Crossfire

Crossfire 17.12.2014

GOTTHARD - MIT MARC LYNN (GOTTHARD)

Pünktlich, höflich, zuvorkommend, eloquent: Marc Lynn, Bassist und Gründungsmitglied der eidgenössischen Hardrock-Institution GOTTHARD, entspricht abseits der Bühne so gar nicht dem Klischee des oberflächlichen, partywütigen Musikers. Dabei hat der eingefleischte Fan des Schweizer Formel-1-Rennstalls Sauber in einer Zeit das Licht der Welt erblickt, als der Hardrock erfunden wurde: den Sechzigern.

KROKUS – Bedside Radio

MARC: »Ja klar, Krokus! Das kennt man natürlich. Das Stück ist von der „Metal Rendez-Vous“. Geiler Song. Den habe ich früher viel gehört. Ich glaube, ich war sogar noch in der Schule und noch in keiner Band. Da habe ich mich regelmäßig mit Freunden getroffen, und wir haben u.a. diese Scheibe rauf- und runtergehört. „Metal Rendez-Vous“ ist nach wie vor meine Lieblingsplatte von Krokus, aber die „Headhunter“ finde ich auch cool. Mit den Alben hat die Band auch ihren eigenen Stil gefunden. Chris (von Rohr, Krokus-Basser - buf) hat uns früher ja auch produziert. Wir haben uns erst kürzlich auf einem Open Air wieder gesehen. Da kommt man natürlich ins Plaudern.«
 
TRIPTYKON – Breathing

MARC: »Langes Intro. Bisher sagt mir das noch nichts, ich muss erst mal auf die Stimme warten. Kannst du knicken, kenne ich nicht und werde ich auch nicht kennen, weil ich diese Art von Musik nicht höre. Ah, Landsleute von uns – vielleicht Eluveitie? Ach, Triptykon. Ich kenne die Jungs auch, aber das ist ehrlich gesagt nicht mein Ding. Für mich muss eine Stimme melodisch sein. Ich bin halt in den Sechzigern geboren und mit Rock groß geworden, und da gehören Melodie und Harmonie für mich dazu. Es kann aber ruhig auch Metal sein.«
 
AC/DC – Back In Black

MARC: »Klar, ´Back In Black´ von AC/DC. Hat unser aller Leben verändert. Brauche ich gar nicht weiterzuhören, die Scheibe höre ich praktisch jeden dritten Tag. Wenn wir im Tourbus sitzen, wird öfter mal AC/DC eingeschmissen. Die Musik ist einfach zeitlos. Ich glaube, „Back In Black“ ist eines der fünf besten Alben ever. Mir gefällt auch noch das Doppelalbum „Live At Donington“ sehr. Außerdem ist Cliff Williams am Bass sowieso der Hammer.«
Wer gefällt dir besser: Bon Scott oder Brian Johnson?
MARC: »Ich fand Bon Scott geiler. Vor allem für seine Art als schelmischer junger Bub, und auch im Hinblick auf seine Texte. Außerdem hatte er mehr Charme in der Stimme.«
 
MAGNUM – Too Many Clowns

MARC: »Sind das Magnum? Bei den Jungs haben wir 1993 unsere allererste Tour im Vorprogramm gespielt. Das war ein bisschen hart für uns.«
Waren die Jungs nett?
MARC: »Indirekt ja, aber wir hatten kein Essen, keinen Platz auf der Bühne, keinen Soundcheck. Aber egal, wir gingen da durch die Lehre und waren froh, als es fertig war. Die Band ist eigentlich gut, aber als wir damals auf der „Sleepwalking“-Tour mitgespielt haben, war es halt wirklich ein bisschen „Sleepwalking“ – zu mellow, zu sauber, zu sehr auf Schönling gemacht.«
 
SHAKRA – B True B You

MARC: »Shakra, oder? Mit dem neuen Sänger? Wir haben 100 Mal zusammen gespielt, und wir verstehen uns auch sehr gut und treffen uns regelmäßig. Shakra haben halt ein Problem: Die machen geile Musik, kommen aber nicht weiter. Vielleicht müsste man die Produktion mal ein bisschen updaten? Auf der Bühne hatte ich immer Mühe, sie anzugucken. Irgendwie ging mir da nicht genug gegenüber den Zuschauern. Für mich wirkt es immer ein bisschen so, als ob sie sich entschuldigen würden, wenn sie spielen. Den neuen Sänger habe ich noch nicht gesehen, obwohl er schon lange dabei ist. Ich habe ihn mal bei einer Unplugged-Session für die Musikindustrie erlebt, aber das kann man natürlich nicht zählen. Dennoch: Das sind alles gute Musiker, und sie machen gute Songs, aber ich denke, man könnte die noch ein bisschen besser vermarkten bzw. ein bisschen mehr auf Tour schicken. Denen fehlt ein wenig der Coach von außen, so wie es Chris von Rohr früher mal für uns war. Aber tolle Band! Für nur acht Millionen Einwohner sind wir Schweizer nicht schlecht.«
 
AEROSMITH - Dude Looks Like A Lady

MARC: »Das erkenne ich nach zwei Sekunden: ´Dude Looks Like A Lady´ von Aerosmith. „Permanent Vacation“ ist eines der geilsten Alben ever und einer meiner absoluten Top-Favoriten. Der Sänger hat einfach extrem Soul in der Stimme, und dieser Soul ist einmalig. Auch wie er mit seiner Stimme spielt. Ich kann mir vorstellen, dass es extrem schwierig ist, mit ihm Songs zu schreiben, weil er eine sehr emotionale Person ist. Er und Joe Perry sollen sich im Studio ja schon richtig auf die Mütze gegeben haben. Aber Hassliebe hält auch zusammen. Aerosmith bringen immer wieder Knallersongs raus. Von den Rocksongs mag ich die älteren von „Permanent Vacation“ bis „Pump“ am liebsten. Gerade „Pump“ hat mich damals extrem bewegt. Aerosmith sind eine geile Band mit einem ureigenen Stil. Man erkennt sie wie AC/DC sofort.«

www.gotthard.com

www.facebook.com/Gotthard

Pic: Buffo

Bands:
GOTTHARD
Autor:
Buffo Schnädelbach

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