Festivals & Live Reviews

Festivals & Live Reviews 22.10.2014

MAIDEN UNITED , BLAZE BAYLEY , THOMAS ZWIJSEN , PAUL DI'ANNO - MUSIC FROM THE BEAST 2014

Passend zum Festivalmotto hat der Veranstalter ein interessantes Billing zusammengestellt, und die Rechnung geht auf: Angereist aus ganz Europa, kommt es zu einem Fantreffen der besonderen Art. Während Iron Maiden die großen Stadien spielen, sind hier ehemalige Sänger der Truppe am Start, und Maiden-Liebhaber haben Gelegenheit, selten bis gar nicht gespieltem Material der Briten zu lauschen.

Eröffnet wird der Abend von THOMAS ZWIJSEN. Mit seinen fünf akustischen Gitarren und ohne Gesang stellt sich der Belgier alleine dem Publikum. Und das springt gleich auf seine Interpretationen der Maiden-Werke sowie eine eigene Nummer an. Mutig, dass statt der großen Hits eher Material aus der zweiten Reihe wie ´These Colors Don´t Run´, ´Judas Be My Guide´, ´Journeyman´ oder ´Wasting Love´ arrangiert wird. Bei einigen Nummern holt er sich die bezaubernde Anne Bakker mit ihrer Violine zur Verstärkung auf die Bühne, und auch diese Kombination hat es in sich. Schlussnummer des tollen Auftritts von Thomas, dem man sein Studium der klassischen Gitarre und die Vorliebe für Flamenco anmerkt, ist das UFO-Cover ´Doctor Doctor´.

Auch bei MAIDEN UNITED geht es unplugged zu, allerdings mit größerer Besetzung und Ausnahmesänger Damian Wilson, dessen Präsenz den 90-minütigen Set genauso prägt wie die musikalische Klasse seiner niederländischen Band. Im Programm sind u.a. ´Quest For Fire´, ´The Evil That Men Do´, ´Wasted Years´, ´Children Of The Damned´, ´22 Acacia Avenue´ sowie ´Die With Your Boots On´, und auch hier wird liebevoll umarrangiert. Dabei macht Damian nicht den Fehler, den Originalsängern nachzueifern, sondern bringt seine eigene Persönlichkeit ein. Highlight ist seine geforderte „Wall of Death“, die nur dazu dient, dass er bei ´The Trooper´ einen Ausflug ins Publikum machen kann. Ein Gänsehautauftritt, der das Eintrittsgeld schon alleine wert ist.

Anschließend bietet BLAZE BAYLEY einen Gig, der sich mit Ausnahme der Schlussnummern ´Iron Maiden´ und ´Black Night´ nur auf seine Zeit bei Maiden (1994 bis 1999) konzentriert. Und dabei betreibt er Geschichtsklärung, denn die beiden mit ihm aufgenommenen Alben müssen sich keineswegs vor den zwei Vorgängern verstecken. So werden Nummern wie ´When Two Worlds Collide´, ´Look For The Truth´, ´Virus´, ´Sign Of The Cross´, ´Futureal´ oder ´Man On The Edge´ gnadenlos abgefeiert – nicht zuletzt weil Blaze auf eine tighte Band zurückgreifen kann und er die Nummern (wie auch seine Ansagen) mit Herzblut rüberbringt. Ja, der 52-Jährige ist mit seiner Vergangenheit im Reinen und der perfekte Gralshüter seiner beiden Alben.

Konzerte von PAUL DI´ANNO sind eine ambivalente Sache: Einerseits hört man die Maiden-Klassiker mit dem Originalsänger gerne, andererseits bietet er optisch ein Bild des Schreckens. Gut zumindest, dass er mit seiner deutschen Band The Phantomz starke Unterstützung hat. Im Gegensatz zu Blaze bringt der Veteran neben seinen Klassikern auch Material aus seiner Zeit nach Maiden (Battlezone und Killers) und einen überzeugenden Vorgeschmack auf sein neues Projekt Architects Of Chaoz. Ansonsten schneidet er im Direktvergleich mit Blaze schlecht ab, denn man merkt ihm die körperliche Anstrengung und die mangelnde Identifikation mit den alten Nummern an. So wundert es auch nicht, dass ein Punk-Cover (´Blitzkrieg Bop´) seinen Auftritt abschließt.
Fazit: ein toller Abend, der einmal mehr die Magie von Iron Maiden deutlich macht.

Pic: Britta Stippich

Bands:
PAUL DI'ANNO
MAIDEN UNITED
THOMAS ZWIJSEN
BLAZE BAYLEY
Autor:
Wolfram Küper

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