My Hometown

My Hometown 21.02.2018, 17:31

SORCERER - My Hometown: Stockholm mit Anders Engberg

Stockholm gilt nicht nur aufgrund seiner pittoresken Lage zwischen Ostsee und Mälarsee als eine der schönsten Hauptstädte Europas. Das meint auch Anders Engberg, seines Zeichens Frontmann der Epic-Doom-Institution SORCERER, der seit 40 Jahren in der schwedischen Metropole lebt.

Anders, wo wurdest du geboren, wo bist du aufgewachsen?

»Ich wurde in Nässjö in der südschwedischen Provinz Smaland geboren und habe dort die ersten neun Jahre meines Lebens verbracht. 1977 bin ich dann mit meinen Eltern nach Stockholm gezogen. Dort bin ich in einem Vorort namens Viksjö etwa 20 Kilometer nordwestlich vom Stadtzentrum aufgewachsen. Als ich 18 oder 19 wurde, habe ich für einige Zeit in einem eigenen Apartment im Süden Stockholms gewohnt, bevor ich zur Armee bin. Danach hat mir mein Vater über Vitamin B eine Wohnung in Hägersten besorgt, wo ich mittlerweile seit fast 30 Jahren lebe. Hägersten liegt etwa zehn Kilometer südlich der Stadtmitte, die aufgrund des ausgezeichneten öffentlichen Nahverkehrssystems Stockholms gut erreichbar ist.«

Was macht den Reiz von Stockholm aus?

»Die Nähe zum Wasser, die vielen Brücken und dass die Stadt auf insgesamt 14 Inseln erbaut wurde. Deshalb nennt man Stockholm auch häufig das „Venedig des Nordens“.«

Wo gehst du am liebsten essen, und hast du eine oder mehrere Stammkneipen?

»Ich gehe eher selten in Restaurants, aber manchmal fahre ich in die Innenstadt, esse einen Homemade-Burger und trinke ein paar Bier dazu. Meine Lieblingsbar ist der „Pub Anchor“ im Zentrum der Stadt, den es mittlerweile seit gut 25 Jahren gibt und in dem häufig kleinere Konzerte stattfinden. In den Laden passen 200 bis 250 Leute rein, und die Shows fangen in der Regel erst gegen Mitternacht oder halb eins an. Ich gehe auch ansonsten gerne in Pubs und Kneipen, zum Beispiel ins „Monks“, wo es ganz viele verschiedene Biersorten aus aller Herren Länder gibt.«

An Alkohol kommt man in Schweden ansonsten nicht so leicht ran wie zum Beispiel in Deutschland. So gibt es Bier ab 3,5 Umdrehungen und Schnaps bei euch nicht in Supermärkten, an Tankstellen und dergleichen, sondern nur in staatlichen Alkoholläden, die „Systembolaget“ heißen.

»Da wir ähnlich wie ihr in Deutschland Probleme mit Betrunkenen haben, versucht der Staat, den Konsum mit diesen Läden zu regulieren, was meiner Meinung nach aber keinen großen Unterschied macht, da die Shops nur sonntags geschlossen haben. Außerdem ist die Alkoholsteuer bei uns sehr hoch. Da diese Einnahmen allerdings der Allgemeinheit zugutekommen, also Sozialleistungen und das Gesundheitssystem mitfinanziert werden, ist das für mich okay.«

Wo probt ihr?

»In Solna in der Nähe des Stadtzentrums. Da wir erst kürzlich einen neuen Proberaum bezogen haben, sieht es dort noch nicht danach aus. Wir sind aber gerade dabei, uns ein paar Sofas und andere Dinge zu besorgen, damit wir es gemütlich haben und nach Lust und Laune doomen können.«

Mit welchen Bands aus Stockholm seid ihr befreundet?

»Mit meiner ehemaligen Combo 220 Volt, aber auch mit Violet Janine, Candlemass und vielen anderen. Mats Levén (Candlemass-Sänger - buf) ist ein guter Freund von mir. Da es in Stockholm unheimlich viele Bands gibt, ist der Wettbewerb ziemlich hart. Außerdem mangelt es der Stadt an Clubs bzw. Auftrittsmöglichkeiten, auch wenn ich das Gefühl habe, dass sich das gerade zum Besseren wendet. Ein weiteres Problem ist das Stockholmer Publikum, das sehr wählerisch ist und meistens nur rumsteht und lästert. Wir nennen diese Leute Musikerpolizei.«

Bist du Fan eines schwedischen bzw. Stockholmer Fußballvereins?

»Ja, vom AIK Solna. Neben Fußball und Eishockey bin ich u.a. auch Anhänger des Bowling-, Box- und Bandyteams von AIK. Außerdem bin ich Arsenal-London-Fan. Mit dem deutschen Fußball bin ich nicht so vertraut, aber ich kenne natürlich eure Nationalmannschaft.«

Gibt es bei euch noch vernünftige Plattenläden, in denen man Vinyl, CDs etc. kaufen kann?

»Oh ja! In Solna gibt es einige sehr gute Stores wie Hot Records, Solna Skivbörs und Delicious Goldfish Records.«

Wo kann man in Stockholm am besten die Seele baumeln lassen?

»Indem man sich im Sommer ein Boot mietet und einen Ausflug in die beeindruckende Landschaft des Stockholmer Archipels unternimmt, der aus ca. 30.000 Inseln und Felsen besteht. Dort kann man dann entweder picknicken oder eines der zahlreichen Restaurants besuchen. Ich bin eh ein Sommermensch und hasse den Herbst und vor allem den Winter. Ich liebe es, ohne Jacke aus dem Haus zu gehen, wenn es draußen warm genug ist und die Sonne scheint. Dass ich in einer Doom-Metal-Band singe, ist in dem Zusammenhang natürlich ein bisschen merkwürdig (lacht).«

Wie bewegst du dich in Stockholm fort: mit dem Auto, dem öffentlichen Nahverkehr, dem Fahrrad oder zu Fuß?

»Ich besitze ein Auto, das ich nutze, wenn ich ans andere Ende der Stadt muss, was bei der Größe Stockholms schnell mal 30, 40 Kilometer sind. Ich mag es, mobil zu sein, und fahre mit meinem PKW regelmäßig übers Wochenende die gut 300 Kilometer in meine alte Heimatstadt Nässjö. In den Sommermonaten radeln meine Freundin und ich auch gerne mal ins Zentrum und unternehmen eine kleine Pubtour. Und da wir wie bereits erwähnt auch ein gutes Nahverkehrssystem haben, das ständig verbessert bzw. ausgebaut wird, fahre ich häufiger auch Bus und Bahn.«

Könntest du dir vorstellen, woanders zu leben? Und wenn ja, wo?

»Da ich zwei Söhne habe, wäre es mir im Moment nicht möglich wegzuziehen. Allerdings habe ich schon öfter davon geträumt, in New York zu leben. Ich liebe die Stadt. Außerdem mag ich Deutschland, z.B. Städte wie München und Dortmund, auch Berlin ist cool. Außerdem finde ich Australien interessant, aber da meine Band und meine Söhne in Stockholm sind, ist das derzeit keine Option.«

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Bands:
SORCERER
Autor:
Buffo Schnädelbach

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