My Hometown

My Hometown 26.07.2017, 14:32

AXXIS - My Hometown: Lünen mit Bernhard Weiß

Vielen Nicht-Ruhrpottbewohnern ist Lünen bei Dortmund nicht unbedingt ein Begriff, AXXIS-Frontmann Bernhard Weiss aber liebt seine Heimatstadt heiß und innig und bekam für sein dortiges Engagement sogar 2016 einen Kulturpreis verliehen. Ein guter Grund, den Sänger seine Stadt vorstellen zu lassen.

Bernhard, was genau ist das für ein Preis, mit dem dich die Stadt Lünen ausgezeichnet hat?

»Ich kannte den bis vor zwei Jahren selbst nicht. Damals kam jemand von der Stadt auf mich zu und meinte: „Mensch, du müsstest doch einfach den Kulturpreis der Stadt Lünen kriegen. Du hast das Lükaz (Kultur- und Aktionszentrum - am) mit aufgebaut und versucht, das Jugendzentrum, das eine Zeit lang einen etwas dubiosen Ruf hatte, wieder bekannter zu machen.“ Im Rock Hard steht bei den Konzertterminen jetzt Lünen, Lükaz drin, das war früher nie der Fall, und ich finde das total toll. Dadurch hat der Laden ein bisschen Schwung bekommen, viele Jugendliche gehen da wieder hin. Gerade für die Rockszene ist das wieder eine Anlaufstelle geworden, Rock Hard hat ja auch ein Banner dort hängen. Ich hab das immer wieder gerne unterstützt, auch wenn wir mit AXXIS dort natürlich weniger Leute ziehen. Wenn wir im Lükaz ausverkaufen, passen gerade mal so 420 Leute rein, und wir könnten auch gut in der Zeche Bochum spielen, aber traditionell treten wir immer um den Tag der Deutschen Einheit rum in Lünen im Lükaz auf, einfach um den Laden ein bisschen aufzubauen. Für dieses ganze Engagement und die Sachen drumherum habe ich nun diesen Preis bekommen. Ich habe mich auch in der Waldschule Cappenberg engagiert, ihnen mit unserem Song ´Heavy Rain´ gezeigt, wie man ein Musikvideo dreht. Ich arbeite einfach gern mit Kindern, die sind so ehrlich und authentisch.«

Was gefällt dir am besten an deiner Heimatstadt und was weniger gut?

»Ich finde, Lünen ist sehr multikulti, sehr breit aufgestellt. Es ist die größte Stadt im Kreis Unna. Ich finde es immer noch eine Schande, dass Unna die Kreisstadt geworden ist und nicht Lünen, das von der Bevölkerung und Fläche her größer ist und auch wirtschaftlich weitaus potenter, wie ich glaube. Bis heute ist in Lünen auch noch kein Schild nach Unna zu sehen. Alle Schilder zeigen nach Kamen, aber keins jemals nach Unna (lacht). Da ist der Lünener immer noch sehr nachtragend. Die Stadt ist außerdem sehr vielfältig. Wir haben die Lippe, eine schöne Innenstadt, tolle Sachen. Wir haben aber auch schlechte Sachen. Das Rathaus finde ich sehr hässlich. Doch es ist einfach Leben in der Stadt, das pulsiert, und das finde ich total klasse. Schade finde ich, dass die Kneipenszene nicht mehr da ist. Auch die Kulturszene ist, abgesehen vom Lükaz und vom Greif, nichts für Jugendliche. Da müsste Lünen sich noch mehr bewegen und ein bisschen mehr investieren. Jetzt werde ich ja immerhin gehört. Früher hat das immer keinen interessiert, aber nun bin ich Kulturpreisträger und somit wichtig (lacht). Das ist das Gute daran.«

Gibt es in Lünen eine Rock- und Metalszene?

»Ja, eine ganz große sogar. Nur hat die keine Chance, weil um uns herum diese ganzen Coverbands spielen. Das sind dann Versicherungsvertreter, die sowieso schon Geld haben, die engagieren sich in Coverbands und nehmen die Auftrittsflächen damit den ganzen jungen Bands weg, was ich sehr schade finde.«

Habt ihr noch einen richtig guten Plattenladen, wo man rumstöbern und Neues entdecken kann?

»Es gab zwei in Lünen, die „Schallplatte“ und das „Rainbow“. Das waren zwei richtig geile Plattenläden. Da habe ich meine ersten Scheiben gekauft, die ich heute noch pflege. Nein, leider existieren diese Läden nicht mehr. Es gibt heute noch Saturn und den Müller Markt, da kann man auch Platten kaufen, aber dort ist niemand, den man mal was fragen kann. Die müssen immer erst in ihrem PC nachgucken, die sind gar nicht mehr kompetent genug.«

Was sollte man in Lünen unbedingt gesehen haben?

»Man sollte erst mal durch die Stadt gehen, wir haben ganz tolle, süße kleine Restaurants. Das könnte man auf alle Fälle auch mit einem Besuch im Lükaz verbinden, das, wie ich finde, tolle Veranstaltungen für alle Altersgruppen bietet. Ich habe übrigens einen Lünen-Song geschrieben, in dem die ganzen Sehenswürdigkeiten aufgezählt werden, die wir so haben. Die Lippe ist total schön, da kann man toll spazieren gehen. Unser Kinofest ist überregional bekannt, da kommen sogar Hollywood-Stars hin. Und für die Leute, die auch mal gern ins Theater gehen: Ich liebe das Hilpert-Theater, das ist ein richtig schönes altes Gebäude. Wir haben auch viele Veranstaltungen wie das Drachenfest. Ich kann nur jedem empfehlen, die Stadt Lünen selbst kennenzulernen.«

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Bands:
AXXIS
Autor:
Alexandra Michels

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