Festivals & Live Reviews


Pics: Rene Lamotte

Festivals & Live Reviews 26.11.2018, 14:00

MAGNUM - Frankfurt, Batschkapp

Zu den schönsten Gewohnheiten im Spätherbst zählt der Besuch eines Konzertes der jährlichen Gastspielreise von MAGNUM in unseren Breitengraden. Dieses Mal treten die Briten im Rhein-Main-Gebiet nicht – wie gewohnt – im Colos-Saal in Aschaffenburg auf (zuletzt im April diesen Jahres), sondern haben die Batschkapp in Frankfurt gebucht.

Eine etwas überambitionierte Idee, denn die Halle ist bei weitem nicht voll und der hintere Teil wird sogar abgehangen. Ansonsten gibt es den üblichen Aufbau der Setlist: Nach dem Opener 'Wild Swan' folgen erstmal zahlreiche Nummern der letzten beiden Alben, und dann sind mit Ausnahme des Zwischenspiels 'Show Me Your Hands' Klassiker angesagt. Es ist klar, dass britisches Kulterbe wie 'How Far Jerusalem', 'Les Morts Dansant', 'All England's Eyes', 'Vigilante' und 'Kingdom Of Madness' für massive Gänsehautmomente sorgen. Überhaupt ist es bewundernswert, wie die Briten ihre Setlist bei jeder Tour überarbeiten; so weicht der heutige Spielplan mit einigen Nummern von den Frühjahrsterminen ab. Eine Idee wäre es, wenn mal wieder eines der Klassiker-Alben komplett aufgeführt würde oder endlich wieder Nummern vom sträflich unterbewerteten „Sleepwalking“-Meisterwerk gespielt würden.

Zur Band: Die beiden Veteranen Bob Catley (71 Jahre alt (!), schlank, in Jeans und Sneakers bewegungsfreudig und – wie immer – mit seiner einzigartigen Gestik) und Tony Clarkin (die Ruhe in Person) sind in guter Form, Basser Al Barrow (der vermehrt Backingvocals übernimmt und – wie immer – vor Spielfreude sprüht) und die Neuzugänge an den Keyboards (Rick Benton) und Drums (Lee Morris) sind mittlerweile gut integriert. Überraschenderweise steht neben dem Mixer der alte Schlagzeuger Harry James, der mit der Arbeit seines Nachfolgers – der mit Paradise Lost deren stärkere Alben einspielte – überaus zufrieden sein dürfte.

Letztlich ein gelungener Auftritt der Truppe aus Birmingham und wer nicht dabei war, darf sich in Kürze auf eine weitere Live-Veröffentlichung unter dem Titel „Live At The Symphony Hall“ freuen. Auf der gibt es eine etwas längere Spielzeit als die heutigen 90 Minuten, eine etwas andere Setlist und zudem einen Gastauftritt von Tobias Sammet, den man sich auch heute insgeheim erhofft hatte.

Foto: Rene Lamotte

Als Supportact finden sich wie im Frühjahr REDS'COOL, die es immer wieder ins Vorprogramm hochkarätiger Bands schaffen. Ihr stark von den kommerziellen Whitesnake beeinflusster Hardrock ist recht unspektakulär und erhält dementsprechend nur Höflichkeitsapplaus. Mit dabei haben die Russen einen neuen Frontmann, der fast gänzlich auf Ansagen verzichtet, mit seiner Stimme aber punkten kann.

SETLIST MAGNUM

Wild Swan

Sacred Blood "Divine" Lies
Lost On The Road To Eternity
Crazy Old Mothers
Your Dreams Won't Die
Peaches And Cream
How Far Jerusalem
Les Morts Dansant
Show Me Your Hands
All England's Eyes
Vigilante
Don't Wake The Lion (Too Old To Die Young)
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The Spirit
Sacred Hour

Bands:
MAGNUM
REDS'COOL
Autor:
Wolfram Küper

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