My Hometown

My Hometown 21.03.2018, 16:29

EMIL BULLS - My Hometown: München mit Christoph "Christ" von Freydorf

Wer München auf Touri-Hot-Spots wie die Wiesn, das Hofbräuhaus, Schwabing oder die Allianz Arena reduziert, ist noch nie richtig in die bayerische Landeshauptstadt eingetaucht. Das meint zumindest der ehemalige Klosterschüler und Chefbulle Christoph von Freydorf (v.), der sein Leben in der Millionenmetropole an der Isar verbringt, wenn er nicht – wie im April – mit den EMIL BULLS auf Tour ist.

Bist du gebürtiger Münchner?

»Ich wurde noch in Nürnberg quasi mitten während des Umzugs meiner Eltern nach München geboren. Aufgewachsen bin ich in Pullach und noch weiter im Süden. Zur Schule ging ich im Kloster Schäftlarn, das liegt unten im Isartal. Ich habe zu meinem Beruf also ein völlig konträres Schulleben geführt (lacht). Seit Kurzem lebe ich im Münchner Westend. Lustigerweise ist das mehr oder weniger das einzige Viertel, in dem ich mich vorher nicht ausgekannt habe. Derzeit entdecke ich den Stadtteil gerade und muss sagen, dass das Westend ein wirklich sehr, sehr schönes Viertel ist, das gerade beliebter wird, weil es noch nicht so vermünchnert ist (lacht).«

Hast du eine oder mehrere Lieblingskneipen in München?

»Ich bin jetzt nicht so der typische Bargänger, aber ein sehr großer Fan von Biergärten. Dafür ist die Stadt ja auch weltweit bekannt. Diese einzigartige Biergartenkultur ist für mich einer der Top-Bonuspunkte der Stadt. Ich verbringe da unfassbar viel Zeit, wenn das Wetter schön ist. Vom letzten Album habe ich bestimmt 90 Prozent der Lyrics im Wirtshaus am Bavariapark geschrieben, weil es so ein megageiler Sommer war. Ich habe sozusagen mein Büro nach draußen verlegt. Der Bavariapark ist so ein kleiner, gemütlicher Biergarten in meiner neuen Hood. Der liegt genau hinter der Bavariastatue, also in unmittelbarer Nähe der Theresienwiese.«

Was trinkst du im Biergarten – Bier, Apfelsaftschorle, Wasser?

»Im Biergarten ist es schon Tradition, dass du ein Maß Helles trinkst oder ein Radlermaß, wenn du dich nicht gleich komplett zerstören willst. Wenn ich abends mal in die Kneipe gehe, bin ich eher der Weißbier-, also Weizentrinker, wobei es in Bayern völlig verpönt ist, Weizen zu sagen.«

Wie viel Maß schaffst du so?

»(Ruft laut:) Oh! Der Moik, unser Gitarrist, und ich waren mal zusammen auf der Wiesn. Da sind wir wirklich schon früh hin, und dort hat jeder – das darf man eigentlich gar nicht laut sagen – zehn oder elf Stück geschafft. Ich glaube, wir sind danach sogar noch weitergezogen. Das war schon ordentlich, aber wir sind ja Münchner, d.h. uns wurde das sozusagen in die Wiege gelegt. Für einen Nicht-Bayern hätte das wahrscheinlich tödlich geendet (lacht).«

Hast du ein Lieblingsrestaurant?

»Bei mir um die Ecke im Westend hat kürzlich ein sehr interessantes, modernes bayerisches Wirtshaus namens Servus Heidi aufgemacht, das unfassbar lecker ist. Ich war erst gestern da.«

Wo probt ihr?

»In der Landsberger Straße zwischen der Donnersberger und der Friedenheimer Brücke. Da gibt es ein riesiges Bandraum-Areal, wo mittlerweile etwa 80 Bands bzw. 650 oder 700 Musiker proben. Weil die Stadt das Gelände abreißen wollte, gab es einen richtig langen Kampf, das Areal am Leben zu erhalten. So, wie es im Moment ausschaut, bleibt es stehen. Es wäre völlig fatal und irre gewesen, wenn auf einmal 700 Künstler auf der Straße gelandet wären, zumal es in München eh schon viel zu wenig Proberäume gibt und die Mieten unverschämt hoch sind. Wir zahlen für 40 Quadratmeter ohne Wasser und Internet fast 700 Euro. Das ist eigentlich eine Sache, wo die Stadt mal eingreifen und eine Mietpreisgrenze setzen müsste. Oder man müsste die Bands bezuschussen. Zumal ich Gruppen aus anderen Städten kenne, die für ihren Proberaum einen Appel und ein Ei bezahlen. Wir haben schon oft überlegt, uns was anderes zu suchen, aber das Ding ist halt, dass unser Tourbus direkt hinter dem Gebäude halten kann und der Ladeweg kurz ist.«

Mit welchen Münchner Bands seid ihr befreundet?

»Eng verbunden sind wir mit einer Münchner Metal-Band namens Tenside, zumal die Hälfte der Combo bei uns in der Crew arbeitet und ich auch schon als Produzent für die Jungs tätig war. Dann gibt es noch Eisbrecher, Megaherz und apRon, mit denen wir auch schon oft auf Tour waren. Die Sportfreunde Stiller kennen wir ebenfalls schon lange, auch wenn die nicht im Metal-Bereich stattfinden. Alleine dadurch, dass sich bei uns im Proberaumkomplex mindestens die Hälfte der Münchner Musikszene aufhält, kennt man quasi jeden und hängt auch miteinander rum oder trifft sich beim Weggehen.«

Wo lässt du in München am liebsten deine Seele baumeln?

»Natürlich in den vielen Biergärten. Ich fahre aber auch wahnsinnig gerne Mountainbike oder Fahrrad. Wenn du 20 Minuten vom Stadtkern die Isar flussaufwärts fährst, bist du in einer komplett anderen Welt. Da hast du nichts Städtisches mehr. Ich fahre mit dem Fahrrad immer bis Wolfratshausen raus. Das sind etwa 35 Kilometer hin und 35 Kilometer zurück. Da hast du einfach nur den Fluss, Wälder, Wiesen und alle paar Kilometer einen Biergarten zum Einkehren (lacht).«

Welche Orte sollte man lieber meiden?

»Auf jeden Fall das Hofbräuhaus. Ich bin als Teenager da auch ab und zu mal hin, weil man das musste. Ich glaube, das hat zum Erwachsenwerden einfach mit dazugehört. Aber es ist ein fürchterlicher Ort, obwohl die Gegend ums Platzl rum, wo sich das Hofbräuhaus befindet, eigentlich sehr, sehr schön ist. Es gibt bestimmt irgendwelche dunklen Ecken um den Hauptbahnhof rum, aber ansonsten entspricht München schon seinem Klischee, d.h. bei uns ist halt noch alles in Ordnung (lacht).«

Kann man noch frohen Mutes nach Schwabing gehen?

»Schwabing ist gar nicht mehr so das In-Viertel. Da gibt es ganz andere wie z.B. das Glockenbach-Viertel. Nichtsdestotrotz ist Schwabing immer noch ein wundervoller Stadtteil mit coolen Kneipen. Da kann ich z.B. die Bar Sehnsucht empfehlen, und auch der Biergarten am Chinesischen Turm im Englischen Garten ist prima.«

Bist du fußballaffin, also Bayern-, 1860- oder gar Unterhaching-Fan?

»Das ist das Absurde an mir: Ich bin Dortmund-Fan. Das ist als Münchner auch nicht so easy, zumal ich in der Band mit unserem Gitarristen einen fanatischen Bayern-Fan habe. Das ist manchmal ein bisschen schwierig, aber auch lustig, wenn man zusammen FCB gegen BVB schaut. Ich habe früher beim SV Pullach Fußball gespielt, und die hatten die Vereinsfarben Schwarz-Gelb. Als kleiner F-Jugend-Spieler habe ich mir dann das Pendant in der Bundesliga ausgesucht, und das war halt Dortmund.«

www.emilbulls.de

www.facebook.com/emilbullsofficial

Bands:
EMIL BULLS
Autor:
Buffo Schnädelbach

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