Festivals & Live Reviews


Foto: Stefan Hackländer

Festivals & Live Reviews 10.12.2019, 14:52

MONO - Köln, Gebäude 9

Wenn die erhabenen Melodie-Gurus von MONO den weiten Weg aus ihrem Heimatland Japan in unsere Gefilde auf sich nehmen, ist ein Konzertbesuch schon fast Pflicht. Das frisch sanierte Gebäude 9 in Köln ist schon zum Auftakt gut gefüllt.

Im Vorprogramm tritt, wie schon bei der letzten Tour, die Solo-Künstlerin JO QUAIL mit ihrem Cello auf. Die Soundcollagen, die stark an Film-Soundtracks erinnern, haben durchaus ihren Reiz und stimmen die anwesenden Zuschauer auf den Hauptakt ein. Auch wenn es sicherlich schön wäre mal wieder eine andere Band im Vorprogramm zu sehen, hat man sich schon fast ein wenig daran gewöhnt die Cellistin zu bestaunen, die sogar im nächsten Jahr als Headliner auf Europatournee geht.

Foto: Stefan Hackländer


Dass man nur vier Schlagzeugbecken aufrecht hinstellen muss, anschließend vier Glühbirnen hineindreht, welche dynamisch aufflackern, damit die Bühne wie ein Designer-Tempel aussieht, kommt doch etwas überraschend. Überraschend einfach und doch genial und stimmig zum Sound von MONO. Mit gleich vier Knallern der aktuellen Platte „Nowhere, Now Here“ starten die drei Japaner und ein Amerikaner am Schlagzeug in den Abend. Das schon auf der letzten Tour preisgegebene 'Breathe', bei dem Bassistin Tamaki Kunishi singt, zerreißt einem nach wie vor das Herz. Da kommt der Brecher 'Death In Rebirth' gerade rechtzeitig, um die aufgerissenen Wunden zu heilen. 'Halcyon (Beautiful Days)' und 'Ashes In The Snow' befriedigen dann auch die eingefleischten Hardcore-Mono-Fans zum Schluss des Abends, da sie immer noch die Überhits dieser Band sind. Mono präsentieren sich einmal mehr in erhabener musikalischer Perfektion, erschaffen eine Dynamik, wie kaum eine andere Band und sind neben Russian Circles, Have A Nice Life und Glerakur die absoluten Top-Stars der Post-Rock-Szene. Was Dahm Majuri Cipolla aus seinem Schlagzeug herausholt und damit die perfekte Begleitung für die wahnsinnigen Melodien zur Verfügung stellt, ist schier göttlich. An der Stelle, wo andere Bands nur an der Oberfläche kratzen, fangen Mono erst richtig an zu graben. Mehr Tiefgang als Mono, würde Ertrinken nach sich ziehen. Grandios!

Foto: Stefan Hackländer

Bands:
MONO
Autor:
Stefan Hackländer

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