Kolumne

Kolumne 27.03.1996

N´ Ahmt zusamm´!

Heut´ habbich widda ´n „Kessel Buntes“ auffe Tageskarte. Punkt eins nennt sich „Rin inne Kartoffeln, raus ausse Kartoffeln“.

Raus ausse Kartoffeln bedeutet: Hanno is weg! Da sie eh ausse Radioecke kommt und gezz´n töftes Angebot von einem Sender in Berlin bekommen hat, hat sie sich kurzerhand entschlossen, dem Ruf des Hörfunks zu folgen und uns zu verlassen. Sie bleibt uns allerdings als freie Mitarbeiterin erhalten, so daß ihr weniger als wir unter Hannoentzug leiden werdet. Wir Puppen im Büro wußten es sehr zu schätzen, noch ´ne Verstärkung zu haben... Viel Spaß in Berlin, Hanno - und dies ist eine Drohung: Wir kommen alle vorbei und fressen dir den Kühlschrank leer!

Rin inne Kartoffeln hingegen is der Büchner Stefan (an der Namensstellung erkennt der Fachmann, daß es sich um einen Süddeutschen handelt...).Wenn der mit mir blubbert, isses irgendwie so, als ob ich in Thailand bin und ein Ureinwohner mir innem Affentempo sämtliche Sehenswürdichkeiten erklärt - natürlich auf thailändisch! Ich sollte am besten mal´n Bayrischkurs belegen, dann werd´ ich´s nach acht bis zehn Jahren schon auffe Reihe kriegen, mich fließend und ohne offnen Mund mit ihm zu unterhalten. Stefan is bei uns Producer, sprich Steuermann, und kümmert sich darum, daß dat Schiff nach vorne abgeht. Käpt´n Holgbär kann sich dann auch mal um die anderen Decks, Passagiere und so fort kümmern. Der Steuermann hat auch´n Steuerhund, der auf den Namen Barry hört und nach drei Tagen Anwesenheit bereits zum Redaktionscharmeur avanciert is: Mit mir hatter schon Armdrücken gespielt, man konnte ihn bereits in trauter Umarmung mit Martina beobachten, und mit Götz hat er neulich ein Tänzken gewagt (leider ohne Headbangen, Götz hat´s ihm nich so richtig beibringen können, aber dat wird schon noch!).

Selbst Michael Rensen hat ihm, von den flehentlichen Hundeaugen bestochen, schweren Herzens ein wenig von seinen an strategisch wichtigen Punkten verteilten Vorräten angeboten. Aber ich glaub´, selbst wenn Barry den ganzen Tach nix anderes tun würde, als Rensens Proviant zu vernichten, würd´ er nach drei Wochen trotzdem nicht alles geschafft haben (ihr erinnert euch, M. Rensen wird in Gourmetkreisen - äh, ich mein´ damit Götz, Frank und mich - „das Faß ohne Boden“ genannt). Michael führt auch gerne Diätgespräche mit Götz, die meist so ablaufen:

Rensen (Kekse, Schokobananen und Chips gleichzeitig fressend): „Also, Götz, jetzt sach domma, warumme so´n üppigen Bauch hast. Ich mampf doch auch den ganzen Tach und bin dünn wie´n Strich?!“

Götz (ein Glas Wasser trinkend): „Ja, ich weiß auch nich, ich eß eigentlich nur gesunde Sachen wie Bananen oda so... Ich glaub, von Bananen wird man dick!“

Rensen (mit Vanillemilch nachspülend und danach ein paar Brötchen vertilgend): „Versteh´ ich nich...“

Diese frucht- bzw. furchtbaren Talks können natürlich nur deshalb geführt werden, weil Uns Bürschl in Florida weilt, um Fakten, Klatsch, Bilder, Impressionen, Sonnenbrände und Hot Dogs für eine Savatage-Sonderaktion (s. nächstes Heft...) zu sammeln, und wir natürlich jemanden brauchten, der während Matthias´ Abwesenheit hier nicht nur die Pommestüten, sondern auch die News-und-so-weiter-Fäden in der Hand hält. Da sich die Tauschaktion Breuschlitzer gegen Kekskiller in der Vergangenheit bereits bewährt hat, läuft alles seinen Gang, und ich hab´ schomma eine Extramülltonne für Rensens Kekstüten und Götzens Bananenschalen beantragt.

Dann hatten wir letzte Woche noch ´ne kurze Schreckminute, als nämlich im lokalen Hörfunk durchgegeben wurde, daß ein Bürohaus auffe Paderborner Straße teilweise abgefackelt sei. Die erste Reaktion von Martina, die noch zu Hause abschimmelte: „Hach, soll ich dann überhaupt zur Maloche losfahren? Is ja alles platt...“ Mein erster Gedanke, ich hörte die Meldung nämlich schon auffe Autobahn: „Ich hab´s gewußt: Frank is mitten inne Nacht mit ´ner Kippe auffen Monitor gekippt, oder Rensen wollte sich Marshmallows an ´nem Stöckchen rösten, und dabei isses dann passiert. Oder habbich etwa die Kaffeemaschine angelassen?“ Natürlich war´s gar nich bei uns, sondern nebenan. Umsonst gebangt - Gott sei Dank!

Ansonsten möchte ich noch vermerken, daß ihr es geschafft habt, unseren Postminister Ändi mit euren zahlreichen Polleinsendungen und jetzt auch noch mit euren Rock Hard-CD-Bestellungen in die „Flucht“ zu schlagen. Der Gute hat kurzerhand zwei Wochen Urlaub genommen, um in der Sonne Spaniens beim Fahrradfahren und Rumgammeln seinen „Pollpostaufschlitzarm“ und seine „Bestellkartendaumen“ auszukurieren. Mit einem leise geächzten „Ichkannichmehrichmußhierwechmawasanderessehnröchel“ entschwand er erstmal unseren Blicken, um dann hoffentlich nach einer angemessenen Zeitspanne gutaussehend, erholt und tatendurstig wieder an Deck aufzuschlagen.

Diese Rock Hard-CD-Ausgabe, die am Bahnhof und für die Abonnenten erhältlich war/ist, scheint ja bei euch super angekommen zu sein, was uns natürlich tierisch freut. Wir werden uns auch weiterhin bemühen, in dieser Hinsicht für euch am Ball zu bleiben. Massiven Dank an euch auch wegen eurer vielen lobenden Worte, die ihr deswegen an uns geschickt habt! Die CD könnt ihr, wenn ihr Bock drauf habt und sie nicht eh schon besitzt, bei uns bestellen - kost´n Heiermann und is am Start, solang´ der Vorrat (leider´n bißken begrenzt) reicht. Das war´s für heute - Barry, der neben meinem Computer auf meinen Füßen pennt, signalisiert durch deutliches Gähnen und Seufzen, daß es Zeit is, nach Hause zu fahren...

Eure Dani

Autor:
Dani Lipka

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