My Hometown

My Hometown 29.08.2018, 16:24

GUNS N' ROSES - My Hometown: Los Angeles, Kalifornien mit Dizzy Reed

Wenn Dizzy Reed nicht gerade mit GUNS N´ ROSES oder seiner Zweitband Hookers & Blow durch die Weltgeschichte tourt, kehrt er zurück in seinen Wahlheimathafen Los Angeles. In unserem Interview entpuppt sich der Keyboarder als hervorragender Fremdenführer und versorgt euch mit jeder Menge Tipps, was ihr in L.A. unbedingt tun oder besser lassen solltet.

Dizzy, war Los Angeles schon immer deine Heimatstadt, oder bist du woanders aufgewachsen?

»Ich habe vorher in einigen anderen Städten gelebt. Geboren bin ich in Hinsdale, Illinois, einem Vorort von Chicago. Als ich sieben oder acht Jahre alt war, zogen wir nach Boulder, Colorado, und dort wuchs ich auf. Ich lebte in Boulder, bis ich 20 war, und dann zog ich mit meiner Band nach Los Angeles. Zu dieser Zeit, Anfang der Achtziger, musstest du einfach nach Los Angeles gehen, wenn du mit deiner Band etwas erreichen wolltest, also machten wir das. Und ich bin immer noch da (lacht).«

Was kommt dir als Erstes in den Sinn, wenn du an L.A. denkst?

»Sonne! Boulder ist ein toller Ort, und ich hatte Glück, dort aufwachsen zu dürfen. Manchmal vermisse ich es, aber es wird dort richtig kalt. In Los Angeles ist das nicht der Fall.«

Wirst du in deiner Nachbarschaft wie eine Berühmtheit behandelt, oder kannst du unbehelligt auf die Straße gehen?

»Ich kann eigentlich meistens herumlaufen, ohne dass mich die Leute ansprechen. Wenn du in Los Angeles lebst, besonders in Gegenden wie Hollywood oder Beverly Hills, gibt es eine Art ungeschriebenes Gesetz: Wenn du eine Berühmtheit siehst, lässt du sie in Ruhe. Außer wenn du total überwältigt bist – oder ein Tourist (lacht). In meiner Nachbarschaft weiß eigentlich niemand, wer ich bin. Bis auf meinen Vermieter, der bekommt ja schließlich Geld von mir.«

Was liebst du an L.A. besonders, von der Sonne mal abgesehen?

»Dass alles in der Nähe ist. Du hast da den Strand, die Berge, die Wüste und all die coolen Nationalparks. Es gibt immer etwas zu tun. Es ist einfach ein cooler Wohnort, wenn auch etwas teuer. Aber du lernst, dich damit zu arrangieren. Es gibt auch richtig gutes Essen in der Gegend. In Los Angeles bekommst du das beste mexikanische Essen!«

Gibt es auch etwas, das du an deiner Heimatstadt nicht so toll findest?

»Es ist wirklich überfüllt, und es wird in L.A. immer teurer. Es gibt sehr viele Obdachlose, dagegen muss man etwas tun. Ich finde es wirklich traurig, all diese Leute zu sehen, die in Zelten oder Ähnlichem leben. Ein Einzelner kann da nur begrenzt helfen, also müssen wir uns zusammenschließen und versuchen, diese Situation zu verbessern. Wenn ich „verbessern“ sage, meine ich damit nicht, die Leute einfach irgendwo anders hin zu verfrachten. Sie brauchen Jobs, damit sie wieder auf die Beine kommen und ihren Teil zur Gesellschaft beitragen können.«

Was sollten sich Besucher in Los Angeles unbedingt ansehen?

»Zunächst einmal: Macht nicht den Fehler, im Frühsommer nach L.A. zu kommen! Wir haben hier dieses Phänomen namens June Gloom, bei dem der Ozean noch ziemlich kalt ist, aber im Landesinneren wird es ziemlich heiß. Deshalb ist es den ganzen Tag lang bewölkt, etwa bis Anfang August. Kommt lieber im Herbst. Musikfans sollten sich den Sunset Strip nicht entgehen lassen, mit dem Whisky A Go Go, dem Rainbow, dem Troubadour und so weiter. Es gibt aber auch tolle Sachen in L.A., über die viele Leute gar nichts wissen. Viel spannende Geschichte, über die keiner spricht, weil alles von der Film- und Unterhaltungsindustrie bestimmt wird. Also informiert euch gut, bevor ihr dort hinfahrt, und nehmt euch viel Zeit, denn die Stadt ist gigantisch. Ich versuche, mich von den Universal Studios, Disneyland & Co. fernzuhalten. Als meine Kinder noch klein waren, bin ich natürlich mit ihnen hingegangen. Also falls ihr Kinder habt, schaut es euch an. Besucht unsere Strände, die sind fantastisch. Und geht golfen! Es gibt einige großartige Golfplätze bei uns.«

Hat sich die Musikszene in Los Angeles seit den Achtzigern sehr verändert?

»Ja, sie ist jetzt vollkommen anders. In den frühen Neunzigern ist sie ziemlich ausgetrocknet, ein bisschen wie eine Geisterstadt. Man kann aber zum Beispiel im Viper Room, im Whisky A Go Go etc. immer noch gute Shows sehen. Wenn meine Band Hookers & Blow dort spielt, müsst ihr euch das unbedingt anschauen! Wir treten an Silvester auf, also wenn ihr dann zufällig in Los Angeles seid, kommt ins Whisky!«

Gibt es noch ein paar coole Plattenläden in L.A., die du gerne besuchst, oder sind die bei euch ausgestorben?

»Das kommt so langsam wieder. Nicht so sehr im Stadtzentrum, aber wenn du in die Vororte gehst, nach San Fernando Valley oder Thousand Oaks, Orange County oder San Gabriel Valley, gibt es da jede Menge Plattenläden.«

Was aus Los Angeles vermisst du am meisten, wenn du auf Tour bist?

»Dass ich dort meinen eigenen Lebensrhythmus haben kann. Ich will sicher nicht klagen, aber auf Tour ist alles sehr durchgeplant. Du musst immer irgendwo sein oder irgendwas machen. Das ist nicht immer nur Spiel und Spaß, wie es die Leute vielleicht denken. Wenn ich zu Hause bin, ist alles viel entspannter, und ich kann machen, was ich gern möchte. Ich kann Golf spielen gehen, und ich kann in meinem eigenen Tempo arbeiten. Das gefällt mir am besten, wenn ich zu Hause bin.«

Hast du mal darüber nachgedacht, in eine andere Stadt oder sogar ein anderes Land zu ziehen?

»Ich denke täglich darüber nach (lacht). Aber die Sache ist die: Ich toure so oft, also bin ich eigentlich fast nie zu Hause. Ich hätte vermutlich gar nicht die Zeit, mich ernsthaft mit einem Umzug zu beschäftigen. Wir werden sehen, das Leben bringt dich immer da hin, wo du sein sollst. Der Mond wäre vielleicht ganz cool.«

www.facebook.com/dizzyfnreed

www.gunsnroses.com

Bands:
GUNS N' ROSES
Autor:
Alexandra Michels

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