Interview


Pic: Jim Wright

Interview 19.02.2019, 12:19

LAST IN LINE - Heftergänzung zum Interview in Rock Hard Vol. 382

Da LAST IN LINE-Gitarrist Vivian Campbell beim Gespräch für Rock Hard Vol. 382 noch viel mehr Spannendes zu berichten hatte, wollten wir euch die Fortsetzung des Interviews nicht vorenthalten. Lest hier, was der Musiker über die Band, den verstorbenen Bassisten Jimmy Bain und sein berühmtestes Familienmitglied zu sagen hat.

Vivian, wie lange hat es gedauert, bis ihr die Entscheidung getroffen habt, nach Jimmy Bains Tod ein zweites LAST IN LINE-Album aufzunehmen?

»Wir wussten eigentlich schon direkt nach dem ersten Album, dass wir ein zweites aufnehmen wollten. Die Band ist zwar inzwischen für uns alle zu einem sehr wichtigen Projekt geworden, hat aber gar nicht als solches begonnen. Als wir 2011 oder 2012 LAST IN LINE in Angriff nahmen, war es noch gar nicht unsere Ambition, unsere eigene Musik zu schreiben und aufzunehmen. Damals lebten wir alle in Los Angeles, und wollten eigentlich nur in ein paar Clubs auftreten und die frühen Dio-Songs spielen, die wir mit Ronnie geschrieben und aufgenommen hatten. Wenn ich damals gewusst hätte, dass wir jetzt hier sitzen und über unser zweites Album sprechen würden, hätte ich die Band niemals LAST IN LINE genannt, denn ich sehe jetzt, dass das einige Leute verwirrt, da es der Name des zweiten Dio-Albums ist. Als wir einfach nur alte Dio-Songs in den Clubs spielten, war das angemessen, denn Ronnie war gerade erst gestorben und Jimmy, Vinny Appice (dr.) und ich waren wortwörtlich die „Last In Line“, die Letzten, die übrig waren. Dafür war es der perfekte Name. Das ist zum Teil auch der Grund, wieso ich das neue Album „II“ nennen wollte. Ich wollte die ganze Verwirrung etwas aufklären, indem das neue Album nicht wieder einen Namen im Titel hat. Wir sind jetzt eine Band mit eigenem Material, und jetzt, da wir ein zweites Album veröffentlichen, werden wir live auch viel mehr eigene Songs und weniger Dio-Klassiker spielen.«

Ärgert es dich, wenn Leute euch immer noch für eine Art Dio-Tribute-Band halten?

»Na ja, eigentlich können wir ja gar keine Tribute-Band sein, weil Vinny und ich Teil der Original-Dio-Band waren. Wir sind die einzigen zwei Originalmitglieder, die noch übrig sind. Technisch gesehen ist es also falsch, uns als Tribute-Band zu bezeichnen. Aber LAST IN LINE haben ja ohnehin ein Eigenleben entwickelt und sind jetzt etwas ganz Anderes als am Anfang.«

Hat euer neuer Bassist Phil Soussan zum veränderten Sound von „II“ beigetragen? Ich finde, es klingt etwas schneller und auch rifflastiger als „Heavy Crown“.

»Es ist definitiv rifflastiger. Vor allem hatten wie die Möglichkeit, in den letzten Jahren mit Phil aufzutreten, und wir hatten mehr Bühnenzeit mit Phil als zuvor mit Jimmy. Wir hatten also die Chance, als Einheit zu wachsen. Außerdem ist Phils und Jimmys Bassspiel zwar sehr ähnlich, aber es gibt auch Unterschieden zwischen ihnen. Jimmy war eher ein elementarer Bassist, während Phil etwas frickeliger spielt und ein technischerer Musiker ist. Er denkt sich ständig Parts aus, um Lücken zu füllen. In dieser Hinsicht ist er in der Hardrock-Welt eher wie Geezer Butler von Black Sabbath. Ich denke auch, dass es eine ganz natürliche Weiterentwicklung der Band gibt, was unseren Sound und unser Songwriting angeht. Auch Andrew (v.) ist mehr in seine Rolle als Song- und Textschreiber hineingewachsen. Der Sound von „II“ ist viel mehr unser Sound als noch auf dem „Heavy Crown“-Album.«

Habt ihr, bevor Phil festes Bandmitglied wurde, auch andere Bassisten ausprobiert?

»Wir haben fünf oder sechs Bassisten eingeladen, und ein paar von ihnen waren ziemlich namhafte und respektierte Musiker. Aber als Phil reinkam und anfing, zu spielen, wussten wir sofort, dass er der Richtige für die Band ist. Nicht nur als Musiker, aber auch was seinen musikalischen Hintergrund angeht. In den Achtzigern spielte er ja für Ozzy Osbourne, und es gibt viele starke Parallelen in unserer Karriere. Außerdem ist Phil einfach ein Profi, und dass er singen kann, war ein weiterer Pluspunkt. Und er war uns auch als Songschreiber bekannt, er hatte sogar ein paar große Nummern mit Ozzy zusammen geschrieben.«

Komponiert ihr eure Songs beim gemeinsamen Jammen, oder nimmt jeder für sich zu Hause Ideen auf, und ihr schickt euch das Ganze per Mail hin und her?

»Phil, Vinny und ich treffen uns im Proberaum, spielen und schreiben die Musik zusammen. Wir leben hauptsächlich in Los Angeles. Andrew wohnt ja in Las Vegas, aber auch er kommt hin und wieder nach Los Angeles und ist in den Songwriting-Phasen bei uns. Aber wenn er nicht dabei sein kann, nehmen wir die Tracks auf und schicken Andrew die Song-Arrangements. Meistens ist Andrew mit dem, was wir ihm schicken, einverstanden. Ab und zu packt er es aber auch in Pro Tools, ändert etwas daran und schickt es uns zurück. Im Idealfall sind wir aber alle zusammen.«

Mir ist aufgefallen, dass ein „Familienmitglied“ dir bei Instagram die Show stiehlt: Dein Hund Stuart ist dort fast so beliebt wie du.

Er lacht: »Er ist sogar beliebter als ich! Ich poste nicht mehr so viel in den sozialen Medien, und wenn, dann hat es normalerweise etwas mit Stuart zu tun. Wenn einer meiner Posts nichts mit Stuart zu tun hat, reagieren darauf verhältnismäßig wenige Leute, aber wenn ich ein Foto von Stuart poste, antworten zwanzig- oder sogar fünfzigmal so viele Menschen darauf! Die Leute lieben Tiere, und das zu Recht. Besonders süße kleine Hunde.«

www.lastinlineofficial.com

www.facebook.com/LastInLine

Bands:
LAST IN LINE
Autor:
Alexandra Michels

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