Festivals & Live Reviews


Pic: Doltyn Snedden

Festivals & Live Reviews 01.07.2019, 13:04

LYNYRD SKYNYRD, BLACKBERRY SMOKE - Frankfurt, Festhalle

Ob es wirklich das letzte Lynyrd-Skynyrd-Konzert in Deutschland war? Wenn ja, dann haben sich die Southern-Rock-Ikonen mit einem respektablen Package verabschiedet. Denn mit BLACKBERRY SMOKE haben sie einen Opener dabei, der nicht nur in der Tradition der Band aus Jacksonville, Florida, steht, sondern deren Fackel auch würdig weiterträgt.

Das Quintett aus Atlanta, Georgia, bekommt auch nicht nur fast volles Licht (inklusive Backdrop) und eine Stunde Spielzeit, sondern auch einen glasklaren Sound, was nicht immer selbstverständlich ist. Sänger/Gitarrist Charlie Starr bedankt sich deswegen mehrmals artig beim Headliner, man hat schließlich auch in den USA gemeinsame Konzerte gegeben. Der Set ist eine Mischung aus allen Alben der Band und deckt deshalb das komplette Spektrum ab: Von lupenreinem Country bis zu konventionellem Hardrock ist alles dabei, Höhepunkte sind wie immer die großartige Neil-Young-Hommage ´One Horse Town´ und das Medley aus ´Sleeping Dogs´ und ´Come Together´. Man merkt die jahrelange Routine, die Band ist eingespielt wie keine andere dieser Zunft; das Einzige, was man bemängeln könnte, ist die Kommunikation mit dem Publikum, die zu sporadisch ausfällt. Die Endlos-Jam am Ende mit ´Ain´t Much Left Of Me´ fällt kürzer aus und wird nur um Teile von Zeppelins ´When The Levee Breaks´ ergänzt. Ansonsten ein Top-Gig mit allen Hits wie ´Six Ways To Sunday´, ´Waiting For The Thunder´, ´Let It Burn´ und ´Flesh And Bone´. Die intensivste Reaktion folgt auf das Tom-Petty-artige ´Rock And Roll Again´. Heute Abend werden Blackberry Smoke einige neue Fans dazugewonnen haben.

Lynyrd „F*ckyng“ Skynyrd, wie es auf einem der Tour-Shirts steht, liefern dann das, was sie am besten können: einen Best-of-Gig mit Gänsehautgarantie. Schon das opulente Intro mit dem riesigen Radio reicht, um die knapp 6.000 Zuschauer mitzureißen. Dann geht es Schlag auf Schlag, die Setlist ist nur an vier Stellen leicht verändert worden; leider entfällt heute aus irgendwelchen Gründen das in Erfurt und Berlin gespielte ´Gimme Back My Bullets´, obwohl das Cover im Hintergrund eingeblendet wird. Frontmann Johnny Van Zant, wie immer kaugummikauend und jede Textzeile mit Gesten untermalend, lässt nicht viel Sentimentalitäten zu, sondern konzentriert sich auf seinen Job als Rampensau. Ex-Rock-Hard-Kollege Oliver Klemm vermisst zwar weitere neuere Songs wie ´Skynyrd Nation´, aber LYNYRD SKYNYRD haben leider so viele Standards, dass ein Gig ohne ´Simple Man´ („listen to your Mama!“) oder ´Tuesday´s Gone´ nicht denkbar und sicherlich auch von keinem Fan gewollt wäre. Vor dem obligatorischen ´Free Bird´ erscheint auf der Großleinwand eine Kerzenpyramide mit allen verstorbenen Band-Mitgliedern, das letzte Mal holen Skynyrd die große Gitarrenkeule raus, dann ist nach 90 Minuten Schluss. Wirklich? Wenn es so wäre, war das heute Abend in Frankfurt mehr als würdig. Warten wir es ab, ein neues Album soll es auf jeden Fall noch geben.

SETLIST LYNYRD SKYNYRD

Workin´ For MCA
Skynyrd Nation
What´s Your Name
That Smell
I Know A Little
The Needle And The Spoon
Saturday Night Special
The Ballad Of Curtis Loew
Tuesday´s Gone
Don´t Ask Me No Questions
Simple Man
Gimme Three Steps
Call Me The Breeze
Sweet Home Alabama
+++
Free Bird

Bands:
LYNYRD SKYNYRD
BLACKBERRY SMOKE
Autor:
Jörg Staude

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