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Foto: Pablo Sanz

My Hometown 26.10.2022, 08:00

FATES WARNING, REDEMPTION, A-Z - My Hometown: Madrid mit Ray Alder

Wieso Madrid – ist Raymond Balderrama alias Ray Alder nicht gebürtiger Texaner? Richtig, aber nach vielen Jahren in Los Angeles zog das 55-jährige Fates-Warning-Goldkehlchen 2016 in den Südosten der spanischen Hauptstadt und Millionenmetropole

Ray, du stammst ursprünglich aus den Vereinigten Staaten, genauer gesagt aus der texanischen Großstadt San Antonio. Was hat dich nach Spanien verschlagen?

»Als ich noch in Los Angeles lebte, lernte ich meine zukünftige Ehefrau kennen, die damals schon mit ihrem Sohn in Madrid wohnte, also bin zu den beiden nach Spanien gezogen.«

Wie wohnst du in Madrid?

»Im Moment wohnen wir in Ensanche De Vallecas, einem Stadtteil südöstlich der Innenstadt. Derzeit sind wir aber auf der Suche nach einem Häuschen auf dem Land, da wir Madrid gerne den Rücken kehren würden.«

Hast du eine Lieblingsbar?

»Ja, sogar zwei. El Boliche ist eine sehr coole örtliche Bierkneipe hier in Vallecas, in die sich selten Touristen verirren. Der Besitzer Ricardo Barragan ist ein toller Typ und ein riesiger Rock- und Metal-Fan. Deshalb läuft dort auch immer gute Musik. Häufig lässt er sogar seine Gäste die Mucke aussuchen. Und dann wäre da noch das Be Hoppy in der Innenstadt. Dort gibt es nicht nur wunderbares Craft-Bier, sondern auch ganz viele andere Biersorten. Den Wirt Pepin muss man als Madrilene einfach kennen, wenn man gerne Bier trinkt. Meine Freunde aus den Staaten lieben diese beiden Bars auch.«

Wo gehst du gerne essen, und hast du ein spanisches Lieblingsgericht?

»In Madrid gibt es so viele gute Restaurants, da fällt mir die Wahl echt schwer. Ich liebe vor allem die landestypischen Tapas. Zum Beispiel Huevos rotos con chistorra, Croquetas, Calamares und gegrillten Pulpo. Wenn man hier mit Freunden essen geht, bestellt man sich meistens einen Riesenhaufen Tapas, die man dann miteinander teilt.«

Was vermisst du am meisten in Madrid im Vergleich zu den USA? Dass in Los Angeles viele Geschäfte 24/7 geöffnet haben?

»Woher wusstest du das (lacht)? Die spanischen Ladenschlusszeiten haben mich anfangs wirklich um den Verstand gebracht, aber auch nach sechs Jahren habe ich mich immer noch nicht richtig daran gewöhnt. Außerdem vermisse ich das mexikanische Essen, das man in Los Angeles an jeder Straßenecke bekommt. Sich einfach mal einen gigantischen Carne Asada Burrito oder Enchiladas an einem Food-Truck zu holen, ist hier leider ein schwieriges Unterfangen.«

Bist du mit irgendwelchen lokalen Bands oder Musikern befreundet?

»Ja, aber nur mit Tony Hernando von Lords Of The Black. Mit ihm hänge ich häufig ab. Ansonsten habe ich nicht viele Musiker in meinem Bekannten- und Freundeskreis.«

Wie bewegst du dich in Madrid fort – mit dem Auto, Fahrrad oder öffentlichen Nahverkehr?

»Wir haben zwar auch ein Auto, fahren aber nur mit der U-Bahn in die Innenstadt, weil man dort schlecht parken kann. Außerdem können wir dann auch mal einen mehr zwitschern (lacht). Ich kann immer noch nicht fassen, dass es in Los Angeles kein wirklich funktionstüchtiges U-Bahn-System gibt. Ich meine, L.A. hat zwar eine U-Bahn, aber damit kommst du nirgendwo hin.«

Hast du einen Übungsraum in Madrid, oder probst du daheim im stillen Kämmerlein?

»Ich probe in Vallecas im Jacks On The Rocks. Das ist ein Proberaumstudio mit acht oder neun Räumen. George, der Besitzer, ist sehr cool und gastfreundlich. Ich probe dort schon seit Jahren und freue mich jedes Mal darauf, vor Ort andere Musiker zu treffen. Jacks On The Rocks is my happy place!«

Wo sind die Sommer heißer, in San Antonio oder Madrid?

»Uff, schwierige Frage. In San Antonio ist die Luftfeuchtigkeit höher. Ansonsten sind die Temperaturen ähnlich hoch, aber da es in Texas überall Klimaanlagen gibt, lässt es sich aushalten. Hier in Spanien sind leider nicht alle Wohnungen und Häuser mit Klimaanlagen ausgestattet. Ich hasse die Hitze und bevorzuge deshalb den spanischen Winter.«

Interessierst du dich für Fußball? In Madrid gibt es ja mit Real und Atlético zwei Topteams.

»Nein, irgendwie verstehe ich Fußball nicht. Ich war aber auch noch nie ein großer Sportfan. Allerdings habe ich die San Antonio Spurs (fünfmaliger Meister der Basketball-Profiliga NBA – buf) mal geliebt, als sie noch erfolgreich waren.«

Sprichst du Spanisch?

»Nicht wirklich, aber ich komme irgendwie klar. Mit meinen Freunden spreche ich Englisch, aber wenn ich das Haus verlasse, muss ich Spanisch reden, und mein Spanisch ist nicht sehr gut.«

www.facebook.com/rayalderofficial

Bands:
FATES WARNING
REDEMPTION
A-Z
Autor:
Buffo Schnädelbach

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