20.08.2012, 12:37

Megadeth: Musiker und Betroffene äußern sich zu Mustaines Verschwörungstheorien

MEGADETH-Fronter Dave Mustaine hat mit seinen jüngsten Vorwürfen gegenüber der US-Regierung ordentlich Staub aufgewirbelt. Unter anderem kritisieren TESTAMENT-Fronter Chuck Billy und MÖTLEY CRÜE-Bassist Nikki Sixx die Verschwörungstheorien von Mustaine, der auf einem Konzert in Singapur auf der Bühne verlauten ließ, US-Präsident Barack Obama habe die Amokläufe in Colorado und Wisconsin initiiert, um ein Waffenverbot durchsetzen zu können.

Auf seiner Facebook-Seite verlinkte Nikki Sixx den Los-Angeles-Times-Artikel über den Vorfall und kommentierte ihn mit: „Dave Mustaine ist ein verdammtes Arschloch. Ich kann mir gar nicht vorstellen, wie sehr die Angehörigen der Opfer verletzt wurden. Dafür schuldet er jeder Familie eine Entschuldigung, genauso wie unserem großartigen Land. Also Dave, wenn du glaubst, das hier wird zu einem Nazi-Amerika. dann zieh verdammt nochmal weg!"

„Es sieht so aus, als wäre er wieder auf Drogen. Was er sagt, ergibt überhaupt keinen Sinn", meldet sich TESTAMENT-Frontmann Chuck Billy zu Wort. Auch Oderus Urungus von GWAR zeigt sich erschüttert: „Ich muss euch nicht sagen, dass Mustaine ein Arschloch ist. Das könnt ihr doch sehen. So etwas Ignorantes und Unsensibles zu sagen, ist für mich unverständlich."

FORBIDDEN-Gitarrist Craig Locicero lehnt die Aussage von Mustaine zwar ab, postet auf seiner Facebook-Seite aber folgendes: „Ich glaube nicht, dass es irgendjemanden gibt, der die Hintergründe des Attentäters James Holmes kennt. Aber ich glaube allerdings, dass es möglich ist, dass er beauftragt wurde. Nicht von Obama selbst. Das finde ich ignorant an Mustaines Aussage. Aber möglicherweise von denen, die die Gesellschaft kontrollieren. Dieser ganze Zirkus um freie Wahlen ist ja Blödsinn. Man kann sehen wo die Linien zwischen Rasse, Sexualität, Religion oder Freiheit gezogen werden. Wer auch immer diese falsche Wahl im November gewinnen wird, es wird eine Reaktion der extremistischen Gegenseite geben. Und was heißt das nun in diesem Fall? Diese Schießereien könnten eine Beschleunigung für ein Waffenverbot in diesem Land darstellen. Die meisten Menschen denken nun „Hey, genug ist genug. Lasst uns Waffen für illegal erklären". Das mag wunderbar für einige klingen, aber es ist auch wunderbare Musik in den Ohren derjeniger, die einen Pfahl in unsere Gesellschaft treiben wollen.  Also, während Dave wieder einmal sein Maul zu weit aufgerissen hat, sage ich: er ist nahe an der Wahrheit. Näher als manche Menschen bereit sind zu akzeptieren."

Carli Richards, welche einige Schusswunden bei der Schießerei während der Kinovorstellung von „Dark Knight Rises" in Colorado abbekommen hat, kritisierte Mustaine ebenfalls: „Einige Leute denken, der Präsident eignet sich gut als Sündenbock. Aber er war es nicht, der mich angeschossen hat. Leute, die sich irgendwelche Verschwörungstheorien ausdenken, wollen einfach nur Aufmerksamkeit haben. Jeder reagiert emotional in dieser Zeit und jeder beschuldigt jemand anderen."

Nachdem bei einem Konzert in Fort Canning, Singapur, ein Schuh auf die Bühne flog, redete sich Mustaine in Rage: „In meinem Land versucht der Präsident, ein Waffenverbot durchzusetzen. Deshalb iniitiiert er all diese Morde, wie dieses 'Fast And Furious'-Ding an der Grenze, das Massaker in Aurora, Colorado und jetzt all die Leute im Sikh Tempel in Milwaukee. Ich weiß nicht, wo ich leben werde, wenn Amerika weiter in die falsche Richtung geht, denn es sieht aus, als verwandle es sich in ein Nazi-Amerika." Ein Video der Konzert-Ansage könnt ihr unten ansehen.

Autor:
Onlineredaktion

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