Festivals & Live Reviews


Pic: Karsten Frölich

Festivals & Live Reviews 20.09.2019, 12:20

OVERKILL - Oberhausen, Turbinenhalle 2

Anfang des Jahres rollte die „Killfest“-Tour bereits durch Europa, in anderen Venues und mit neuem Opener bereisen OVERKILL, DESTRUCTION und FLOTSAM & JETSAM aktuell wieder den Kontinent. Wir waren für euch beim Gig in der Turbinenhalle 2 in Oberhausen.

Den Opener für diesen Thrash-Leckerbissen geben die norddeutschen REZET, die vor spärlich besetzter Halle in ihren Set starten. Musikalisch sind die Jungs eher im melodischeren Teil des Thrash unterwegs, scheuen sich aber auch nicht, den ein oder anderen härteren Part in ihren Songs zu verwursten, leider bleibt trotz hohem Energielevel relativ wenig hängen.

Foto: Karsten Frölich

Etwas gemächlicher bzw. melodischer lassen es anschließend FLOTSAM & JETSAM angehen. Auch wenn der Opener 'Prisoner Of Time' noch etwas im Soundbrei untergeht, ist die Laune vor und auf der Bühne gut, und spätestens ab dem dritten Song 'Iron Maiden' dürfen sich die Jungs aus Phoenix über einen glasklaren Sound freuen. Trotz eines etwas statischen Auftretens – nur Drummer Ken Mary lässt immer wieder diverse Stick-Tricks sehen und bei diesen auch mal breit grinsend einen fallen, ohne auch nur im Ansatz aus dem Spielfluss zu kommen – dürfen sich die Herren über die ersten Zugaberufe des Abends freuen, was ihre musikalische Leistung nochmal unterstreicht.

Foto: Karsten Frölich

Bei DESTRUCTION kann von statischem Bühnenauftreten gar keine Rede sein. Nicht nur, dass Fronter Schmier eine starke Bühnenpräsenz hat und laufend zwischen den drei aufgestellten Bühnenmikros wechselt, auch der neue Sechssaiter Damir Eskic wirbelt ausdauernd über die Bretter und kümmert sich nebenbei noch um die Publikumsanimation. Auf der Setlist stehen vor allem Achtziger-Klassiker der Marke 'Curse The Gods', 'Mad Butcher' oder das abschließende 'Bestial Invasion', aber auch drei Songs vom aktuellen Langeisen „Born To Perish“. Diese kommen sehr gut an ('Inspired By Death' tritt beispielsweise den ersten Pit des Abends los) und geben dank Doppelaxt einige schöne Farbtupfer.

Foto: Karsten Frölich

Dass es mit dem Pit bis zum Destruction-Gig dauern muss, liegt vielleicht auch am Zuschauerzuspruch an diesem Donnerstagabend: Als der Headliner OVERKILL die Bühne betritt, ist der Laden vielleicht halbvoll, was wirklich schade ist. Sänger Blitz und seine Wrecking Crew lassen sich davon natürlich nicht beeindrucken und prügeln zum Start 'Last Man Standing' vom großartigen aktuellen Album „The Wings Of War“ in die Runde. Auch wenn es zu Beginn einige „Overkill“-Rufe gibt und im Laufe des Sets einige Crowdsurfer am Start sind, wirkt das Publikum generell etwas hüftsteif, was vor allem bei den Mitschrei-Parts, etwa in 'Elimination' (das Overkill heute ungefähr doppelt so schnell wie auf Platte spielen), deutlich wird. Bei der Songauswahl geht die Band heute Abend nicht auf Nummer sicher: Natürlich sind viele Hits am Start, aber auch durchaus obskurere Songs wie die beiden „W.F.O.“-Tracks 'Bastard Nation' und 'Under One' oder die „Ironbound“-Nummer 'Bring Me The Night'. Nach einer guten Stunde steht dann mit der Zugabe nochmal Altbekanntes an, wobei im abschließenden 'Fuck You' noch der aktuelle Song 'Welcome To The Garden State' eingeworfen wird, der absolut das Zeug hat, dauerhaft im Zugabenblock zu verweilen.

Foto: Karsten Frölich

Es tut fast weh, das zu schreiben, aber vielleicht wäre es besser gewesen, diesen Gig in einer kleineren Halle anzusetzen. Man hat das Gefühl, dass die viele Energie, die von den wirklich starken und fast durchgehend auch gut gemischten Bands ausgeht, irgendwo im Saal verpufft, was angesichts der Leistung wirklich schade ist.

Bands:
OVERKILL
DESTRUCTION
FLOTSAM & JETSAM
REZET
Autor:
Maximilian Blom

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