Festivals & Live Reviews


Pic: Stefan Hackländer

Festivals & Live Reviews 30.08.2022, 14:01

MONO, A.A. WILLIAMS - Köln, Luxor

Falls man ein Fan von hochgradig emotionaler Musik ist, führt kein Weg daran vorbei, sich die Instrumental-Musik der japanischen Post-Rock-Band MONO zu Gemüte zu führen. Umso erfreulicher ist es, dass der verschobene Termin endlich nachgeholt werden kann und so machen wir uns auf den Weg nach Köln, um der Band die Ehre zu erweisen.

Zum Support-Act A.A. Williams ist es erstaunlich voll, also quetschen wir uns durch die Menschenmenge, um uns – während wir halb an die Wand gepresst werden – die fantastischen Klänge der Londoner Sängerin anzuhören, die heute mit einer Band angereist ist. Der Klang ist dramatisch schön und die Stimme der Britin dringt augenblicklich ins Mark. So viel Grazie, so viel Gefühl spürt man selten auf Konzerten und so ist es nicht überraschend, dass das Luxor aus allen Nähten platzt. Bei Songs wie ‘Wait‘, vom 2020er Album “Forever Blue“, ist es schon schwer, nicht gänzlich in Tränen auszubrechen und beim Abschlusssong ‘Melt‘ vom gleichen Album verzweifelt man fast, weil man sich gewünscht hätte, dass der Gig noch etwas länger dauert. Was für ein Auftritt!

Bei der anschließenden Hauptband MONO ist es hingegen leider etwas leerer, da offensichtlich eine Menge Leute nur für A.A. Williams angereist sind. Davon lassen sich die japanischen Ausnahmemusiker:innen aber nicht abbringen und starten sofort mit ‘Riptide‘, einem wirklichen Brecher, in den Abend. Auch hier ist der Sound über alles erhaben und man kann sich nur freuen, dass die Truppe immer wieder den weiten Weg aus Asien auf sich nimmt, um in Europa solche Konzerte zu geben. Mit Hits wie ‘Nowhere, Now Here‘, dem fantastischen ‘Halcyon (Beautiful Days)‘ und natürlich dem absoluten Übersong ‘Ashes In The Snow‘ wird dem Publikum so ziemlich alles geboten, was die Band im Repertoire hat. Anschließend erklimmt A.A. Williams nochmal die Bühne, um zusammen mit MONO den gemeinsamen Song ‘Exit In Darkness‘ zu performen, was einem augenblicklich die Tränen in Augen schießen lässt. Um etwas mehr Power in den Abschluss des Abends zu bringen, spielen MONO noch ‘Com (?)‘ von ihrem Album “One Step More And You Die“ bei dem die Band völlig durchdreht, in die Tonabnehmer der Gitarre brüllt und auf dem Boden der Bühne liegt, um weiter die Klampfe zu bearbeiten. Ein unglaubliches Ende eines wundervollen Konzertes. Wir werden noch lange daran zurückdenken.

Bands:
MONO
A.A. WILLIAMS
Autor:
Stefan Hackländer

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