Schwatzkasten

Schwatzkasten 17.11.2010

GWAR - ODERUS URUNGUS (Gwar)

Bereits seit einem Vierteljahrhundert machen die Schock-Rocker Gwar die Bühnen der Welt mit einer Mischung aus Satire, Horror, Science-Fiction und harten Gitarren unsicher. Rock Hard traf Gründungsmitglied, Bandboss und Sänger ODERUS URUNGUS zum Schwatzkasten-Plausch.

Oderus, was ist momentan in deinen Taschen?

»Taschen habe ich nicht. Ich bin immer nackt. Wenn ich etwas aufbewahren muss, lege ich es in meine Gehirnfalte. Weil ich kein Gehirn habe, ist dort noch ein wenig Platz.«

Wie und wo bist du aufgewachsen?

»Meine Geburt wurde live von einer Bühne im intergalaktischen Fernsehen übertragen. Ich fiel schon komplett ausgewachsen aus der Gebärmutter meiner Mutter auf einen gigantischen Penis. Dieser bohrte sich mir sofort in den Hintern, so dass man sagen kann, dass ich schon bei der Geburt vergewaltigt wurde. Meine Mutter war eine Petrischale und mein Vater ein Super-Computer.«

Was ist deine schönste Kindheitserinnerung?

»Meine Kindheit dauerte nur 30 Sekunden. Sobald ich auf der Welt war, trat ich der Armee bei. Das Ende meiner Kindheit ist gleichzeitig die schönste Erinnerung an diese kurze Zeit. Da habe ich nämlich zum ersten Mal jemanden umgebracht. Diese Phase meines Lebens war durch und durch von Gewalt, Sex, Blut und Horror geprägt. So bin ich aufgewachsen.«

Gehörtest du in der Schule zu den braven Strebern oder zur Rotzlöffel-Fraktion?

»Ich war ein tierisch böser Junge und hatte durchgehend beschissene Noten, weil ich ständig blaugemacht habe. Irgendwann habe ich die Schule einfach abgebrannt, anstatt sie zu besuchen. Die wichtigsten Dinge fürs Leben habe ich in der Armee gelernt, nämlich Schädel zu zersplittern und Lebewesen auszuweiden.«

Hast du Geschwister?

»Nicht wirklich. Meine wahre Familie sind die Gwar-Kollegen. Seitdem wir auf die Erde verbannt wurden, hängen wir zusammen ab und machen ziemlich coolen Heavy Metal.«

Wie bist du mit Musik und insbesondere Heavy Metal in Berührung gekommen?

»Als wir auf die Erde kamen, haben wir für die Höhlenmenschen die Musik erfunden. Wir töteten Dinosaurier, dehnten ihre Eingeweide und spielten darauf. Nachdem wir in der Eiszeit tausende Jahre eingefroren waren und wiedergeboren wurden ins Zeitalter der Elektrizität, fühlte es sich für uns normal an, die Gitarre zur Hand zu nehmen und lauten Krach zu machen. Wir wären nicht so gut, wenn wir Bluegrass oder Disco-Musik spielen würden. Heavy Metal passt einfach am besten zu uns.«

Welche Instrumente beherrschst du?

»Ich spiele keine Instrumente. Wenn überhaupt, dann zerstöre ich sie. Als Sänger bin ich ein lebendiges Instrument und spiele mich selbst.«

Wo verbringst du am liebsten deinen Urlaub?

»In Deutschland. Ob du es glaubst oder nicht: Deutschland ist das großartigste Land der Welt, und Berlin ist die tollste Stadt auf diesem Planeten. Früher habe ich meinen Urlaub gerne in der Antarktis verbracht. Doch dann nahm das Pinguin-Problem überhand: Die Viecher sind jetzt 20 Meter groß, stoßen radioaktiven, brennenden Atem aus und versuchen ständig, meine Shorts zu stehlen. Deswegen komme ich heutzutage lieber nach Deutschland und mache in Kreuzberg Party.«

Stell dir vor, du könntest dein Traum-Line-up aus lebenden und toten Musikern zusammenstellen. Wer würde mitspielen?

»Das ist einfach. Ich würde mir AC/DC in ihrer heutigen Besetzung schnappen und Bon Scott von den Toten auferstehen lassen, damit er wieder den Sänger-Posten bei der großartigsten Rock´n´Roll-Band der Welt - abgesehen von Gwar natürlich - übernehmen kann. Vielleicht würde ich noch Jimi Hendrix für ein paar Shows dazuholen.«

Und nun nenn mir dein Traum-Line-up, das ausschließlich aus Musikern des Horror-Genres stammt!

»Ehrlich gesagt finde ich die meisten dieser Bands beschissen. Ich liebe Alice Cooper. Mit ihm hat alles begonnen. Ihn würde ich zum Chef der Gruppe erklären. Lordi und Rob Zombie sind doch nur Kinderkram. Die interessieren mich nicht und gehören meiner Meinung nach auch nicht zum Horror-Genre. Sie haben einfach nur die guten Ideen, die andere schon früher hatten, schlecht kopiert. Slipknot finde ich ganz cool. Ihre Musik gefällt mir, und sie haben was Tolles erschaffen.«

Gibt´s eine berühmte Person, mit der du dich gerne mal unterhalten würdest?

»Jesus, Hitler und der Papst wären interessant. Aber die treffe ich ja sowieso bei jeder unserer Shows auf der Bühne, um sie plattzumachen.«

Kannst du dich noch an dein misslungenstes Date mit einem Girl erinnern?

»Ich glaube, dass ich noch nie ein Date hatte, weil ich dazu tendiere, mir Dinge einfach zu nehmen.«

Musstest du dich jemals zwischen einer Frau und der Musik entscheiden?

»Weil ich selbst zur Hälfte eine Frau bin und die Geschlechtsteile diverser Spezies habe, muss ich mich oft entscheiden, ob ich mich in der Hallengarderobe mit mir selbst vergnüge oder auf die Bühne gehe und eine Show spiele. Ich werde immer auf der Seite des Metal stehen, um meine Fans zu unterhalten. Und nur Not gehe ich mit meiner Mami aus.«

Was war die beste Show deines Lebens?

»Das war eine der ersten Shows, nachdem die Berliner Mauer gefallen war. Wir spielten ein Konzert auf einem der ersten Heavy-Metal-Festivals in Ostdeutschland. Nachdem wir fertig waren, begannen sie, die Mauer wieder aufzubauen. Hahaha, nein eigentlich wollten sie die Mauer ja nicht unsertwegen zurückhaben, sondern wegen dieses schrecklichen Scorpions-Songs.«

Was war die schlimmste Show deines Lebens?

»Das war in Norwegen, wo es die Leute auf einmal lustig fanden, Hundekotze auf uns zu werfen. Ich habe keine Ahnung, was sie angestellt haben, um ihre Hunde zum Kotzen zu bringen. Wir mögen es ja auch eklig, aber Hundekotze geht dann doch zu weit. Das war wirklich widerlich.«

Welche Hobbys und Interessen hast du neben der Musik?

»Da gibt´s eine Menge: Malen, Krieg, Lesen, Lebewesen quälen, Wintersport, Eingeweide stricken, Skaten, Schreiben und neues Leben aus dem Anus toter Hunde formen.«

Sammelst du etwas?

»Ja, ich sammle Nasen von berühmten Leuten. Ich besitze beispielsweise schon die Nasen vom Papst, von Burt Reynolds und von David Hasselhoff.«

Auf welche Nase bist du besonders stolz?

»Auf die Nase von Jesus. Ich möchte an dieser Stelle ein Geheimnis lüften: Jesus hat schon so viel Koks gezogen, dass er nur noch ein einziges großes Nasenloch besitzt.«

Wofür gibst du viel Geld aus?

»Ich habe kein Geld, weil ich nur mit Crack bezahlt werde. Nach jedem Konzert bringt man mir einen neun Tonnen schweren Crack-Brocken. Wenn ich zufällig doch mal an Geld komme, gebe ich es für Feuerzeuge aus. Sie benötige ich, um all das Crack abzubrennen.«

Warst du schon mal im Gefängnis?

»Ja, aber nur zum Spaß. Ich habe mich in den Knast werfen lassen, um zu sehen, ob es mir dort gefällt. Als mir langweilig wurde, habe ich einfach die Gefängnismauer niedergerissen und bin wieder abgehauen.«

Was war der peinlichste Moment deines Lebens?

»Mir ist nichts peinlich. Ganz im Gegenteil: Ich war schon immer stolz auf meine Taten und mich. Sogar damals, als ich die Titten von Sharon Osbourne gefickt habe und ihr dabei das Gesicht abfiel.«

Was wäre deine erste Amtshandlung, wenn man dich zum US-Präsidenten wählen würde?

»Ich würde die Weißen für ein paar Jahrhunderte versklaven, weil sie das Gleiche mit den Schwarzen getan haben. Und am Ende darf ein Schwarzer US-Präsident werden. Halt! Der ist ja schon schwarz...«

Was ist dein bester Charakterzug?

»Meine chronischen Blähungen.«

Was war das verrückteste Geschenk, das du je von einem Fan bekommen hast?

»Ein aufgespießter Schweinekopf.«

Nimmst du Drogen?

»Natürlich! Ständig!«

Was sind deine Lieblingsdrogen?

»Crack, Heroin, PCP, Beruhigungsmittel für Tiere, Marihuana, Alkohol, Adrenalin, Jesus-Blut, und richtig gut ist auch Babyblut. All das vermischt rauche ich sehr gerne. Außerdem stehe ich tierisch auf Schokolade. Wenn ich die esse, drehe ich durch.«

Erzähl mal von deiner verrücktesten Tournee-Party!

»Normalerweise schmeißen die Leute keine Partys für uns. Sie feiern in der Regel erst dann, wenn sie wissen, dass wir wieder mehr als 50 Kilometer entfernt sind.«

Was ist mit Groupies?

»Die bekommen wir meistens nicht ab. Wenn es um Groupies geht, fragt man besser Metallica, die einem dann berichten, wie sie Koks von den Titten irgendeines Girls geschnupft haben. Oder man fragt Jamey Jasta von Hatebreed und Vinnie Paul, die einem dann erzählen: „Oh yeah, sie hat mir einen geblasen, während ich furzen musste.“ Diese Idioten sind die besseren Ansprechpartner bei diesem Thema.«

Erzähl mal eine Anekdote, die du mit Deutschland oder den Deutschen verbindest!

»Wir haben mal in einem Club in Halle gespielt, der sich „Schlachthof“ nennt und früher wohl wirklich mal eine Metzgerei war. Dort fanden wir Fotos von Menschen in Strahlenschutzanzügen und zurückgelassenen Schweinen. Man erzählte uns, dass es dort früher mal eine Art industriellen Störfall gab und der Ort für 30 Jahre verdammt war. Genau dort, wo wir spielten, hatten sie damals die Schweine auf einen Haufen geworfen und verbrannt. Aber man tröstete und mit den Worten: „Keine Sorge, heute ist alles okay. Deshalb spielt ihr ja hier.“«

Stell dir vor, du darfst einen Koffer mit ins Nirwana nehmen. Was packst du rein?

»Crack, Kokain, Briefmarken und viele Feuerzeuge.«

Welcher Song soll auf deiner Beerdigung laufen?

»Der großartigste Gwar-Song aller Zeiten: ´Sick Of You´.

www.gwar.net

www.myspace.com/gwarofficial

DISKOGRAFIE (nur Studioalben)

Hell-O (1988)

Scumdogs Of The Universe (1990)

America Must Be Destroyed (1992)

This Toilet Earth (1994)

Ragnarok (1995)

Carnival Of Chaos (1997)

We Kill Everything (1999)

Violence Has Arrived (2001)

War Party (2004)

Beyond Hell (2006)

Lust In Space (2009)

Bloody Pit Of Horror (2010)

Bands:
GWAR
Autor:
Conny Schiffbauer

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