My Hometown

My Hometown 22.10.2014, 15:25

URIAH HEEP - My Hometown: London mit Mick Box

Am Rande eines Konzerts haben wir URIAH HEEP-Gitarrist Mick Box die Wahl gelassen, für welche unserer Rubriken wir ein Interview machen sollen – als Londoner hat er sich für „My Hometown“ entschieden. Da der Veteran aber fast ständig auf Tour ist, dürfte er zum Leidwesen seiner Frau eher selten in der Themse-Metropole anzutreffen sein.

Mick, was bedeutet es für dich, aus London zu kommen?

»Das bedeutet mir eine Menge. London ist eine interessante Weltstadt. Ich stamme aus dem East End, einem der tougheren Stadtteile. Komischerweise kommt aus der gleichen Ecke die Boygroup East 17, die sich nach der Postleitzahl meines Stadtbezirks Walthamstow benannt hat. Aus der Ecke stammt übrigens auch Phil Collen von Def Leppard. Es ist ein dicht besiedeltes Arbeiterviertel ohne viele Parks und mit reichlich Beton. In der Gegend entscheidet man sich als Jugendlicher für Musik oder Fußball. Ich war ein guter Fußballer, spielte sogar in Auswahlmannschaften, entschied mich aber dann doch für die Musik.«

Apropos Fußball: London hat zahlreiche Top-Fußballclubs. Für wen schlägt dein Herz?

»Tottenham Hotspur. Die Leute aus meiner Ecke sympathisieren fast alle mit Tottenham. So oft ich kann, gehe ich an die White Hart Lane. Es ist aber ein wirklich anstrengender Verein. Die Spurs haben viele Höhen und Tiefen. Leider dominieren die schlechten Phasen, und es verlangt schon viel Herzblut, das alles mit durchzustehen.«

Hast du auch schon mal außerhalb der Stadt gewohnt?

»Ja, an anderen Orten in England, den Staaten und in Australien, aber ich kam immer wieder zurück. Wegen meiner amerikanischen Frau zog ich nach New Mexico, da sie den englischen Lebensstil nicht mochte. Wegen einer anderen Frau zog es mich nach Sydney in Australien. Nachdem sie an Krebs starb, hielt es mich dort aber nicht mehr. Seitdem bin ich wieder zurück. Ich könnte mir heute gar nicht mehr vorstellen, woanders zu wohnen. Um abzuschalten, bin ich auch gerne mal eine gewisse Zeit in Cornwall im Südwesten. Da gibt es wunderschöne Strände, Wanderwege, gute Luft und ein ganz anderes Lebensgefühl.«

Wie kommst du mit dem Wetter in der Stadt klar?

»Das warme Klima in Australien hat mir definitiv besser gefallen, aber man gewöhnt sich an das Wetter in London.«

Wie sieht es mit dem Bier aus?

»Ich bin im Gegensatz zu den anderen Jungs in der Band eigentlich kein großer Biertrinker. Aber wenn es um Bier geht, bevorzuge ich auch keines aus London, sondern das Newcastle Brown Ale.«

Und wie schaut´s mit Pubs aus?

»Ich gehe nicht so oft in Pubs, und eine Stammkneipe habe ich auch nicht. Wenn ich mal ausgehe, bevorzuge ich alte Pubs mit Atmosphäre.«

Und Restaurants?

»Die Auswahl in London ist gigantisch. Am liebsten gehe ich aber gar nicht britisch essen, sondern zu meinem lokalen Griechen Nisi in Nord-London. Der bietet gesunde Küche.«

Welches ist dein Lieblingsort in der Stadt?

»Ich bevorzuge Nord-London, wo ich heute lebe. Das ist ein relativ ruhiger Teil der Stadt. Wenn ich Besucher von außerhalb habe, mache ich immer die Sightseeing-Tour mit den üblichen Stationen Big Ben und Buckingham Palace. Dann merke ich auch immer wieder, wie schön die Stadt ist, und sehe London aus der touristischen Perspektive. Und wenn wir in London etwas unternehmen, geht das meistens von meiner Frau aus, die immer weiß, welche Kunstgalerie oder welches Theater gerade angesagt ist.«

Wo liegt euer Proberaum?

»Einen Proberaum haben wir gar nicht. Wozu auch? Die alten Nummern können wir, und wenn wir unterwegs sind, haben wir genug Gelegenheit, an neuem Material zu feilen.«

Mit welcher Band aus London verbindet dich am meisten?

»Die Jungs von Deep Purple kenne ich schon seit Ewigkeiten. Wir haben sogar mal in den Siebzigern eine Zeitlang den gleichen Proberaum in Shepherd´s Bush geteilt.«

Wie sieht es mit Clubs/Hallen aus?

»Wir haben schon in nahezu allen Hallen der Stadt und auch in der Wembley Arena gespielt. Am besten gefiel es mir damals im Marquee Club. Da haben so viele tolle Bands gespielt und ihre Karriere dort gestartet. In der Umgebung waren auch viele klasse Kneipen und andere Clubs wie das Speakeasy, wo man ganz schnell versackt ist. Schade, dass es den Laden nicht mehr gibt, der Nachfolger hatte nicht mehr den Charme. Auch das Shepherd´s Bush Empire zählt zu meinen Lieblingsclubs. Der Laden ich nicht zu groß und bietet immer eine gute Atmosphäre.«

www.uriah-heep.com

Bands:
URIAH HEEP
Autor:
Wolfram Küper

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