurdt Vanderhoof machen ihre Sache ebenfalls gut – kein Wunder, spielen sie in dieser Formation doch immerhin schon acht Jahre zusammen. Auf eine unterhaltsame Performance legen sie allerdings weniger Wert. So ist Mike Howe der einzige Aktivposten, aber mit inzwischen kurzen Haaren wirken seine leicht tänzelnden Bewegungen noch Musical-mäßiger. Es müssen ja wahrlich nicht immer Propeller und Nieten sein, aber Metal sieht anders aus. Dennoch stark!
Dass TURBONEGRO polarisieren würden, war bereits im Vorfeld klar. Doch obwohl sich einige Old-School-Banger mosernd trollen, ist das weite Rund immer noch gut gefüllt. Dass das Motto ab jetzt „Nonsens statt Konsens“ heißt, machen schon die Outfits klar: So schwuchtelt Sänger Tony Sylvester ungeachtet der eisigen Temperaturen in Hot Pants und viel zu engem, quietschegelbem Muscle-Shirt über die Bühne. Seine Performance und seine lustigen (wenn auch gerne mal zu langen) Ansagen verdeutlichen erneut, dass auch nach Hank von Helvetes Abgang noch mit den durchgeknallten Norwegern zu rechnen ist, zumal sich auch der neue Keyboarder Crown Prince Haakon nahtlos einfügt und in seinem Solo ´Careless Whisper´ von Wham! anspielt. Die Koketterie mit dem Gay-Image und der anarchistische Humor sind nach wie vor omnipräsent. Dazu gesellen sich jede Menge Hits wie ´All My Friends Are Dead´, ´City Of Satan´, ´Blow Me Like The Wind´, ´Wasted Again´, Don´t Say Motherfucker, Motherfucker´ und als wortwörtlicher Höhepunkt (natürlich!) ´I Got Erection´. (ms)

Sonntag

DISCREATION sind genau der richtige Opener, um den sonntäglichen Kater zu vertreiben. Die zeitlos-zeitgemäße Death-Metal-Stilmixtur wartet genauso mit monströsen Grooves auf wie mit rasantem Gekloppe. Beim stampfenden Titeltrack ihres aktuellen Albums „Procreation Of The Wretched“ beispielsweise kommt mit einem Hauch von Celtic Frost die Lieblingsband von Gitarrist Sebastian (Rock-Hard-Leser kennen ihn...) durch, an anderer Stelle haut man dem Publikum wiederum die volle Breitseite knatternden Blastbeat-Sperrfeuers rein. Während sich „Uns Schilling“ Mühe gibt, keine Miene zu verziehen, hat Drummer Martin seinem Grinsen nach zu urteilen Spaß für drei, und der noch nicht lange zur Band gehörende Shouter Marco liefert eine nicht nur stimmlich ziemlich gute Performance ab. Highlight: Das sogar von einem Fan lauthals geforderte ´To Cosmic Shores´ weiß als etwas episch-melodiös angelegte Kontrastnummer besonders hängenzubleiben. Schönes Ding! (sd)
BLACK TRIP liefern so ziemlich den perfekten Mittags-Gig. Die Songs der Schweden gehören zum Besten, was die an Juwelen nicht eben arme Retro-Metal-Welle emporgespült hat, und extrem eingängige Hymnen wie ´The Bells´ oder ´Shadowline´ muss man nie zuvor gehört haben, um sie toll zu finden. Vor allem Sänger Joseph Tholl liefert eine starke Show ab. Ihm gelingen nicht nur die zahlreichen Hooklines der Band aufs Feinste, er präsentiert sich auch als agiler und kommunikativer Frontmann. Überhaupt verfügt die ganze Band, allen voran Chef und Veteran Peter Stjärnvind, über die überzeugende Attitüde alter Rock-Haudegen, was den Songs noch mehr Ausstrahlung verleiht. Ein kleiner Makel ist der nicht ganz optimale Sound mit etwas zu leisem Gesang und knarzendem Bass, was andererseits aber auch nicht allzu stark ins Gewicht fällt, wenn einem gerade die Riffs des völlig brillanten Finishers ´Radar´ um die Ohren fliegen. (tb)
Man könnte fast aus der Haut fahren: Da geben NIGHTINGALE eines ihrer seltenen Konzerte und müssen während der ersten Hälfte der eröffnenden Göttergabe ´Nightfall Overture´ auf Dan Swanös samtene Stimme verzichten, weil irgendetwas mit der Bühnentechnik im Argen liegt. Pünktlich zur Bridge schallt das Organ des bescheidenen Genies aber zum Glück aus den Boxen, so dass auch vorne im sich zusehends füllenden Pulk geschwelgt werden darf. Die Schweden um den der Liebe wegen nach Krefeld gezogenen Edge-Of-Sanity-Vordenker und seinen älteren Bruder Dag feiern 2016 die Fertigstellung respektive Veröffentlichung ihrer beiden Alben „White Darkness” (2007) und „The Closing Chronicles” (1996), lassen aber logischerweise auch neuere Melodic-Perlen nicht zu kurz kommen. Als das optisch leider wenig hermachende Quartett zum Schluss den EOS-Gassenhauer ´Black Tears´ ins Amphitheater schmettert, ist auch der letzte Death-Metaller von dem zwischen AOR und Prog light schlingernden Material gepackt. Tschüs Regen! (as)
ORDEN OGAN schließen mit ihrem Auftritt zu dem illustren Kreis jener Bands auf, die seit 2003 bereits zum dritten Mal auf dem Billing stehen. Vor allem in Sachen Bühnenoutfit sind die Arnsberger Power-Metaller im Vergleich zum 2013er Gig wesentlich schlanker unterwegs, denn die bulligen Autoreifen-Kostüme hat man daheim eingemottet. Heavy klingen Orden Ogan aber trotzdem, wenngleich die Setlist nicht gerade ausgewogen wirkt. Gleich fünf Mal feuert man Songs vom aktuellen Album „Ravenhead“ in die fäustereckend feiernde Meute, wobei durchaus mal zu klären wäre, ob ´Here At The End Of The World´ wirklich eine Hommage an das heimische Sauerland ist. Sänger/Gitarrist Sebastian „Seeb“ Levermann würzt seine Ansagen natürlich auch wieder mit dem ihm eigenen Humor und wird es sicherlich verschmerzen können, dass Teile des Publikums in den Mitsingspielchen vor ´The Things We Believe In´ die Truppe als „Orang-Utan“ verhohnepipeln. Erkenntnis des Tages: Orden Ogan mögen Currywurst! (mbo)
Man merkt MOONSPELL in jedem Moment an, dass sie sich auf großen Bühnen wohlfühlen. Schon das Design mit dem riesigen Artwork-Backdrop und der orgelartigen Metallverkleidung vor Pedro Paixãos Keyboard macht einiges her, und auch Fernando Ribeiro gelingt es problemlos, die Menge vor der Bühne in seinen Bann zu ziehen. Und diese Menge ist ziemlich groß – es ist ganz offensichtlich, dass sich die Portugiesen nach zahlreichen musikalischen Abenteuern mit ihren letzten Alben auch unter Old-School-Fans ihren exzellenten Ruf zurückerobert haben. Genau um diese Anhänger kümmern sich Moonspell heute intensiv. Den Großteil des Sets stellen Klassiker von „Wolfheart“ und „Irreligious“, was exzellent funktioniert, andererseits aber auch bedeutet, dass Fans der starken jüngsten Werke der Band, die den alten Klassikern qualitativ in rein gar nichts nachstehen, eher nicht auf ihre Kosten kommen. Egal, die Band wird gefeiert, das Publikum ist glücklich. (tb)
Keine Ahnung, was den Kollegen Kaiser am Vortag geritten hat, bei der Metal-Church-Ansage deren Alben mit Mike Howe als nicht zu übertreffende Power-Metal-Meisterwerke aufzulisten. Mit „Thundersteel“ haben RIOT V mindestens ein Album der Kategorie zu bieten, und passenderweise steht ebendieses im Mittelpunkt des Auftritts. Flankiert von noch älteren Nummern wie ´Narita´ (Opener), ´Road Racin´´, ´Warrior´ oder ´Fire Down Under´ und neuerem Material, wird mal wieder deutlich, welchen Stellenwert die Truppe in Sachen US-Metal hat. Dass das Quintett nach dem Tod vom Mark Reale die Legitimation hat, die Band weiterzuführen, steht außer Frage, denn man hat auch ohne ihn ein überragendes Album eingespielt, und mit seinem Gitarrenkoffer auf der Bühne ist der Veteran immer präsent. Wer beim Schlussdoppel ´Swords And Tequila´ und ´Thundersteel´ keine Gänsehaut kriegt, dem ist nicht zu helfen. Für mich der Höhepunkt des Festivals – nicht zuletzt wegen des überragenden Gitarrenspiels und Ausnahmesänger Todd Michael Hall. (wk)
Einen eiskalten Start legen CANNIBAL CORPSE mit ´Evisceration Plague´ hin: Die ersten Banger, Crowdsurfer und Mosher sind vom Set-Opener an elektrisiert und aufgepeitscht. Auf die ultrabrutale Darbietung von ´The Time To Kill Is Now´ springt das Publikum vor der Bühne genauso an. Cannibal Corpse liefern genau das, wofür ihre Live-Gigs berühmt sind: Präzision und Brutalität. Wer bereit ist, sich auf die Death-Metal-Rasiermesser-Dampframme einzulassen, wird bestens unterhalten. Die Setlist liefert ein Best-of alter und neuer menschenverachtender Splatter-Fantasien, deren Posterboy George „Corpsegrinder“ Fisher ist, der Mann, über dessen Hals immer wieder aufs Neue gestaunt werden kann. Die Publikumsbespaßung besteht heute aus einer Wall Of Death, die Aufforderung zum Wettbangen bleibt ebenso aus wie der „song for all the ladies out there“. Charmant. Mit ´Devoured By Vermin´ und ´Hammer Smashed Face´ hinterlassen Cannibal Corpse das Publikum zwischen Befremden, Begeisterung und Blessuren. (gb)
Knapp 60 Kilometer sind es von Krefeld bis Gelsenkirchen, dementsprechend werden BLIND GUARDIAN von zahlreichen Freunden und Familienmitgliedern begleitet. Für die selbsternannten „Ruhrpott-Indianer“ ist der Gig erst das dritte Konzert dieses Tourabschnitts, doch die Gardinen sind bereits voll im Saft. Die Zeiten als Jogginghosen-Band Nummer eins sind längst passé, stattdessen präsentiert sich Hansi Kürsch einmal mehr als der eloquenteste Frontmann des gesamten Festivals. In Sachen Songauswahl herrscht natürlich vor allem Klassiker- und Mitsing-Alarm, wenngleich mit ´The Ninth Wave´ und ´Prophecies´ auch zwei brandaktuelle Titel auf der Setlist stehen. Dank der eher semi-optimalen Witterung leidet man diesmal nicht unter einer Mückeninvasion (2003 waren alle Insekten der Umgebung plötzlich Guardian-Fans!), und einen mächtigeren Festival-Abschluss als ´Valhalla´, ´The Bard´s Song - In The Forest´, ´Mirror Mirror´ und ´Majesty´ hätte man sich kaum wünschen können. Man sieht sich 2017! (mbo)

Im Metal-Auenland moshten, sangen, froren und schwitzten drei fantastische Tage lang: Holger Stratmann (hs), Boris Kaiser (bk), Thomas Kupfer (tk), Jens Peters (jp), Ronny Bittner (rb), Michael Rensen (mr), Alexandra Michels (am), Andreas Schiffmann (as), Matthias Mader (mm), Mandy Malon (mam), Mike Borrink (mbo), Wolfram Küper (wk), Sebastian Schilling (ses), Marcus Schleutermann (ms), Tobias Blum (tb), Simon Dümpelmann (sd), Laura Niebling (ln), Patrick Schmidt (ps), Stefan Glas (sg), Gretha Breuer (gb), Conny Schiffbauer, Buffo Schnädelbach, Jörg Staude, Meredith Schmiedeskamp, Friso Gentsch, Dani Lipka, Marion Schulz, Uwe Heine, Stefan Büchner, Frittz Loch, Svenja Kleinhaus, Stefan „Hacky“ Hackländer und Robert Fust (Rock-Hard-Stand). Die Fotos knipsten Thorsten Seiffert, Holger Stratmann und Jens Peters.

In unserem YouTube-Channel erwarten euch Video-Interviews vom Festival mit u.a. BLIND GUARDIAN, SODOM/DESTRUCTION/TANKARD, THE EXPLOITED, METAL CHURCH, CANNIBAL CORPSE, BLACK TRIP, TRIBULATION und SATAN.
Mitschnitte diverser Shows des Wochenendes findet ihr in der Mediathek des WDR unter www.rockpalast.de.

Und was meint...?

BORIS KAISER
Wer war die beste Band des Festivals?
Ganz ehrlich, ich würde das auch schreiben, wenn es nicht unser eigenes Festival gewesen wäre: Ich fand fast alles, was ich gesehen habe, mindestens gut, das meiste sogar besser. Ganz, ganz vorne: Tribulation (komplett einzigartiger, fantastischer Live-Act!), Sorcerer (hatten das Rund mit jedem Song mehr im Sack!), Kadavar (Live-Arbeiter, keine Rockstars!) sowie das glücklich machende Klassiker-Triple Metal Church, Riot V und Blind Guardian (alle mit Top-Setlists!)

Wer war die schlechteste Band des Festivals?
Es heißt DAS Band. Und wir benutzen immer nur stabiles Gaffa-Tape – also alles in Ordnung. 

Wer war die größte Überraschung?
In Sachen Bands oder Kollegen? Bei den Kollegen überrascht mich jedenfalls schon lange nichts mehr.

Welcher Rock-Hard-Mitarbeiter ist dir am meisten auf den Sack gegangen?
Ich weiß, wer mir diesmal nicht ganz so auf den Sack gegangen ist: Zompf Kupfer. Der hatte nämlich bereits am Samstagabend seine Stimme verloren. Herrlich!

Deine Wunschbands für 2017?
Candlemass, Secrets Of The Moon & D-A-D (alle schon bestätigt, haha!) – der Rest wird noch nicht verraten. Aber wir arbeiten emsig an einem hoffentlich tollen Billing!

ANDREAS SCHIFFMANN
Wer war die beste Band des Festivals?
Blind Guardian, knapp gefolgt von Year Of The Goat und Nightingale
 
Wer war die schlechteste Band des Festivals?
Sinner haben diesmal nicht gespielt, aber Turbonegro brauchte ich persönlich noch nie.
 
Wer war die größte Überraschung?
Sodom (stehen anscheinend zum zigsten Mal im vollen Saft), Tribulation (jetzt kapiere ich auch ihr aktuelles Album)
 
Welcher Rock-Hard-Mitarbeiter ist dir am meisten auf den Sack gegangen?
Keiner, aber Stefan Glas: Lass dich mal blicken! Und Schleuti: Danke noch mal!
 
Wunschbands für 2017?
Wie zuletzt Triumph und King´s X, ansonsten Skyclad und Gojira

MICHAEL RENSEN

Wer war die beste Band des Festivals?
Blind Guardian (diese Stimmung!), Metal Church (diese Stimme!)

Wer war die schlechteste Band des Festivals?
Die 88. Minute des Spiels Bremen - Frankfurt.

Wer war die größte Überraschung?
Herr Peters. Hat immerhin nicht versucht, meinen Kindern irgendwelche kreuzdämlichen erfundenen Säufer-„Anekdoten“ über mich zu erzählen. Aber...

Welcher Rock Hard-Mitarbeiter ist dir am meisten auf den Sack gegangen?
...wie immer: Herr Peters. Mittlerweile beglückwünschen mich sogar schon Leser dazu, dass ich „endlich trinken“ würde. Schönen Dank auch...

Wunschbands für 2017?
Fates Warning mit John Arch, Savatage, Between The Buried & Me, Dritte Wahl

CONNY SCHIFFBAUER
Wer war die beste Band des Festivals?
Blind Guardian, Kadavar, Moonspell

Wer war die schlechteste Band des Festivals?
Gab´s nicht

Wer war die größte Überraschung?
Wattie von The Exploited – scheint sich von seinen gesundheitlichen Problemen ganz gut erholt zu haben.

Welcher Rock-Hard-Mitarbeiter ist dir am meisten auf den Sack gegangen?
Boris Kaiser. Übte jede Nacht im Hotelzimmer nebenan lautstark und stundenlang seine Bühnenansagen für den nächsten Tag. Manchmal hab ich gedacht, Corpsegrinder singt sich gerade ein.

Wunschbands für 2017?
Slayer, Machine Head, Dool, Bombus

ROBERT FUST
Wer war die beste Band des Festivals?
Black Trip

Wer war die schlechteste Band des Festivals?
Orden Ogan

Wer war die größte Überraschung?
Der leiseste Zompf aller Zeiten (weil völlig erkältet)

Welcher Rock-Hard-Mitarbeiter ist dir am meisten auf den Sack gegangen?
Dieser Jacky-Cola saufende Penner Donnerstagnacht vor dem Rock-Hard-Stand

Wunschbands für 2017?
Whiplash, Nervosa, Lizzies, Orange Goblin, Skull Fist, Danko Jones

HACKY
Wer war die beste Band des Festivals?
Kadavar, Tribulation, Black Trip

Wer war die schlechteste Band des Festivals?
Orden Organ

Welcher Rock-Hard-Mitarbeiter ist dir am meisten auf den Sack gegangen?
Ich mir selbst, weil ich mich bei so manchen Bands von Boris´ fulminantem Magma-Patch ablenken ließ

Wunschbands für 2017?
In Solitude, Beastmilk, Ahab

LAURA NIEBLING
Wer war die beste Band des Festivals?
Satan

Wer war die größte Überraschung?
Kollege Mader, der mir vor dem Metal-Church-Gig ein 30-minütiges Spontanreferat zur „Klassischen Phase ´81 - ´86“ hält, das von historischen Fakten bis zu einer spannenden Geistergeschichte beste Unterhaltung bietet. Für 6,66 Euro (bitte passend zahlen) könnt ihr an der Veranstaltung „Ach hör doch auf – oder ´Die post-klassische Phase´“ auf dem Headbanger´s Open Air 2017 teilnehmen. Kontakt: megazine@rockhard.de (Betreff: Mader Church)

Welcher Rock-Hard-Mitarbeiter ist dir am meisten auf den Sack gegangen?
Kollege Jaedike, der in Las Vegas bei den Hair Metal Awards seine Fönfrisur in die Sonne hält, während wir zitternd der Kälte trotzen.

Wunschbands für 2017?
Thundermother

RONNY BITTNER
Wer war die beste Band des Festivals?
Blind Guardian – das ist von der Show und dem Sound her mittlerweile ganz großes Kino, das den internationalen Vergleich nicht zu scheuen braucht. Und dann noch so schöne alte Lieblingslieder wie ´The Last Candle´, ´Journey Through The Dark´ und ´The Script For My Requiem´ im Set – geil, geiler, Guardian!

Wer war die schlechteste Band des Festivals?
Einen richtigen Stinker gab es nicht. Year Of The Goat hatten allerdings das schlechteste Stageacting (allesamt den Bewegungsradius eines Bierdeckels) und Orden Ogan die mit Abstand beknackteste Ansage, die ich in meinem Leben gehört habe (Stichwort Currywurst).

Wer war die größte Überraschung?
Turbonegro. Ich mag die Band eh, hätte aber nicht gedacht, dass es mich so flasht (ich hatte zugegebenermaßen auch den richtigen Pegel, um Hits vom Kaliber ´I Got Erection´ mitzubrüllen) und die Band auf dem RHF so gut funktioniert.

Welcher Rock-Hard-Mitarbeiter ist dir am meisten auf den Sack gegangen?
Niemand, das Team ist noch besser als zuvor eingespielt. Dafür nervten aber diejenigen im Publikum, die meinten, sobald eine Frau eine Band-Ansage macht, sofort „Möpse raus“ skandieren zu müssen.

Wunschbands für 2017?
Devin Townsend Project, Skyclad, Vektor, Anthrax, Stonewall Noise Orchestra

MIKE BORRINK
Wer war die beste Band des Festivals?
Metal Church, Kadavar, Tribulation, Riot V, Blind Guardian

Wer war die schlechteste Band des Festivals?
Schlecht ist vielleicht das falsche Wort, aber von Accu§er und Moonspell hatte ich mir mehr erhofft.

Wer war die größte Überraschung?
Sorcerer

Welcher Rock-Hard-Mitarbeiter ist dir am meisten auf den Sack gegangen?
Keiner

Wunschbands für 2017?
Savatage, Symphony X, Cynic, Megadeth, Solitude Aeturnus

MANDY MALON
Wer war die beste Band des Festivals?
Tribulation! Absolute Killer-Live-Performance und wahnsinniges Aufgehen in ihren Vampirrollen.

Wer war die schlechteste Band des Festivals?
Orden Ogan – sorry, das mögen ja echt liebe Jungs sein, aber musikalisch ist das für meinen Geschmack einfach ein großer Horror, und dann noch diese Currywurst-Ansagen...

Wer war die größte Überraschung?
Kadavar – haben mich absolut mitgerissen!

Welcher Rock-Hard-Mitarbeiter ist dir am meisten auf den Sack gegangen?
Mein lieber Jens, und zwar immer dann, wenn er von Party-Peters zu Pussy-Peters mutiert ist und irgendwas von „erst mal ein Wasser“ gefaselt hat. Buuuh!

Wunschbands für 2017?
The Ruins Of Beverast, Bölzer, Inquisition, Enforcer, Grave Miasma, Nifelheim, Archgoat, Our Survival Depends On Us, Almyrkvi, Necros Christos, Degial, Vorum, Uncle Acid And The Deadbeats

ALEXANDRA MICHELS
Wer war die beste Band des Festivals?
Blind Guardian, Kadavar, Riot V

Wer war die schlechteste Band des Festivals?
Diese grottenfiese Combo namens Dreckswetter. Total unterkühlt, spielte immer die gleiche Leier, und das zwei Tage lang. Bitte nie wieder buchen!

Wer war die größte Überraschung?
King Peters der Erste wird von Monarchin Mandy der Schlaflosen vom Party-Thron geschubst.

Welcher Rock-Hard-Mitarbeiter ist dir am meisten auf den Sack gegangen?
Keiner, waren alle mit Zähneklappern beschäftigt.

Wunschbands für 2017?
Inglorious, Danger Danger, Amorphis, Amon Amarth, Michael Monroe

MARCUS SCHLEUTERMANN
Wer war die beste Band des Festivals?
Riot V

Wer war die schlechteste Band des Festivals?
Veltins

Wer war die größte Überraschung?
Der Wintereinbruch

Welcher Rock-Hard-Mitarbeiter ist dir am meisten auf den Sack gegangen?
Boris Kaiser wegen seiner 1.FC-Köln-Jacke

Wunschbands für 2017?
Y&T

MATTHIAS MADER
Wer war die beste Band des Festivals?
Satan. Versteht sich von selbst, oder? Momentan kann keiner auf der Welt dem Gitarrenduo Tippins/Ramsey auch nur annähernd das Wasser reichen...

Wer war die schlechteste Band des Festivals?
Orden Ogan. Das war nix. Wer sich auf der Bühne derartig lange damit aufhält, die Mitsing-Parts bis ins kleinste Detail zu choreografieren, darf sich nicht darüber beschweren, wenn ihm am Ende aus Zeitmangel der Saft abgedreht wird...

Wer war die größte Überraschung?
Nightingale. Mit ihrer verschrobenen Mischung aus Prog und Seventies-Hardrock passten die Swanö-Brüder nicht wirklich zu 100 Prozent ins 2016er Billing. Aber gerade deswegen war die (positive) Überraschung umso größer.

Welcher Rock-Hard-Mitarbeiter ist dir am meisten auf den Sack gegangen?
Keiner!

Deine Wunschbands für 2017?
Die maximale Anzahl von NWOBHM-Bands reicht völlig aus.

GRETHA BREUER
Wer war die beste Band des Festivals?
Sodom (die lässigsten Working Class Heroes der Welt!), Tribulation (entrückt), Discreation (tight und tough), Moonspell (so schöner „Irreligious“-Set!), Cannibal Corpse (siehe Live-Bericht)

Wer war die schlechteste Band des Festivals?
Orden Ogan (nerv)

Wer war die größte Überraschung?
The Exploited (musikalisch gar nicht abgehalftert, sondern keck und knackig)

Welcher Rock-Hard-Mitarbeiter ist dir am meisten auf den Sack gegangen?
Jens Peters mit seinem ewigen Bieranstoßen und Laura Niebling mit ihrer guten Laune.

Wunschbands für 2017?
Toxic Holocaust, Vallenfyre, Lvcifyre

SIMON DÜMPELMANN
Wer war die beste Band des Festivals?
Die Frühaufsteherfraktion ist sich einig: jeden Tag der jeweilige Opener.
 
Wer war die schlechteste Band des Festivals?
Mein Anwalt hat mir geraten, das nicht mehr öffentlich zu äußern.
 
Welcher Rock-Hard-Mitarbeiter ist dir am meisten auf den Sack gegangen?
„Welcher nicht?“ ließe sich einfacher eingrenzen.
 
Wunschbands für 2017?
Saint Vitus (mit Scott Reagers), Killing Joke, Khthoniik Cerviiks

STEFAN GLAS
Wer war die beste Band des Festivals?
The holy Church of Metal!

Wer war die schlechteste Band des Festivals?
Die Petrus-Piss-Polka!

Wer war die größte Überraschung?
Tribulation, die ich als einzige Band noch nicht live gesehen hatte und die eine intensive Show servierten.

Welcher Rock-Hard-Mitarbeiter ist dir am meisten auf den Sack gegangen?
Wer auch immer freiwillig die Verantwortung als Verkehrsplaner für die mistigen Staus bei der Anfahrt am Samstagvormittag übernimmt. Die haben nämlich dazu geführt, dass ich von Sorcerer nur noch die letzten Akkorde mitbekommen habe. Doomned!

Wunschbands für 2017?
Leatherwolf, Fates Warning, Titan Force und immer noch Watchtower!

JENS PETERS
Wer war die beste Band des Festivals?
Turbonegro (I got erection! Mann, war das geil!), dicht gefolgt von Year Of The Goat

Wer war die schlechteste Band des Festivals?
Klingt nach Klischee, aber: Gab´s nicht. Alles, was ich gesehen habe, war mindestens gut, meistens eher fantastisch.

Wer war die größte Überraschung?
Unsere Black-Metal-Queen Mandy mit der wohl besten Ansage des gesamten Festivals. Da war sogar dem Corpsegrinder angst und bange – so munkelt man zumindest.

Welcher Rock-Hard-Mitarbeiter ist dir am meisten auf den Sack gegangen?
Wie immer: Rensen. Dieses Jahr hat sich der Rotschopf zwar vor allen Fotos gedrückt (man lernt ja schließlich dazu), aber im, auf und vor dem Bierlager erneut alles gegeben. Seine „wunderschön“ vorgetragene Alternativ-Version von ´Battle Hymn´ (´Bottle Hymn´, klar) wird mir NIE WIEDER aus dem Kopf gehen. Danke dafür, Michael.

Wunschbands für 2017?
Nifelheim (bitte, Boris!). Lizzy Borden. Skid Row. Noch mal Turbonegro. Und obendrauf die Backyard Babies. Danke!

SEBASTIAN SCHILLING
Wer war die beste Band des Festivals?
Sodom, Moonspell, Turbonegro

Wer war die schlechteste Band des Festivals?
Richtig schlecht war keine. Aber Orden Ogan und Nightingale sind schon ziemlich zahnloses Tralala.

Wer war die größte Überraschung?
Turbonegro. Dachte immer, dat is was für Idioten...

Welcher Rock-Hard-Mitarbeiter ist dir am meisten auf den Sack gegangen?
Dümpelmann verlangt ständig nach Koks und Nutten. Alter, du musst das in den Griff bekommen!

Wunschbands für 2017?
Rage, Satyricon, Dead Congregation, Helloween, Anthrax, Megadeth, Gojira, Memoriam

TOBIAS BLUM
Wer war die beste Band des Festivals?
Ganz klar Metal Church. Wer Mike Howe und Songs wie ´Gods Of Second Chance´ oder ´No Friend Of Mine´ an den Start bringt, ist die beste Band, egal unter welchen Umständen. Da kann das Gitarrensolo auch noch so komisch sein. Is so.

Wer war die schlechteste Band des Festivals?
Wirklich schlechte Bands habe ich nicht gesehen, aber Turbonegro und Cannibal Corpse sind extrem weit weg von mir. 

Wer war die größte Überraschung?
Dass Sorcerer ein Wahnsinnsalbum vorgelegt haben, ist bekannt. WIE großartig die Band aber live sein würde, hat mich dann doch überrascht.

Welcher Rock-Hard-Mitarbeiter ist dir am meisten auf den Sack gegangen?
Wer auch immer vergessen hat, die verantwortlichen Wettergötter ausreichend zu bestechen.

Wunschbands für 2017?
Voivod, Clutch, Jess And The Ancient Ones

WOLFRAM KÜPER
Wer war die beste Band des Festivals?
Freitag: Satan (NWOBHM at its finest), Samstag: Turbonegro (Hits, Hits, Hits), Sonntag: Riot V (was für ein Gitarrenspiel)

Wer war die schlechteste Band des Festivals?
Fehlanzeige

Wer war die größte Überraschung?
Sorcerer (ganz großes Gefühlskino)

Welcher Rock-Hard-Mitarbeiter ist dir am meisten auf den Sack gegangen?
Niemand außer dem rücksichtslosen mobilen Bierverkäufer im Innenraum

Wunschbands für 2017?
The Rods, Fates Warning (beide Line-ups), Liege Lord

THOMAS KUPFER
Wer war die beste Band des Festivals?
Sodom, Tribulation, Kadavar, Metal Church, Turbonegro

Wer war die schlechteste Band des Festivals?
Also, ich habe keine schlechte gesehen.

Wer war die größte Überraschung?
Tribulation! Echte Vampire und noch dazu bei Tageslicht. Sieht man ja sonst eher selten. Geile Songs, geile Performance, und von dem extravaganten Schuhwerk von Gitarrist Jonathan Hultén schwärmt Boris noch heute.

Welcher Rock-Hard-Mitarbeiter ist dir am meisten auf den Sack gegangen?
Wer wohl? Peters natürlich. Als sich meine Stimme am Samstagabend komplett verabschiedete, versuchte er mich aus purer Bosheit in diverse Diskussionen („Bier, Koks oder Champagnski? Hähäha...“) zu verwickeln. Hohlfritte!

Wunschbands für 2017?
Black Breath, Gojira, Universe217, Michael Monroe, Stonewall Noise Orchestra

HOLGER STRATMANN

Wer war die beste Band des Festivals?
Blind Guardian und ihre Fans, Kadavar hatten den besten Wumms und die beste Optik

Wer war die schlechteste Band des Festivals?
Keine

Wer war die größte Überraschung?
Sodom – das war ein echtes Pfund! Tolles Stagedesign von Turbonegro.

Welcher Rock-Hard-Mitarbeiter ist dir am meisten auf den Sack gegangen?
Ich mir selbst. Kam nicht aus dem Bett (Kreislauf!) und habe Tribulation verpasst.

Wunschbands für 2017?
Wie immer: Top secret.

Randnotizen

Champagnski für den Mad Butcher


Das Amphitheater hat ja viele Vorzüge, aber WLAN gehört nicht dazu. Dabei hätten MOONSPELL zu gerne den letzten Spieltag der portugiesischen Fußball-Liga verfolgt. Die beiden Lissaboner Clubs Sporting und Benfica machten das Rennen unter sich aus, und selbstredend ging der Riss in puncto Anhängerschaft mitten durch die Band. Deshalb ließen sich die Musiker gleich nach der Show zurück ins Hotel bringen. Nur Sänger Fernando trank gemütlich einen Kaffee im Backstage. Macht sich der vermeintliche Schöngeist etwa nichts aus dem Bolzsport? „Doch“, erklärte Ribeiro grinsend, „mir ist das nur egal, denn ich bin Fan des FC Porto“, und genoss noch ein bisschen die Gelsenkirchener Luft, in der sein Verein 2004 mit José Mourinho die Champions League gewann. (hs)

„Wahnsinn, was die für einen Aufwand betreiben“, fiel unserem Audio-Experten Hannes Jaeckl die Kinnlade herunter, als eine Armada von BLIND GUARDIAN-Technikern eine Wagenburg aus Technik „im Wert eines Einfamilienhauses“ aufbaute, nur um dem WDR ein gutes Signal zu übergeben. Der Kölner Sender ist zwar selbst bestens bestückt, aber durch die 500 Spuren der Krefelder kann sich nur einer kämpfen: Hausproduzent Charlie Bauerfeind, der neben dem WDR-Truck ein eigenes Mobilstudio auffuhr und top vorbereitet (mit Voreinstellungen aus dem Studio) live die Show mischte. In der Tat dürften die Gardinen damit den Preis für die am besten vorbereitete RHF-Band aller Zeiten im Sack haben. Echt cool! (hs)

Als Erben der New Yorker Hardrock-Legende Riot hätte es auch gereicht, sich verbal beim verstorbenen Bandgründer Mark Reale zu bedanken, aber RIOT V bauten gut sichtbar den Gitarrenkoffer von Reale vor dem Drumkit auf. Die Kameras des WDR schickten das Bild um die Welt. Sympathische Geste! (hs)

Der letzte Spieltag der Fußball-Bundesliga sorgte bei einigen für Frust. „Schon wieder keine Champions League für den FC Köln“, schimpfte Boris Kaiser und lief am Sonntag trotzig in der offiziellen Trainingsjacke herum. „Beim Rock Hard habe ich den Kader bereits optimiert, jetzt ist der Effzeh dran!“ Wird es eine neue Lichtgestalt im deutschen Fußball geben? Kaiser Boris statt Kaiser Franz? Wir sind gespannt! (ms)

Schnöde Backstage-Pässe waren gestern: In einem spontan einberufenen Inner-Circle-Meeting wurden fürs RHF 2017 sehr schicke pinke All-Areas-Pässe mit Glitzerumrandung und Rüschenbesatz in Auftrag gegeben. Auf den Dingern soll in feinster Lillifee-Schnörkelschrift „Ich tue hier keinen Handschlag, ich bin Prinzessin“ stehen. Umgehängt werden die säuberlichst laminierten Schmuckstücke ein, zwei besonders engagierten männlichen Rock-Hard-Mitarbeitern... (mr)

Kein Wunder, dass sich am Samstagmorgen im Frühstücksraum des Künstlerhotels alle Leute wegduckten, als der „Mad Butcher“-Darsteller (jetzt eher harmlos dreinschauend, aber man weiß ja nie...) sein Frühstücks-Ei zerteilte. Der Mann sah dem comic-haften Sado-Schlächter der Sebastian-Krüger-Fantasie verdammt ähnlich und konnte sogar mühelos das fieseste Grinsen aller Metal-Cover in (ähem...) Fleisch und Blut nachstellen. Das Rätsels Lösung: Der Mann ist bei einem Videodreh von Udo Dirkschneider aufgefallen. Mit der Aussage „Höhöhö, du siehst ja aus wie der „Mad Butcher““ konnte der schauspielernde Metal-Fan jedenfalls etwas anfangen. Der Kontakt zu Schmier und seiner Rasselbande war dann schnell hergestellt. (hs)

Das Wort des Festivals ist definitiv „Champagnski“ – an dieser Stelle einen lieben Gruß an DESTRUCTIONs Schmier und Liné, wir hätten mal zählen sollen, wie viele Flaschen sie davon geleert haben! (mam)

Mit den Weight-Watchers-Aktivitäten ist es offensichtlich vorbei: Zum Frühstück kredenzt sich TANKARDs Gerre Croissants mit Würstchen, Lachs mit Senf und statt Bier oder Apfelwein einige Gläser Sekt. (wk)
 
Gerre II: Geburtstagsfeier auf dem RHF ist natürlich eine feine Sache, und wenn einen zudem der eigene Fanclub auf der Bühne mit einem Fünf-Liter-Fass Apfelwein in der Fremde beschenkt, fehlt einem – weit der hessischen Heimat – wenig. (wk)

„Fast as a shark“ im Falle des Durchfalles. So oder so ähnlich lautete wohl die Message, die dieser Besucher mit seinem Kopfschmuck verbreiten wollte... (sg)

Witzige Bilder auch bei der Listening-Session des kommenden SODOM-Albums in einer Gelsenkirchener Hotelbar: Während die anwesenden Journalisten aufmerksam lauschen, verbringt Meister Angelripper einen Großteil seines Frühschoppens in der Raucherecke, um zwischen zwei Songs mal eben ein „Und?“ in den Raum zu rufen und folgend in Applaus zu baden. Wer kann, der kann. (sd)

TURBONEGRO wollen die Mauer wieder zurückhaben. Genauer gesagt: die „Berlin Wall Of Death“. Der Pit wird in Ost und West geteilt, dazwischen in der Mitte der Checkpoint Charlie. Aber irgendwie hat Gelsenkirchen am Samstagabend kurz vor 23 Uhr keinen Bock auf Krieg. Es gibt glücklicherweise keine blutigen Nasen. (mm)

Diese gab´s dann allerdings am letzten Abend: Als Kollegin Gretha kurz nach der CANNIBAL CORPSE-Show im Backstage auftaucht, ist das Geschrei allenthalben groß: „Was ist passiert? Wo ist der Pisser?“ Entwarnung folgt auf dem Fuße: „Die paar harmlosen Kratzer im Gesicht habe ich mir gerade bei den Kannibalen im Pit eingefangen. War echt ´ne amtliche Wall Of Death!“ Hart, härter, Breuer! (bk)

Blöd gelaufen: SATAN-Sänger Brian Ross gefällt mein Trikot des frischgebackenen Premier-League-Absteigers Newcastle United, das ich extra zu Ehren von Satan aus dem Schrank geholt habe, eher suboptimal. Ross ist nämlich Anhänger des Lokalrivalen Sunderland. Schwamm drüber, Engländer sind jederzeit fair. Ross: „Die Magpies sollen so schnell wie möglich wieder aufsteigen, damit es wieder Derbys gibt.“ (mm)

Leider kommt es in Gelsenkirchen nicht zur persönlichen Begegnung zwischen SATAN (die am Freitag dran sind) und den Sonntags-Headlinern BLIND GUARDIAN. Schade, denn eine Jam des von Blind Guardian auf „Somewhere Far Beyond“ gecoverten Satan-Songs ´Trial By Fire´ hätte ich liebend gerne gesehen. Stattdessen macht man sich gegenseitig Komplimente. Russ Tippins: „Technisch ist die Version von Blind Guardian viel besser als unsere. Das ist deutsche Wertarbeit. Sie haben bestimmt mit Clicktrack gearbeitet...“ Hansi Kürsch: „Ja, haben wir, aber die Originalfassung von Satan ist doch ebenfalls alles andere als sloppy gespielt.“ Peace & Love! (mm)

Man sagt mir ja häufig mal nach (nicht wahr, Holger?), ich würde gerne ´ne amtliche Party feiern – vor dem, was unser Neuzugang Mandy auf dem Sektor leistet, kann ich allerdings nur den Hut ziehen. Hiermit übergebe ich den Pokal, verneige mich in Ehrfurcht und gehe in den Ruhestand. Wer CANNIBAL CORPSE so lange durchgängig „betreut“, bis sie am Morgen nach (!) dem Festival zum Flughafen geshuttelt werden, hat sich den Titel redlich verdient. (jp)

Apropos Durchhaltevermögen: Die Partykrone unter den Musikern sicherte sich DESTRUCTION-Fronter Schmier, der von Donnerstag bis Sonntag die Tresen auf dem Festivalgelände und an der Hotelbar unsicher machte. Selbst nach Schließung der Bar wurde stets im Foyer oder auf dem Hotelzimmer weitergefeiert. (rb)

Nachdem Peters resigniert seine Partykrone abgelegt und sich vom Sauf-Superhelden in Mandys kleinen Feier-Minion verwandelt hat, ist es ihm immerhin noch gelungen, das Hotelpersonal zu schocken. Als eine arglose (hust) Dame morgens sein Hotelzimmer zur „Minibar-Kontrolle“ (doppelhust) betrat, fand sie unseren abgedankten Feier-Monarchen lediglich in seliges Schnarchen gehüllt irgendwo zwischen Fußboden und Bett vor. Zumindest fast, denn O-Ton Jens: „Das Einzige, was ich nachts trage, ist mein Nietengürtel.“ (am)

Alle wollten ihn, er hat ihn: Andy Brings (Double Crush Syndrome) ersteigerte bei eBay den berühmt-berüchtigten WODOS-Aufnäher, der natürlich nur rein zufällig Ähnlichkeit mit einem auf dem Kopf stehenden Patch der ihm nicht ganz unbekannten Thrasher SODOM hat (s. Foto). Seiner Fanliebe verlieh Andy zusätzlich mit einem Wodos-Shirt Marke Eigenbau Ausdruck, das der Gitarrist bei seinem DESTRUCTION-Gastauftritt dem johlenden Publikum präsentierte. Très chic! (am)

Nach durchzechter Nacht mit Party-Maschine Peters und Teilen von DESTRUCTION ist Kollegin Malon am Boden zerstört, als auf dem Weg zum Frühstück direkt vor ihrer Nase der Hotelaufzug für einen Feueralarm ausgeschaltet wird. Immerhin, statt zurück ins Bett stakst sie in würdevollem Schweigen und mit Sonnenbrille sieben Stockwerke hinab in Richtung Kaffee. (ln)

Party-Maschine Peters kontert dieselbe DESTRUCTION-Party am nächsten Morgen übrigens mit Bier und Currywurst. (ln)

Luka Butinar war nicht nur Schreiber bei Rock Hard Slowenien, sondern gehört auch seit Jahren zu den Stammgästen unseres kleinen Familienevents. Berühmt-berüchtigt sind vor allem seine traditionellen Mitbringsel: Halbliter-Plastikflaschen, die mit irgendeinem Selbstgebrannten seiner Großmutter gefüllt sind und schon manch Beschenktem binnen weniger Minuten den Garaus gemacht haben. Ob das Gesöff 50 (darunter geht es selten) oder 60 Umdrehungen hat, kann die liebe Oma nie sagen, und vermutlich ist es ihr noch dazu recht egal. Lukas diesjähriges Geschenk (selbstgebrannter Jägermeister…) wurde deshalb umgehend an YEAR OF THE GOAT weitergereicht. Mit einer entsprechenden Warnung natürlich. Ob´s was genutzt hat? (tk)

Eure Meinung

Daryl (23) hat sich 2016 zum ersten Mal von Linda (24) herschleifen lassen. Die beiden Nordhausener sind in erster Linie wegen Destruction und Sodom da, wobei er findet, vor Ort gebe es zu viele Damentoiletten, aber abgesehen vom mäßigen Wetter sei im Grunde alles perfekt.

Auch Olli (37) aus Wuppertal feiert seine Premiere im Amphitheater, nachdem er das Festival bislang immer nur im Fernsehen miterlebt hat, obwohl er aus der Nachbarschaft kommt. Nachdem er freitags Sodom und Tankard abgefeiert hat, markiert der zweite Tag für ihn den Höhepunkt des Wochenendes. Nennenswerte Mängel an der Organisation hat er nicht zu vermelden.

Sascha (24), José (25), Nino (23) und ihre beiden älteren Kollegen (43 und 38; sorry Leute, die Namen sind im Geplapper untergegangen) stammen alle aus der Umgebung (u.a. Gladbeck sowie Dinslaken) und waren schon bis zu fünfmal beim RHF. Ihre Highlights sind von Sodom über Kadavar und Metal Church bis zu The Exploited breit gefächert, während sie einen offensichtlichen Missstand einhellig betonen: „Freibier für alle”, denn das gab es bislang leider nicht. Zu dumm, dass wir euch dahingehend enttäuschen müssen, Freunde.

Faustschwinger Gaël (27, „glaube ich zumindest“) stammt wie seine Entourage aus dem Pariser Raum, wohnt aber momentan in Deutschland. Die Gruppe besucht die Rock-Hard-Sause seit 2012 und bewertet sie als Rundum-glücklich-Paket, wobei sie gut vergleichen kann, weil sie im Jahr durchschnittlich zehn bis 15 Festivals abklappert. Stilistisch zeigt sich der Haufen nicht auf einen Stil festgelegt und bangte zu Satan genauso heftig wie zu Sodom oder Tankard und Sulphur Aeon, die sogar im Hellen bombig funktioniert hätten. Darüber hinaus gebe es kaum so viele liebe Leute und saubere Klos wie in Gelsenkirchen, weshalb man davon ausgehen dürfe, dass diese deutsch-französische Freundschaft noch lange anhält.

Bands:
DESTRUCTION
ACCU§ER
DISCREATION
TANKARD
SULPHUR AEON
CANNIBAL CORPSE
YEAR OF THE GOAT
SORCERER
METAL CHURCH
RIOT V
ORDEN OGAN
BLACK TRIP
GRAND MAGUS
MOONSPELL
SATAN
SODOM
BLIND GUARDIAN
TRIBULATION
KADAVAR
TURBONEGRO
THE EXPLOITED
NIGHTINGALE
Autor:
Patrick Schmidt
Boris Kaiser
Tobias Blum
Marcus Schleutermann
Ronny Bittner
Alexandra Michels
Wolfram Küper
Matthias Mader
Holger Stratmann
Sebastian Schilling
Gretha Breuer
Thomas Kupfer
Laura Niebling
Jens Peters
Michael Rensen
Mandy Malon
Andreas Schiffmann
Mike Borrink
Simon Dümpelmann
Stefan Glas

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