Festivals & Live Reviews

Festivals & Live Reviews 13.11.2018, 12:25

WATAIN, ROTTING CHRIST, PROFANATICA - München, Backstage

WATAIN überzeugen nicht nur auf Platte sondern sind auch live ein wahrer Gigant dunkler Emotionen. Am 9. November gilt es, das abermals auf der „Trident's Curse“-Tour zu beweisen. Aber vorher stürmen erst PROFANATICA und ROTTING CHRIST die Bühne im Münchner Backstage.

Die New Yorker von PROFANATICA läuten den Abend mit einem verdammt schweren und doomigen Sound ein. Die Mönchskutten unterstreichen die schleppenden Riffs, die immer mal wieder von einem Blast-Beat-Gewitter durchbrochen werden. So langsam füllen sich die ersten Reihen im Backstage-Werk, aber so richtig will der letzte Funke nicht überspringen. Etwas mehr Interaktion mit dem Publikum würde da vielleicht helfen, allerdings ist das mit einem so düsteren Image schwierig in Einklang zu bringen.

Wesentlich geschickter sind da die Griechen von ROTTING CHRIST. Bei so viel Vitalität und Spielfreude auf der Bühne mag man dann schon mal von einem Unterschied wie Tag und Nacht sprechen. Mit '666' machen ROTTING CHRIST gleich zu Beginn keine Gefangenen und als dritten Song gibt es mit 'Fire God Death' gleich brandneues Material zu hören. Momentan arbeitet die Band am Nachfolger von „Rituals“ (2016) und so viel sei schon mal gesagt: Die neue Musik fügt sich perfekt in das Live-Set der Band ein, welches heute unter anderem aus 'The Sign Of Evil Existance', 'The Forest Of N'Gai' und 'In Yumen-Xibalba' besteht. Immer wieder schafft es die Combo durch ihre rhythmische Gitarrenarbeit, die Harre zum Fliegen zu bringen - auf und vor der Bühne. Eine eindrucksvolle Show die mit 'Grandis Spiritus Diavolos' beendet wird.

Schon bevor WATAIN die Bühne an sich reißen, herrscht eine komplett andere Stimmung. Etliche Roadies kümmern sich um den Aufbau eines Bühnenbildes, das es so nur bei den Schweden zu sehen gibt. Nachdem der letzte Kerzenständer präpariert und die letzten Ketten montiert wurden, verlassen die Stagehands die Bühne. Ein Sturm bahnt sich an.

Um genau zu sein: ein 'Storm Of The Antichrist'. Mit diesem Opener vom "Sworn To The Dark"-Album rechtfertigen WATAIN ihren Ruf als wahre Live-Sensation in wenigen Minuten. Relativ zu Beginn des Sets folgt dann mit 'Nuclear Alchemy' der erste Song vom neuen Album "Trident Wolf Eclipse". So wie gerade die Luft brennt und gefühlt ganz München mitschreit, könnte man meinen, dass es sich um einen erprobten Klassiker handelt. Schon nach so kurzer Zeit sollte das Stück nach dieser Darbietung eigentlich zum festen Bestandteil des Sets gehören. Danach folgt eine Ansage, für die man die Schweden wohl einfach lieben muss: "Der nächste Song ist nicht für die, die gekommen sind um zuzusehen, sondern für die, die hier vorne stehen." Spätestens jetzt ist der Knoten geplatzt und im kompletten Backstage Werk herrscht eine unheimliche, düstere, aufgeladene Stimmung, die gefüttert werden will. Das geschieht mit 'The Child Must Die' und 'Furor Diabolicus'. Mit 'Malfeitor' gibt es dann auch etwas vom "Lawless Darkness"-Album zu hören. Auch letzteres scheint den Münchnern ein durchaus gängiger Begriff zu sein, so wie das Publikum hier mitzieht. Mit 'Sacred Damnation' gibt es nochmal einen neuen Song, den das Backstage dankend aufsaugt. Als letzten Track präsentieren die Männer rund um Frontmann Erik Danielsson 'The Serpent's Chalice' nochmal ein Klassiker von "Sworn To The Dark". Genauso schnell wie sie die Bühne erobert hatten, verlassen sie diese heute Abend auch wieder. Mit einem einfachen "…to the fucking Death" endet die spektakuläre WATAIN-Show ziemlich plötzlich – was heute auch gleichzeitig das Einzige sein wird, was man bemängeln kann. So geht Black Metal auf der großen Bühne. Beware – WATAIN! Bis zum nächsten Mal!

Bands:
WATAIN
ROTTING CHRIST
PROFANATICA
Autor:
Elias Witzigmann

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