Crossfire

Crossfire 26.02.2014

PRO-PAIN - MIT GARY MESKIL (PRO-PAIN)

Wenn PRO-PAIN die Motörhead des Hardcore sind, dann ist Bandpatron Gary Meskil (b./v.) der Lemmy der New Yorker Hardcore-Institution, die kürzlich mit „The Final Revolution" ihr bärenstarkes 14. (!) Studioalbum in gerade mal 21 Jahren veröffentlicht hat.

CRUMBSUCKERS – Just Sit There

»Klingt sehr bekannt, auch wenn mein Erinnerungsvermögen in den letzten Jahren stark nachgelassen hat (lacht). Das sind natürlich die Crumbsuckers, meine alte Band. Den Song hier habe ich vor über 30 Jahren geschrieben, er hat es aber erst 1986 auf unser „Life Of Dreams"-Debüt geschafft. Anfang der Achtziger war es halt noch schwer, mit dieser Art von Mucke einen Plattenvertrag an Land zu ziehen. Deshalb ist „Life Of Dreams" im Grunde genommen auch ein Best-of-Album der ersten fünf Jahre der Band.«

Bist du stolz auf die Scheibe?

»Ja, bin ich. Zumal ich die meisten Songs geschrieben habe, als ich noch ein Teenager war und tierisch auf Punkrock und Hardcore abgefahren bin. Ich habe damals versucht, Songs aus einem etwas anderen Blickwinkel heraus zu komponieren, was mir anscheinend auch gelungen ist. Zumindest werde ich nach wie vor von sehr vielen Leuten auf die Crumbsuckers angesprochen.«

Wie schaut es mit einer Reunionshow/-tour aus?

»Wir haben 2006 einen komplett ausverkauften Gig im B.B. King in New York gespielt. Das Konzert hatte was von einem Klassentreffen mit deinen 1.000 verrücktesten Freunden.«
 
M.O.D. – Gross Misconduct

»Klingt nach Old-School-Thrash, aber ich warte lieber auf die Vocals, bevor ich mich festlege. Das sind M.O.D. Ich finde es ziemlich merkwürdig, dass Billy (Milano, Gesang - buf) auf der Scheibe völlig anders singt als auf den beiden Vorgängern „U.S.A. For M.O.D." und „Surfin´ M.O.D.". Unterm Strich ist „Gross Misconduct" deutlich metallischer als das Material davor. Ich mag die Platte trotzdem.«

Bist du mit Billy befreundet?

»Ja, auch wenn wir in der Vergangenheit unsere Differenzen hatten. Ich mag M.O.D., aber S.O.D. fand ich besser. Zumal ich den Eindruck hatte, dass Billy mit M.O.D. versuchte, S.O.D. ohne Scott, Danny und Charlie fortzusetzen.«
 
ANTHRAX – Got The Time

»Anthrax! Als großer Joe-Jackson-Fan kannte ich den Song natürlich schon im Original, bevor ihn Anthrax gecovert haben. Ich hatte sogar einmal das große Glück, Joe persönlich kennenzulernen, und war überrascht, wie unfassbar groß der Typ ist. Bestimmt zwei Meter, also in etwa wie Billy Corgan von den Smashing Pumpkins. Ich finde aber auch die Version von Anthrax hier klasse, vor allem den klassischen Klampfensound und den Klang der Bassgitarre. Mit den Crumbsuckers habe ich in den Achtzigern ziemlich oft mit Anthrax gespielt. Ich glaube, wir haben Scott Ian mit unserer Musik ein ganzes Stück weit darin beeinflusst, S.O.D. zu gründen. Zumindest war er ein großer Crumbsuckers-Fan.«
 
BAD RELIGION – American Jesus

»Bad Religion? Die Band habe ich sehr häufig gehört, als ich jünger war. Da es zahllose Acts gibt, die wie Bad Religion klingen, war ich anfangs nicht sicher, ob sie es auch wirklich sind. Klasse Band mit tollen Texten und ganz viel Credibility.«
Bad Religion haben kürzlich eine ziemlich ätzende EP mit Weihnachtssongs veröffentlicht. Könntest du dir so etwas mit Pro-Pain auch vorstellen?
»Nein. Ich mag Weihnachten nicht sonderlich. Ich gebe da immer viel zu viel Geld für Geschenke aus.«
 
CRO-MAGS – The Paths Of Perfection 

»Sind das vielleicht Hades? Oh, das sind die Cro-Mags? Wow, das ist verrückt. Anfangs dachte ich sogar an alte Trouble. Als Bestandteil der New Yorker Hardcoreszene muss ich mich dafür wohl entschuldigen (lacht). Singt da Harley Flanagan?«

Nein, John Joseph.

»Auf die Cro-Mags wäre ich nie gekommen. Der Song klingt völlig anders als alles auf „The Age Of Quarrel" und „Best Wishes". Ich wusste, dass ich nicht alle Bands erkennen werde (lacht).«
 
DER W – Operation Transformation

»Spiritual Beggars?«

Die singen auf Deutsch.

»Oh, dann ist das Der W, also Stephan Weidner, oder? Am Anfang klang er wie der Sänger von den Spiritual Beggars. Der Song hier ist deutlich härter als das Material auf den beiden Alben davor. Mit Dirk, Henning und meinem alten Bandkollegen JC (Dwyer, dr. - buf) hat Stephan eine richtig starke Combo zusammen.«
 
AGNOSTIC FRONT – Victim In Pain

»Wenn ich das nicht erkennen würde, könnte ich sofort einpacken. Das sind natürlich Agnostic Front, einer meiner größten musikalischen Einflüsse. Ich kann mich noch gut daran erinnern, als ich „Victim In Pain" Mitte der Achtziger auf Vinyl nach einem Gig der Jungs im CBGB´s gekauft habe.«
Welcher Song hat dir am besten gefallen?
»Natürlich ´Victim In Pain´.«


www.pro-pain.com

Pic: Buffo

Bands:
PRO-PAIN
Autor:
Buffo Schnädelbach

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